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Platform East:
(De)constructing Stereotypes.
Media Images in the European Press
17.12.

Diskurs
In englischer Sprache

Eine Veranstaltung des internationalen Festivals POSTWEST

Mit: Alice Bota (ZEIT), Dóra Diseri (n-ost), Tamina Kutscher (dekoder), Dariya Orlova (Mohyla School of Journalism)
Moderation: Gesine Dornblüth

Medien prägen unsere Wahrnehmung von politischen Ereignissen, Personen, öffentlichen Debatten, Ländern – und die mit ihnen verbundenen Stereotype – innerhalb der Gesellschaft. Wenn wir an Osteuropa denken, sind unsere Einschätzungen zwangsläufig auch von visuell oder sprachlich konstruierten Medienbildern geprägt. Doch wie akkurat sind diese und in welchem Spannungsfeld entstehen sie?

Im Zentrum der Veranstaltung steht die Repräsentation von Osteuropa in westeuropäischen Medien und vice versa: Welches Bild macht man sich in Deutschland von Osteuropa und wie blickt man dort auf „uns“? In welchem Maße beeinflussen Medienberichte unsere Wahrnehmung von Ost und West und die Konstruktion der damit verbundenen Stereotypen? Welche Rolle spielen politische und wirtschaftliche Faktoren? Welche Verantwortung tragen Auslandskorrespondent*innen hinsichtlich der Verbreitung und Aufrechterhaltung von Stereotypen und vor welchen neuen Herausforderungen stehen sie?

Im Gespräch nähern sich Journalist*innen und Medienexpert*innen anhand dieser Fragen dem Status Quo der Medienlandschaften Europas an. Vor dem Hintergrund einer wahrgenommenen Ost-West-Spaltung identifizieren sie beeinflussende Faktoren und sprechen über mögliche Zukunftsszenarien und die dafür notwendigen Voraussetzungen: Wie sieht eine mediale Berichterstattung aus, die frei ist von der kontinuierlichen Konstruktion und Reproduktion von Stereotypen?

Alice Bota wurde 1979 im polnischen Krapkowice geboren. 1988 emigrierte ihre Familie nach Norddeutschland. Sie studierte Politikwissenschaft und Neuere Deutsche Literatur in Kiel, Poznan Berlin und Potsdam. 2006 schloss sie die Deutsche Journalistenschule in München ab, seither ist sie Redakteurin der ZEIT. Seit 2013 berichtet sie über die Ukraine, auch über die Maidan-Proteste und den Krieg im Donbas, seit Ende 2015 ist sie Korrespondentin mit Sitz in Moskau.

Dóra Diseri ist eine ungarische Journalistin und Projektmanagerin in Berlin, Koordinatorin des Cross-Border Grant-Programms Reporters in the Field bei dem Journalistennetzwerk n-ost. Sie pendelt seit 2012 zwischen Berlin und Ungarn und berichtet über Deutschland für ungarische bzw. über Ungarn für internationale Medien. Bis Oktober 2018 arbeitete sie als Deutschland-Korrespondentin für den ungarischen Nachrichtensender HírTV. Davor studierte sie in Budapest, Leipzig und Berlin Journalismus, Kulturwissenschaften und Osteuropastudien, und arbeitete in der Nachrichtenabteilung des ÖR Ungarischen Fernsehens als TV-Reporterin und Multimedia Journalistin.

Gesine Dornblüth ist Journalistin und war von 2012 bis 2017 Deutschlandradio-Korrespondentin in Moskau. Die promovierte Slavistin berichtet seit den 90er Jahren vor allem in Hörfunk-Reportagen und Features aus Russland und anderen postsowjetischen Ländern.

Tamina Kutscher ist ausgebildete Journalistin, Slawistin und Historikerin. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von dekoder. Die Online-Plattform schlägt eine Brücke zwischen russischer und deutscher Öffentlichkeit: Sie übersetzt Medienbeiträge in die jeweils andere Sprache, liefert außerdem Kontext und Expertise aus den Universitäten. Für diese Verbindung von Journalismus und Wissenschaft wurde dekoder 2016 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet.

Dariya Orlova ist Dozentin und stellvertretende Direktorin für Forschung an der Mohyla School of Journalism (Nationale Universität Kiew-Mohyla-Akademie, Ukraine). Sie promovierte in Massenkommunikation an der Autonomen Universität Barcelona. Zu ihren Forschungsgebieten zählen Medientransformationen in Schwellenländern, politische Kommunikation, Journalismuskultur, Medien und nationale Identität. Sie war außerdem als unabhängige Medienexpertin sowie als Forscherin für NGOs und internationale Entwicklungsagenturen tätig. Bevor sie ihre akademische Laufbahn einschlug, arbeitete sie als Journalistin.

In Kooperation mit

Gefördert durch die

www.kulturstiftung-bund.de


Platform East
Welche Formen zivilgesellschaftlichen Engagements existieren in Osteuropa? Welche Akteur*innen beteiligen sich an der Umgestaltung des öffentlichen Raumes? Wie hat sich das kollektive Gedächtnis im postsowjetischen Zeitalter verändert? Diese und andere Fragen stellt die neue Reihe Platform East im Kontext des transkulturellen Festivals POSTWEST. Wissenschaftler*innen, Künstler*innen und Aktivist*innen aus Mittel- und Osteuropa sowie Osteuropaexpert*innen adressieren gesellschaftsrelevante Themen, die ihren Alltag prägen: Die Freiheit von Künsten und Medien, Erinnerungspolitik und die Konstruktion von Identitäten, Generationsbeziehungen und -konflikte sowie das Aufbegehren gegen politische Systeme. Durch das Zusammenführen verschiedener Professionen entstehen Denkcollagen, die Wissenshorizonte erweitern und als Ausgangspunkt für diverse Zukunftsszenarien und eine gemeinsame Utopie von POSTWEST dienen.

Die Serie Platform East ist eine Kooperation zwischen dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) und der Volksbühne Berlin. Mit Paneldiskussionen, Filmen, Lecture Perfomances und anderen Formaten, funktioniert die Reihe im buchstäblichen Sinne als Plattform: An der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Kunst, setzt sie jenseits existierender homogener Osteuropabilder an und bietet Raum für politische, gesellschaftliche und kulturelle Diversität.

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