
Manchmal kommt eine Seite vor der anderen
Die Ausstellung begreift Zeit als ein reflektiertes Phänomen, das durch zyklische Veränderung, materielle Transformation und Akte des Erinnerns sinnlich erfahrbar wird. Zeit erscheint hierbei nicht linear, sondern als Schichtung, als Echo, als etwas, das sich materialisiert und zugleich entzieht.
Auf der Suche nach der Zeit und ihrer Lesbarkeit ist das Buch als Körper ein wichtiges Mittel und Bestandteil von Elke Burkerts Arbeitsweise. Das Sammeln und Zusammentragen, das Verknüpfen und Verbinden bildet ihre Basis. Sie spielt mit der linearen Zeitvorstellung, die durch das Buch gestützt wird und gleichzeitig im Widerspruch zu ihr steht. Das Buch hat Anfang und Ende, kann aber auch zyklisch oder vielmehr als Vielheit verstanden werden.
Heidi Hornáčková weitert dieses Zeitverständnis mit ihren Food-Performances auf den Körper der Besuchenden aus. Während der Zeitdauer der Ausstellung durchlaufen die von ihre gewählten Lebensmittel einen Reifungs- und Konservierungsprozess. Was bei der Eröffnung beginnt, findet durch das kollektive Teilen und Verkosten der Lebensmittel während der Finissage seinen Abschluss.
Der Pavillon verwandelt sich in ein Labor der Materialität, in dem Bücher ähnlich wie Lebensmittel als lebendige Materie erscheinen. Lesen wird taktil und zeitlich, Wissen verschiebt sich, zerstreut sich und verwandelt sich. Das Buch entsteht erst durch Interaktion: Seitenabfolgen lösen sich auf, werden neu geschaffen und erzeugen veränderte Zeitspuren. Ein anderes Buch zerfällt – Tinte färbt das Wasser, zurück bleibt ein welkendes Buch im Aquarium.
Vernissage: 08.01.2026 18–21 Uhr | Einführung 19 Uhr
Öffnungszeiten: 09.–18.01.2026, Do–So 15–19 Uhr
Performances: 11.01. und 18.01. jeweils um 17 Uhr
- 18.00 | VernissageSternschuppen
- 15.00 | AusstellungSternschuppen
- 15.00 | AusstellungSternschuppen
- 15.00 | AusstellungSternschuppen
- 15.00 | AusstellungSternschuppen
- 15.00 | AusstellungSternschuppen
- 15.00 | AusstellungSternschuppen
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