VOLKSBÜHNE
Berlin

09.08.17

Das Programm der Volksbühne Berlin im September 2017

Angehängt finden Sie die erste Monatspublikation der bevorstehenden Spielzeit 17/18 der Volksbühne Berlin, die Ihnen das September-Programm vorstellt. Der Kalender umfasst den Zeitraum vom 10. September, der Spielzeit-Eröffnung mit Fous de danse – Ganz Berlin tanzt auf Tempelhof, bis zum 6. Oktober, dem Konzert von Kate Tempest. Bis auf die Eröffnung auf dem Flugvorfeld finden alle weiteren 13 Vorstellungen im Hangar 5 des ehemaligen Flughafens Tempelhof statt, dem neuen, temporären Spielort der Volksbühne.

Mit den ersten drei Premieren stellt sich der Choreograf und Tänzer Boris Charmatz als neues, fest assoziiertes Mitglied des künstlerischen Teams der Volksbühne Berlin vor. Hierzu bitte vormerken: Am 7. September um 12 Uhr findet auf Tempelhof ein Presse–gespräch plus Gelegenheit zu einem Workshop-Besuch mit Boris Charmatz statt. Dazu möchten wir Sie schon jetzt herzlich einladen.

Ergänzend zum angehängten September-Programm hier einige zusätzliche Informationen:
Die Eröffnung Fous de danse – Ganz Berlin tanzt auf Tempelhof (Deutsche Erstaufführung, 10. September) ist eine Inszenierung für das Tempelhofer Flugvorfeld, für die Stadt und ihre Menschen, ein Fest des Tanzes bestehend aus 17 Programmbeiträgen. Über 150 Tänzerinnen und Tänzer oder Mitwirkende aller Generationen, darunter viele aus Berlin, zelebrieren den Tanz in einem zehnstündigen, pausenlosen Programm. Es treten auf: Brit Rodemund, Christopher Roman, Ruth Childs, Anne Teresa De Keersmaeker, Frank Willens, Raphaël Hillebrand, Marie Houdin und Mithkal Alzghair sowie Mitglieder von P14, dem Jugendtheater der Volksbühne Berlin, 37 Schülerinnen der Staatlichen Ballettschule Berlin, Hip-Hop Kids der Flying Steps Academia, und viele andere. Fous de danse ist ein Projekt der Volksbühne und des Musée de la danse unter der künstlerischen Leitung von Boris Charmatz in Kooperation mit Sandra Neuveut. Das Format hat Boris Charmatz, speziell zugeschnitten auf den jeweiligen Stadtraum und die Gemeinschaften, sehr erfolgreich bereits 2015 und 2016 in Rennes sowie in diesem Jahr in Brest gezeigt.

Herzstück der sechsstündigen Choreografie für Tänzer und Zuschauer A Dancer’s Day (Uraufführung, ab 14. September) ist das Stück 10.000 Gesten, eine Koproduktion der Volksbühne, die vor drei Wochen mit großem Erfolg ihre Vorpremiere beim Manchester International Festival gefeiert hat. Die einstündige Choreografie beruht auf der Grundidee, keine einzige Bewegung zu wiederholen. So zelebriert Boris Charmatz nach der Musik von Mozarts Requiem auf eindrucksvolle Weise die Unwiederbringlichkeit jeder einzelnen Bewegung seiner 24 Tänzer, die einmal ausgeführt gleich wieder verschwindet und nicht mehr zu sehen sein wird.

Seine Choreografie danse de nuit (Deutsche Erstaufführung, ab 21. September) ist eine exzessive, nächtliche Inszenierung im Freien aus Sprache und Bewegung mit den Tänzer*innen Ashley Chen, Peggy Grelat-Dupont, Mani Mungai, Jolie Ngemi, Marlène Saldana sowie Boris Charmatz selbst auf dem Gelände des Tempelhofer Flughafens. danse
de nuit ist eine Antwort auf eine Welt voll Terror: Die Choreografie begegnet der Tatsache, dass öffentliche Räume heute von einer Atmosphäre der Angst erfüllt sind und stört das Verhältnis von Zuschauer und Darsteller grundlegend. Die Tänzer suchen mit ihrem Körper eine Art Ausnahmezustand. Nach Genf (Uraufführung 2016), Paris, Wien, Poitiers, London und Amsterdam ist danse de nuit nun erstmals in Deutschland zu sehen.

Die Proben für Iphigenie (Uraufführung, ab 30. September) laufen seit dem 12. Juni auf der Probebühne der Volksbühne in Rummelsburg, nur unterbrochen durch das Gastspiel der aktuellen Inszenierung von Mohammad Al Attar und Omar Abusaada, While I Was Waiting, beim Lincoln Center Festival in New York. Über die demütigende Erfahrung der Visa-Beschaffung für das künstlerische Team berichtete die New York Times in ihrer Ausgabe vom 20. Juli: „Herr Al Attar verließ Damaskus (‚gegen meinen Willen‘) 2012 und lebt heute in Berlin. Der Regisseur des Stücks, Omar Abusaada, wohnt noch in Damaskus, aber verbringt ebenfalls die meiste Zeit in Berlin. Das ganze Ensemble musste manch schwierige und mitunter gefährliche Entscheidung bzgl. ihres Wohnortes und ihres Arbeitsplatzes treffen. (Das Stück konnte natürlich nicht in Syrien aufgeführt werden.) Jeden für das Festival nach New York zu bekommen war eine äußerst mühselige und bedrückende Angelegenheit, die aufgrund der in Kraft getretenen Einreisebeschränkungen für Menschen mit syrischem Pass nur zum Teil erfolgreich verlief. Herrn Khaleifa wurde ein Visum versagt, sodass sein Lichtdesign vor Ort von einem ‚Lichtübersetzer‘, Zakaria Al-Alami, umgesetzt werden musste. Man kommt wirklich nicht umhin, an den Wert von Theater zu glauben, wenn Menschen bereit sind, so viel dafür zu riskieren.“

Die Eröffnungsserie auf Tempelhof schließt mit Kate Tempests Konzert Let Them Eat Chaos (Deutsche Erstaufführung, am 6. Oktober). Die junge Britin ist ein Ausnahme–talent und wird bereits als die Stimme einer ganzen Generation gehandelt: Sie kam vom Hip-Hop zur Lyrik, schrieb Theaterstücke, Gedichtbände sowie ihren ersten Roman The Bricks That Built The Houses (Worauf Du Dich verlassen kannst, Rowohlt 2016). Sie ist eine politische Künstlerin, die in ihren Texten über soziale Ungerechtigkeit, Gentrifizierung oder die Einsamkeit des Individuums im Kapitalismus spricht und dabei Musik und Wortkunst immer wieder neu verbindet. Auf Tempelhof trifft nun am 6. Oktober die Wortgewalt ihres Albums Let Them Eat Chaos erstmals auf die musikalische Kraft eines Orchesters und eines Chors.
Karten für alle Veranstaltungen bis zum 6. Oktober können ab sofort online über die vorläufige Website der Volksbühne Berlin www.volksbuehne.berlin erworben werden. Ab dem 24. August öffnen auch die Tageskassen in der Volksbühne wieder zum Kartenkauf. Kartentelefon: +49 (0)30 2406 5777.

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