Mit: Tariq Ali, Naika Foroutan, Srećko Horvat, Sebastian Kaiser, Luise Meier
Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.
„Ich weiß nicht, mit welchen Waffen der Dritte Weltkrieg ausgetragen werden wird, aber der Vierte Weltkrieg wird mit Stöcken und Steinen ausgetragen werden.“
Albert Einstein
Es herrscht Krieg. In Europa. Im Nahen Osten. In mehreren Ländern in Afrika. Krieg auf dem Globus. Das Völkerrecht ist ganz offenbar tot. Und es zählt allein die Macht des Waffenstärkeren.
Ob mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine oder der USA auf das Mullah-Regime im Iran seit dem 28. Februar 2026: Hier wie dort scheint es keine Strategie zu geben, den Krieg wieder zurück in Politik zu überführen. Eine Zeit zu denken, nach Bomben und Massensterben.
Stattdessen richten wir uns auch in Deutschland in einer Gesellschaft ein, die auf Militarisierung umstellt, die mobilisiert und Milliardensummen für Rüstung ausgibt. Bereit, Krieg als langfristigen Dauerzustand zu akzeptieren oder gar auf das Szenario eines Dritten Weltkriegs vorzubereiten.
Mit scheinbar rationalen Argumenten wird irrationale Destruktion beschworen, beschleunigt von technologischen Umbrüchen, KI und autonomer Kriegsführung. Das Sprechen vom Krieg verdeckt das Unausgesprochene: Die im 20. Jahrhundert gelebten politischen und ökonomischen Systeme bieten offenbar keine Zukunftsoptionen mehr.
Leben wir am Beginn eines Zeitalters permanenter Kriege, auch aus Mangel einer Idee vom Morgen? In der Diskussionsreihe Die Erde ist rot, so oder so analysieren wir das aktuelle globale Kriegsszenario. Ist es Ausdruck einer umfassenden Krise des liberalen Kapitalismus?
Welche politischen Modelle könnten diesem Zustand entkommen und was kann eine progressive Internationale den Allianzen von Blut und Boden Nationalismen und Gesellschaften des klerikalen Fundamentalismus entgegensetzen?
Dazu lädt die Volksbühne Journalist:innen, Philosoph:innen, Aktivist:innen und Schüler:innen ein, um über Krieg, geopolitische Macht und mögliche Alternativen nachzudenken.
Tariq Ali ist einer der prominentesten linken Intellektuellen seit den 1960er Jahren – ein Aktivist gegen den Vietnamkrieg und bis heute ein scharfer Kritiker von westlichen Interventionskriegen und von Imperialismus. Ali ist Autor zahlreicher Bücher über Politik, Geschichte und Imperialismus und war einer der Gründer der New Left Review. Er inspirierte zudem die Rolling Stones zum Song Street Fighting Man und prägte den Geist von John Lennons Power to the People.
Naika Foroutan ist eine der prominentesten Stimmen zu den Themen Migration, Integration und Identität. Sie ist Professorin für Sozialwissenschaften und hat bedeutende Forschungseinrichtungen und Projekte zur postmigrantischen Gesellschaften und Diversität geleitet. Im Jahr 2019 veröffentlichte sie die viel diskutierte Studie über die Analogie von postmigrantischen Communities und den Kindern ostdeutscher Eltern. Foroutan beteiligt sich regelmäßig an öffentlichen Debatten und ist dafür bekannt, eine Brücke zwischen akademischer Forschung und Politik sowie der Gesellschaft zu schlagen.
Luise Meier ist eine interdisziplinäre Denkerin und Künstlerin aus Berlin. Sie ist Autorin von MRX Maschine und Hyphen.
Srećko Horvat ist Philosoph und Autor von Büchern wie After the Apocalypse und Poetry from the Future. Er ist Mitbegründer von DiEM25 und der Progressive International und engagiert sich derzeit vor allem für den Aufbau der ISSA – The Island School of Social Autonomy – mitten in der Adria.
Sebastian Kaiser organisiert und kuratiert seit 2010 in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz große politische und künstlerische Veranstaltungen wie die Africa Conference und andere. Er initiierte die Debatten über die Zukunft Europas, unter anderem mit Edward Snowden und Julian Assange.
- 20.00Große Bühne
Die Erde ist rot, so oder so
The Last War: WWIII