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Bild: Caroline Neumann

WISSEN DER KÜNSTE:
On Decolonial Deferrals
14.11.

Diskurs
In englischer Sprache

Die Arbeitsgruppe „Decolonial Aesthetics/Practices“ des Graduiertenkollegs beschäftigt sich mit der ästhetischen Konstruktion von Theorie im Kontext von Antikolonialismus, Postkolonialismus und Dekolonialismus. Dafür untersuchen die Mitglieder der Gruppe dekoloniale ästhetische Strategien, welche von künstlerischen und kuratorischen Projekten aus den Bereichen Fotografie, Film, Theater, zeitgenössisches Drama, Performance, Kunst, Musik, Video und bildende Kunst verfolgt werden. Für die achte Ausgabe der Online-Publikation www.wissenderkuenste.de hat ein aus Mitgliedern der Gruppe bestehendes Redaktionsteam – darunter Juana Awad, Maja Figge, Grit Köppen und Katrin Köppert - eine Sammlung wissenschaftlicher Artikel und künstlerischer Beiträge zusammengestellt. Diese vielseitigen Materialien legen den Fokus auf dekoloniale Strategien, die sich mit ästhetischen Prozessen der Erinnerung und der Archivierung befassen: Welche Formen der Auseinandersetzung mit verschiedenen Wissensbeständen und ihrer ästhetischen Aufbereitung in der zeitgenössischen Kunst sind beispielhaft für dekoloniale Verschiebungen? Welche Archivierungsästhetik hat einen dekolonialen Effekt auf die Wissensbildung? Was bleibt vom kolonialen Archiv erhalten, wenn die Ästhetik ephemerer Objekte in die Wissensbestände eingeht?

Zu den Mitwirkenden zählen Ali Kazimi, Arlette Ndakoze, Su-Ran Sichling und Nikolai Brandes, Grit Köppen, Imayna Caceres, Isabella Schwaderer und Markus Schlaffke, Katharina Pelosi, Matei und Andrea Bellu, Omar A. Chowdhury, Queer Frequency Modulation Collective, Stefanie Fock, Verena Melgarejo-Weinandt und Victoria Nolte. .

Im Grünen Salon präsentiert On Decolonial Deferrals ausgewähltes Bildmaterial sowie Video- und Soundarbeiten, die in der Publikation enthalten sind.


Das DFG-Graduiertenkolleg Das Wissen der Künste ist eine Forschungseinrichtung an der Universität der Künste, in der Forschende verschiedener kunst- und kulturwissenschaftlicher Fächer zusammenarbeiten. Ihre Arbeit geht von der Prämisse aus, dass in den Künsten nicht nur Wissensformen aus kulturellen, sozialen, politischen oder ökonomischen Feldern dargestellt, legitimiert und verbreitet werden, sondern dass diese auch eigenständige Wissensformen hervorbringen, gestalten und vermitteln. In Zeiten des allgemeinen Kreativimperativs und der "Wissensgesellschaft" kommt ihnen dabei eine kritische und widerständige Rolle zu. So interessieren uns an den Formen und Bedingungen künstlerischen Wissens insbesondere die Handlungsmacht von Material und Objekten, die medialen Rahmungen und die politische Performanz sowie die Rolle von Übungs- und Vermittlungsprozessen. In Screenings, Vortrags- und Gesprächsformaten wollen sie diese Forschung im Austausch mit Gästen im Grünen Salon zur Diskussion stellen.

Vergangene Veranstaltungen

WISSEN DER KÜNSTE Quiet Flows the Stream by Nilanjan Bhattacharya

Diese Veranstaltung ist Teil der Reihe WISSEN DER KÜNSTE des DFG Graduiertenkollegs in Kooperation mit der Volksbühne Berlin.

Zweikanal-Videoinstallation, Präsentation, Diskussion

Die Serie WISSEN DER KÜNSTE, eine Zusammenarbeit mit dem gleichnamigen DFG-Graduiertenkolleg an der Universität der Künste, wird mit einem Schwerpunkt auf Ästhetik und deren Anwendungen jenseits menschlicher Abstraktion fortgeführt und betrachtet dabei die Verflechtungen zwischen Wissenssystemen in Kunst, Natur und Technologie.

