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BAM! Berliner Festival für ­aktuelles Musiktheater 2019
Sypmposium: Mapping Music Theatre
28.09.

Mapping Music Theatre - Wege des Arbeitens im freien Musiktheater der Niederlande und Berlins

12:00–13:30 KEYNOTES

Das freie Musiktheater Berlins
MARTINA STÜTZ | Freie Dramaturgin

Das freie Musiktheater der Niederlande
DENNIS STAM | Performing Arts Fund NL

Zur Entwicklung freien Musiktheaters in Holland und Belgien
GUY COOLEN | Operadagen Rotterdam / Muziektheater Transparant Antwerpen

Rotterdam und Berlin im Kontext: Freies Musiktheater an anderen Orten Europas
MATTHIAS REBSTOCK | Regisseur & Musiktheaterwissenschaftler, Berlin / Hildesheim

13:30–14:00 Kaffeepause

14:00–16:00 PANEL

Coming Together. Mit Künstlerinnen und Künstlern des Festivals aus Holland und Berlin
Moderation: ROLAND QUITT, SEBASTIAN HANUSA

Bei der Entwicklung neuer Musiktheaterformen haben Deutschland, die Niederlande und Belgien die Nase gleich weit vorn. Anders als in Deutschland konkurriert das freie Musiktheater in Holland und Flandern allerdings nicht mit den Orchestern und Ensembles eines verzweigten Stadttheatersystems. So hat man dort zu Förderstrukturen gefunden, die der freien Szene gegen entsprechende Auflagen eine weit größere strukturelle Absicherung bieten. Beim Erproben neuer Musiktheaterkonzepte öffnen sie weitgespanntere Freiheitsräume und führen gleichzeitig zu Ausdrucksformen, mit denen sich die dortige Szene von der hiesigen an vielen Punkten unterscheidet.

Beide dieser Seiten sollen innerhalb des Symposiums in Vergleich gebracht und auf ihre verborgenen Reglementierungen befragt werden. Warum ist das freie Musiktheater der Niederlande so anders als das aus Berlin? Wo liegen dennoch Berührungen? Was können beide dieser Szenen während ihrer Begegnung bei BAM! voneinander lernen? Und last but not least: Lässt sich ein abgestimmter Fahrplan dieser zwei verschiedenen Züge denken – der Fahrplan eines freien Musiktheaters in Europa vielleicht?

Das Symposium richtet sich an Akteurinnen und Akteure der Szene wie an ein Publikum, das an den Hintergründen miteinander verbundener ästhetischer und kulturpolitischer Fragestellungen interessiert ist. Vier kurze Vorträge sollen zunächst in die Grundlagen einführen, bevor diese dann ausgewertet werden im persönlichen Austausch mit diesjährigen Künstlerinnen und Künstlern aus Holland und Berlin.


BAM! Berliner Festival für aktuelles Musiktheater 2019

Berlin besitzt die wohl größte und pulsierendste freie Musiktheaterszene Europas. Nirgendwo gibt es eine größere Anzahl von Akteurinnen und Akteuren, Gruppen und Ensembles, die sich einem alternativen Musiktheater verschrieben haben.

Seit letztem Jahr besitzt Berlin auch ein Festival dieser Szene – BAM!

Vom 26. bis 29. September 2019 präsentiert BAM! dreizehn Produktionen zeitgenössischen Musiktheaters und vier Late Night Performances in über dreißig Aufführungen, die sich in unterschiedlichsten Ansätzen zu einem Panorama kontrastierender Ausblicke auf ein Musiktheater unserer Tage verbinden. Seinen Anker wirft BAM! in diesem Jahr in der Volksbühne aus. Acker Stadt Palast, Ballhaus Ost und die St. Elisabeth Kirche ergänzen als Satelliten den Festivalraum. In der Festival-Lounge im Grünen Salon der Volksbühne können sich Festivalgäste, Künstlerinnen und Künstler bis in den späten Abend begegnen.

Berlin – und über Berlin hinaus: In vielen Ländern Europas existieren Szenen freien Musiktheaters, die kaum untereinander vernetzt sind und sich in ihrer Formsprache stark unterscheiden. BAM! sucht künftig den Austausch zu je einem weiteren geographischen Zentrum. In diesem Jahr gesellen sich unter dem Label »Berlin Meets Rotterdam« in Partnerschaft mit den Operadagen Rotterdam und mit Unterstützung von dutch performing arts drei wichtige Ensembles der holländischen Musiktheaterszene zu den Berliner Akteur*innen, ergänzt durch ein begleitendes Symposium zu Hintergründen von Arbeitsweisen, Fördersystemen und Ästhetiken der beiden Zentren Berlin und Holland.

Das komplette Programm und ausführliche Informationen zu BAM! finden sich unter www.bam-berlin.org.

Mit: Beins/Vorfeld, Björnsson/Marx, Club Gewalt, Derossi & Celestino, Hauen und Stechen, Hube de Graaff, Johannes Kreidler, MAM.manufaktur für aktuelle musik, NOVOFLOT, DieOrdnungDerDinge, Opera Lab Berlin & Ensemble Garage, Project Wildeman, Sirje Viise, u.a.

