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Die Ermittlung 2020
von Peter Weiss

Schauspiel

Großes Haus
Premiere im Frühjahr 2020

„Nach einer Probe sitze ich nachts in der Tonkabine im leeren Theater und höre mir das Band an (ein Mitschnitt der Uraufführung der Ermittlung, 1968 an der Freien Volksbühne Berlin). Die Mikrofone waren im Zuschauerraum positioniert. Während ich das Band höre, mache ich eine Zeitreise in den Abend der Aufführung, spüre das damals notwendige Pathos der Schauspieler und die Aufmerksamkeit der Zuschauer, die Stille und Unruhe im Parkett während einzelner Szenen. Und wieder trifft mich die Kraft des Textes, die Schonungs­losigkeit der Montage, die Genauigkeit des Blickes. Ich gehe nach Hause und greife zum Peter-Weiss-Lesebuch In Gegensätzen denken, schlage Seite 198 auf und gehe auf die Reise in den Text Meine Ortschaft, das Resultat der Reise von Peter Weiss nach Auschwitz. Und lande wieder beim letzten Satz ‚Dann weiß er, es ist noch nicht zu Ende.‘

Peter Weiss ist für mich immer ein wichtiger Gesprächspartner gewesen, obwohl wir uns nie getroffen haben. Ich begegne ihm beim Griff nach seinen Texten, im Lesen, Wiederlesen, Gegenlesen, und er hilft mir beim Überprüfen meiner Positionen, bei der Arbeit am Denken in Gegensätzen, das auch eine Arbeit an Sätzen ist, die für und gegen etwas sind. Später habe ich seine Filme und Bilder gesehen, die mir anderes über mich erzählten/erzählen. Es ist mir immer wieder etwas aufgefallen. Das Thema der Beschreibungshoheit beschäftigt uns beide. Wir sind nicht in allem einer Meinung in der Beschreibung der Welt, was wohl auch daran liegt, dass wir in verschiedenen Welten leben. Dennoch – fast immer wenn ich auf die Reise in eine neue Arbeit gehe, habe ich ein Buch von Peter Weiss im Gepäck. Ich kann es brauchen.“ (Hans-Werner Kroesinger)

Besetzung
Regie: Hans-Werner Kroesinger

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