Der Künstler und Autor Nilanjan Bhattacharya präsentiert seine Zweikanal-Videoinstallation Quiet Flows the Stream, die sich mit dem Vermächtnis von grenzüberschreitendem Wissenstransfer sowie mit der aktuellen Bedeutung von traditionellen medizinischen Praktiken in Indien beschäftigt.

Forschungsmaschine: Verschränkte Verfahren von Kunst und Theorie

This event is part of the discourse series WISSEN DER KÜNSTE

The workshop will address the question of artistic research from the perspective of performance. Like performance practice, thinking is always in the making. How can we relate these two on the level of their activity (rather than on the level of their products)? How do they feed into each other? Can we separate them? How can they transversally travel across and beyond their milieu of production? Following these movements of thought and the movements in space the workshop deals with the production of concepts in movement and the choreographic techniques of thinking.

Xavier Le Roy (Gießen) and Scarlet Yu (Berlin) work as choreographers and have developed several workshop addressing the relation of choreography, performance and thinking, for example in the frame of “Lebensformen” (HKW 2019). Gerko Egert (Gießen) and Maximilian Haas (Berlin) work as scholars in the field of performance studies.

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Forschungsmaschine: Verschränkte Verfahren von Kunst und Theorie

Veranstaltung im Rahmen der Diskursreihe WISSEN DER KÜNSTE

Anmeldung erforderlich über besucherservice@volksbuehne-berlin.de bis zum 17.09.

Ein wichtiger Baustein des 2015 gegründeten Harun Farocki-Instituts ist das Archiv, in dem ein Teilnachlass des Autors, Regisseurs und Künstlers versammelt ist und nach und nach erschlossen wird. Eine Besonderheit der versammelten Materialien ist, dass es sich dabei nicht um die abgeschlossenen Werke (Filme, Fernsehproduktionen, Videoarbeiten) Farockis handelt, sondern um alternative Fassungen, Schnittreste, Recherchematerialien. Was leitet sich aus solchen „Para-Materialien“ her? Inwiefern können sie das Wissen der Bilder (und Töne), das Farocki stets zu aktivieren versucht hat, modifizieren, ergänzen oder konterkarieren? Nach einem kurzen Besuch des Institutsarchivs sollen in der gemeinsamen Lektüre kurzer Texte und der konkreten Befragung exemplarischer Archivalien einige Koordinaten der Archivarbeit als Wissenspraxis erschlossen und künstlerisch umgesetzt werden.

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Forschungsmaschine: Verschränkte Verfahren von Kunst und Theorie

Uriel Orlow stellt sein Forschungsprojekt Theatrum Botanicum vor, ein Werkzyklus, der Pflanzen und Gärten als aktive Akteur*innen in Politik und Geschichte versteht und Verstrickungen zwischen Mensch und Natur sowie Europa und Afrika nachgeht. Das über mehrere Jahre angelegte Forschungsprojekt steht im Dialog mit Auseinandersetzungen zu Kolonialismus und Naturpolitik, welche postkoloniale und dekoloniale Studien sowie „südliche Epistemologien” durchlaufen.

Uriel Orlows Praxis ist forschungsorientiert, prozessorientiert und multidisziplinär mit Film, Fotografie, Zeichnung und Ton. Er ist bekannt für Einzelbild-Filmarbeiten, Vortragsperformances und modulare, multimediale Installationen, die sich auf bestimmte Orte und Mikrogeschichten konzentrieren und unterschiedliche Bildregime und Erzählweisen in Einklang bringen. Seine Arbeit beschäftigt sich mit Rückständen des Kolonialismus, räumlichen Manifestationen der Erinnerung, blinden Flecken der Repräsentation und Formen der Verfolgung.

