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Im Auge der Libelle
von Alexander Kluge

Online, Film

Seit der Spielzeit 2017/18 erstellen Alexander Kluge und die Entwicklungsgesellschaft für TV-Programm (dctp.tv) jeden Freitag einen Filmbeitrag für Volksbühne Fullscreen. Jede neue Folge ist für eine Woche abrufbar. Im Auge der Libelle steht für eine neue Konstellation in Kluges Bewegtbildwelt, ein lebendes Archiv, das eine Brücke zwischen den verschiedenen Facetten von neuen und vergangenen Produktionen der Volksbühne schlägt. Kluge richtet dabei ein Auge auf unsere kulturelle Identität und die anderen auf unsere Zukunft.

Autor und Filmemacher Alexander Kluge ist eine der führenden intellektuellen Stimmen in Deutschland. Film, Literatur, Sozialtheorie, Filmtheorie, Fernsehprogramme und politischer Aktivismus an verschiedenen kulturellen Fronten stehen im Mittelpunkt seiner Arbeit.

Konzept, Regie: Alexander Kluge
Kurator: Giulio Bursi

Produziert von: dctp TV, Düsseldorf

Folge 104

HOMO MIGRANS / Prof. Dr. Bade über Wanderungsdruck asylsuchender Menschen in Europa vom 18. Jahrhundert bis heute

45 Minuten

Flucht und Migration von Menschen, wie wir sie heute erleben, ist keine Ausnahme, sondern eine Dauererscheinung der Geschichte. Es sind oft die gleichen Grenzübergänge. Aus Ungarn z.B. fliehen über die gleichen Stationen 1956, nach Niederschlagung des ungarischen Aufstands gegen die Russen, die Ungarn selbst in den West. 1989 kamen über die gleiche Grenze die DDR-Flüchtlinge. Und heute ist es der Flüchtlingsstrom aus Syrien.

Ganz andere Flüchtlingskolonnen bilden vor 300 Jahren die von der Gegenreformation verfolgten Salzburger Protestanten. Ein weiteres Beispiel sind die Hugenotten aus Frankreich, die nach den Massakern der Bartholomäus-Nacht von dort nach Deutschland emigrieren. Die Hugenotten bringen für Preußen einen Innovationsschub um mehr als 50 Jahre.

Migration existiert seit unsere Vorfahren aus Afrika, vor etwa 120.000 Jahren, auswanderten und die Welt eroberten. Große Migrationsschübe im 19. Jahrhundert aus Hunger und aus politischen Gründen sollten wir auf dem Hintergrund der Gegenwart neu in Erinnerung bringen. Deutsche Auswanderer waren für die Besiedelung der U.S.A. entscheidend. Migration ist ein weitgehend noch unerforschtes Gebiet.

Der Migrationsforscher und Regierungsberater Prof. em. Dr. Klaus J. Bade, Vorsitzender des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR), berichtet.

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