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Foto: David Baltzer

2 um 8: Der radioeins und Freitag Salon
Jakob Augstein im Gespräch mit Sophie Passmann
03.06.

Diskurs
In deutscher Sprache

Jakob Augstein diskutiert mit Sophie Passmann über die aktuelle Debattenkultur, linke Utopien, Europa und alte weiße Männer

Viel Lärm um nichts oder zu wenig? Stirbt die Debattenkultur?

Was ist los mit dem Journalismus und dem öffentlichen Diskurs? Ist etwa das Reden und Schreiben über Dinge zu einem Ende gekommen? Fakten und Fiktion, Rechts und Links, Freiheit und Grenzen – Themen, die eine respektvolle Debatte fordern. Manchmal scheint es aber gar nicht mehr um die Sache zu gehen, sondern vielmehr darum, wer überhaupt diskutieren darf. Grundsatzfrage: Sollte man mit jedem reden? Auch mit Rechten und Diskriminierenden, mit alten weißen Männern? Unbedingt! Da sind sich Freitag-Verleger Jakob Augstein und Autorin Sophie Passmann schon einmal einig. Dass dies gewiss nicht für alle Themen gilt, wird sich an diesem Abend zeigen.

Sophie Passmann ist Moderatorin und Autorin. Ihr Buch Alte Weiße Männer war ein Bestseller, sie ist Ensemble-Mitglied des Neo Magazin Royale mit Jan Böhmermann und Moderatorin bei 1LIVE. Sie schreibt monatlich die Kolumne Alles oder Nichts für das ZEIT magazin und moderiert außerdem den Fernseh-Podcast Die Schaulustigen. In der Zeit, die übrig bleibt, redet sie auf Instagram über Politik und auf Twitter zettelt sie Streit mit alten weißen Männern an.


Im radioeins und Freitag Salon setzt sich der Journalist und Verleger Jakob Augstein einmal im Monat mit einem Gast an einen Tisch und redet – über das Politische in der Kultur, über die Gesellschaft und ihre Zwänge, über die Mechanismen von Öffentlichkeit und Lüge und über das Verschwinden der Demokratie im Kapitalismus. radioeins sendet live.

Hier verstummt die Erregungsmaschine des Internets. Der Freitag Salon ist „unplugged“, wie man früher gesagt hätte. Echte Menschen reden über echte Themen und üben sich in Fähigkeiten, die rar zu werden drohen: Zeit nehmen, zuhören, verstehen, lernen. Das – unerreichte – Vorbild dieses aktuellen politischen Diskussionsformats sind die legendären Gespräche des Journalisten Günter Gaus, die im Fernsehen gezeigt wurden, als dieses noch schwarz-weiß war.

Eine Kooperation der Volksbühne Berlin mit radioeins und Der Freitag

Vergangene Veranstaltungen

2 um 8: Der radioeins und Freitag Salon mit Jakob Augstein
2 um 8: Der radioeins und Freitag Salon Jakob Augstein im Gespräch mit Ranga Yogeshwar

Ist die Zukunft noch unsere? Wie Künstliche Intelligenz die Gesellschaft verändert

Was passiert mit zunehmender Digitalisierung mit unseren Daten? Und wird eine Maschine jemals in der Lage sein, eine komplexe ethische Entscheidung zu treffen - kann man eine Maschine für ihre Handlungen verantwortlich machen? Diese Fragen diskutiert Jakob Augstein mit dem Wissenschaftsjournalisten Ranga Yogeshwar.

Smart Speaker, die unsere Lieblingslieder abspielen, Online-Kartendienste, die helfen, den Stau zu umfahren - Künstliche Intelligenz ist keine Zukunftsvision mehr, sondern längst Teil unseres Alltags. Sie ist mit Zukunftschancen z.B. im medizinischen Bereich genauso verknüpft wie mit Ängsten, denn sie setzt die Arbeitswelt unter einen enormen Transformationsdruck. Auf der einen Seite kann der Wegfall von körperlich schweren und Routinetätigkeiten größere Freiräume für Tätigkeiten schaffen, die nicht durch den Einsatz von Software und Robotern ersetzt werden können. Dem gegenüber steht der Verlust zahlreicher Jobs, die Maschinen schneller und besser erledigen können als der Mensch.

2 um 8: Der radioeins und Freitag Salon Jakob Augstein im Gespräch mit Holger und Silke Friedrich

APO oder Altpapier - hat die Zeitung eine Zukunft?

