VOLKSBÜHNE
Berlin

12.04.18

Mai-Konzerte in der Volksbühne und dem Roten Salon: Josin, Dominique Lawalrée, Chicks on Speed, Nkisi, Mick Harvey Plays plays Serge Gainsbourg, Nika Son + Phuong-Dan, Cavern of Anti-Matter + Ulrika Spacek, Exploded View, Richard von der Schulenburg

Die Volksbühne Berlin lädt im Mai zu folgenden Konzerten:

Josin
Mittwoch, 2. Mai 2018, 20 Uhr
Volksbühne Roter Salon
15 €

Vom Hörsaal auf die Bühne - wäre Josin während ihres Studiums nicht doch dem Ruf der Musik gefolgt, fände man sie heute wohl eher im OP als im Konzertsaal. Statt dem Skalpell entschied sie sich fürs Mikro und seziert heute Bits, Bytes, Songschnipsel und Klangpatterns, um daraus elegische Pop-Hymnen zu kreieren. Ihre Musikalität kommt dabei nicht von ungefähr. Als Tochter zweier Opernsänger*innen umgab sich die Multiinstrumentalistin schon früh mit Musik und referenziert in ihren Songs gleichermaßen Einflüsse aus Klassik und Elektronika. Das Ergebnis – zu hören auf ihrer Debüt EP Epilogue – besticht durch glasklaren Gesang, versöhnt Klavier mit programmiertem Beat und klingt dabei nicht selten nach einer würdigen Alternative zu Radiohead. Vor ihrer großen Solotour im Frühjahr präsentierte Josin ihren melancholischen Pop bereits im Vorprogramm von Bands und Künstler*innen wie RY X, Boy, Roosevelt und Sóley.

***

Dominique Lawalrée
Freitag, 4. Mai 2018, 21 Uhr
Volksbühne Roter Salon
15 €

Ein Klavierkonzert mit Dominique Lawalrée, dem belgischen Komponisten und Interpreten, dessen Werk mehr als 500 Kompositionen und 29 Alben mit einem ganz persönlichen und intimen Sound umfasst. Dominique Lawalrée wurde am 18. Oktober 1954 in Brüssel geboren und ist seit 1976 aktiver Komponist. Mit seinem Werk strebt er nach einem „bestimmten Ausdruck spiritueller Innerlichkeit“ und seine Kompositionen laden zu einer tiefen Hörerfahrung eines einzigartigen und bezaubernden Klangs ein. Anfang 2017 veröffentlichte das New Yorker Label Catch Wave Ltd. eine Zusammenstellung seiner Arbeiten. In dieser Sammlung findet der Zuhörer die Klänge von Klavier, Synthesizern, Percussion, Jukebox, Orgel und Gesang, die alle von Lawalrée aufgeführt werden. Mit diesen Werkzeugen erstellt Dominique Miniaturthemen, die in Zeitlupe über die Lautsprecher galoppieren, unseren normalen Sinn für Dynamik und Ton ausdehnen und die Stereoebene mühelos erweitern. In seiner Verspieltheit kindlich und surreal bis auf die Knochen dreht sich die Musik wie ein Karussell in der Rothko-Kapelle.

***

Chicks on Speed
On Speed: Chicks flying for 20 years
Donnerstag, 10. Mai 2018, 20 Uhr
DJ ab 19 Uhr im Parkettcafé: Mr. Freeze
Volksbühne Rosa-Luxemburg-Platz Großes Haus
24 € / 20 € (ermäßigt)

Rund 20 Jahre ist es her, dass Alex Murray-Leslie und Melissa Logan 1997, im Hinterhof der Akademie der Bildenden Künste München, das Kunstkollektiv Chicks on Speed ins Leben gerufen haben. Seitdem experimentieren sie in den Zwischenwelten von Design und Elektropop, bespielen im Kunstkontext gerne Themen wie Kommerzialisierung und Massenproduktion und treiben ihre kreative Sprache kontinuierlich in neue Grenzbereiche. Chicks on Speed kollaborierten bereits mit Künstler*innen wie Douglas Gordon, Francesca von Habsburg, Yoko Ono, Karl Lagerfeld, Anat Ben David und Peter Weibel. Sie haben Bücher veröffentlicht, halten regelmäßig Vorträge und treten bei weltweiten Festivals und in bekannten Museen und Galerien wie dem Centre Pompidou, der Venedig Biennale oder dem MoMA in New York auf. Um das Jubiläum gebührend zu begehen, präsentieren sie ihren Stilmix aus neuen Medien, Fashionhacks und visueller Livemusik unter dem Titel On Speed: Chicks flying for 20 years mit zahlreichen Gästen im Großen Haus.

