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(De)constructing Stereotypes:
Media Images in the European Press
17.12.

Diskurs
In englischer Sprache

Eine Veranstaltung des internationalen Festivals POSTWEST

Mit: Benjamin Bidder (SPIEGEL ONLINE), Dóra Diseri (n-ost), Tamina Kutscher (dekoder), Dariya Orlova (Mohyla School of Journalism)
Moderation: Gesine Dornblüth

Medien prägen unsere Wahrnehmung von politischen Ereignissen, Personen, öffentlichen Debatten, Ländern – und die mit ihnen verbundenen Stereotypen – innerhalb der Gesellschaft. Wenn wir an Osteuropa denken, sind unsere Einschätzungen zwangsläufig auch von visuell oder sprachlich konstruierten Medienbildern geprägt. Doch wie akkurat sind diese und in welchem Spannungsfeld entstehen sie?

Im Zentrum der Veranstaltung steht die Repräsentation von Osteuropa in westeuropäischen Medien und vice versa: Welches Bild macht man sich in Deutschland von Osteuropa und wie blickt man dort auf „uns“? In welchem Maße beeinflussen Medienberichte unsere Wahrnehmung von Ost und West und die Konstruktion der damit verbundenen Stereotypen? Welche Rolle spielen politische und wirtschaftliche Faktoren? Welche Verantwortung tragen Auslandskorrespondent*innen hinsichtlich der Verbreitung und Aufrechterhaltung von Stereotypen und vor welchen neuen Herausforderungen stehen sie?

Im Gespräch nähern sich Journalist*innen und Medienexpert*innen anhand dieser Fragen dem Status Quo der Medienlandschaften Europas an. Vor dem Hintergrund einer wahrgenommenen Ost-West-Spaltung identifizieren sie beeinflussende Faktoren und sprechen über mögliche Zukunftsszenarien und die dafür notwendigen Voraussetzungen: Wie sieht eine mediale Berichterstattung aus, die frei ist von der kontinuierlichen Konstruktion und Reproduktion von Stereotypen?

Benjamin Bidder ist Absolvent der studienbegleitenden Journalistenausbildung des Institutes zur Förderung publizistischen Nachwuchses (ifp). Von 2009 bis 2016 war er Moskau-Korrespondent von SPIEGEL ONLINE. 2016 erschien sein Buch Generation Putin - Das neue Russland verstehen. Seit Herbst 2016 ist er Redakteur im Wirtschaftsressort von SPIEGEL ONLINE.

Dóra Diseri ist eine ungarische Journalistin und Projektmanagerin in Berlin, Koordinatorin des Cross-Border Grant-Programms Reporters in the Field bei dem Journalistennetzwerk n-ost. Sie pendelt seit 2012 zwischen Berlin und Ungarn und berichtet über Deutschland für ungarische bzw. über Ungarn für internationale Medien. Bis Oktober 2018 arbeitete sie als Deutschland-Korrespondentin für den ungarischen Nachrichtensender HírTV. Davor studierte sie in Budapest, Leipzig und Berlin Journalismus, Kulturwissenschaften und Osteuropastudien, und arbeitete in der Nachrichtenabteilung des ÖR Ungarischen Fernsehens als TV-Reporterin und Multimedia Journalistin.

Gesine Dornblüth ist Journalistin und war von 2012 bis 2017 Deutschlandradio-Korrespondentin in Moskau. Die promovierte Slavistin berichtet seit den 90er Jahren vor allem in Hörfunk-Reportagen und Features aus Russland und anderen postsowjetischen Ländern.

Tamina Kutscher ist ausgebildete Journalistin, Slawistin und Historikerin. Seit 2016 ist sie Chefredakteurin von dekoder. Die Online-Plattform schlägt eine Brücke zwischen russischer und deutscher Öffentlichkeit: Sie übersetzt Medienbeiträge in die jeweils andere Sprache, liefert außerdem Kontext und Expertise aus den Universitäten. Für diese Verbindung von Journalismus und Wissenschaft wurde dekoder 2016 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet.

Dariya Orlova ist Dozentin und stellvertretende Direktorin für Forschung an der Mohyla School of Journalism (Nationale Universität Kiew-Mohyla-Akademie, Ukraine). Sie promovierte in Massenkommunikation an der Autonomen Universität Barcelona. Zu ihren Forschungsgebieten zählen Medientransformationen in Schwellenländern, politische Kommunikation, Journalismuskultur, Medien und nationale Identität. Sie war außerdem als unabhängige Medienexpertin sowie als Forscherin für NGOs und internationale Entwicklungsagenturen tätig. Bevor sie ihre akademische Laufbahn einschlug, arbeitete sie als Journalistin.

In Kooperation mit

Gefördert durch die

www.kulturstiftung-bund.de


17.12.19, 20:00
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Vergangene Veranstaltungen

Ivan Krastev: The Light That Failed – A Reckoning

Buchpremiere
Englisch mit deutscher Konsekutivübersetzung von Johannes Hampel

[logo postwest 112] Eine Veranstaltung des internationalen Festivals POSTWEST

Anlässlich der deutschsprachigen Veröffentlichung von Das Licht, das erlosch – Eine Abrechnung spricht Susan Neiman (Direktorin des Einstein Forums, Potsdam) mit dem Autor Ivan Krastev über die Ursachen der aktuellen globalen Krisen.​

Mit dem Mauerfall und dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde das Modell freiheitlicher Demokratie vermeintlich alternativlos. Heute zerbricht die liberale Welt vor unseren Augen. Populismus, Nationalismus und die Abkehr von freiheitlichen Werten begleiten ihren Niedergang. Der Westen hat den Kalten Krieg gewonnen und doch seine politische Strahlkraft verloren. Wie konnte es dazu kommen?

In ihrer politischen Analyse Das Licht, das erlosch argumentieren Ivan Krastev und Stephen Holmes, dass sich das vermeintliche „Ende der Geschichte“ als der Beginn des „Zeitalters der Imitation“ entpuppt hat. Fast drei Jahrzehnte lang lautete der Imperativ für den Osten: „Imitiert den Westen!“ Dabei erwies sich, dass das Leben des Imitators zunehmend von Gefühlen der Unzulänglichkeit, Minderwertigkeit, Abhängigkeit und des Verlusts der eigenen Identität beherrscht wird.

Ivan Krastev,* 1965 in Bulgarien, ist Politikwissenschaftler. Krastev ist Vorsitzender des Centre for Liberal Strategies in Sofia und Permanent Fellow am Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien, wo er den Schwerpunkt Die Zukunft der Demokratie leitet. Er schreibt für die internationale Ausgabe der New York Times. 2017 erschien sein Essay Europadämmerung.

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Pressestimmen
"Ivan Krastev ist einer der großen europäischen Denker unserer Zeit." Timothy Snyder

"Krastev zu lesen ist ein Genuss, denn in seiner stilistischen Kunst finden die Liebe zur Literatur, die politische Illusionslosigkeit und die Schönheit des Gedankens zusammen." Elisabeth von Thadden, DIE ZEIT

"Ivan Krastev ist einer der führenden Intellektuellen Europas." Madeleine Albright

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