VOLKSBÜHNE
Berlin

Foto: Simon Arcache

African Acid Is The Future:
Mdou Moctar
06.06.

Konzert

Das unkonventionelle Spiel seiner Tuareggitarre macht Mdou Moctar zu einem der innovativsten Interpreten zeitgenössischer Musik aus der Sahara. Dabei wird er besonders für seine poetischen Eigenkompositionen gefeiert. Er gilt als ein origineller Schöpfer in einem Genre, das von Coverbands definiert wird. Seitdem Sahara-Rock zu einem der größten Musikexporte des Kontinents geworden ist, schreddert Mdou Moctar seine Gitarre mit einer unerbittlichen und frenetischen Energie.

Mdou Moctar stammt aus einem kleinen Dorf im Zentralniger, in einer abgelegenen, von religiöser Tradition geprägten Region. Da weltliche Musik dort verboten war, brachte er sich selbst bei, auf einer selbstgebauten Gitarre zu spielen, die aus Holz zusammengesetzt war. Unter den Dorfjugendlichen wurde er sofort zum Star. Später überzeugten seine Lieder mit ihren Texten über Respekt, Ehre und Tradition zu seiner Überraschung auch lokale religiöse Führer.

2008 reiste Mdou nach Nigeria, um sein Debütalbum mit spacigem Autotune, Drumcomputer und Synthesizer aufzunehmen. Das Album wurde zu einem viralen Hit in den mp3-Netzwerken Westafrikas und ein Lied schaffte es auf die Compilation Music from Saharan Cellphones. 2013 veröffentlichte er Afelan, das aus field recordings von in seinem Dorf aufgenommenen Auftritten zusammengestellt wurde. Schließlich produzierte er 2017 mit Sousoume Tamachek ein Solo-Volksalbum, eine sanfte, fröhliche Aufnahme, die an ruhige Wüstenlandschaften erinnert. Ohne andere Bandmitglieder spielt er jedes Instrument auf der Platte selbst. "Ich bin ein sehr neugieriger Mensch und möchte die Tuareg-Musik weit bringen", sagt er.

Ilana, 2018 in Detroit aufgenommen, ist das neueste Werk von Moctar und wird das an diesem Abend neben den Klassikern aus seinem Repertoire zu hören sein, wenn er schließlich im Rahmen von African Acid Is The Future in der intimen Atmosphäre des Grünen Salons auftritt


African Acid Is The Future ist ein Kollektiv aus Berlin, das 2014 von Maryama Luccioni aka Maryisonacid in einer Bar in Neukölln gegründet wurde. Die regelmäßige Party- und Konzertserie deckt eine große Bandbreite an musikalischen Genres ab und ist bekannt für gewagte und eklektische DJ-Sets. Im unkonventionellen Rahmen einer Clubnacht werden zudem Konzerte von internationalen Liveacts veranstaltet. African Acid Is The Future findet regelmäßig in der Loftus Hall statt, zudem im Festsaal Kreuzberg, dem Funkhaus sowie in vielen internationalen Venues und auf Festivals. Das Kollektiv betreibt eine regelmäßige Radioshow bei Berlin Community Radio und auf Gilles Petersons Worldwide FM. Nach einem unglaublichen Jahr mit Touren und Veranstaltungen, auf denen Künstler wie Les Filles de Illighadad, Guem oder Ogoya Nengo and the Dodo Women’s Group auftraten, veröffentlichte das Kollektiv in Zusammenarbeit mit The Vinyl Factory seine erste LP mit dem Titel Ambiance I, mit der das zentrale Anliegen der Reihe einem größeren Publikum nähergebracht werden soll. Mit einer Konzertreihe im Grünen Salon wird die Crew von African Acid Is The Future ihre Liebe zur Livemusik weiterverfolgen – von senegalischer Kora-Musik bis zu französischem Post Punk.

06.06.19, 22:00
> Tickets

Vergangene Veranstaltungen

African Acid Is The Future: Sourakata Koité

Einlass: 20:00, Beginn: 21:00
Tickets: 15 / erm. 10 €

Sourakata Koité wurde 1955 in einem senegalesischen Dorf nahe der Grenze zu Mauretanien geboren. Seine Familie gehört zu den djéli. Er war schon früh musikalisch aktiv und begann im Alter von drei Jahren die Kora zu lernen; mit elf Jahren trat er bereits gemeinsam mit anderen Mitgliedern der Familie auf. 1975 zog Koité nach Dakar und 1977 schließlich nach Paris, wo er seinen Lebensunterhalt mit Auftritten in gehobenen afrikanischen Restaurants bestritt. In Paris spielte Koité mit verschiedenen Bands und Musiker*innen, darunter Les Lézards, Les Ballets Kodia, La Kola, Le Griot de Paris, Manu Dibango, Jacques Higelin, Touré Kounda, Manfeï Obin, Mangala, Luther Allison und Mah Damba. Diese eklektischen musikalischen Begegnungen hatten auch Einfluss auf sein eigenes Schaffen. Koité erweiterte sein musikalisches Repertoire, begann selbst zu komponieren und eigenhändig Koras zu bauen. Er veröffentlicht regelmäßig und tourt weltweit.

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