PROPRIETÀ PRIVATA: EIN BERLINER PASSIONSSPIEL

von Christian Filips

Zu Ostern wird die Volksbühne zum Ort eines großen Passionsspiels gegen die Karfreitagsdepression. Sophie Rois und das Ensemble der Volksbühne begeben sich auf den Kreuzweg des heiligen Franziskus und kämpfen an gegen Technofeudalismus und Privatisierungstheater. In zwei Sondervorstellungen erweitert sich die Pilgerschar um die Sing-Akademie zu Berlin, den Staats- und Domchor und die Kammersymphonie Berlin. Mit vereinten Kräften erklingen Auszüge aus Johann Sebastian Bachs Matthäuspassion, Mendelssohns Christus-Fragment und das furiose Oratorium Tongues of Fire des griechischen Komponisten Jani Christou, der 2026 seinen 100. Geburtstag feiern würde. Die Gründung der Stadt Berlin geht zurück auf die missionarische Arbeit der Franziskanermönche, die 1210 mit der Gründung des Grauen Klosters zur Besiedelung dieser Sumpfgegend beigetragen haben. Vielleicht ist es an der Zeit, die Stadt noch einmal neu zu missionieren: Aus dem Geist der franziskanischen Allmende.

„Sollte die schweigende Mehrheit wieder eine Form des archaischen Faschismus hervorbringen, dann, weil sie sich vor eine Wahl gestellt sieht zwischen der Heiligkeit des Lebens einerseits und der Logik von Erbrecht und Privateigentum andererseits. Dieses Dilemma wird zur Folge haben, dass man allzu laut ins Horn der zweiten Alternative bläst. Im Gegensatz zu Calvino glaube ich, dass wir – ohne die ganze humanistisch-rationalistische Tradition zu verleugnen – keine Angst davor haben sollten, etwas als heilig gelten zu lassen oder ein Herz zu haben.“ (Pier Paolo Pasolini)

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