VOLKSBÜHNE
Berlin
Susanne Kennedy
Die Selbstmord-Schwestern

Schauspiel
Deutsch und Englisch mit Übertiteln in beiden Sprachen

Nach Motiven des Romans von Jeffrey Eugenides

Die Selbstmord-Schwestern ist der erste Roman von Jeffrey Eugenides. In dem Werk – das auch durch die gleichnamige Verfilmung von Sofia Coppola bekannt wurde – erzählt der Autor vom Vorstadt-Leben der Familie Lisbon, einer durchschnittlichen Mittelstands-Familie. Mit dem Freitod der jüngsten Schwester Cecilia, die sich aus dem Fenster stürzt, beginnt jedoch das Jahr der Selbstmorde. Zusehends offenbart sich, dass im Innern des Einfamilienhauses alle Kinderwünsche und Jugendträume an der kühlen Irrationalität der Eltern scheitern. Eugenides nähert sich dem Leben der fünf Lisbon Schwestern, indem er die Verarbeitung des Traumas einer benachbarten Gruppe heranreifender Jungen als Ausgangspunkt nimmt, vor deren Augen sich die pubertierenden Schwestern das Leben genommen haben. Sie verehren die Mädchen und wollen ihre Rätselhaftigkeit und das, was sich im Innern des Hauses abspielt, verstehen. Sie dokumentieren ihre Beobachtungen und teilen sie mit den Leser*innen.

In der psychedelischen Inszenierung von Susanne Kennedy folgen die Zuschauer dem Jahr der Selbstmorde in der Struktur des Tibetischen Totenbuchs, flankiert von Texten des Drogen-Philosophen Timothy Leary. Er lädt die Zuschauer*innen zu einer Reise ein und eröffnet möglicherweise eine gegensätzliche Perspektive zu der von Eugenides beschriebenen beklemmend bürgerlichen Welt, indem er unsere gewohnte Wahrnehmung hinsichtlich des Lebens und des Todes befragt.

Die Figuren auf der Bühne vergegenwärtigen ihre Erinnerung an die Mädchen. Sie haben sich zusammengefunden, um ihrer zu gedenken. Sie sind die Begleiter ihres Todes, während sie sich immer wieder neu zu ihnen ins Verhältnis setzen: Mal sind es die Mädchen selbst, die aus ihnen sprechen, mal ihre Beobachtungen von einst. In sich wiederholenden Ritualen ertasten sie ihre Beziehung zu den Lisbons, eröffnen Blicke auf sie und sich selbst.

Berlin-Premiere am 15.03.2018

Eine Koproduktion mit den Münchner Kammerspielen.



Besetzung

Mit: Hassan Akkouch, Walter Hess, Christian Löber, Damian Rebgetz, Ingmar Thilo

Regie: Susanne Kennedy
Bühne: Lena Newton
Kostüme: Teresa Vergho
Licht: Stephan Mariani
Video: Rodrik Biersteker
Sound: Richard Janssen
Dramaturgie: Johanna Höhmann

06.11.18, 19:30
> Tickets

07.11.18, 19:30
* Zum letzten Mal in der Volksbühne
> Tickets

Pressestimmen

„Susanne Kennedy beschert mit »Die Selbstmord-Schwestern« ein verstörendes Ritual. (...) Ein Glücksfall für die neue Volksbühne(...)“ - Neues Deutschland

Tom Mustroph, 17.03.18

„Die Bühneninstallation von Lena Newton verweist darauf, dass es in der neuen Volksbühne ästhetisch weg vom Schauspiel und hin zur bildenden Kunst geht. (Es ist) eine Bühne, die staunend macht. Eine Art knallbunter Schrein im Stile eines multimedial-bespielbaren Triptychons, es flackert und blinkt und auf den Bildschirmen laufen Youtube-Videos.“ - Berliner Morgenpost

Stefan Kirschner, 17.03.18

„Susanne Kennedy erzählt keine Geschichte, wärmt keinen Roman noch einmal auf, nein, sie versucht mit ihrer ebenso irritierenden wie betörenden Version der „Selbstmordschwestern“ dem Tod selbst eine Bühne zu bieten. Was sie dem Zuschauer damit bietet, ist die Möglichkeit sich diesem und damit auch seinem eigenen Tod nah zu fühlen und sich mit ihm auseinanderzusetzen. Wer dazu bereit ist, dem kann dieses Theater zur Offenbarung werden.“ - Bayern 2

Sven Ricklefs, 31.03.17

„Zu schauen gibt es wahrlich viel. Die Bilder erzeugen in ihrer Befremdlichkeit und technischen Perfektion einen faszinierenden Sog.“ - Süddeutsche Zeitung

Christine Dössel, 31.03.17

„Wie schon in früheren Regiearbeiten zielt Kennedy auf das ausgebeutete Innere der Zuschauer. Erneut durchschlägt sie mit ihrem streng komponierten Ritual-Theater den selbst gezüchteten Panzer, der uns umgibt (…) Dieses packende Theater-Tutorial topografischer Anatomie kennt am Ende den entscheidenden Hinweis: 'Enjoy every second.' Wo auch immer. Furios.“ - Frankfurter Rundschau

K. Erik Franzen, 01.04.17

„Sensation und Hauptdarsteller des Abends ist das Bühnenbild. Eine quietschbunte Kaufhaus-Puppenstube hat Lena Newton in die Kammerspiele gestellt, eine Mischung aus Spielautomat, buddhistischem Tempelschrein und kitschgrellem Barbieparadies voller Bildschirme und blinkender Lichter“. - Münchner Merkur

Alexander Altmann, 01.04.17

„So kitschig wie ein Heiligenbildchen, so durchgeknallt wie ein LSD-Trip und so wahrhaftig wie ein Kleinmädchentraum. Akzeptieren und genießen lautet die Maßgabe für diesen Abend, in den man sich hineinbegeben sollte wie in ein Karussell: Nicht selbst lenken, sondern sich kutschieren lassen. Wohin auch immer.“ - nachtkritik

Shirin Sojitrawalla, 30.03.17

Medien

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Foto: David Baltzer

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