VOLKSBÜHNE
Berlin

07.11.17

Literatur in der Volksbühne im November und Dezember 2017

Neben der Komplett-Lesung des Deutschen Buchpreis-Gewinners Die Hauptstadt von Robert Menasse am 15. November lädt die Volksbühne Berlin bis zum Jahresende zu folgenden Lesungen und Buchpremieren in den Roten Salon bzw. in den großen Saal ein:

Der böse Mensch - Buchpremiere
Lorenz Just
Lesung mit dem Autor und Carolin Haupt, Moderation Anne-Dore Krohn
Samstag, 18. November 2017, Beginn 20:00 Uhr
Volksbühne Roter Salon

Lorenz Just sucht das Böse. Er sucht es unter Menschen, in ihren Biografien, ihrem Umfeld. In einem kühnen Spiel mit Fiktion, authentischem Material und literarischen Vorbildern beschwört Just das Böse als ebenso mächtige wie ambivalente Kategorie herauf. „Der böse Mensch“ ist auch ein Buch über die Gegenwart der Erinnerung, das Fortleben vergangener Grausamkeiten in uns allen – und über unterschiedliche Strategien, mit etwas zu leben, für das es keine Absolution geben kann.
Lorenz Just, geboren 1983, studierte Islamwissenschaft in Halle an der Saale. Von 2011 bis 2015 war er Student am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig, 2014 Finalist beim MDR-Literaturwettbewerb. 2015 erschien sein Jugendbuch „Mohammed. Das unbekannte Leben des Propheten“. „Der böse Mensch“ ist sein literarisches Debüt.

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Zwischen SNACKS und MITTWACHT. Entgrenzte Prosa - Performance
Jo Frank und Thomas Podhostnik
Montag, 27. November 2017, Beginn 20:00 Uhr
Volksbühne Roter Salon

In einer multimedialen und multilingualen Lesung führen Podhostnik und Frank die Prosa an ihre Grenzen: An die Grenze, wo sich luzide Träume zu Alpträumen werden, an die Grenze, wo Sprachen ineinander übergehen, wo Begehren zu Bedrohung wird, Leidenschaft zu Lautlosigkeit, Lieblichkeit zur Härte. Es treffen sich zwei Autoren mit einem vordergründig völlig verschiedenem literarischen Programm, das sich ebenfalls dort trifft, wo Grenzen auflösen: in einem Grundton, der durch die Texte beider Autoren rauscht und kracht, brummt und knackt, sich zu einem Sirren emporhebt um zu einem Summen herabzustürzen.
Thomas Podhostnik wurde 1972 in Radolfzell am Bodensee und studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Thomas Podhostnik verfasst Prosa und experimentelle Prosa, die in Einzeltiteln, Anthologien und Literaturzeitschriften veröffentlicht wurden. Jo Frank ist multilingualer Autor, Verleger (Verlagshaus Berlin), Übersetzer, künstlerischer Leiter des Zeitkunst Festivals und Geschäftsführer des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks (ELES).

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Revolution Noir. Autoren der russischen „Neuen Welle“ - Buchpremiere
Julia Kissina (Herausgeberin), Ann Cotten und Ingolf Hoppmann.
Moderation Meike Feßmann
Mittwoch, 29. November 2017, Beginn 20:00 Uhr
Volksbühne Roter Salon

Hundert Jahre nach den Revolutionen des Jahres 1917 lässt Julia Kissina Autoren zu Wort kommen, die zum antirealistischen Unterstrom der russischen Literatur seit den 60er Jahren gehören. Ihre Lehrer sind Gogol und Charms; die heutigen Vertreter, wie Julia Kissina selbst, häufig Doppelbegabungen: Maler, Bildhauer, Philosophen. Wie alltägliche, scheinbar langweilige Ereignisse sich in etwas Rätselhaftes verwandeln, die Normalität aufgekündigt wird, Traum und Wahn überhand nehmen – Literatur als Wunder der Wahrnehmung ist der gemeinsame Nenner der Prosastücke.
Julia Kissina, 1966 in Kiew geboren, gehörte in den 80er Jahren zum Kreis der Moskauer Konzeptualisten um Vladimir Sorokin und Pawel Pepperstein. 2005 erschienen auf Deutsch „Vergiß Tarantino“ sowie das Kinderbuch „Milin und die Zauberkreide“ sowie 2013 „Frühling auf dem Mond“ und 2016 „Elephantinas Moskauer Jahre“.

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Mir platzt der Kotzkragen
Tobias Bamborschke (Isolation Berlin)
Donnerstag, 30. November 2017, Begin: 20:00 Uhr
Volksbühne Roter Salon

Tobias Bamborschke macht Musik mit der Gruppe Isolation Berlin. Jetzt liegt mit Mir platzt der Kotzkragen sein erster Gedichtband vor; die Gedichte und Kurzgeschichten darin sind eine Orgie der Gefühle. Zerbrechlichkeit, Sehnsucht und Befriedigung, Hass, Trauer, Liebe, Leiden - Bamborschke schafft es mit erstaunlicher Leichtigkeit, dem Leser die Welt durch die Augen eines um Glück ringenden Ichs zu zeigen.

