
Bum Bum Musik
Vernissage: 11.06.26 18–21 Uhr
Öffnungszeiten: 12.–21.06.26 | Do–So, 15–18 Uhr
Der Mensch eilt, eingebunden in die unterschiedlichen Beschleunigungen, die unsere Zeit prägen. Beschleunigung ist hier aber nicht nur äußerer Steigerungszwang, sondern auch eigener Antrieb, Welt in Reichweite zu bringen, sie verfügbar, berechenbar, kontrollierbar zumachen. Was bleibt, ist Entfremdung, das Gefühl, dem Rhythmus der modernen Leistungsgesellschaft ausgeliefert zu sein. Der Soziologe Hartmut Rosa beschreibt es als
„Geworfenheit“ in eine Welt, die verstummt ist. Gelingt es aber, in eine echte, antwortende Beziehung zu seiner Umwelt zu treten, also „Resonanz“ zu erfahren, schlägt das Gefühl der „Geworfenheit“ in ein Gefühl der „Getragenheit“ um. Das Subjekt fühlt sich in der Welt verankert, wirksam und als Teil eines größeren Ganzen.
Bei der Gänsegeierflöte handelt es sich, mit einem Alter von etwa 40.000 Jahren, um eines der ältesten Musikinstrumente der Welt. Gefunden wurde sie in der Karsthöhle Hohlefels. Bei der Erforschung dieser und anderer Höhlen stieß man immer wieder auf Markierungen, deren Zweck nicht zweifelsfrei geklärt werden kann. Die Disziplin der Archäoakustik zeigt, dass es sich bei diesen Höhlen häufig um Orte handelt, an denen besondere akustische Phänomene möglich sind. Klingende Stalaktiten oder Stellen, die besondere Echophänomene möglich machen. Wir können uns kaum vorstellen, welchen Eindruck das, ohne das Wissen um die physikalischen Grundlagen, auf die Menschen der frühen Steinzeit gemacht haben muss. Eingebettet in rituelle Handlungen, müssen es wohl radikale Resonanzerfahrungen gewesen sein, Befriedigung der Sehnsucht nach Widerhall einer „beseelten Welt“.
Szenenwechsel: Eine abgelegene Lichtung im Wald. Ein neolithischer Steinbruch. Die Koordinaten wurden per SMS verschickt. Während man sich durch die Dunkelheit nähert, wird das Wummern lauter. Durch die Bäume dringt irgendwann Licht. Hier habe ich in meiner Jugend mit Freundinnen illegale Partys veranstaltet. Orte, an denen Musik, Entgrenzung und Rausch Hand in Hand gingen. Stroboskop und Lagerfeuer. Gemeinsames Tanzen, durch die Nacht, getrieben und geeint durch Rhythmen, bis die Dunkelheit dem Tag weicht. 40.000 Jahre und doch gleichen sich Bedürfnisse und Erfahrungen.
Aber handelt es sich tatsächlich um jene tiefen Resonanzerfahrungen oder lediglich, um einen vom imaginierten nahenden Untergang angetriebenen Eskapismus, der uns den Takt peitscht und macht das Überhaupt einen Unterschied ? Dancing on the Edge of the World.
- 18.00 | VernissageSternschuppen
- 15.00 | AusstellungSternschuppen
- 15.00 | AusstellungSternschuppen
- 15.00 | AusstellungSternschuppen
- 15.00 | AusstellungSternschuppen
- 15.00 | AusstellungSternschuppen
- 15.00 | AusstellungSternschuppen
- 15.00 | AusstellungSternschuppen