

"Komm ich da drin vor?" – Wenn Literatur persönlich wird
Was ist das Persönliche an einem Buch, jenseits aller Themen, die es verhandelt, und aller klar erkennbaren Anliegen? Wie entsteht eine Verbindung zwischen meiner Lebenserfahrung und meiner Leseerfahrung? Und in welcher Form kommen diejenigen, die Bücher schreiben, auch persönlich darin vor? „Dieses Buch ist mein persönlichstes“, das ist wahrscheinlich immer so, denn ohne die Person, die es geschrieben hat, gäbe es das Buch nicht. Dabei spielt keine Rolle, ob die Autorin ihre „eigene“ Geschichte erzählt oder nicht: In jedem Fall habe „ich“ das Buch geschrieben und habe „ich“ es gelesen. Mein persönlichstes Buch kann das sein, in dem ich nicht von mir erzähle, mein persönlichstes Lesen der Moment, in dem ich mich selbst vergesse. Woran also liegt es, dass ich ein Buch persönlich nehme? Was daran löst das aus, was in mir, was in dir?
Hannes Becker und Henning Bochert nähern sich diesen Fragen, indem sie aus ihren neuen Texten Lidokork und Die weißen Hände lesen und miteinander darüber sprechen.
Hannes Becker schreibt Theaterstücke, Hörspiele, Prosa und Lyrik. Übersetzt Theaterstücke und Gedichte aus dem Englischen, u. a. von Pamela Carter, Caryl Churchill, Jerry Lieblich, Matthew López, Charles Reznikoff und Rosmarie Waldrop. Gemeinsam mit Marlene-Sophie Haagen Host des Podcasts ZEMENT GIESSEN.
Henning Bochert arbeitet als Autor, Dramaturg, Literaturübersetzer und Dozent in Berlin. Seine Theaterstücke wurden an Theatern in Berlin, Leipzig und Frankfurt am Main aufgeführt. Er übersetzte unter anderen Eve Leigh, Dawn King, George Brant, Rhea Leman, Adam Rapp und andere ins Deutsche und Özlem Dündar, Christoph Hein, Martin Heckmanns ins Englische. Seine Prosa wurde in mehreren Literaturzeitschriften veröffentlicht. www.henningbochert.de