VOLKSBÜHNE
Berlin

22.01.19

Was Sasha Waltz, Constanza Macras, Stefan Pucher und Pınar Karabulut ab März an der Volksbühne zeigen

Die Titel von vier neuen Stücken, die noch in der laufenden Spielzeit 2018/2019 als Eigen- bzw. Koproduktionen an der Volksbühne Berlin herauskommen werden, stehen nun fest:

Sasha Waltz & Guests zeigen am 7. März als Uraufführung ihr neues Stück rauschen, das sich mit einer Gesellschaft beschäftigt, der in den Kulissen ihres perfekten Lebensraumes die Welt abhanden gekommen ist. Durch bodenlose Zustände steuert die Choreographie mit 12 Tänzer*innen in einen Enthüllungsprozess. Lichtdesigner David Finn, der mit Sasha Waltz vor allem in ihren großen Opernproduktionen zusammenarbeitete, bespielt eine vollkommen weiße Bühne mit seinen lebendigen Lichtsphären. Das Kostümbild gestaltet Bernd Skodzig, dessen Kreationen Sasha Waltz’ choreographisches Schaffen seit vielen Jahren begleiten. rauschen ist seit über 20 Jahren (1998: Travelogue I, II & III) der erste Auftritt von Sasha Waltz & Guests an der Volksbühne und die erste Koproduktion mit der Volksbühne Berlin. Zusätzlich wird am 2. und 3. März der Sasha Waltz-Klassiker Allee der Kosmonauten als Gastspiel gezeigt.

Der Palast ist der Titel der neuen Arbeit von Constanza Macras | DorkyPark, die von und mit zehn Tänzer*innen am 4. April als Koproduktion mit der Volksbühne Berlin uraufgeführt wird. „Die Veränderung der Mitte Berlins seit dem Mauerfall ist allseits bekannt: Verfallene Altbauten wurden besetzt und bespielt, die Stadt entwickelte sich zu einem Synergiepunkt für kreative und feiernde Menschen. Doch scheint dieser Wandel zur Gentrifizierung mit einer kulturellen Verflachung einher zu gehen, bei der der Geschmack einer globalen, gut situierten Mittelschicht oberste Priorität hat. Der Palast setzt sich mit dieser Problematik auseinander, indem das Stück einerseits die Architektur des Ortes zum Zentrum der Arbeit macht, andererseits Geschichte, Gegenwart und Zukunftsvorstellungen der Stadt und ihrer Bewohner*innen eine Sichtbarkeit gibt. Ausgangspunkt sind Porträts des englischen Fotografen Tom Hunter, der gesellschaftliche Themen im Stil der Alten Meister inszeniert und für das Stück eine Fotoserie in Berlin entwickeln wird. Als Pendant zur Architektur steht das weltweit existierende Format von Reality TV-Shows. Nicht nur die Juroren sind urtypische Figuren, die ununterbrochen reproduziert werden, sondern auch das Bühnenbild und die Teilnehmer*innen. Im Rahmen der Reality Show werden unterschiedliche Gäste eingeladen. Der Soundtrack stammt von Robert Lippok und einer Live-Band.“ Carmen Mehnert / Constanza Macras

Stefan Pucher inszeniert Frank Wedekinds Lulu als Neuproduktion an der Volksbühne, die Premiere ist am 30. Mai. Wedekinds Stück, bestehend aus den Dramen „Erdgeist“ und „Büchse der Pandora“, hat eine denkbar wechselhafte Entstehungs-, Aufführungs- und Rezeptionsgeschichte: Umschreibungen, Privataufführungen, Verbote, schließlich Überarbeitung zum Drama „Lulu“. Die Figur inspirierte zu Stumm- und Tonfilmen, der Oper von Alban Berg, einer Umsetzung von Robert Wilson mit Musik von Lou Reed, einer ersten Aufführung des Urtexts 1988 in der Regie von Peter Zadek in Hamburg. Und doch bleibt es eine Geschichte der Projektionen und Lulu das Objekt: Ein Mann schreibt, andere Männer setzen das Drama auf Spielpläne, noch mehr Männer inszenieren ihre Phantasien. Jetzt haben wir #MeToo, Harvey Weinstein ist verurteilt, der Literatur-Nobelpreis wurde ausgesetzt, toxische Männlichkeit ist in ihren brutalen und erniedrigenden Formen erkannt und wird mindestens zunehmend auch geahndet. Dann kann „Lulu“ also in den Giftschrank. Oder beschreibt Wedekind eine Unruhe und die brutale, gesellschaftliche Organisation der Unterdrückung – von der dann endlich Lulu erzählen sollte? Lilith Stangenberg kehrt als Darstellerin der Lulu an die Volksbühne zurück. Bühne: Barbara Ehnes, Kostüm: Anabelle Witt.

Pınar Karabulut inszeniert die Uraufführung von Katja Brunners Die Hand ist ein einsamer Jäger im 3. Stock, Premiere ist am 23. Mai. Katja Brunner, geboren 1991 in Zürich, ist die derzeit erfolgreichste Dramatikerin der Schweiz. Ihre Stücke erzählen virulente, dezidiert gynozentristische und immer auch humorvolle Geschichten. Dabei überdreht ihre rhythmisch verdichtete Sprache die Inhalte ins Abstrakte und wird zum Antrieb, gar zum Akteur der Handlung. Die Hand ist ein einsamer Jäger, ihr jüngster Theatertext, ist ein drängender poetischer Appell, eine Anrufung vielgestaltiger Frauenkörper und eine mehrstimmige Kampfansage an vermeintliche Deutungshoheiten. Die Regisseurin Pınar Karabulut, geboren 1987 in Mönchengladbach, bringt in ihren Inszenierungen starke Frauenfiguren zur Geltung – zuletzt mit Shakespeares Romeo und Julia und Tschechows Drei Schwestern am Schauspiel Köln. Sie arbeitet dabei auf eine detailreiche wie kraftvoll radikale Weise die weibliche Perspektive aus Klassikern und zeitgenössischen Stoffen heraus und hinterfragt einen obsolet gewordenen Kanon, den sie, anstatt ihn aufzugeben, aufbricht und neu definiert.

Mehr Informationen zu den neuen Stücken, den Besetzungen und den Terminen finden Sie unter www.volksbuehne.berlin.

Insgesamt zeigt die Volksbühne damit in der Spielzeit 2018/2019 elf Premieren auf der Großen Bühne, davon fünf Eigenproduktionen, vier Koproduktionen und zwei Übernahmen mit insgesamt ca. 110 Vorstellungen plus acht Gastspielproduktionen mit 28 Vorstellungen. Dazu kommen im 3. Stock fünf Premieren plus sechs weitere des Jugendtheaters P14.

Karten sind erhältlich an den Tageskassen der Volksbühne, am Telefon über +49 (0)30 2406 5777 und online über www.volksbuehne.berlin.

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