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06.11.18

Des Menschen Unterhaltungsprozess gegen Gott - Funkoratorium von B.A. Zimmerman nach Caldéron

Foto © Marina Naprushkina

Zur szenischen Uraufführung von Bernd Alois Zimmermanns Des Menschen Unterhaltsprozess gegen Gott am 26. November möchten wir Sie herzlich einladen. Das Funkoratorium nach Calderón de la Barca wurde 1952 vom Nordwestdeutschen Rundfunk produziert und nur einmal gesendet und ist jetzt – unter der Mitwirkung von 130 Chorsänger*innen, 50 Musiker*innen und 12 Schauspieler*innen – zum ersten Mal auf einer Theaterbühne zu erleben:

Des Menschen Unterhaltsprozess gegen Gott
Funkoratorium von B.A. Zimmermann nach Calderón
Voraufführung am 25. November 2018, 20:00 Uhr
Uraufführung am 26. November 2018, 19:00 Uhr
Volksbühne Großes Haus

Regie: Christian Filips
Musikalische Leitung: Kai-Uwe Jirka
Kammersymphonie Berlin
Haupt- und Mädchenchor der Sing-Akademie zu Berlin
Männer des Staats- und Domchors Berlin
Ensemble PHØNIX16
Faleh Khaless (Oud)

Mit: Susanne Bredehöft, Margarita Breitkreiz, Samia Dauenhauer, Ariel Nil Levy, Ali Nawras, Stefan Paul, Silvia Rieger, Elias Schockel, Mex Schlüpfer und Hubert Wild sowie Aniol Kirberg von der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch sowie Kenan Abouaasi und Ali Nauras aus der Neuen Nachbarschaft Moabit

Eine Koproduktion mit der Sing-Akademie zu Berlin und Deutschlandradio

Der erste Mensch gegen Gott: Calderóns Welttheater aus dem spanischen Barock („Los alimentos del hombre“) inszeniert den Zweikampf des ersten Menschen gegen Gott: Gott lässt Adam aus dem Paradies plumpsen, als dieser sich über ihn erhebt. Auf der Erde gelandet, muss er ein schnödes Menschendasein führen. Der bäuerliche Umgang mit Ackergerätschaften sind Adams Ding nicht. Denkmann und Fressmann helfen ihm vergeblich. Zum Glück erscheint der Teufel und rät Adam zu einer Klage gegen Gott, auf Alimente. Das große metaphysische Gerichtstheater kann beginnen. Alimentieren statt randalieren! Almosen für die Gottlosen! Absolution statt Revolution!

Der 100. Geburtstag von Bernd Alois Zimmermann gab Anlass zu schauen, welche seiner Werke aus der Erinnerung nach vorn zu holen sind. Sein unbekanntes Funkoratorium ist eine Komposition aus der Stunde Null, aus dem zerbombten Köln nach dem Zweiten Weltkrieg. Es war der verzweifelte Versuch, die Deutschen zu entnazifizieren, indem man sie zum katholischen Glauben zurückführen wollte. Eine Mission übers Ohr, die verhallte. Dazu wurde viel aufgeboten: Melodram, Oper, Theater und frühe Versuche auf dem Gebiet elektronischer Musik vermischen sich. Man meint die vier Besatzungszonen zu hören: Französischer Klangreichtum wie bei Debussy, Jazz-Elemente amerikanischer GI-Soldaten, Zitate aus dem Ballett russes sind stilistische Elemente der Zimmermannschen Musik.

B.A. Zimmermann stellte sich ein Theater vor, „welches nicht schlechter ausgerüstet ist als ein Weltraumschiff, Weltraumschiff des Geistes; insgesamt eine Großformation. Die einer ganzen Stadtlandschaft ihr Gepräge zu leihen vermag.“ Wie steht es gegenwärtig um die schöne Idee eines solchen Universalismus im Theater? Lässt sich der Anspruch auf ein großes Welttheater - und sei es nur für eine Stadt - aufrecht erhalten?

Mehr Informationen finden Sie unter www.volksbuehne.berlin. Karten sind an der Tageskasse der Volksbühne, am Telefon über +49 (0)30 2406 5777 und online erhältlich. Bitte wenden Sie sich für Pressekarten, mit Interviewwünschen und anderen Fragen gerne an das Pressebüro unter heike.sobisiak@volksbuehne-berlin.de oder telefonisch über +49 (0)30 2406 5610. Text- und Fotomaterial finden Sie im Pressebereich der Website.

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