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Illustration: Skizzomat / Marie Emmermann

ultra
Eine Maßnahme von Cesconetto, Jung, Katzer, Thomasberger, Witt, Wray (HfS Ultras)
13./14.03.20
3. Stock, Roter Salon, Grüner Salon

Schauspiel, Festival

3. Stock, Roter Salon, Grüner Salon

Festival in Kooperation mit den Studiengängen Regie und Schauspiel der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“

Wir verkaufen unsere Körper, wir verkaufen unsere Seele, wir verkaufen unser Gender. Ganz ganz billig.
6 Uraufführungen, 6 Regisseurinnen, 3 Spielstätten.

Ultra ist das Jenseits. Die Abseits-Regeln kennen wir. Unsere Nixe schwimmt im Landwehrkanal. Sie hört auf den Namen Rosa. Wir sind solidarisch, überzeugen Sie uns vom Gegenteil. Wie ist die Erde im Fluss? Sie ist rot. Wir kommen nicht durch den Zoll. Unser Gepäck wird rausgefischt, aber sie können uns nichts nachweisen. Lassen Sie uns durch. Die merkwürdig diverse Frauengruppe ist einverstanden mit ihrer Aufgabe.

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Freitag, 13.03.2020

Route A

MEDUSA / NEMESIS (Josephine Witt)
18:30, Roter Salon

TAKE ON ME (Lena Katzer)
20:00, Grüner Salon

MÄNNERPHANTASIEN (Theresa Thomasberger)
21:30, 3. Stock

Route B

SCHWARZE ERDE (Carolina de A. Cesconetto)
19:00, 3. Stock

DRECKSKINDER ODER DER VERSUCH EINER ZUKUNFT (Sarah Claire Wray)
21:00, Roter Salon

VOGEL + FREI (Eunsoon Jung)
22:30, Grüner Salon

Am Freitag ist es zeitlich nicht möglich, direkt aufeinanderfolgende Produktionen zu besuchen, da diese sich z.T. überschneiden. Wer mehrere Stücke sehen möchte, sollte daher am besten eine der beiden Routen wählen. Am Samstag hingegen ist es möglich, sämtliche Produktionen hintereinander zu besuchen.

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Samstag, 14.03.2020

TAKE ON ME (Lena Katzer)
14:00, Grüner Salon

SCHWARZE ERDE (Carolina de A. Cesconetto)
15:30, 3. Stock

MEDUSA / NEMESIS (Josephine Witt)
17:00, Roter Salon

VOGEL + FREI (Eunsoon Jung)
19:30, Grüner Salon

MÄNNERPHANTASIEN (Theresa Thomasberger)
21:00, 3. Stock

DRECKSKINDER ODER DER VERSUCH EINER ZUKUNFT (Sarah Claire Wray)
22:30, Roter Salon

Ab 23:30, Grüner Salon: Party

Mengenrabatt-Preise für 3 oder 6 Tickets über die Kasse der Volksbühne per Mail und Telefon erhältlich. Rabatte werden nicht auf den Kauf von meheren Tickets für dieselbe Veranstaltung gewährt.
3 Tickets à 7 € / erm. 4 €
6 Tickets à 6,50 € / erm. 3 €

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TAKE ON ME
von Lena Katzer und Maximilian Riethmüller

Die Schicksalsgemeinschaft der Aussortierten berichtet aus der Einöde der Ungewissheit: der Schublade. Das Haltbarkeitsdatum ist schon längst überschritten. Gebraucht werden sie nicht. Es droht die letzte Frage der Existenzberechtigung: Do I spark joy?

Mit: Josephine Buchwitz, Carlo Silvester Duer, Marie Katzer, Johannes Scheidweiler, Alexander Wertmann

Regie, Bühne und Kostüme: Lena Katzer
Kopfbedeckung: Marc Freitag
Musik: Johannes Scheidweiler
Dramaturgie: Leonie Adam
Regieassistenz: Victor Osterloh

Lena Katzer, Jahrgang 1995, ist seit ihrer Ausbildung zur Herrenschneiderin an den Städtischen Bühnen Frankfurt am Main und ihrer Arbeit an der Schaubühne Berlin als Schneiderin und Kostümbildnerin tätig.
Seit 2017 studiert sie Schauspielregie, in der ersten Frauenklasse. Gemeinsam gründeten sie die HfS Ultras.

