VOLKSBÜHNE
Berlin

11.01.18

Pressenotizen vom 11. Januar 2018

Zu Ende gegangen ist das vergangene Jahr mit Auszeichnungen für zwei fest assoziierte Künstler*Innen des Hauses. Der britische Guardian wählte die Volksbühnen-Produktion 10000 Gesten von Boris Charmatz zum Tanzstück des Jahres 2017. Am 17. Dezember wurde Susanne Kennedy in Rom der europäische Theaterpreis „Europe Prize New Theatrical Realities überreicht. Ihr Women in Trouble läuft seit der Uraufführung am 30. November sehr erfolgreich im Volksbühnen-Repertoire. Die nächsten Termine: 20. Januar und 10. Februar. 10000 Gesten ist nach den Aufführungen in der Volksbühne Tempelhof erstmals am 1., 2. und 3. Februar am Rosa-Luxemburg-Platz zu sehen.

Ganz so zärtlich wurde die Volksbühne unter neuer Leitung zum Jahreswechsel von ihrem ehemaligen Intendanten nicht begrüßt. In einem aktuellen Interview in Theater der Zeit (Ausgabe 01/2018) erklärt Frank Castorf, dass die Volksbühne kein Theater mehr sei, nur Theaterlaien würden „plötzlich über die Volksbühne schreiben und die jetzige Intendanz feiern“ und die Politik fordert er sogar auf, da nun endlich mal tätig zu werden. Chris Dercon dazu: „Wir wussten nicht, dass die Zukunft des Theaters nur ein Theater des Herrn Castorf sein darf“.

In der aktuellen Ausgabe der Schweizer Wochenzeitung bilanziert Tobi Müller in seinem kritischen Essay „Wende ohne Ende“: „Der seit zwei Jahren wütende Streit um Chris Dercon als Nachfolger von Frank Castorf an der Berliner Volksbühne ist unerhört. In diesem Shitstorm erscheint fast der gesamte Theaterbetrieb autoritär…In der neuen Volksbühne arbeiten nicht nur mehr Frauen, der Führungsstil ist auch tatsächlich anders. Ein Stadttheater den Bedürfnissen der KünstlerInnen anzupassen, braucht Zeit. Dercon, Piekenbrock und Co. sagen oft, sie wollten durchaus ein Ensemble aufbauen und auch ein Repertoire an Stücken, die im Spielplan wiederkehren. Aber sie wollen die KünstlerInnen an diesen Prozessen teilhaben lassen. So etwas entsteht nicht während der Vorbereitungszeit einer Direktion, sondern erst nach dem Beginn… Wenn man Dercon nicht die Zeit lässt, dies zu schaffen, kann man gleich aufhören und das Theater seinem Schönheitsschlaf und der Erinnerung an die eigene vergangene Jugend überlassen. Normalerweise gibt man einer neuen Intendanz zwei, drei Jahre, sich zu finden. Dercons Zeit wurde schon nach zehn Minuten für beendet erklärt.“

Weitere Stimmen:

„Es ist eine düstere Farbe, die dieses Theater in seinen Tanz- und Theaterstücken trägt. Denn in den Konzepten der Verneinung, der Verweigerung der Opulenz auf der Bühne, dem Unterlaufen von Erwartung an Spannung, dem Markieren von Konventionen als nicht notwendiger Voraussetzung für die Kunst, passt, was seit dem 10. September zunächst auf dem Tempelhofer Feld und dann im Haus am Rosa-Luxemburg-Platz gezeigt wurde, sehr gut zusammen. Künstlerisch ein starkes Statement.“ (Katrin Bettina Müller in der taz vom 31.12.2017).

„Den Sprung in die neue Dimension hat Susanne Kennedy geschafft. Ihre Kreation Women in trouble füllt den Raum und macht ihn zur Intensivstation“, aber: „Kennedys durchkalkulierte Ästhetik eines Lebens im Labor charakterisiert die Dercon-Volksbühne. Sie hat noch keinen Charakter.“ (Rüdiger Schaper im Tagesspiegel vom 30.12.2017)

„Was kommt nach den Menschen? Andere Menschen, künstliche Menschen, gar keine Menschen? Meditierende Roboter und digitale Avatare? Chris Dercon und sein Team haben mit spärlichen Aufschlägen ziemlich konsequent ein großes und bedrohliches Thema aufgerissen“ (Eva Behrendt in Theater heute 01/2018).

„Man hat es nicht für möglich gehalten, aber plötzlich entsteht in der neuen Volksbühne ein Gefühl von Dichte - ausgerechnet aus dem Geist der Kunstinstallation." (Kolja Reichert in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 10.12.2017).

Die nächsten Premieren: Waffenruhe von Michael Schmidt und Einar Schleef als nächtliche Projektion ab 31. Januar; die P14-Produktion Betrunken am Highway nach Frank Wedekinds Franziska am 2. Februar; die Uraufführung von Health and Safety von Calla Henkel und Max Pitegoff im Grünen Salon am 8. Februar; die Uraufführung von Left to tell von Tim Etchells und Marino Formenti am 15. Februar auf Volksbühne Fullscreen und am 17. Februar live im 3. Stock sowie die Uraufführung von Liberté von Albert Serra am 22. Februar.

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