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Das drohende Verschwinden der Welt
Über die Zukunft der Auslandsberichterstattung
26.10.
Grüner Salon

Diskurs
In deutscher Sprache

Anlässlich des 15. Geburtstages der Weltreporter, des größten Netzwerks freier Korrespondent*innen für den deutschsprachigen Raum, diskutieren Bettina Rühl (Weltreporter), Jochen Wegner (ZEIT Online), Oliver Schröm (correctiv) und Lutz Mükke (Reporter und Medienwissenschaftler). Moderation: Anke Bruns

Deutsche Medienhäuser dünnen ihre Korrespondent*innennetze seit Jahren aus, unter ihnen auch die wichtigen Nachrichtenagenturen. Immer häufiger werden Auslandsberichte in deutschen Redaktionen geschrieben – die Folge: ein zunehmend verzerrtes Bild von der Welt. Was kann und muss also unternommen werden, um fundierte und unabhängige Auslandsberichterstattung in Deutschland zu garantieren? Welche Verantwortung tragen Redaktionen, Korrespondent*innen, Herausgeber*innen? Was muss die Bundespolitik tun, um für die Freiheit der Auslandsberichterstattung zu streiten? Welche neuen Modelle brauchen wir, um gründliche und unabhängige Berichterstattung künftig finanzieren zu können?

In Krisenregionen oder autoritären Staaten wie der Türkei oder China ist objektive Berichterstattung zunehmend eine Herausforderung, beginnend mit Zulassungen und Reisegenehmigungen für das jeweilige Land. Wo Berichterstattung schwierig oder teuer ist, bestimmen interessengeleitete Organisationen oder Individuen den Informationsfluss. Dieser Trend ist auch deshalb beunruhigend, weil Bundesregierung und Bundeswehr als Akteure in internationalen Krisen gefragt sind, wie im Weltsicherheitsrat oder bei Blauhelmmissionen. Bürger*innen müssen den Sinn von Interventionen beurteilen können, insbesondere da die Glaubwürdigkeit von Medien – nicht nur in Deutschland – immer massiver zum Politikum gemacht wird. „Fake news“ sind zu einer beliebten rhetorischen Figur geworden, mit der die Argumente politischer Gegner vom Tisch gewischt werden.

Weltreporter.net ist das größte Netzwerk freier deutschsprachiger Auslandskorrespondent*innen. Sie berichten aus mehr als 160 Ländern für deutschsprachige und internationale Medien. Statt nur kurzfristig einzufliegen, sind sie im Ausland präsent und berichten aus den Ländern oder Regionen, in denen sie leben. Ihr Anspruch ist eine sorgfältige, umfassende und informative Auslandsberichterstattung.

Unterstützt wird die Veranstaltung von torial.com, der Online-Plattform für Journalist*innen, und der Deutschen Post DHL Group.

Foto: Weltreporterin Kerstin Zilm bei Arlington West am Santa Monica Pier, wo jeden Sonntag Kriegsveteranen mit Holzkreuzen im Sand auf US-Soldaten aufmerksam machen, die seit der Invasion von Irak im Krieg gestorben sind. Credit: Weltreporter

26.10.19, 19:00
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