Mit freundlicher Unterstützung von

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SCHWARZE ERDE
von Lena Reißner

„Hast du schon mal das Herz eines Menschen besessen?“ Die einen ziehen das Fell ab, die anderen stecken es ein. Eine Insel am Abgrund, zerfressen von Maulwürfen und Moral. Die Pelzlawine gerät ins Rollen. Es gibt keine Sünde unterhalb der Äquatorlinie.

Mit: Mohammad Akeel, Torben Appel, Lena Eikenbusch, Valerija Laubach, Hauke Petersen, Milena Schedle, Emma Lotta Wegner, Julia Zupanc
Band: Lars Breitinger, Robin Ketterer, Carl Kossmer, Helene Richter
Chor: Ana Carolina Batista de Lima, Deborah Böhm, Maximilian Kraft, Fanny Raliot, Lea Schorling, Michael Thomas

Regie: Carolina de A. Cesconetto
Bühne: Anna Armann
Kostüme: Isabelle Edi
Musik: Helene Richter
Dramaturgie: Ana Edroso Stroebe
Regieassistenz: Selma Böhmelmann, Monica Bolzani
Bühnenbildassistenz: Clo Catalán, Rosa Thiemer
Kostümassistenz: Tin Wang

Carolina de A. Cesconetto, 1993 in Brasilien geboren. Vor ihrem Regiestudium absolvierte sie in Curitiba/Brasilien ihr Studium für Komposition und Dirigieren. Seit 2016 lebt sie in Deutschland und hat seitdem bei diversen Schauspiel- und Musiktheaterproduktionen mitgearbeitet, u. a. in Hamburg auf Kampnagel, an den Hamburger Kammerspielen und an der Deutschen Oper Berlin.

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MEDUSA / NEMESIS
von Josephine Witt und Ensemble

„Medusa? Medusa ist tot. Ihr Pferdesöhnchen? Galoppiert über den Helikon. Und Pierreseus? [Marodiert durch Afrika mit Medusas abgeschlagenem Haupt im Sack.] Wie sie den Kopf verlor? Wie sie den Kopf verlor.“ — Klaus Heinrich, 1979

P. S.: Was ich noch sagen wollte. Medusa liebt Plastik-Essen. Das ist erstmal kontraintuitiv, doch es stimmt. Plastik-Essen, also Plastik-Tomaten, Plastik-Paprika, Plastik-Sushi, Essen, das niemand essen kann, das niemals beginnen wird zu schimmeln. Medusa hat eine größere Sammlung angelegt, und ihre Sammlung erfüllt sie mit Glück. Einige Stücke wirken realistisch, andere aber noch besser als in Wirklichkeit. Man kann sich kaum satt sehen daran. Als Pierreseus davon erfährt, macht es ihn stutzig. Er versteht nicht ganz, wie hat totes Plastik-Essen Platz im medusischen, lebendigkeitsvernarrten Kosmos. Medusa antwortet: Das eine, das ich bin. Das andere, das ich liebe.

Mit: Christina Berger, Philine Schmölzer, Hugo Tiedje sowie Florian Hein (Musik) und Brian Morrow (Musik)

Regie: Josephine Witt
Bühne: Anna Bergemann
Kostüme: Clemens Leander
Dramaturgie: Krischa Hasselbach
Kostümassistenz: Fine Burckhardt

Josephine Witt, geboren 1993 in Hamburg, landete über ein paar abgebrochene Studiengänge (u. a. Zahnmedizin) schließlich im Regiestudium. Zuvor machte sie durch öffentliche Protestaktionen im Zusammenhang mit der ukrainischen FEMEN-Bewegung, zum Beispiel im Kölner Dom oder in der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main, auf die feministische Avantgarde des 21. Jahrhunderts aufmerksam. Sie lebt seit 2015 in Berlin und hat eine Tochter.

Herzlichen Dank für die Unterstützung an

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VOGEL + FREI
von Eunsoon Jung und Ensemble

Wir leben in einer Welt, in der Dinge passieren, die nicht passieren dürfen. Tatenlosigkeit ermöglicht eine Brutstätte für entwürdigende Klischees und Abscheu, schafft dadurch Diskriminierung, die auch vor Gewalt nicht haltmacht. Achtung! Achtung! Hier ist der Alarm, der uns wachrütteln muss! Ein Abend über Rassismus und Sexismus auf deutschen Bühnen.

