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legende
von Ronald M. Schernikau

Schauspiel
Deutsch mit englischen Übertiteln

Großes Haus
Uraufführung am 11.12.19

„Ich bin Ronald M. Schernikau, ich komme aus Westberlin, ich bin seit 1. September 1989 DDR-Bürger, ich habe drei Bücher veröffentlicht und ich bin Kommunist.“ Mit diesem Satz eröffnete Schernikau seine Rede vor dem letzten Schriftstellerkongress der DDR und fügte gleich darauf hinzu: „Die Dummheit der Kommunisten halte ich für kein Argument gegen den Kommunismus“. Als 1999 sein Buch legende erstmals erschien, war der Autor selbst nicht mehr auf dieser Welt. Er starb mit 31 Jahren an AIDS, acht Jahre, bevor sein fast 1000 Seiten umfassendes Hauptwerk, auf das er sein ganzes Leben lang hingedacht hatte, endlich ausgeliefert wurde. Wenig später war es bereits nicht mehr verfügbar. Die Folge: legende wurde zur Legende. Und wer nicht rechtzeitig zugegriffen hatte, musste diesen grandiosen Solitär der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur verpassen und sich mit Gerüchten zufrieden geben. Dies alles ändert sich nun innerhalb weniger Monate. Denn zeitgleich betreiben die Volksbühne und der Berliner Verbrecher Verlag das längst überfällige Comeback der legende. Zweimal große Bühne für einen Text, der sich aufgrund einer überbordenden Vielheit an Erzählformen jeder Gattungszuschreibung entzieht und dessen erster Schauplatz ein Götterhimmel aus den 1980er-Jahren ist. Sehr allein sitzen dort fifi, kafau, stino und tete und verneigen sich voreinander. Sie alle haben eine mehr als irdische Vergangenheit, nun aber sind sie obenauf und blicken von Zeit zu Zeit hinunter auf eine geteilte Insel namens Berlin. Und da Götter, die sich voreinander verneigen, dies auch mit den Menschen tun müssen, machen sie sich auf den Weg. Ihr Ziel: den Menschen (hüben wie drüben) möglichst viel Gutes bringen, viel Kraft, viel Optimismus, viel Handlungsfähigkeit. Keine einfache Aufgabe: „Heutzutage darf man niemandem den Kopf streicheln – die Hand wird einem sonst abgebissen. Schlagen muss man auf die Köpfe, unbarmherzig schlagen – ­obwohl wir im Ideal gegen jede Vergewaltigung der Menschen sind. Hm, Hm, – unser Amt ist höllisch schwer.“ (Ronald M. Schernikau)

Besetzung
Mit: Sarah Franke, Sebastian Grünewald, Ueli Jäggi, Robert Kuchenbuch, Elisa Plüss, Emma Rönnebeck, Sylvana Seddig, Clemens Sienknecht, Nicolaas van Diepen

Musiker: Chikara Aoshima, Réka Csiszér, Michael Mühlhaus

Regie: Stefan Pucher
Bühne: Barbara Ehnes
Kostüme: Annabelle Witt
Licht: Kevin Sock
Musik: Christopher Uhe
Video: Meika Dresenkamp
Dramaturgie: Malte Ubenauf

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