

Everything is Content
300 Slides, 10 Tracks, 1 kluge Idee. Der serbisch-amerikanische Künstler Igor Simic geht von der provokanten Prämisse aus, dass „alles Content“ ist. Alles kann ungeniert nebeneinander bestehen – Micky Maus neben Johanna von Orléans, Donald Trump neben John Berger, Samuel Beckett neben Elon Musk.
Nach einem Film- und Philosophiestudium an der Columbia University, beschäftigt er sich in seinen Arbeiten mit dem oft – und allen voran von Jean-Luc Godard – beschworenen „Tod des Kinos“. Anstatt sich jedoch nostalgisch einer Sehnsucht nach dem unwiederbringlich Vergangenen hinzugeben, macht er sich lieber daran, das Hier und Heute zu entschlüsseln. Der unaufhörlich auf uns einströmende Content auf allen Plattformen schreckt ihn nicht ab. Stattdessen verwandelt er diese heterogene Masse in Kunst. Die Flachheit unserer digitalen Existenz gezielt einsetzend, navigiert er innerhalb eines begrenzten Raums von 300 Folien an den Oberflächen verschiedener Medienformate entlang, ganz gleich, ob es sich dabei um einen Film, einen Musiktitel, eine Fotografie, ein Buch oder ein Videospiel handelt.
„Mit scharfem Blick für sich wandelnde Werteskalen, legt Simic die Tiefenstrukturen unserer gegenwärtigen und vergangenen kulturellen Matrix offen. Darauf beruht sein künstlerischer Ansatz und seine visionäre Kraft. Und wie die junge Jeanne, oder vielleicht auch der nächste Disney, läuft er sich gerade erst warm.“— Greg De Cuir Jr.