Foto © Andrea Wiedermann

4 Shanbe Suri vor Nowruz – A New Beginning

Gerade jetzt kommen wir zusammen!

Gerade jetzt tanzen wir!

In einer Zeit, in der Krieg den Iran/ Nahen Osten erschüttert und Menschen um Sicherheit, Würde und Zukunft bangen, entscheiden wir uns bewusst füreinander.

Gegen Angst.
Gegen Schweigen.
Gegen das Vergessen.

Kurz vor Nowruz begehen wir Chãhãrshanbe Suri – ein Fest des Feuers, das aus vorislamischen, zoroastrischen Ritualen des persischen Kulturraums hervorgegangen ist. Feuer erscheint hier nicht als Dekoration, sondern als Denkfigur: als Medium der Transformation, der Reinigung und des Übergangs.

Traditionell markiert Chãhãrshanbe Suri چهارشنبه‌سوری einen Moment der Schwelle. Das Alte wird nicht verdrängt, sondern bewusst durch das Feuer geführt; das Neue entsteht aus Licht, Wärme und fortgesetzter Bewegung. Diese Logik des Übergangs verstehen wir nicht als Rekonstruktion eines Rituals, sondern als gegenwärtige Praxis.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation im Iran gewinnt dieser Gedanke besondere Dringlichkeit. Hoffnung wird hier nicht als abstraktes Versprechen verhandelt, sondern als Handlung – als etwas, das geteilt, verteidigt und immer wieder neu erzeugt werden muss.

Der Abend spannt einen Raum zwischen Erinnerung und Gegenwart.

Wir begrüßen die kurdisch-zazakische Musikerin Maviş Güneşer und die iranische Perkussionistin Kimia Bani, bekannt für ihre Hingabe der östlichen und westlichen Musiktraditionen miteinander zu verbinden und sich aktiv mit politischen, feministischen und Geschlechter-Minderheiten-Bands zu engagieren.

Anschließend tritt auf der Bühne die wunderbare MADANII auf, die souverän zwischen Genres sich bewegt und lässt feste Zuordnungen hinter sich. Ihre künstlerische Vision ist tief in der persischen Kultur verwurzelt. Aus Rhythmen, Sprachen, politischen Erfahrungsräumen sowie musikalischen und visuellen Formen entsteht ein vielschichtiges, eigenständiges Mosaik von Gesang und Musik.

Nach vielen Jahren stehen der Tänzer und Choreograf Kaveh Ghaemi und Modjgan Hashemian wieder gemeinsam auf der Bühne des Grünen Salons. Ihre kurze Performance fragt: Was bedeutet Bewegung in Zeiten der Ohnmacht?

Chãhãrshanbe Suri war immer ein Fest des Übergangs –
des Loslassens,
des Reinigens,
des Neubeginns.

Wir feiern nicht, weil wir nichts sehen.
Wir feiern, weil wir alles sehen.

Den Krieg. Die Angst. Die Gier. Die Macht. Die Ungerechtigkeit.

Aber auch die Menschen, die ihre Kultur, ihre Gemeinschaft und ihre Hoffnung nicht aufgeben – im Iran, in Kurdistan, und überall, wo Menschen an eine Zukunft glauben.

Deshalb entzünden wir das Feuer vor dem Grünen Salon.
Deshalb musizieren und tanzen wir.
Deshalb kommen wir zusammen.

Nicht aus Naivität.
Sondern aus Überzeugung.

Tanzen ist keine Flucht.
Tanzen ist Haltung.

Einlass ist um 19Uhr.

This is united salon @gruenersalon.berlin!
Kuratiert von Modjgan Hashemian

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