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Im Auge der Libelle
von Alexander Kluge

Online, Film

Seit 2017 leisten Alexander Kluge und seine Entwicklungsgesellschaft für TV-Programm dctp.tv mit Im Auge der Libelle einen regelmäßigen Beitrag zum Programm der Volksbühne.

Im Auge der Libelle ist eine Webserie - jeden Freitag wird eine neue Folge präsentiert.

Im Auge der Libelle steht für eine neue Konstellation in Kluges Bewegtbildwelt, die die Beziehungen zwischen Kunst und Geschichte, Wissenschaft und Kultur, Geopolitik und Fiktion erforscht.

Im Auge der Libelle hat kein Archiv: Jede Folge ist eine Woche lang auf der Website der Volksbühne zu sehen und wird in der darauffolgenden Woche durch eine neue ersetzt.

Im Auge der Libelle schlägt eine Brücke zwischen den verschiedenen Facetten des kulturellen Lebens der Volksbühne - einen Blick in die Vergangenheit, einen in die Zukunft gerichtet.

Autor und Filmemacher Alexander Kluge ist eine der führenden intellektuellen Stimmen in Deutschland. Seine Forschung und Praxis drehen sich um Film, Literatur, Sozialtheorie, Filmtheorie, Fernsehprogramme und politischen Aktivismus an verschiedenen kulturellen Fronten.

Konzept, Regie: Alexander Kluge
Produziert von: dctp TV, Düsseldorf
Kurator: Giulio Bursi

Folge 118

Wer sind eigentlich WIR?
Prof. Dr. Karin Mölling: "Wir schwimmen in einem Meer von Viren"

Auf unserer Haut, in unserem Darm, tragen wir lebenslänglich Viren umher. Wir schwimmen aber auch äußerlich in einem Ozean von Viren. Diese Partikel, die noch keine Zellen sind, sind unvorstellbar alt und gehören zu jeder Gegenwart. Wir sprechen über diese wilde Gegenwelt immer dann, wenn Viren Krankheiten auslösen. Die überwältigende Mehrheit dieser Mikroorganismen ist aber unschädlich und einige davon sind für das Leben unersetzlich. Stimmt die Vermutung, dass Viren unsere ältesten Vorfahren sind?
Die letzten Jahrzehnte waren Goldgräberjahre der Virusforschung. Trotzdem sind breite Teile dieser "Supermacht des Lebens" unerforscht. Die kleinsten Viren sind 100-fach kleiner als Bakterien. Es gibt aber auch Giga-Viren, die größer sind als Bakterien und den Übergang vom Virus zur Zelle andeuten. Mächtige Giga-Viren aus der Zeit vor 30.000 Jahren wurden im Permafrost Sibiriens entdeckt: nach Auftauen höchst lebendig.
Die Virologin und Krebsforscherin Prof. Dr. Karin Mölling, Universität Zürich, berichtet Neues und Verblüffendes aus der Erfolgsgeschichte der Viren, die vor 3,5 Milliarden Jahren begann (also recht kurz nach Konsolidierung des Sonnensystems und damit des Erdballs). Hier kann man die Anfänge der Evolution studieren. Sie begann auf der Basis einfacher RNA-Ketten: den analphabetischen Alleskönnern, die damals und heute die Basis bilden für die buchstabenfreudigen biologischen Kräfte, aus denen sich die Evolution bis zu uns und den Primaten fortsetzt.
Eine Reise in unsere nahe und ferne Umgebung. "Wir schwimmen in einem Meer von Viren".
Begegnung mit Prof. Dr. Karin Mölling, Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin.

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