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Unsere leeren Herzen – Über Literatur - Buchpremiere
Thomas Hettche
Lesung/Podiumsdiskussion mit dem Autor, Joseph Vogl und Helge Malchow
Samstag, 02. Dezember 2017, Beginn 20:00 Uhr
Volksbühne Roter Salon

„Unsere leeren Herzen“ setzte nach „Fahrtenbuch“ und „Totenberg“ Thomas Hettches essayistisch-erzählerischen Erkundungen fort, mit denen er, neben dem hochgerühmten Romanwerk, seine intellektuelle Autobiographie fortschreibt.
Ohne kulturpessimistische Larmoyanz, aber im Wissen, dass sich metaphysische Sinnfragen in unseren fundamental bedrohten westlichen Gesellschaften immer dringlicher stellen, befragt Thomas Hettche in seinen Essays leidenschaftlich die Literatur nach ihrem Sinn und ihrer Zukunft. Gegen den naiven Glauben einer Abbildbarkeit der Welt, der unsere Gegenwart beherrscht und das Glücks- wie das Erkenntnisversprechen der Literatur verrät, spürt Hettche in „Unsere leeren Herzen“ den Quellen eines anderen Realismus, ja einer anderen Moderne nach.
Joseph Vogl ist Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaftler und Philosoph sowie Professur an der Humboldt-Universität Berlin. Helge Malchow ist Verleger von Kiepenheuer & Witsch.

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Der Walter-Serner-Preis 2017 – Die Preisverleihung
Samstag, 08. Dezember 2017, Beginn 20:00 Uhr, Eintritt frei
Volksbühne Roter Salon

Aus über 700 Kurzgeschichten haben das kulturradio vom rbb und das Literaturhaus Berlin wieder die beste Einsendung zum Walter-Serner-Preis gekürt - gesucht wurden unveröffentlichte Kurzgeschichten zum Thema “Vom Leben in den großen Städten”. Am Abend der Preisverleihung stellt die/der Gewinner*in die Siegergeschichte vor, und die Schriftstellerin Angelika Klüssendorf, in diesem Jahr Gastjurorin, hält die Laudatio. Die Jury in diesem Jahr: Ernest Wichner und Sabine Büdel vom Literaturhaus, Anne-Dore Krohn und Roland Schneider vom kulturradio des rbb und die Gastjurorin Angelika Klüssendorf. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Ein gekürzter Mitschnitt der Veranstaltung wird am 9.12. um 19.04 Uhr im kulturradio gesendet.

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Weihnachten auf Russisch
Wladimir Kaminer
Montag, 25. Dezember 2017, Beginn 21:00 Uhr
Volksbühne Rosa-Luxemburg-Platz, Großes Haus
Ab 23:00 Uhr Russendisko, Roter Salon

Wladimir Kaminer: „Ein ganzes Jahr war Deutschland auf Rettungsmission, Flüchtlinge mussten aus dem Mittelmeer gefischt und in den Sporthallen einquartiert werden, EU musste vor dem Zerfall, Griechenland vor der Pleite gerettet werden, Homosexuelle in Tschetschenien vor ihrem Präsidenten (Merkel hat mit Putin gesprochen, er sagte „mal sehen, was ich tun kann“). Deutsche Bank musste ebenfalls gerettet werden (hatte kein Geld), auch hier gab es einen Rettungsplan. In Rage gekommen, schaute sich Deutschland um, wer soll noch gerettet werden? Obdachlose Hunde und Katzen in Tatarstan werden übrigens auch von den Deutschen gerettet, die Einheimischen dort mögen gute Menschen sein, aber sie retten keine Straßentiere. Deutsche retten alle. Und nächstes Jahr müssen sie noch vielleicht Amerika retten und Millionen Nordkoreaner aufnehmen. Nur zu Weihnachten rührt das Land.“ – Um positive Energien für zukünftige Rettungsmissionen zu tanken, lädt Wladimir Kaminer zur Lesung und Russendisko in die Volksbühne ein: „Ich werde aus Unveröffentlichtem vorlesen, Texte, die mir wichtig sind, aber niemals gedruckt werden, sie bleiben also unter uns.“

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Poetry Slam – Best of 2017
Freitag, 29. Dezember 2017, Beginn 20:00 Uhr
Volksbühne Rosa-Luxemburg-Platz, Großes Haus

Der große Jahresend-Poetry-Slam steht auch in diesem Jahr in der Volksbühne an. Mit vielen der besten Slammer*innen der Berliner Szene, wie Kirsten Fuchs, Julian Heun, Katharina Huboi, Tannasgol Sabbagh, Yusuf Rieger, Jule Eckert, Karsten Lampe und Hanna Freund. Es moderieren Wolfgang Hogekamp vom Bastard Slam und Sebastian Lehmann vom Kreuzberg Slam.

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Bitte wenden Sie sich für Pressekarten und weitere Informationen zu den Literaturveranstaltungen im Pressebüro per Mail an presse@volksbuehne-berlin.de oder Telefon +49 (0)30 24065 610. Text- und Fotomaterial finden Sie im Pressebereich der Website.

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