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Im Auge der Libelle
von Alexander Kluge

Online, Film

Seit 2017 leisten Alexander Kluge und seine Entwicklungsgesellschaft für TV-Programm dctp.tv mit Im Auge der Libelle einen regelmäßigen Beitrag zum Programm der Volksbühne.

Im Auge der Libelle ist eine Webserie - jeden Freitag wird eine neue Folge präsentiert.

Im Auge der Libelle steht für eine neue Konstellation in Kluges Bewegtbildwelt, die die Beziehungen zwischen Kunst und Geschichte, Wissenschaft und Kultur, Geopolitik und Fiktion erforscht.

Im Auge der Libelle hat kein Archiv: Jede Folge ist eine Woche lang auf der Website der Volksbühne zu sehen und wird in der darauffolgenden Woche durch eine neue ersetzt.

Im Auge der Libelle schlägt eine Brücke zwischen den verschiedenen Facetten des kulturellen Lebens der Volksbühne - einen Blick in die Vergangenheit, einen in die Zukunft gerichtet.

Autor und Filmemacher Alexander Kluge ist eine der führenden intellektuellen Stimmen in Deutschland. Seine Forschung und Praxis drehen sich um Film, Literatur, Sozialtheorie, Filmtheorie, Fernsehprogramme und politischen Aktivismus an verschiedenen kulturellen Fronten.

Konzept, Regie: Alexander Kluge
Produziert von: dctp TV, Düsseldorf

Folge 128

Im Pesteinsatz in Indien / Oberst a. D. Komorowski berichtet

15 Minuten

Der pensionierte Mitarbeiter des Ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit, hat das Pestgebiet im Umkreis der indischen Stadt Surat besucht. Ihn interessierte insbesondere das System der Nachrichtensperren, mit denen die indische Regierung die für Geschäftsbesuche und Fremdenverkehr in Indien höchst nachteiligen Folgen der Lungenpest begrenzen konnte.

Archiv: Folge 68

WENN ICH AUF DEM T-TRÄGER BALANCIERE/ Helge Schneider im Folkwang Museum: "Soll ich kurz was dazu sagen?"

24 Minuten

Vor großem Publikum mit vielen musikalischen Einschüben: der beliebte Allround-Künstler Helge Schneider, mitten im Kontext der bildenden Künste. Im Höhenflug als Frisör, als Musiker und als "Kriegsminister im Pyjama: ratlos". Seine besondere Vorliebe gilt dem Drahtseilakt. An der Spitze der Wolkenkratzer über New York geht es darum, auf dem gespannten Seil weder rechts noch links herunter zu fallen.

Das musste ein Bauarbeiter wie Helge erst noch lernen: auf dem T-Träger zu balancieren ist noch riskanter als bloß auf dem Seil! Ausschnitte aus einem fulminanten Abend im voll besetzten KEO-Saal in Essen.

Folge 129

Ein Virus, das aus dem Dschungel kam / Prof. Dr. med. Alexander S. Kekulé über Ebola

45 Minuten

Der Ausbruch der Virus-Epidemie in mehreren Ländern Westafrikas hat die Welt schockiert. Beginnend mit einer langen Inkubationszeit, in der das Virus sich in Immunzellen und in der Leber der Opfer versteckt hält und auch durch Tests nicht erkennbar ist, dann mit Fieber und Erbrechen und zuletzt mit Auflösung der inneren Organe und meist letalem Ausgang, gehört das Ebola zu den grässlichsten bekannten Infektionen und schafft für die Staaten, in denen sie ausbricht, Zustände ähnlich der Pest im Mittelalter.

Das Virus existierte seit Jahrtausenden in Afrika unabhängig von den Menschen. Für die Wirtstiere, die es bewohnte, war es ungefährlich. Vermutlich ist es durch Verzehr von Flughunden, die in Afrika als delikates Buschfleisch gelten, auf die Menschen übergesprungen. Bei früheren Ausbrüchen der Krankheit führten die körperliche Lähmung der Erkrankten und der schnell eintretende Tod dazu, dass sich die Infektionsherde nicht großräumig ausbreiteten. Das war bei dem jüngsten Ausbruch, weil die Infektion rasch Ländergrenzen überschritt, anders. Die Vernetzung der Welt durch Fluglinien und globale Kontakte macht das Virus "flügge" und zu einer Bedrohung praktisch an jedem Ort der Welt.

Das Virus ist an den menschlichen Körper von seiner Natur her nicht angepasst. Es ist durch den Übersprung auf die Menschen in eine fremde Welt geraten, hat sich gewissermaßen "verirrt". Daher die Aggressivität und der dominant tödliche Ausgang, der für die Evolution des Virus an sich von Nachteil ist. Auch wenn ein Impfstoff gefunden und tatsächlich an die unmittelbar Erkrankten herangebracht werden kann, ist das "Virus, das aus dem Dschungel kam" längst nicht endgültig gezähmt. Als archaisches RNA-Virus besitzt es eine extrem hohe Mutationsrate und verändert sich ständig. 100.000 Generationen des Virus sind eine Sache von wenigen Monaten. 100.000 Generationen des Menschen würden eine Zeit von 2 Millionen Jahren brauchen. Das Virus, vor allem in der verborgenen "schwelbrandähnlichen" Form "läuft den Gegenmaßnahmen der Gesundheitsbehörden davon".

Der Virologe Prof. Dr. med. Alexander S. Kekulé ist Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie an der Universität Halle-Wittenberg. Er gehört zu den Virus-Experten, die in der Welt Geltung besitzen. Er berichtet.

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