Mit: Joy Maria Bai, Eunsoon Jung, Rafael Grigoletto, Paul Kemner, Keumbyul Lim, Alexandros Koutsoulis, Laura Waltz

Regie: Eunsoon Jung
Bühne: Goya Choi
Kostüme: Frieda Westphalen
Musik: Seonghee Lee
Video: Sang-Ae Han
Beratung: Alexander Hofmann
Dramaturgie: Soomin Kim

Eunsoon Jung, 1986 in Seoul geboren, Regisseurin, Performerin und Schauspielerin. Seit 2017 studiert sie Regie und widmet sich zudem seit 2019 dem Puppenspiel. Davor hat sie am Seoul Institute of the Arts Schauspiel studiert und nach dem Abschluss mit der Physikaltheatergruppe „Sadari Movement Laboratory“ als Schauspielerin weltweit gearbeitet.

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MÄNNERPHANTASIEN
nach Klaus Theweleit

"Der Vater hat versagt: sie treten an zum Kampf um seine Nachfolge bei der Mutter Deutschland. Das Patriarchat sichert seine Herrschaft im Faschismus (…). Weit und breit nur Söhne, Hitler eingeschlossen." (Theweleit)

40 Jahre nach ihrem Erscheinen begegnen Klaus Theweleits Männerphantasien ihren Protagonisten erneut auf der Straße. Dort treffen faschistische Maskulinitäten der 20er auf die Ängste der neuen alten Rechten. Die Körper sind in Angst vor Auflösung, vor Gleichheit, in Angst vor dem Fremden, vor dem Fremden in ihnen selbst. MÄNNERPHANTASIEN fragt nach Körperpanzern und Gezeiten. Kommunismus als Einstiegsdroge für Sex und umgekehrt. Am nahen Ufer return of the kings.

Mit: Bineta Hansen, Janek Maudrich, Lotte Schubert, Malaya Takeda, Daniel Warland
Tänzer*innen: Shall We Dance Berlin e. V.

Regie: Theresa Thomasberger
Bühne und Kostüme: Mirjam Schaal
Sound: Oskar Mayböck
Choreografie: Justin Peterson
Dramaturgie: Nils Schröder
Dramaturgische Mitarbeit: Iven Yorick Fenker
Regieassistenz: Paula Dehner

Theresa Thomasberger, geboren 1992, studierte zunächst Philosophie in Wien, anschließend Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst Wien und Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. Seit 2017 Studium der Theaterregie. Mitbegründerin der Kollektive Philosophy Unbound und HfS Ultras.

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DRECKSKINDER ODER DER VERSUCH EINER ZUKUNFT
von Lisa Wentz

„Wer aus dem Dreck kletterte, war stark genug für die Arbeit. So bist du auf ewig gebunden an die Heimat, die Scheiße quillt für immer aus deinem Mund.“

In der letzten Bar, am Ende der Welt, treffen vier Menschen aufeinander, deren Vergangenheit sie überrollt. Schaffen sie es, das Glück für sich zu beanspruchen und eine neue Welt zu erschaffen?

Mit: Max Haase, Yanina Céron Klewer, Alida Chloë Stricker, Luise Tschersich

Regie: Sarah Claire Wray
Bühnenfassung: Lisa Wentz, Sarah Claire Wray
Bühne: Raphael Hofäcker
Kostüme und Make Up: Astrid Mogren
Musik und Komposition: Ralph Heidel
Video: Lena Meyer
Mentoring: Britt Beyer

Sarah Claire Wray, aka wraxes, geboren 1993 in Köln, hat Architektur studiert, bevor sie in Frankfurt, Stuttgart, Hamburg und Oldenburg als Regiehospitantin und -assistentin arbeitete. Seit 2017 studiert sie Schauspielregie und realisiert als Regisseurin, Autorin und Performerin zahlreiche Theater- und Filmprojekte.

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Eine Kooperation der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ mit der Volksbühne Berlin

Projektbegleitung: Ulf Frötzschner, Robert Schuster
Produktionsleitung: Rolf Krieg, Michael Ladner, Karina Zotz
Technische Betreuung, Lichtgestaltung: Vedran Avramovic, Gesche Conradis-Jansen und Noura Jo Heidler (Studierende der Beuth Hochschule für Technik Berlin), Tom Keller

Medien

Foto: Monika Keiler

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