Spielorte:
Volksbühne Berlin | Linienstraße 227 | 10178 Berlin
Ballhaus Ost | Pappelallee 15 | 10437 Berlin
Acker Stadt Palast | Ackerstraße 169/170 | 10115 Berlin
St. Elisabeth Kirche | Invalidenstr. 4a | 10115 Berlin

Preise und Rabatte:
Tickets kosten einheitlich 14 € (ermäßigt 9 €).
Der Normalpreis von 14 € ermäßigt sich im Vorverkauf
> von 3 und 4 Tickets auf 12 €,
> von 5 und 6 Tickets auf 10 €,
> von 9 Tickets auf 9 € je Ticket.
Entsprechender Nachlass gilt auch bei ermäßigten Tickets.

Rabatte:
3 Tickets 36 € (statt 42 €) / ermäßigt 24 € (statt 27 €)
4 Tickets 48 € (statt 56 €) / ermäßigt 32 € (statt 36 €)
5 Tickets 50 € (statt 70 €) / ermäßigt 35 € (statt 45 €)
6 Tickets 60 € (statt 84 €) / ermäßigt 42 € (statt 54 €)
9 Tickets 81 € (statt 126 €) / ermäßigt 45 € (statt 81 €)

Der Kauf mehrerer Tickets zum Rabattpreis beinhaltet die Festlegung auf feste Vorstellungen. Rabatte werden nicht auf den Kauf mehrerer Tickets für dieselbe Vorstellung gewährt. Die Rabattpreise können nur an unseren Kassen, per E-Mail an besucherservice@volksbuehne-berlin.de oder telefonisch unter +49 (0)30 240 65 777 gebucht werden.

Auch für Vorstellungen, die im Vorverkauf nicht mehr erhältlich sein sollten, hält die Abendkasse jeweils ein Restkontingent bereit.

BAM! Berliner Festival für aktuelles Musiktheater ist eine Veranstaltung des ZMB – Zeitgenössisches Musiktheater Berlin e.V. in Kooperation mit Volksbühne, Acker Stadt Palast, Ballhaus Ost, Kultur Büro Elisabeth und Operadagen Rotterdam. Gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa (Spartenoffene Förderung), den Performing Arts Fund NL und die Rudolf Augstein Stiftung. In Zusammenarbeit mit dem Monat der zeitgenössischen Musik Berlin. Medienpartner sind Theater der Zeit, VAN Webmagazin für klassische Musik, taz. die tageszeitung und RBB Kulturradio.

Vergangene Veranstaltungen

Woekerpolis Nachtvlucht (Nachtflug) BERLIN MEETS ROTTERDAM

Wille zum Risiko ist ein konstantes Thema im Musiktheater aus holländischem Raum. Für Project Wildeman gilt: nomen est omen. Bekanntheit erlangte die Rotterdamer Truppe mit ritualistischen Auftritten, in denen die vier wilden Männer mit exzessiver Körperlichkeit hart an der Grenze zu eigener Verletzungsgefahr agieren. An Energie haben sie nicht verloren, aber ihr Ausdrucksspektrum kennt inzwischen auch kontemplativere Seiten.

Der zweigeteilte Abend beginnt mit der schon klassischen Performance WOEKERPOLIS, mit der Wildeman bereits 2012 das Londoner Aktionshaus Christies in Panik versetzte. Der unübersetzbare Titel macht sich fest an der niederländischen Variante überteuerter Versicherungen in Zeiten der Krise. Selbstironisch dreht sich WOEKERPOLIS um den wilden Mann im Dschungel des Geschäftslebens. Vier besessene Angestellte hüpfen wie Kampfmaschinen umher, Krisenmanager tanzen einen verzweifelten Reigen durch ein Schlachtfeld aus Steckern und Kabeln.

Wildemans neustes Programm NACHTVLUCHT (Nachtflug) dagegen – nach der Pause zu erleben – ist ein hypnotisch meditatives Konzertritual. Es führt das Publikum in den Trancezustand einer interstellaren Klangreise. Nachdem unser Planet definitiv unbewohnbar geworden ist, verlässt ihn die Menschheit und begibt sich auf eine Reise ins Dunkel des Alls. Klänge der städtischen Außenumgebung werden live in den Theatersaal übertragen, vermengen sich mit traditionellen Musikinstrumenten und moderner Elektronik.

Eine Produktion von Project Wildeman. Gastspiel gefördert von Dutch Performing Arts, einer Initiative des Performing Arts Fund NL

Besetzung
Konzept, Stimme, Electronics, Percussion, Performance: Robin Block | Sven Hamerpagt | Maarten Vinkenoog | Milan Mes

Selbstauslöser (UA)

Johannes Kreidler verfolgt einen konzeptionellen, ins Multimediale erweiterten Musikbegriff. Auf provokante und doppelbödig ironische Art hinterfragt er in seinen Arbeiten dabei Musik auf verborgene Verfestigungen in Tradition und Gesellschaftsstruktur.