***

Nkisi (live), Oli XL (DJ)
Freitag, 11. Mai 2018, 23:59 Uhr
Volksbühne Roter Salon
10 €

Nkisi ist der Name von Melika Ngombe Kolongo, einer Künstlerin, die in Belgien aufgewachsen ist und heute in London lebt. Als Mitbegründerin von Non-Worldwide ist es die raison d'être des „Kollektivs afrikanischer Künstler und der Diaspora, den Klang als ihr primäres Medium zu nutzen, um die sichtbaren und unsichtbaren Strukturen zu artikulieren, die in der Gesellschaft Binaritäten erzeugen und somit Macht verteilen“. So sind Nkisis Ethos und Musik von einer gewissen Punksensibilität, gepaart mit einem politischen Druck gegen Konformität, geprägt. Ihre DJ-Sets zeichnen sich durch ein breites Spektrum von Einflüssen aus, die eine rasante und aufregende Erfahrung im Tanz darstellen. Nkisi wird begleitet von Oli XL, einem Produzenten, Bildenden Künstler und Leiter des Stockholmer Labels W-I. Er selbst hat zuletzt auf PANs Ambient-Compilation Mono no Aware und Anfang 2018 auf Posh Isolation's Compilation I Could Go Anywhere But Again I Go With You veröffentlicht.

***

Mick Harvey
Plays the Songs of Serge Gainsbourg
feat. Xanthe Waite, James Johnston, Larry Mullins, Yoyo Röhm & String Quartet
DJ ab 19 Uhr im Parkettcafé: Jochen Arbeit
Sonntag, 13. Mai 2018, 20 Uhr
Volksbühne Rosa-Luxemburg-Platz Großes Haus
26 € / 22 € (ermäßigt)

Am 2. April 2018 wäre der große französische Chansonnier Serge Gainsbourg 90 Jahre alt geworden. Fast zeitgleich bringt The Birthday Party- und Bad Seeds-Gründungsmitglied Mick Harvey seine Interpretationen von Gainsbourgs Schaffen auf große The Songs of Serge Gainsbourg Europatour und hierfür auch in die Volksbühne. Harvey begann bereits vor über 20 Jahren Gainsbourgs Werk ins Englische zu übertragen und mit seinem eigenen Stil zu versehen. 2017 veröffentlichte er mit Volume 4 - Intoxicated Women den letzten Teil des Songzyklus, der den Fokus auf Gainsbourgs Schaffen in den 60er Jahren– geprägt von Duetten mit France Galle, Juliette Greco nicht zuletzt Brigitte Bardot – legt. Die Songrecherche führte Harvey von Klassikern wie dem gemeinsam mit der Berliner Pop-Sängerin Andrea Schroeder ins Deutsche redigierten Je T'aime (Moi non plus) bis hin zu obskureren Gainsbourg-Stücken wie The Drowned One/La Noyée und Wolfy Teeth/Dents de Lait, Dents de Loup, die lediglich in TV-Aufnahmen aus den 60ern dokumentiert wurden. In Berlin, wo ein nicht unerheblicher Teil der Songs aufgenommen wurde, präsentiert Harvey nun, begleitet von einem Streichquartett, Stücke aller vier zwischen 1995 und 2017 veröffentlichten Alben.

***

Nika Son + Phuong-Dan
Gatto Musculoso Listening Session
Donnerstag, 17. Mai 2018, 22 Uhr
Volksbühne Roter Salon
10 €

Seit über einem Jahrzehnt ist Phuong-Dan Resident und Veranstalter der Reihe Gatto Musculoso im Hamburger Golden Pudel Club mit Gästen wie Lena Willikens, Beppe Loda, Tolouse Low Trax, Vladimir Ivkovic, Veronica Vasicka und Ron Morelli. An diesem Abend im Roten Salon liegt der Fokus allerdings mehr auf dem Zuhören und der experimentellen Seite elektronischer Musik. Als weiterer Gast wird Nika Son, ebenfalls ein Resident des Golden Pudel Clubs, ein Live-Set spielen. Beeinflusst von Musique Concrète und den äußeren Gefilden elektronischer Musik, erarbeitet sie ihre Kompositionen aus bearbeiteten und rhythmisch-fragmentierten Field Recordings, die sie mit analogen Synthesizerflächen, verstreuten Stimmfetzen und gefilterten Tape-loops verwebt. Neben ihrem Solo-Musikprojekt kollaboriert sie seit vielen Jahren mit unterschiedlichen Künstlern, u.a. dem Musiker F#X und der Filmemacherin Helena Wittmann. Sie hat bei verschiedenen Labels wie MMODEMM, Sky Walking, Anti-Ghost Moon Ray und ihrem eigenen Label Noctui veröffentlicht.