Als im September letzten Jahres die Berliner Unternehmer Silke und Holger Friedrich als neue Eigentümer der Berliner Zeitung vorgestellt wurden, stieß das auf Erstaunen und Skepsis, aber auch Neugier. Die Zeitung hatte eine lange und leidvolle Geschichte von Besitzerwechseln, Umstrukturierungen und Auflagenverlusten hinter sich. Sie teilt damit das Schicksal zahlreicher Blätter, die in Zeiten von Zeitungskrise und Pressekonzentration ins Wanken geraten sind.

Silke und Holger Friedrich legten mit ihrer „Berliner Botschaft“ ein Manifest vor, das Großes verhieß: „Wir hoffen, mit unserem Erwerb des Berliner Verlags einen Beitrag bürgerlichen Engagements leisten zu können, einen Beitrag zur außerparlamentarischen Opposition in neuem Format, auch im Sinne bürgerlicher Selbstermächtigung.“ Aber kann eine Zeitung heutzutage noch Ort demokratischer Willensbildung sein? Wie können Zeitungen die Digitalisierung überleben? Und sind die Friedrichs, als skeptisch beäugte Quereinsteiger mit einer eigenen Geschichte, die Falschen oder gerade deswegen die Richtigen für einen solchen Transformationsprozess?

2 um 8: Der radioeins und Freitag Salon Jakob Augstein im Gespräch mit Horst Bredekamp

Kunst, Kolonialismus und antikoloniales Erbe: Über blinde Flecken unserer Gedächtnispolitik

Jakob Augstein spricht mit Horst Bredekamp über antikoloniale, liberale Ansätze im ethnologischen Zugang zu Kulturen und die Konsequenzen für eine mögliche Erinnerungskultur.

Die Diskussion über den Umgang mit Kunst aus kolonialen Kontexten schwelt seit Jahrzehnten. In postkolonialen Diskursen und Debatten um das Ob und Wie der Restitution, der Rückgabe von Kunstobjekten in die ehemaligen Kolonialgebiete, vermisst der Kunsthistoriker Horst Bredekamp bei aller Notwendigkeit einer Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit eine genaue Betrachtung dezidiert antikolonialer, liberaler Ansätze im ethnologischen Zugang zu den Kulturen, wie sie im 19. Jahrhundert von Wissenschaftlern wie Aby Warburg oder Franz Boas praktiziert wurden. Dabei geht es Bredekamp nicht nur um eine Anreicherung unseres kulturellen Gedächtnisses, sondern auch um den Beitrag, den dieser universalistische Anspruch für heutiges Sammeln und den Umgang mit bestehenden Sammlungen leisten kann - eine Debatte, die auch rund um eines der größten Museumsprojekte der letzten Jahre, das Berliner Humboldt Forum, geführt wird.

2 um 8: Der radioeins und Freitag Salon Jakob Augstein im Gespräch mit Svenja Flaßpöhler

#MeToo und die Folgen - wo steht der Feminismus heute?

Jakob Augstein diskutiert mit Svenja Flaßpöhler über den Stand des feministischen Diskurses im Jahr zwei nach #MeToo - über weibliche Selbstermächtigung, Geschlechtergleichheit und den Gender Pay Gap.

Mit dem Skandal um Harvey Weinstein nimmt im Herbst 2017 eine globale Debatte ihren Anfang - unter dem Hashtag MeToo melden sich unzählige Frauen in den sozialen Medien zu Wort, die Opfer von Belästigungen, Übergriffen oder sogar Vergewaltigungen geworden sind. Die Philosophin Svenja Flaßpöhler nimmt in der Diskussion eine umstrittene Position ein, sie sagt: „Abgesehen davon, dass die Auswüchse von #MeToo mit Rechtsstaatlichkeit nichts mehr zu tun haben, hat sich Feminismus in eine Opferrolle hineingetwittert, die so schlicht nicht mehr vorliegt.“ Mit ihrer 2018 veröffentlichten Streitschrift „Die potente Frau“ möchte sie Frauen zur Aktivität ermutigen, „nicht nur im Sexuellen, sondern aus dem Sexuellen auch ins Existenzielle, ins Berufliche hineinwirkend“.

2 um 8: Der radioeins und Freitag Salon Jakob Augstein im Gespräch mit Lucia Parbel

Fridays for Future - wie sieht die Zukunft der Klimabewegung aus?

Wie wird sich Fridays for Future in Zukunft positionieren? Darüber diskutiert Jakob Augstein mit der Fridays for Future-Aktivistin Lucia Parbel.

