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Grace Schwindt: Knockout
12.04.
Grüner Salon

Performance
Deutsch und Englisch

Knockout ist die neueste Performance der Künstlerin Grace Schwindt. Sie wurde eigens für den Grünen Salon aus der früheren Arbeit The Boxer entwickelt (im Auftrag der David Roberts Foundation in London). Knockout ist ein Stück für eine Erzählerin, eine Schlagzeugerin und eine Sängerin. Der Text konzentriert sich auf den Körper als Austragungsort von Training und Disziplin und auf von diesem Modell abweichende Erscheinungsformen. In früheren Aufführungen verband Schwindt diese körperlichen Erfahrungen mit denen von Tänzer*innen und Darsteller*innen, die sich nach einer Verletzung oder einem Trauma um ihren Körper kümmern müssen. In dieser Performance werden die Erfahrungen der Erzählerin mit Fragen und musikalischen Antworten der Schlagzeugerin und der Sängerin durchsetzt. Die Wechselbeziehungen zwischen den drei Figuren und der Fluss des Erzählens werfen Fragen nach Subjektivität und Gedächtnis auf, insbesondere im Zusammenhang mit körperlichen Traumata. Die Figuren tauschen Perspektiven und Erzählungen aus, es gibt keine klaren Grenzen zwischen ihnen. Darüber hinaus werden ihre Körper auf verschiedenen Oberflächen, wie auf einem Bildschirm, und in den im Raum angeordneten Kostümen widergespiegelt. Obwohl die körperlichen Aktivitäten, von denen sie ausgehen und sprechen, kraftvolle Gesten sind, ist ihre Präsenz zerbrechlich und zaghaft.

Grace Schwindt ist eine deutsche Künstlerin, die in London und Amsterdam lebt. Ihre künstlerische Praxis konzentriert sich auf Performance und Film sowie Skulpturen und Zeichnungen. Ihre Arbeiten setzen sich oft mit Aspekten historischer Ereignisse im Hinblick auf soziale Beziehungen auseinander. Dabei ist jedoch nie offensichtlich, wo Schwindt die Grenze zwischen Fiktion und Realität zieht. Ihr Ziel ist es, institutionalisierte Räume von ihrer zugewiesenen Bedeutung zu befreien und narrative Strukturen zu dekonstruieren. Schwindts Film Only a Free Individual Can Create a Free Society tourte u.a. vom Eastside Project in Birmingham zum Badischen Kunstverein in Karlsruhe, zu The Showroom in London und zur Contemporary Art Gallery in Vancouver. Schwindts Ausstellungen, Performances und Filme werden weltweit gezeigt, u.a. in Argos, Brüssel, Moving/Image at Arko Art Centre in Seoul, Museum M, Leuven, Block Universe Festival, London und bei der 14. Istanbul Biennale.

Performers:
Maria Schneider, Percussion
Inbal Hever, Voice

Maria Schneider ist freiberufliche Schlagzeugerin. Sie wuchs in einer Musikerfamilie auf und studierte wie ihre Eltern und ihre beiden Schwestern klassisches Schlagzeug. Schneider studierte an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin Schlagzeug bei Edgar Guggeis, Franz Schindlbeck, Rainer Seegers, Li Biao und Sanja Fister. Seit 2013 ist sie festes Mitglied beim Andromeda Mega Express Orchestra und spielt regelmäßig in diversen Orchestern, Ensembles und Bands. Sie musizierte u.a. bereits bei den Proms in London, beim Roskilde Festival, mit bekannten Musiker*innen wie Hermeto Pascoal, Iva Bittova und Benny Greb. Schneider ist außerdem als Pianistin tätig und wirkte bei diversen Musiktheaterproduktionen mit, u.a. in der Schaubühne Berlin und am Maxim Gorki Theater Berlin.

Inbal Hever ist Mezzosopranistin. Ihr Repertoire reicht von Barock bis hin zu zeitgenössischer klassischer Musik. Hever ist Absolventin der Buchman-Mehta-Musikakademie an der Universität Tel Aviv und des Königlichen Konservatoriums in Den Haag und trat als Solistin in Israel, Europa und den USA auf. Sie arbeitete mit zahlreichen Künstler*innen zusammen, u.a. mit Reinbert de Leeuw, Jos van Veldhoven, Elisabeth Wallfisch, dem Asko-Schönberg-Ensemble und dem Jerusalem Baroque Orchestra. Zuletzt hat sie für Deutschlandfunk Adiantum Capillus-Veneris von Chaya Czernowin uraufgeführt und aufgenommen. Sie lebt in New York und Berlin.

Bild: Grace Schwindt, The Boxer, 2018. An Evening of Performances. Foto: Christa Holka

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