***

Cavern of Anti-Matter
Ulrika Spacek
DJ ab 19 Uhr im Parkettcafé: Henryck Gericke
Sonntag, 20. Mai 2018, 20 Uhr
Volksbühne Rosa-Luxemburg-Platz Großes Haus
20 € / 16 € (ermäßigt)

An diesem Abend präsentiert die in Berlin ansässige Postrock-Band Cavern of Anti-Matter der beiden Stereolab-Mitglieder Tim Gane (Gitarrist/Songwriter) und Joe Dilworth (Drums) und des Synth-Spezialisten Holger Zapf ihr gerade frisch auf dem eigenen Duophonic-Label erschienenes drittes Album Hormone Lemonade. Darauf erzeugt das Trio aus modularen Synthesizern und selbstgebauten Drum-Machines hypnotische Soundstrukturen, die, angereichert mit minimalen Gitarrenmelodien und Live-Schlagzeug, ein reichhaltiges Gesamtwerk aus Experiment, Improvisation und Raffinesse ergeben.

Das Psychedelic-Indiepop-Quintett Ulrika Spacek ist mit ihrem zweiten Album Modern English Decoration zurück. Ganz wie auf ihrem 2016 veröffentlichen Debüt, beschlossen die Londoner, das gesamte Album in ihrem gemeinsamen Haus - einer ehemaligen Kunstgalerie namens KEN - aufzunehmen, zu produzieren und zu mischen. KEN ist die Homebase der Band, ein Ort, an dem alle Videos, das Artwork und die Bandfotos entstehen. Der Albentitel ist ein unterschwelliger Hinweis auf die Innenausstattung, die den sorgfältigen kreativen Prozess, dem die Band frönt, widerspiegelt. Er ist außerdem eine Verbeugung gegenüber dem Umfeld, in dem das Album aufgenommen wurde.

***

Exploded View
Support: Warm Graves
Donnerstag, 24. Mai 2018, 20 Uhr
Volksbühne Roter Salon
15 €

Live, voll improvisiert und ohne zweite Takes haben Exploded View ihr von Drones, tiefen Basslinien und Dub getragenes, selbstbetiteltes Debüt irgendwo in den untiefen Mexico Citys in ein Tascam 388 8-Spurgerät gespielt. Das Studio? Ein sorgfältig ausgestatteter Resonanzkörper in dem kein noch so kleines Klangdetail verloren geht. Die Mission? Die frisch geschlossene, aus einer gemeinsamen Mexiko-Tour resultierte musikalische Seilschaft zwischen der Sängerin Anika (Stones Throw) und einem Line-Up aus lokalen Produzenten schnellstmöglich auf Tape zu manifestieren. Auf die Veröffentlichung der Aufnahmen beim düsteren Qualitätslabel Sacred Bones (Zola Jesus, The Soft Moon, Pharmakon) folgten weltweite Konzerte und zuletzt ihre Summer Came Early EP. Im Frühjahr gehen Exploded View mit einem Großteil der Stammbesetzung, klirrenden Noise-Pop Collagen und jeder Menge Vintage-Equipment auf Tour durch Europa.

***

Richard von der Schulenburg,
Wanderung durch Wald und Flur (live)
Nina (DJ)
Donnerstag, 31. Mai 2018, 22 Uhr
Volksbühne Roter Salon
10 €

Richard von der Schulenburg präsentiert sein Album Wanderung durch Wald und Flur, bezaubernde Musik ohne lästigen Schnörkel. Nina wird den Abend umrahmen. Der Geist der deutschen Romantik ist hier stark ausgeprägt und bietet eine zeitlose Ergänzung des klassischen Teutonischen Synthie-Expressionismus, der von Hans-Joachim Roedelius in den späten Siebzigern bis zu Wolfgang Voigts GAS in den 90ern erkundet wurde. Doch auch 2017 kann selbst eine Landwanderung dunkel werden, wie Wanderung durch Wald und Flur in seinem Übergang von luftigen Melodien und erfrischend nieselnden Atmosphären zum Wehmütig-Bittersüßen zeigt. Umrahmt wird der Konzertabend von Nina, die mit ihrer Musik-Auswahl jeglichem einfachen Verständnis vermeintlicher Dichotomien von Drone und Concrète trotzt.

***

Bitte wenden Sie sich für Pressekarten und weitere Informationen an Tariq Bajwa über tariq.bajwa@volksbuehne-berlin.de oder Telefon +49 (0)30 24065 629. Text- und Fotomaterial finden Sie im Pressebereich der Website.

17.08
18.08
19.08
20.08
21.08
22.08
23.08
24.08
25.08
26.08
27.08
28.08
29.08
30.08
31.08
01.09
02.09
03.09
04.09
05.09
06.09
07.09
08.09
09.09
10.09
11.09
12.09
13.09
14.09
15.09
16.09
17.09
18.09
19.09
20.09
21.09
22.09
23.09
24.09
25.09
26.09
27.09
28.09
29.09
30.09
01.10
02.10
03.10
ʌ
v
Diese Website setzt Cookies ein. Mehr darüber erfahren Sie in unseren Hinweisen zum Datenschutz. > Mehrx