In Form eines musiktheatralen Essays für zwei Performer (einer von ihnen Kreidler selbst) und Chor beschäftigt sich SELBSTAUSLÖSER mit den alltäglichen Gegenständen und Hilfsmitteln, die uns als Brücke zur persönlichen Welterfahrung dienen, mit den Kulturtechniken, die zu ihrer Bedienung eingeübt werden müssen und mit der Einengung unseres Blicks, die sie durch verborgenen Restriktionen jeweils beinhalten. Immer, so Kreidler, »bewegen wir uns innerhalb festgelegter Möglichkeiten – tun Dinge und werden gleichzeitig getuned«. Unerwartete Querverbindungen treten zu Tage zwischen der Sphäre des Musikinstruments (es dient als Mittler zur besonderen Welt der Klänge), den Funktionen von Staubsauger, Kaffeemaschine und Saftpresse und – hier liegt sein wichtigstes Augenmerk – dem technischen Instrumentarium der modernen Mediengesellschaft von Facebook bis hin zu Alexa.

Eine Produktion von BAM! – Berliner Festival für aktuelles Musiktheater 2019

Besetzung
Performer: Johannes Kreidler und Arno Lücker
Chor: Ensemble PHØNIX16, Ltg. Timo Kreuser
Bühnenbild: Dejana Sekulic
Videos: Johannes Kreidler und Dejana Sekulic
Dramaturgie: Arno Lücker
Videoregie: Peter Lell
Konzeption, Komposition, Regie: Johannes Kreidler

The Whale Whale Song (UA)

Treffpunkt: Kassenhalle

Seeleute vernahmen im Gesang der Wale lange das Lied von Meerjungfrauen. Er ist Futterton, er ist oftmals auch Liebeslied, und über enorme Distanzen hinweg verhilft er Familien zur Ortung ihrer Mitglieder. Wale aber müssen heute lernen, lauter zu singen. Abgestorbene Korallenriffe schlucken ihr Lied, anstatt es wie früher zu reflektieren. Bohrinseln, Schiffsmotoren, Sonare übertönen ihren Ton, zerstören so ihre Orientierung und lassen sie immer häufiger stranden.

Hauen und Stechen betreiben ein sinnliches, emotional aufgeladenes Theater, das die direkte Berührung mit dem Publikum sucht, klassisches Musikrepertoire überschreibt und in Begegnung mit Popkultur bringt. Als Hommage an die verklingende Musik der Wale bedient sich THE WHALE WHALE SONG Quellen aus unterschiedlichsten Bereichen, um tief ins Menetekel des Verhältnisses des Menschen zum Wal und, über diesen hinaus, zur Natur zu führen.

Eine Produktion von BAM! – Berliner Festival für aktuelles Musiktheater. Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Besetzung
Mit: Gina-Lisa Maiwald, Schauspiel, Gesang | Angela Braun, Gesang, Performance | Martin Gerke, Gesang, Performance | Roman Lemberg, Tasteninstrumente, Performance | Hauke Renken, Schlagwerk, Performance

Regie: Franziska Kronfoth
Musikalische Leitung: Roman Lemberg
Bühne und Kostüme: Lena Fay
Assistenz Ausstattung: Chien-Hung Kuo

Replay

Es bleibt unklar, wo wir uns hier eigentlich befinden. Drei Personen treffen aufeinander, schnell treten zwischen ihnen Konflikte hervor, heimlich scheint jede etwas zu betrauern zu haben. Rasant wechseln die Situationen, aber aus ständig neuer Perspektive spielt alles mit der Geschichte von Orpheus, seinem Versuch der Rückgewinnung, Wiederbelebung eines Verlorenen. REPLAY ist ein komponiertes Theater, das mit verblüffender Leichtigkeit Elemente von Schauspiel und Musik vereint. Projektbezogen haben sich zu ihm einige hochkarätige Mitglieder der Berliner Szene zusammen gefunden. Wo Sprache einer Situation nicht Herr mehr wird, springt Musik für sie ein – Glucks »Orfeo ed Euridice« bildet hierfür die Basis.

REPLAY ist gleichzeitig eine Aneignung des Orpheusmythos. Gestrandet in einer Welt von Alltagsroutine, in der alles tot und vergangen erscheint, sehnen sich die Figuren zurück in einen verlorengegangenen Zustand, der für sie alle einmal am Anfang stand.

Eine Produktion von Björnsson / Marx 2018 in Kooperation mit dem Schlossplatztheater Berlin Köpenick. Gefördert durch das Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin, Fachbereich Kultur

Besetzung
Regie: Thorbjörn Björnsson | Text und Dramaturgie: Julia Marx | Musik: Tobias Christl, Evdoxia Filippou, Christoph Willibald Gluck

Mit: Thorbjörn Björnsson, Tobias Christl und Evdoxia Filippou, Instrumente, Schauspiel, Performance

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