„Alles was fest ist, verwandelt sich in Luft“ schrieb Marx über die zersetzenden Kräfte der Weltgeschichte des Kapitalismus. Nach vier Jahren „Gefühle am Ende der Welt“ lässt sich eigentlich nur konstatieren, dass die Dinge sich meist schneller verändern, als uns lieb und sicher als uns verträglich ist. Dennoch müssen wir uns ihnen entschieden und leidenschaftlich widmen. Wie mit bahnbrechenden Veränderungen umzugehen ist, wie es Menschen gelingt, sich immer wieder neuen Bedingungen anzupassen, ist die Grundfrage verschiedener Wissenschaften. Die Psychologie und Psychoanalyse betont, wie sehr diese Fähigkeit mit der Bereitschaft einhergeht, Verluste zu ertragen und zu betrauern, um sie schließlich loszulassen. Wie es möglich wird, sich einer Welt, die sich uns jeden Tag anders präsentiert, trotz allem noch bewusst zuzuwenden, ist eine soziale und individuelle Herausforderung, der wir uns stellen.

Mai
29
Fr
  • 20.00
    Roter Salon

    Gefühle am Ende der Welt

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