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Foto: Joachim Koltzer

Silvia Rieger liest aus 
Jens Bjørneboe „Ehe der Hahn kräht“

Literatur
In deutscher Sprache

Anlässlich des Tages der Befreiung vom Nationalsozialismus liest Ensemble-Schauspielerin Silvia Rieger aus Jens Bjørneboe „Ehe der Hahn kräht“.

In der Übersetzung von Ursula Gunsilius, erschienen im Merlin Verlag.

Der Mediziner Dr. Reynhardt ist angetreten, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern. Als man ihm einen Posten in der Wissenschaft anbietet, sieht er die Möglichkeit, den beruflichen Erfolg mit der Verwirklichung seiner Ideale zu verbinden. Doch der Preis ist hoch: Nicht nur, dass er seine ältesten Freunde verrät, seine Forschungen gehen auch über die Grenzen der Menschlichkeit hinaus. In diesem Roman geht es Bjørneboe um den Einzelnen, der sich nicht nur vor der Gesellschaft, sondern auch vor sich selbst für seine Taten verantworten muss. In dem Kapitel „Aktion Katalyse“ treffen sich SS und NS-Ärzte und beschließen die Umsetzung des Euthanasieprogramms.

Jens Bjørneboe wurde 1920 als Sohn eines Schiffsreeders in Kristiansand geboren. Sein unkonventionelles, unstetes Leben war geprägt von seinem fortwährenden Kampf gegen die Ungerechtigkeit und seinem großen sozialen Engagement, das sich auch in seinen bekanntesten Romanen „Der Augenblick der Freiheit“, „Ehe der Hahn kräht“, „Der Pulverturm“ und „Haie“ widerspiegelt. Anthroposoph und Anarchist, rang Bjørneboe bis zuletzt um den Glauben an einen „Neuen Menschen“. 1976 nahm er sich das Leben. Zunehmend wird man sich klar, dass er einer der wichtigsten Schriftsteller in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts war, – nicht nur für Norwegen, sondern für Europa und die Welt.

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