WISSEN DER KÜNSTE: Prekäre Substanzen in Film und Literatur

Öl, Plastik, Metall oder Präparate der Pharmaindustrie durchdringen, infizieren, besetzen und haften an unseren Körpern und gestalten so unsere materielle Welt. Dabei kommt den global zirkulierenden Substanzen eine unsichere, gefährliche und prekäre Position zu. Einerseits sind es Objekte, die wir jeden Tag nutzen, einnehmen und verbrauchen, andererseits entzieht sich ihre Verbreitung im Zuge der Globalisierung scheinbar jedweder Kontrolle, mit unvorhersehbaren Auswirkungen auf das Klima und die Umwelt. Es scheint so als ob nicht wir die Dinge besitzen würden, sondern sie besitzen zunehmend uns. Durch dieses Spiel aus An- und Abwesenheit sowie Kontrolle und Kontrollverlust entwickeln die Stoffe, Substanzen und Dinge der materiellen Welt eine imaginative und narrative Energie, die sich in literarischen und filmischen Fiktionen über und mit Stoffen niederschlägt. Von Sergej Tretjakows Essay Biographie des Dings (1929), in dem er reisende Dinge in das Zentrum seiner literarischen Methode stellt, und Primo Levis Untersuchungen chemischer Elemente in Das periodische System (1975) über John Smiths Film Slow Glass (1988-91), der sich der Wirkung seines titelgebenden Gegenstandes hingibt, bis zu den Drogen, Bioadaptern und Elixieren gegenwärtiger Science-Fiction(s) finden sich unzählige Erzählungen, in denen prekäre Stoffe im Zentrum stehen. Welche Geschichten schreiben Stoffe in Film und Literatur? Wie bedingen sich reale Substanzen und die Stoffe in Literatur und Film gegenseitig und was sind ihre politischen Implikationen?

Entlang gewöhnlicher (Glas), seltener (Blei) sowie seltsamer Stoffe der Science-Fiction werden Petra Löffler, Felix Laubscher und Georg Dickmann kulturtheoretische, ästhetische und philosophische Einblicke zu prekärer Materialität in Film und Literatur vorstellen und anschließend mit dem Publikum diskutieren.

Petra Löffler vertritt seit Oktober 2017 die Professur von Wolfgang Schäffner für Wissens- und Kulturgeschichte am Institut für Kulturwissenschaft. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Materiellen Kultur, der Bildmigration und Archivpraktiken sowie der Medienökologie.

Felix Laubscher ist Kulturwissenschaftler und promoviert im Rahmen des Graduiertenkolleg „Das Wissen der Künste“ mit einem Projekt zum filmischen Denken im Spannungsfeld von Kunst und Kino. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit arbeitet er als Filmschaffender und freier Kurator in Berlin.

Georg Dickmann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am DfG-Graduiertenkolleg „Das Wissen der Künste“ und promoviert dort mit einer Arbeit zu prekären Substanzen in Philosophie und zeitgenössischer Science Fiction. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit arbeitet er als freier Journalist und ist seit März 2017 bei „diffrakt. Zentrum für theoretische Peripherie“ als Theoriekurator tätig.

www.udk-berlin.de/graduiertenkolleg

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Das DFG-Graduiertenkolleg „Das Wissen der Künste“ ist eine Forschungseinrichtung an der Universität der Künste Berlin. Hier arbeiten Doktorand*innen, Postdoktoktorand*innen und Lehrende verschiedener kunst- und kulturwissenschaftlicher Fächer zusammen.

Ausgangspunkt der Arbeit ist die These, dass in den Künsten nicht nur Wissensformen aus kulturellen, sozialen, politischen oder ökonomischen Feldern dargestellt, legitimiert und verbreitet werden, sondern dass diese Felder auch eigenständige Wissensformen hervorbringen, gestalten und vermitteln. In Zeiten des allgemeinen Kreativimperativs und der ‚Wissensgesellschaft‘ scheint die kritische und widerständige Rolle der Künste dabei besonders herausgefordert. Das Kolleg interessiert sich deshalb für die Formen und Bedingungen künstlerischen Wissens, insbesondere für die Handlungsmacht von Material und Objekten, für die medialen Rahmungen und für die politische Performanz sowie die Rolle von Übungs- und Vermittlungsprozessen.

Im Grünen Salon präsentiert das Kolleg Lectures, Panels, Workshops u.a. außerhalb des universitären Kontextes. Die Diskursreihe WISSEN DER KÜNSTE möchte im Austausch mit einem breiten Publikum interdisziplinäre Fragestellungen gemeinsam neu denken.

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