

TWINK DEATH
von Mica HeilmannEs war einmal ein Twink. Er lebte in einem großen Schloss mit hohen Wänden und langen schweren Vorhängen. Das Schloss war riesengroß, und alles, was der Twink begehrte, befand sich zwischen den hohen Wänden und den langen Vorhängen, die bis zum Boden wogten. Jeder Twink, der geboren wird, so heißt es, erhält sein eigenes Schloss mit hohen Decken und langen Vorhängen, um darin das behaglichste und privilegierteste Leben zu führen, das man sich nur erträumen kann. Bis er eines schicksalhaften Tages einem höheren Ruf folgt. Wenn der Twink in seinen besten Jahren gepflückt wird wie eine reife Frucht – süß und prall, voll von Nektar –, und zu seiner echten Bestimmung findet: Wahre Liebe? Besser noch: Seine Bestimmung.
Doch was, wenn ihn dieser Moment nie ereilt? Die Lebensdauer eines Twink ist kurz. Bald ziehen die Spuren der Zeit auf wie Schatten, und hinterlassen Zeichen des nahenden Verfalls auf dem schlanken, haarlosen Körper. Altersfältchen und Dehnungsstreifen verunstalten die einst so glatte Haut, und feine Härchen beginnen zu wuchern, wachsen zu einem Dickicht heran, und schon gleicht der Twink einem wilden Tier. Einem Otter vielleicht? Einem Bären gar? Das Ende naht, es ist unausweichlich: Der Tod des Twinks.
- 20.00 | UraufführungRoter SalonAusverkauft
- 20.00 | zum letzten MalRoter Salon