Die feministische Organisierung markiert eine der bedeutendsten politischen Zäsuren nach der Revolution von 1979 in der iranischen Diaspora. Angesichts der massiven Repression und des Scheiterns traditioneller Strukturen übernahmen Frauen im Exil eine neue, subversive Rolle im Widerstand. Sie führen den Kampf an multiplen Fronten: gegen die misogyne Unterdrückung durch das iranische Regime, gegen patriarchale Dynamiken innerhalb der eigenen politischen Reihen und gegen den strukturellen Rassismus sowie Sexismus in Deutschland.

In dieser Sitzung schauen wir uns die Geschichte dieser Organisierung an – von der „Autonomen Iranischen Frauenbewegung im Ausland“ bis zu den Frauenkomitees gegen Hinrichtungen. Wir untersuchen, wie diese Gruppen feministische Praxis im Privaten und Politischen miteinander verwoben haben. Dabei stellen wir die Frage nach der Sprache des Widerstands: Wir explorieren, ob und inwiefern Begriffe wie „Care-Arbeit“, „Chosen Family“ oder „Sisterhood“ für die exilierten Feministinnen überhaupt Relevanz hatten – oder ob wir heute neue Worte für ihre radikalen Strategien des Überlebens und der Solidarität brauchen.

Mai
17
So
  • 19.00
    Roter Salon

    Archiv der Leerstellen: Leben und Widerstände der iranischen Diaspora in Berlin ( 1970-2000)

    Care, Resistance, and Chosen Families: Iranian Feminist organizing in Berlin (1980s–1990s) | Mit: Sanaz Azimipour & Gästen
    Filmscreening & Paneldiskussion
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