Foto © Kai Grehn

IMIONA NURTU. DIE NAMEN DER STRÖMUNG

Alles entschwunden wie auf einer Bühne. Die Toten schweigen für immer,
und wir – die Lebenden – wie erheben wir die Stimme, wenn das Herz in Flammen steht?
Langsam vergehen die Stunden, und die Tage zählen für Jahrhunderte
und wie eine Steinplatte auf unserer Brust lastet die Freiheit.
(Tadeusz Borowski)

 Jemandem, der nicht mehr für sich selbst sprechen kann, die eigene Stimme zu leihen, ist ein fast intimes Ereignis. Für Imiona nurtu. Die Namen der Strömung sind Menschen aus ganz Europa dem Aufruf von Kai Grehn gefolgt und haben aus den Sterbebüchern von Auschwitz die Namen von Ermordeten ausgewählt und eingesprochen. Entstanden ist ein außergewöhnliches Hörstück, das weit über die Grenzen des Genres hinausgeht; ein memento mori, verwoben mit Lagergedichten des KZ-Überlebenden Tadeusz Borowski und mit Geräuschaufnahmen aus den ehemaligen Häftlingsbaracken. Kunst im Dienst des Erinnerns, ein Hörspiel-Oratorium, das nicht erzählt, sondern Zeugnis ablegt. Ein stilles, fast rituelles Werk, das aus den Stimmen der Lebenden eine Brücke zu den Toten schlägt.

Imiona nurtu. Die Namen der Strömung wird als Soundinstallation auch in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau zu hören sein. Die Hörbuch-Premiere fand zum Holocaustgedenktag 2026 im Burgtheater Wien statt.

Das Gespräch im Anschluss wird realisiert mit Unterstützung der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft.

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