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12.04.19

Intendant Klaus Dörr und Team stellen eine erste Bilanz, neues Personal und die Premieren der Spielzeit 2019/2020 vor

Heute haben Intendant Klaus Dörr und die Geschäftsführende Direktorin Nicole Lohrisch gemeinsam mit ihrem Team im Rahmen eines Pressegesprächs im Roten Salon der Volksbühne eine erste Bilanz, neues Personal und die geplanten Premieren der Spielzeit 2019/ 2020 vorgestellt.

Vorgestellt wurde die neue Schauspieldirektion mit Klaus Dörr als Intendant, Thorleifur Örn Arnarsson als Schauspieldirektor, Lucia Bihler als Hausregisseurin sowie den Dramaturg*innen Ulf Frötzschner, Degna Martens und Hannah Schünemann.

Ab der Spielzeit 2019/2020 gibt es neben Silvia Rieger und Sir Henry (John Henry Nijenhuis) 15 neue Schauspieler*innen im Ensemble der Volksbühne: Sólveig Arnarsdóttir, Malick Bauer, Manolo Bertling, Sarah Franke, Katja Gaudard, Sebastian Grünewald, Jella Haase, Paula Kober, Robert Kuchenbuch, Vanessa Loibl, Daniel Nerlich, Emma Rönnebeck, Sarah Maria Sander, Sylvana Seddig und Theo Trebs.

Als Leitthema in der Spielzeit 2019/20 fungiert der Begriff der GESCHICHTSMASCHINE. 2019 jähren sich die Weltwirtschaftskrise von 1929, der Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939, die daraus resultierende Gründung der BRD wie der DDR 1949. Der SPD-Parteivorsitzende Willy Brandt nahm 1969 seine Arbeit als Kanzler mit dem Diktum „Wir wollen mehr Demokratie wagen“ auf und leitete inmitten des Kalten Krieges seine wegweisende Neue Ostpolitik ein. 1989 fiel der Eiserne Vorhang. Die GESCHICHTSMASCHINE fokussiert diese zeitgeschichtlichen Umbrüche, begreift die Gegenwart aus der Retrospektive, erzählt Geschichten und schreibt Geschichte fort. Vier Schwerpunkte, die mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts korrelieren, werden aus der Gegenwart neu befragt: Feminismus, Postkolonialismus, Identitätspolitik und Rassismus. Diesen Fokus wird man bereits in den Eröffnungsinszenierungen von Thorleifur Örn Arnarsson, Kay Voges und Claudia Bauer im September/Oktober 2019 wiederfinden.

Insgesamt wird es im Großen Haus und im 3. Stock der Volksbühne in der kommenden Spielzeit 14 Neuproduktionen geben, davon neun Uraufführungen. Den Spielzeitauftakt im September/Oktober 2019 gestalten Thorleifur Örn Arnarsson mit Eine Odyssee nach Homer, Kay Voges mit Right here - right now (Arbeitstitel) und Claudia Bauer mit Germania nach Heiner Müller. Die weiteren Regisseur*innen sind: Lucia Bihler, Alexander Eisenach, Pınar Karabulut, Susanne Kennedy, Hans-Werner Kroesinger, Constanza Macras, David Marton, Ari Benjamin Meyers, Stefan Pucher, Marius Schötz sowie ein Regieteam von der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Dazu kommen sechs Premieren des P14 Jugendtheaters.

Tanz wird weiterhin eine wichtige Rolle an der Volksbühne spielen. In der kommenden Spielzeit wird die Zusammenarbeit mit den beiden Choreografinnen Constanza Macras und Sasha Waltz und deren Kompanien fortgesetzt. Eine Neukreation von Constanza Macras ist für Februar 2020 geplant. Sasha Waltz & Guests zeigen Anfang April 2020 eine zweiwöchige Werkschau. Gezeigt wird u. a. die Wiederaufnahme von noBody, einer Produktion von 2002.

