VOLKSBÜHNE
Berlin
Revisiting Reza Abdoh:
Lesung ausgewählter Stücke und Diskussion
11.02.

Diskurs
In englischer Sprache

Die dar a luz-Mitglieder Tom Fitzpatrick, Tom Pearl und Tony Torn werden aus Abdohs Stücken Bogeyman, The Law of Remains und Quotations From a Ruined City lesen. Auf die Lesungen folgt eine Gruppendiskussion mit den drei Schauspielern, zusammen mit den Dar a luz-Mitgliedern Michael Casselli, Sandy Cleary und Brenden Doyle.

Reza Abdoh gründete die Theaterkompanie dar a luz 1991 in New York City. Im Laufe von nur vier Jahren inszenierten sie die Stücke The Law of Remains (1992), The Hip Hop Waltz von Eurydike (1992), Tight Right White (1993) und Zitate aus einer zerstörten Stadt (1994).

Tom Pearl arbeitete zusammen mit Reza Abdoh an mehreren Projekten (Father Was a Peculiar Man, Bogeyman, Law of Remains, Tight Right White, Quotations from a Ruined City) und war ein Originalmitglied der Theaterkompanie dar a luz. Bis heute wirkt er an verschiedenen kreativen Projekten mit; er lebt in New York City.

Tom Fitzpatrick lebt in Los Angeles und ist in Film und Fernsehen aktiv. Von 1985 bis 1995 arbeitete er mit Reza Abdoh zusammen und war zu jener Zeit in zehn seiner Produktionen zu sehen.

Tony Torn, ein Originalmitglied von dar a luz, ist Schauspieler, Regisseur und Lehrer. Derzeit managt er Torn Page in New York City, ein Studio, das nach seinen Eltern, den Schauspielern Rip Torn und Geraldine Page, benannt ist.

Die Zusammenarbeit zwischen Volksbühne und den KW Institute for Contemporary Art findet anlässlich Reza Abdohs dortiger Solo-Ausstellung statt. Der iranische Theatermacher Reza Abdoh (1963–1995) war für seine groß angelegten, experimentellen, konfrontativen und oft schockierenden Theaterproduktionen bekannt. Seine ästhetische Formsprache war unerbittlich, rücksichtslos erfinderisch und mannigfach inspiriert – von der Geschichte des avantgardistischen Theaters, Märchen, BDSM, Talkshows, Raves und Videokunst. In seinem mehr als zwölf Jahre umfassenden Schaffen brach Abdoh mit sämtlichen Parametern des Theaters und brachte seine Schauspieler und das Publikum oft an ihre Grenzen. Abdohs halluzinatorische Traumlandschaften waren eindringlich, seine Inszenierungen adressierten sprachgewaltig die bitteren politischen Realitäten seiner Zeit – vom staatlich sanktionierten Rassismus über die Weigerung der Reagan-Regierung, sich der AIDS-Krise anzunehmen, bis hin zu den kriegerischen Auseinandersetzungen der Vereinigten Staaten. Als Abdoh 1995 im Alter von nur 32 Jahren an AIDS verstarb, galt er bereits als eine der bedeutendsten Figuren des amerikanischen Avantgarde-Theaters. Kurz vor seinem Tod verfügte er, dass seine Stücke nicht neu aufgeführt werden dürfen. Hinterlassenschaften seiner Arbeit sind bis heute auf alten Videokassetten zu finden, die noch immer als Inspirationsquelle unter experimentellen Theaterensembles zirkulieren und die als Grundlage für die Ausstellung in den KW Institute for Contemporary Art dienen. Kurator*innen: Bidoun (Negar Azimi, Tiffany Malakooti, Babak Radboy) und Krist Gruijthuijsen.


11.02.19, 21:00
> Tickets

Medien

Law of Remains, 1992, von Reza Abdoh, Foto: Paula Court

The Hip-Hop Waltz of Eurydice, 1990, von Reza Abdoh, Foto: Patrick Veyssière

The Hip-Hop Waltz of Eurydice, 1990, von Reza Abdoh, Foto: Patrick Veyssière

Law of Remains, 1992, von Reza Abdoh, Foto: Paula Court

Tight Right White, 1993, von Reza Abdoh, Foto: Paula Court

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