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Position mit Abstand
Wie umgehen mit dem kolonialen Erbe in den Städten?

In der Reihe Position mit Abstand stellt sich die Volksbühne mit Diskurs und Aufklärung gegen rechtsoffene und menschenfeindliche Allianzen. Gemeinsam mit Künstler*innen und Wissenschaftler*innen, mit Journalist*innen, Engagierten und Aktiven spricht die freie Journalistin Shelly Kupferberg über all die Dinge, die die Corona-Pandemie uns wie unter einem Brennglas klarer denn je vor Augen führt: struktureller Rassismus, Diskriminierung, die Ökonomisierung des Gesundheitssystems und vieles mehr.

Thema diesmal: das deutsche Kolonialerbe. Wie schlägt es sich in den Städten nieder und wie sollte damit umgegangen werden? Was kann mit der Umbenennung von Straßennamen oder dem Abriss von Denkmälern bestenfalls erreicht werden und wo braucht es weitere Schritte? Gemeinsam mit unseren Gästen, den Architektinnen Anna Yeboah und Dr. Noa Ha, sprechen wir über koloniales Erbe in Berlin, die beginnende Aufarbeitung und mögliche Hürden bei der Dekolonialisierung des Stadtraums.

Anna Yeboahs Forschungsinteresse gilt Machtstrukturen in Architektur und Stadt­planung mit Schwerpunkt dekoloniale Raumstrategien. Sie studierte Architektur mit Schwerpunkt Kulturtheorie an der TU München und der UPC Barcelona.

Ihre Untersuchungen zum Thema wurden unter anderem auf der 15. Architekturbiennale in Venedig 2016 gezeigt und durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Im Mai 2020 hat Anna Yeboah die Gesamtkoordination des fünfjährigen Modellprojekts DEKOLONIALE Erinnerungskultur in der Stadt übernommen.

Dr. Noa Ha lehrte und forschte an Hochschulen in Berlin und Dresden und derzeit ist sie wissenschaftliche Geschäftsführerin am Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung - DeZIM.

Ihre Arbeitsschwerpunkte sind postkoloniale Stadtforschung, migrantisch-diasporische Erinnerungspolitik, kritische Integrationsforschung und Rassismuskritik. Nach der Ausbildung zur Landschaftsgärtnerin studierte sie Landschaftsplanung an der TU Berlin und promovierte dort in der Architektur über Informalität und Rassismus am Beispiel des Straßenhandels in Berlin. Zunächst lehrte und forschte sie im Bereich Historische Urbanistik, Stadt- und Raumsoziologie an der TU Berlin, Center for Metropolitan Studies, sowie an der Humboldt-Universität Berlin und leitete bis vor kurzem das Zentrum für Integrationsstudien der TU Dresden, bevor sie an das DeZIM ging.

Sie ist Gründungsmitglied der „Fachgesellschaft für rassismuskritische, postkoloniale und dekoloniale Forschung und Praxis“, war lange engagiert im Vorstand des Migrationsrat Berlin, im asiatisch-deutschen Verein korientation und in postkolonialen Initiativen. 2012 organisierte sie mit einem Kollektiv die Konferenz ‚Decolonize the city!‘ in der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

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