Als Greta Thunberg am 20. August 2018 nicht zum Unterricht erschien, um vor dem Sitz des schwedischen Parlaments für mehr Klimaschutz zu demonstrieren und beschloss, dass in Zukunft regelmäßig freitags zu tun, war nicht abzusehen, was sie damit auslösen würde. Bald gingen rund um den Globus Schüler*innen und Student*innen unter dem Label Fridays for Future für das Klima auf die Straße. Im Herbst 2019 demonstrierten nach einem Aufruf der Bewegung Millionen Menschen weltweit. Die Bewegung hat Klimaschutz als politisches Topthema etabliert und klare politische Forderungen, in Deutschland soll u.a. bis 2035 beim Ausstoß von Treibhausgasen die „Nettonull“ erreicht sein und die Energieversorgung vollständig auf Erneuerbare umgestellt werden. Aber nun ist Durchhaltevermögen gefragt. Denn das kürzlich verkündete Klimapaket der Bundesregierung ist bei Weitem nicht ausreichend: Klimaschutz ja, aber es darf den Wähler*innen nicht weh tun, scheint die Devise zu sein. Wie geht es nun mit Fridays for Future weiter? Nach dem Motto „Jetzt erst recht“? Oder braucht es radikalere Formen des Protests, wie sie die Extinction Rebellion-Bewegung mit massiven Verkehrsblockaden praktiziert?

2 um 8: Der radioeins und Freitag Salon Jakob Augstein im Gespräch mit Marcel Fratzscher

„Aufschwung Ost“ reloaded - wie kommt der Osten endlich auf die Beine?

Jakob Augstein spricht mit Marcel Fratzscher über Lebensverhältnisse in Ost und West, über Mittel und Wege für eine mögliche Trendwende - einen neuen „Aufschwung Ost“

Am 9. November feiert Deutschland 30 Jahre Mauerfall, doch die Deutsche Einheit scheint ferner denn je. Viele Ostdeutsche fühlen sich als Bürger zweiter Klasse, und die AfD feiert im Osten einen Wahlerfolg nach dem nächsten. Für Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin (DIW), war die Wiedervereinigung wirtschaftlich gesehen ein Erfolg — kaum zuvor habe eine Volkswirtschaft je eine so dramatische Veränderung erlebt und so erfolgreich gemeistert wie die ostdeutsche in den Neunzigerjahren, so Fratzscher. Aber seit einigen Jahren dreht sich der Aufholprozess um. Es mangelt an Investitionen, Modernisierungsmaßnahmen werden nicht konsequent weitergeführt, das Lohngefälle zwischen Ost- und Westdeutschland besteht fort, gefolgt von einem höheren Armutsrisiko im Osten — alles Faktoren für eine fortdauernde soziale und politische Polarisierung in Deutschland. Fratzscher plädiert für eine zweite wirtschaftspolitische Phase nach der Wiedervereinigung, er sagt: „Es reicht nicht mehr, Ostdeutschland lediglich als verlängerte Werkbank westdeutscher Unternehmen zu betrachten. Eine solche Strategie ist zum Scheitern verurteilt.“

2 um 8: Der radioeins und Freitag Salon Jakob Augstein im Gespräch mit Friederike Otto

Ignorantes Klima – sind wir noch zu retten?

Jakob Augstein diskutiert mit Friederike Otto über Klimapolitik, realisierbare Utopien, Protestkultur und natürlich das Wetter

Das Wetter wird immer extremer: Hitzewellen, Dürren, Stürme und Hochwasser begleiten vor allem die Sommermonate. Sind das nur Wetterphänomene oder Zeichen des Klimawandels? Und wer sind eigentlich die Schuldigen? Länder und Regierungen, Wirtschaft und Kapitalismus oder die Menschheit an sich? Diese Fragen versucht Physikerin und Philosophin Friederike Otto in Ihrem aktuellen Buch „Wütendes Wetter“ zu beantworten. Sie leitet als stellvertretende Direktorin das Environmental Change Institute in Oxford und untersucht Wetterphänomene. Vor fünf Jahren hat sie die neue wissenschaftliche Ausrichtung Attribution Science, zu Deutsch: „Zuordnungswissenschaft” mitbegründet. Ihre Methodik beruht darauf, die reale Welt mit einer heilen Parallelwelt ohne Treibhauseffekt zu vergleichen und so die Ursachen für einzelne Wetterphänomene bestimmen zu können. „Die Zahlen belegen: Eine Hitzewelle wie in Deutschland 2018 ist durch den Klimawandel mindestens doppelt so wahrscheinlich geworden wie früher“, so die Wissenschaftlerin. Ihr Ziel: Politiker sollen sich nicht mehr auf einen generellen Klimawandel berufen können, um Missmanagement und eigenes Versagen zu vertuschen.

