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Festival POSTWEST

Großes Haus
27.05.-31.05.20

Vom 27. bis 31. Mai 2020 planen wir ein transkulturelles Theater-­Festival unter dem Titel POSTWEST. In Berlin, dem europäischen Fenster zum Osten, zeichnet sich die Volksbühne als genossen­schaftlich erbautes Haus durch eine bewegte Geschichte zwischen Ost und West aus. Das Festival nimmt den „Zwischenort“ Volksbühne als Ankerpunkt, öffnet das Fenster in den Osten und macht die Kunstschaffenden selbst zu Akteur*innen, die Zuschreibungen analysieren, um sie auf ihre eigene Art mitzugestalten.

Gemeinsam mit den Partnertheatern aus Osteuropa, die in ihren Ländern als Orte der Reflexion und kritischen Auseinandersetzung mit der gesellschaftspolitischen Situation agieren, werden Neuproduktion entstehen, die den fraglichen Konflikt zwischen Ost und West herausfordern, das Konzept und die damit verbundenen Stereotype hinterfragen. Rund um die Festivalproduktionen sind verschiedene künstlerische und diskursive Formate geplant, um die Theaterstücke zu ergänzen und das inhaltliche Spektrum auszubauen.

Gefördert durch die

www.kulturstiftung-bund.de

Kommende Veranstaltungen:
Platform East: Urban Activism in Eastern Europe, 28.01.
Der Weg aus der Nische? Belarussische Literatur und ihre Zukunft, 18.02.
Platform East: An Unholy Alliance? “Christian Values” and Anti-Gender Politics in Central and Eastern Europe, 26.02.
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Vergangene Veranstaltungen

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Eine Veranstaltung des internationalen Festivals POSTWEST

Im Januar starten sie: die POSTWEST_Shots mit dem Ensemble! Mit künstlerischen Shots, kurz und knackig, leichtfüßig und experimentell, laden die Schauspieler*innen und Regieassistent*innen ein, bereits vor dem Festival im Mai das Diskursfeld „POSTWEST“ zu erkundigen. Los geht’s immer 40 Minuten vor Beginn einer Repertoirevorstellung im Großen Haus. Treffpunkt Kassenhalle, der Eintritt ist frei. Lasst euch überraschen!

Gefördert durch die

Ordnung ist kein Teil unserer Verabredung mit der Zukunft!
Ausschnitte aus Brief an Demetriusz von Juliane Zöllner

Mit: Johanna Bantzer und Sir Henry
25.01.20, 18:50

„Ordnung ist eine Fiktion. Ordnung ist der Ursprung von allem Bösen. Gerade weil Ordnung für Realität gehalten wird. Ordnung jedenfalls macht, dass man nur das sieht, was ordentlich ist. Durch Ordnung missverstehen sich Menschen. Ordnung ist an Kindesmissbrauch, Sadismus, Intrige, Unterdrückung, Ausbeutung, Kapitalismus Schuld. Ordnung ist an Ordnung Schuld. Fast alle Kriege wurden durch Ordnung verursacht.“

Was macht eine Putzfrau, wenn sie nicht das tut, wofür ihr Name steht? Na, sie denkt und schreibt und entwirft ein Manifest, das ihren Berufsstand in den Grundfesten erschüttert.

„Man stelle sich ein Zimmer vor, in dem alle Uhren falsch gestellt sind: Das ist Ordnung. Ordnung ist kein Teil unserer Verabredung mit der Zukunft.“

Künstlerisch eingerichtet von: Jan Jordan und Eleonore Carrière

Mit herzlichem Dank an alle beteiligten Gewerke der Volksbühne Berlin.
Danke an Juliane Zöllner und den Verlag Matthes & Seitz Berlin.


Das neue Leben des Herrn Dracula und das einer Prophetin

Mit: Sarah Franke und Manolo Bertling
11.01.20, 18:50

„Heute wurde unter meiner Leitung der letzte Caisson unter dem Pfeiler des letzten Jochbogens einzementiert. Die Bauarbeiten an der größten Brücke, die das westliche Mitteleuropa mit dem nördlichen Osteuropa verbindet.“ – Endlich in Berlin angekommen, stellt sich trotz des Brückenerfolges das Tête-à-Tête Draculas mit einer Prophetin als schwere Krise heraus: „Mein Herz! Ich kriege keine Luft! Ich bin doch kein Mensch, ich kenne so etwas doch nicht! Und wo sind meine gierigen, bösen Gedanken zur Vernichtung dieses Menschenpacks?“

Künstlerische Einrichtung: Constanze Schüddekopf, Sabine Zielke, Eleonore Carrière

Herzlichen Dank an die Kolleginnen und Kollegen von Technik, Ton/Video, Beleuchtung, Maske, Requisite, Abenddienst.

Ivan Krastev: The Light That Failed – A Reckoning

Buchpremiere
Englisch mit deutscher Konsekutivübersetzung von Johannes Hampel

Eine Veranstaltung des internationalen Festivals POSTWEST

Anlässlich der deutschsprachigen Veröffentlichung von Das Licht, das erlosch – Eine Abrechnung spricht Susan Neiman (Direktorin des Einstein Forums, Potsdam) mit dem Autor Ivan Krastev über die Ursachen der aktuellen globalen Krisen.​

Mit dem Mauerfall und dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde das Modell freiheitlicher Demokratie vermeintlich alternativlos. Heute zerbricht die liberale Welt vor unseren Augen. Populismus, Nationalismus und die Abkehr von freiheitlichen Werten begleiten ihren Niedergang. Der Westen hat den Kalten Krieg gewonnen und doch seine politische Strahlkraft verloren. Wie konnte es dazu kommen?

In ihrer politischen Analyse Das Licht, das erlosch argumentieren Ivan Krastev und Stephen Holmes, dass sich das vermeintliche „Ende der Geschichte“ als der Beginn des „Zeitalters der Imitation“ entpuppt hat. Fast drei Jahrzehnte lang lautete der Imperativ für den Osten: „Imitiert den Westen!“ Dabei erwies sich, dass das Leben des Imitators zunehmend von Gefühlen der Unzulänglichkeit, Minderwertigkeit, Abhängigkeit und des Verlusts der eigenen Identität beherrscht wird.

Ivan Krastev,* 1965 in Bulgarien, ist Politikwissenschaftler. Krastev ist Vorsitzender des Centre for Liberal Strategies in Sofia und Permanent Fellow am Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien, wo er den Schwerpunkt Die Zukunft der Demokratie leitet. Er schreibt für die internationale Ausgabe der New York Times. 2017 erschien sein Essay Europadämmerung.

Gefördert durch die

www.kulturstiftung-bund.de

Pressestimmen
"Ivan Krastev ist einer der großen europäischen Denker unserer Zeit." Timothy Snyder

"Krastev zu lesen ist ein Genuss, denn in seiner stilistischen Kunst finden die Liebe zur Literatur, die politische Illusionslosigkeit und die Schönheit des Gedankens zusammen." Elisabeth von Thadden, DIE ZEIT

"Ivan Krastev ist einer der führenden Intellektuellen Europas." Madeleine Albright

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