VOLKSBÜHNE
Berlin
Im Auge der Libelle
Alexander Kluge

Online, Film

In dieser Spielzeit und darüber hinaus werden Alexander Kluge und die Entwicklungsgesellschaft für TV-Programm (dctp.tv) jeden Freitag über einen Zeitraum von 52 Wochen einen Filmbeitrag für Volksbühne Fullscreen beisteuern. Jede neue Folge ist von Freitag 12:30 bis Sonntag 12:30 verfügbar (48 Stunden). Im Auge der Libelle steht für eine neue Konstellation in Kluges Bewegtbildwelt, ein lebendes Archiv, das eine Brücke zwischen den verschiedenen Facetten von neuen und vergangenen Produktionen der Volksbühne schlägt. Kluge richtet dabei ein Auge auf unsere kulturelle Identität und die anderen auf unsere Zukunft.

Autor und Filmemacher Alexander Kluge ist eine der führenden intellektuellen Stimmen in Deutschland. Film, Literatur, Sozialtheorie, Filmtheorie, Fernsehprogramme und politischer Aktivismus an verschiedenen kulturellen Fronten stehen im Mittelpunkt seiner Arbeit.

Konzept, Regie: Alexander Kluge

Produziert von: dctp TV, Düsseldorf

Folge 78

DIE GESCHICHTE VOM ZORN / Prof. Dr. Luca Giuliani: Bilder zu Texten Homers

45 Minuten

Im ältesten Epos Europas, Homers ILLIAS, geht es um den Zorn des Helder Achill. Beleidigt von Agamemnon, dem Heerführer der Griechen, zieht sich Achill in Stummheit zurück. Die Trojaner dringen unaufhaltsam vor bis zu den Schiffen der Griechen. Patroklos, der beste Freund Achills, lässt sich die Rüstung des Helden anlegen und rennt gegen die Trojaner an. Er ist aber kein Held wie Achill und muss sterben. Daraufhin wendet sich der Zorn des Achill lodernd gegen den trojanischen Helden Hektor, der Patroklos tötete. Als Hektor, bereits verwundet, um die Vereinbarung bittet, dass der Sieger den Besiegten als Leiche nicht schändet, antwortet Achill, dass sein Zorn keine Verhandlungen zulasse. Er gebraucht das Wort "Hund" für Hektor. Er droht dem Unterlegenen damit, ihn wie ein Kannibale zu verschlingen.

Die ILIAS endet damit, dass der Vater des Hektor, König Priamos von Troja, bittflehend zu Achill kommt, um den Leichnam Hektors (den zuvor Achill hinter seinen Streitwagen gebunden und um die Stadt geschleift hat) Heim zu holen. Auf Vasenbildern ist die Szene in einer Weise dargestellt, die den Text Homers präzisiert. Achill tafelt. Ein großes Schlachtermesser in seiner Hand. Der tote Hektor liegt unter dem Tisch, dort wo sonst die Hunde liegen. Die grausame, kannibalische Haltung, die der helle Zorn Achill aufzwingt, tritt in den Bildern schärfer und zugleich anders als in den Versen des Epos vor das Auge des Betrachters.

An diesem und anderen Beispielen erläutert der Klassische Archäologe und Rektor des Wissenschaftskollegs zu Berlin, Prof. Dr. Lucca Giuliani, die besondere Ausdruckskraft antiker Bilder und ihre scharfe Reibung mit den Texten. Das Bild wird erst wahrhaft plastisch durch den Vergleich von Text und Bild und vor allem durch das Übereinanderlegen der verschiedenen Bilddarstellungen.

Begegnung mit Prof. Dr. Luca Giuliani.

Besetzung

Konzept, Regie: Alexander Kluge
Kurator: Giulio Bursi

24.04
25.04
26.04
27.04
28.04
29.04
30.04
01.05
02.05
03.05
04.05
05.05
06.05
07.05
08.05
09.05
10.05
11.05
12.05
13.05
14.05
15.05
16.05
17.05
18.05
19.05
20.05
21.05
22.05
23.05
24.05
25.05
26.05
27.05
28.05
29.05
30.05
31.05
01.06
02.06
03.06
04.06
05.06
06.06
07.06
08.06
09.06
10.06
11.06
12.06
13.06
14.06
15.06
16.06
17.06
18.06
19.06
ʌ
v
Diese Website setzt Cookies ein. Mehr darüber erfahren Sie in unseren Hinweisen zum Datenschutz. > Mehrx