
Looksmaxxing ist längst kein Nischenphänomen mehr. Was als Subkultur in den Tiefen von Incel-Foren begann, flimmert heute durch die FYP-Seiten von Millionen junger Menschen: als Tutorial und nicht enden wollende Transformation. Auf TikTok begegnet uns das Optimierungsversprechen in Form von „Bonesmashing“ bis hin zum „Softmaxxing“, von Skincare-Routinen, die nach klinischer Präzision klingen, bis hin zu Gesichtsanalysen, die den menschlichen Körper in Winkelgrade und Symmetriewerte zerlegen. Der Algorithmus belohnt das Vorher-Nachher, die Verwandlung, den messbaren Fortschritt.
Fashion the Gaze fragt, mit welchen Ideologien die algorithmische Vermessung des Gesichts, die Rückkehr zu pseudowissenschaftlichen Schönheitsidealen und die nostalgische Sehnsucht nach dem „natürlichen“, unverstellten Körper zusammenhängen. Was haben „looksmaxxed“ und „effortlessly natural“ mit dem politischen Aufstieg von Körper- und Reinheitsdiskursen zu tun? Und was verrät uns der Blick auf TikTok-Körper über eine Gesellschaft, in der Schönheit wieder zunehmend biologistisch, völkisch und normativ gedacht wird?
Dieses Mal zu Gast: Hengameh Yaghoobifarah, ein_e in Berlin lebende_r Schriftsteller_in, Redakteur_in bei Delfi, Magazin für neue Literatur und DJ. Zu Hengamehs Veröffentlichungen zählen die gemeinsam mit Fatma Aydemir herausgegebene Essaysammlung Eure Heimat ist unser Albtraum, das Romandebüt Ministerium der Träume, das WDR-Hörspiel Unverpackt sowie die Kolumnensammlung Habibitus, die auf der Shortlist für den Kurt-Tucholsky-Preis 2023 nominiert war. 2024 erschien der zweite Roman Schwindel. Außerdem hostet Hengameh den Gesprächspodcast Auf eine Tüte.
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TIKTOK KOLLOQUIUM
#4 GLOW-UP FASCISM. Looksmaxxing und die Inszenierung des perfekten Körpers | mit Hengameh Yaghoobifarah