2 um 8: Der radioeins und Freitag Salon Jakob Augstein im Gespräch mit Sawsan Chebli

Jakob Augstein diskutiert mit Sawsan Chebli über die Herausforderungen von Demokratie und Gesellschaft in Zeiten von Populismus und Online-Hetze.

Angriffe auf die Demokratie – Was tun gegen rechte Hetze im Netz?

Wer heute in der Öffentlichkeit steht, wird häufig unfreiwillig zur Zielscheibe. Trolle im Internet, Rassisten auf der Straße, Populisten in der Gesellschaft – rechte Attacken zielen mit Vorliebe auf Migranten, Frauen und sozial Benachteiligte. Auch Sawsan Chebli, Berliner Staatssekretärin für bürgerliches Engagement und Internationales, wird damit täglich konfrontiert und erhält Hassbriefe, diskriminierende Kommentare auf Twitter oder verbale Drohungen. Aufgrund der vielen Hass-Nachrichten auf Facebook hat sie ihren Account im Oktober 2018 deaktiviert. Trotzdem lässt sich Chebli davon nicht bremsen: „Die Angriffe auf unsere Demokratie von perfekt organisierten rechten Bewegungen und Parteien - insbesondere in den sozialen Medien - werden immer brutaler. Und wir? Wir sind entweder still oder im Reaktionsmodus. Es ist an der Zeit, dass wir selbst den Ton angeben.“ Aber wie kann das gelingen?

2 um 8: Der radioeins und Freitag Salon Jakob Augstein im Gespräch mit Talal Derki

Das Erbe der Gewalt: Der IS, Syrien und die Kinder des Krieges

Wie wird ein Kind zum Jihadisten? Und wie viel Zeit ist genug, um Menschen und ihre Beweggründe wirklich kennenzulernen? Wenn es nach dem syrischen Dokumentar-Regisseur Talal Derki geht, dann reichen Tage und Wochen nicht aus. Um zu verstehen, wie und warum sich Kinder in Syrien radikalisieren und dem IS anschließen, filmte Derki, 330 Tage, verteilt auf einen Zeitraum von über zweieinhalb Jahren die Familie von Abu Osama. Der Mitbegründer von „Al-Nusra“, dem syrischen Ableger von Al-Qaida träumt davon ein islamisches Kalifat zu errichten und erzieht seine beiden ältesten Söhne nach den Regeln der Scharia. „Die Perspektive der Kinder offenbart nicht nur den ganzen Wahnsinn des Krieges sondern auch ihre eigene kindliche Art, die Hoffnung nicht zu verlieren“, so Talal Derki. Mit seinem Oskar-nominierten Dokumentarfilm „Of Fathers and Sons“ gibt er Einblicke in ein vom Krieg verwüstetes Land und seine gespaltene Gesellschaft auf der Suche nach einer besseren Zukunft.

Jakob Augstein diskutiert mit Talal Derki über Syrien, die Psychologie des Krieges und seine Arbeit. Anlässlich des Gesprächs zeigt das Kino BABYLON am 29.04.19 um 17:30 Talal Derkis aktuellen Film Of Fathers and Sons. Informationen und Tickets erhalten sind auf der Kino-Website erhältlich.

2 um 8: Der radioeins und Freitag Salon Jakob Augstein im Gespräch mit Martin Schulz

Hätte, hätte Fahrradkette:
Martin Schulz, die SPD und lauter verpasste Chancen

Martin Schulz war für einen kurzen, hellen Moment die Hoffnung der deutschen Sozialdemokratie, die Hoffnungen so dringend braucht. Denn die SPD ist in ihrer schwersten Krise und ob die viel zu späte Abkehr von der Agenda 2010 endlich einen Neubeginn einläutet, ist alles andere als sicher. Erst der Hype dann der Absturz: wenige Politiker haben in einer so kurzen Zeit eine so rasante Achterbahnfahrt erlebt wie Martin Schulz.

Jakob Augstein diskutiert mit dem früheren SPD-Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten Martin Schulz über Verlockungen und Versuchungen der Macht und über die Zukunft der Sozialdemokratie.

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