Im Juni 2020 plant die Volksbühne ein transkulturelles Theater-Festival unter dem Titel POSTWEST. In Berlin, dem europäischen Fenster zum Osten, zeichnet sich die Volksbühne als genossenschaftlich erbautes Haus durch eine bewegte Geschichte zwischen Ost und West aus. Das Festival nimmt den Zwischenort Volksbühne als Ankerpunkt, öffnet das Fenster in den Osten und macht die Kunstschaffenden selbst zu Akteuren, die Zuschreibungen auf ihre eigene Art und Weise mitgestalten. Dazu sind etablierte Institutionen als auch Theater aus der freien Szene Osteuropas als Partner eingeladen, unter anderem: Gertrudes iela teatris (Riga, Lettland), Prague City Theatres (Prag, Tschechien), Theatre POST (Sankt Petersburg, Russland), Dakh Theatre (Kiew, Ukraine) oder TRWarszawa (Warschau, Polen).

Das Musikprogramm (kuratiert von Christian Morin) und das Literaturprogramm (kuratiert von Sabine Zielke) wird weiter Freiräume für außergewöhnliche Programme bieten, die das Grundgefühl der Volksbühne mitprägen und gestalten. Der Rote Salon bleibt ein angesehener Ort für Konzerte, Lesungen, Diskurse und Philosophie, präsentiert in ungezwungener Atmosphäre. Der Philosoph Armen Avanessian führt dort seine Diskurs-Reihe Armen Avanessian & Enemies fort. Das Theoretische Duett empfiehlt Taktiken des Verharmlosens - Gespräche und Filmchen über popkulturelle Bereiche in Beziehung zur klassischen Musik. Die Reformbühne Heim & Welt lädt Sonntag für Sonntag Gäste aus Literatur, Satire, Poetry Slam und Musik ein. Und neuerdings kehrt auch der Punk zurück an die Volksbühne: Vergessene Arbeitskämpfe - ein Punk Abend, eine Initiative von Technikern des Hauses.

Der Grüne Salon war lange Zeit verpachtet. Dieses Jahr ist er als Ort für Bildende Kunst und Diskurs neu eröffnet worden. In seiner intimen Atmosphäre stellen Künstler*innen, Denker*innen sowie Berliner Communities und Initiativen ihre Arbeiten vor. Ein Raum für die Vielfalt, die Berlin ausmacht, mit langfristigen Kooperationen und spontanen Aktionen. Zu den festen Partner*innen gehören unter anderem die School of Disobedience, das Bard College, Nazis & Goldmund, die UdK, ASSEMBLE, der radioeins und Freitag Salon mit Jakob Augstein. Das Programm verantworten Elodie Evers und Adela Yawitz.

Der Glaspavillon neben der Volksbühne erhält seit diesem Jahr ein neues Gewand: Als feste Spielstätte des Hauses mit dem Namen LVX (eine Referenz an die Umgebung und seine Namensgeberin) stellen hier ab sofort Bildende Künstler*innen und Kollektive aus. Den Auftakt machte die Berliner Initiative Starship. In 2019 folgen Ausstellungen von Klaus Weber (Berlin) und Aviva Silverman (New York), kuratiert von Elodie Evers.

Und P14 bleibt autonom. Unter der Losung "Macht Euer Theater selber" entstehen im P14 Jugendtheater der Volksbühne unter der künstlerischen Leitung von Vanessa Unzalu Troya Regiearbeiten von jungen Menschen, die ihre eigene Vision von Theater mitbringen oder hier erst finden. Aktuell wurden Bonn Parks Drei Milliarden Schwestern mit dem Friedrich-Luft-Preis 2018 ausgezeichnet und Josefin Fischers und Elias Geißlers Core of Crisis! zum Theatertreffen der Jugend eingeladen. Auch in der Spielzeit 2019/2020 werden wieder sechs Inszenierungen von P14 im 3. Stock entstehen.

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