


Als gäbe es Morgen
Ein Abend, der die palästinensische Literatur erkundet, geformt unter Hunger, Vertreibung und der ständigen Angst vor dem Tod unter dem Genozid. Wie verändern solche extremen Bedingungen die Sprache? Was geschieht mit den Worten, wenn sie an den Rand der Existenz gedrängt werden? Was für eine Zukunft kann es nach einer solchen Gegenwart geben, und woher nimmt ein Schriftsteller aus Gaza die Kraft, sich diese Zukunft vorzustellen?
Ein Gespräch zwischen Husam Maarouf und Esther Dischereit. Abdalrahman Alqalaq liest Auszüge aus Maaroufs Prosa und Gedichten. In deutscher Sprache.
Husam Maarouf ist ein Dichter aus Gaza und Mitbegründer von Gaza Publications, einem unabhängigen Verlag, der während des Genozids gegründet wurde und dringende neue palästinensische Literatur veröffentlicht. Sein Werk, das den Traumata seiner Heimat gewidmet ist, umfasst zwei Gedichtbände – Death Smells Like Glass und The Barber Loyal To His Dead Clients – sowie den Roman Ram’s Chisel. Ein Fundraiser sammelt derzeit Spenden, um Husams Ausreise nach Frankreich zu finanzieren, wo er seine Karriere als Schriftsteller fortsetzen möchte: chuffed.org/project/149269-support-palestinian-writer-husam-maarouf
Esther Dischereit lebt in Berlin und ist eine renommierte Schriftstellerin von Prosa, Lyrik und Essays sowie Autorin für Radio und Bühne. Zu ihren Werken zählen die Romane Joëmis Tisch und Merryn, zwei Essaybände, mehrere Gedichtsammlungen und ein Kurzgeschichtenband. Dischereit hat zudem zeitgenössische Kunst- und Medienprojekte kuratiert. Als Fellow am Moses Mendelssohn Zentrum für Europäisch-Jüdische Studien und als DAAD-Gastprofessorin für Zeitgenössische Poetik an der NYU wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem 2009 mit dem Erich-Fried-Preis für ihr literarisches Werk.
Abdalrahman Alqalaq ist ein palästinensisch-syrischer Schriftsteller, Lyriker sowie Performancekünstler. Er studierte Theater und Ästhetische Praxis sowie Kulturpolitik im internationalen Vergleich in Hildesheim und Rabat. 2022 erschien im Elles Publishing House in Kairo sein arabischsprachiges Lyrikdebüt „vierunszwanzig“. 2024 folgte mit „Übergangsritus“ sein erstes deutschsprachiges Buch im Wallstein Verlag, das in die Litprom-Bestenliste Weltempfänger 65 und in die Lyrik-Empfehlungen 2025 aufgenommen wurde. 2025 mitgestaltete er die Kuration der 5. Ausgabe des „Arabischen Theatertreffens Hannover“. Zuletzt brachte er sein Stück „Absentee Law“ am Hildesheimer Burgtheater zur Uraufführung.
Ein Lesung- und Gesprächsabend zu möglichen Zukünften zwischen dem Fluss und dem Meer, kuratiert von Abdalrahman Alqalaq, Katharine Halls und Tomer Dotan-Dreyfus.
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Als gäbe es Morgen
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