VOLKSBÜHNE
Berlin

Foto: Axel Voelcker

Reformbühne Heim & Welt:
Mit Susanne Riedel und Johanna Zeul
17.02.

Literatur
In deutscher Sprache

Susanne Riedel ist der Beweis, dass sich die Lesebühnen auch im 30. Jahr ihres Bestehens fortwährend häuten und neu erfinden. Denn seit rund einem Jahr ist sie dabei bei Berlins dienstältester Bühne, dem Frühschoppen, wo sie zwischen Horst Evers & Co. den Laden gründlich aufgemischt und die Herzen des Publikums im Sturm erobert hat. Und genau das soll sie bei ihrem ersten Besuch auf der Reformbühne Heim & Welt nun auch im Roten Salon vollbringen!

Wer noch immer daran zweifelt, dass wir die Energiewende schaffen können, der hat Johanna Zeul noch nicht erlebt. Die Frau mit der Power von dreieinhalb durchschnittlichen Blockkraftheizwerken wirbelt über die Bühne, dass es nur so eine Art ist, mit poppigen Liedern, rotzigem Charme und einer Sprungkraft, die den älteren Herren der Reformbühne schon beim Zusehen den blanken Schweiß auf die Stirn treibt. Also: Herzschrittmacher vorher kalibrieren, Beruhigungsmittel nicht vergessen – und ab in den Roten Salon!


Seit Januar 1995 tritt die Reformbühne Heim & Welt unter ihrem immerwährenden Motto „Am besten was Neues“ jeden, aber auch wirklich jeden verdammten Sonntag an, um Geschichten und Lieder, Agitation und Propaganda, Jux und Dollerei sowie Höcksken und Stöcksken mit dem Publikum zu teilen.

Hier führt Ahne allwöchentlich Zwiegespräche mit Gott, hier lernt der Psychiater Jakob Hein den wirklichen Wahnsinn kennen und sammelt Stoff für seine neuen Romane und Drehbücher, hier begann Falko Hennigs Karriere als schreibender und Blues singender Rikscha-Fahrer und Romancier, hier versucht Jürgen Witte immer und immer wieder, die Grundzüge der globalen Ökonomie an seine unverständigen Kollegen zu vermitteln, hier erhält Reptilienforscher Heiko Werning die Gelegenheit, mal wirklich seltsame Geschöpfe zu beobachten, und hier beweist Schriftsteller Roman Israel, dass Sachsen in Berlin sehr wohl die Herzen der Massen zufliegen können.

Jeden Sonntag neue Texte, jeden Sonntag neue Gäste, jeden Sonntag Literatur, Satire, Poetry Slam und Musik. Jeden Sonntag zwei Stunden Heim und Welt im Roten Salon.

Kommt alle, dann ist woanders mehr Platz!

17.02.19, 20:00
> Tickets

Medien

Susanne Riedel

Johanna Zeul

Vergangene Veranstaltungen

Reformbühne Heim & Welt: Mit Wladimir Kaminer, Michael Hatzius

Einst probierte Wladimir Kaminer seine ersten Geschichten jeden Sonntag bei der Reformbühne Heim & Welt aus, der er jahrelang als festes Mitglied angehörte. Nun kehrt er zurück, um seine alten Freunde am neuen Ort im Roten Salon zu besuchen. Deutschlands Lieblingsrusse nach Gorbatschow und Lieblings-Disko-Betreiber nach Ilja Richter hat garantiert wieder brandneue, unveröffentlichte Geschichten im Gepäck.

Etwas ganz anderes im Gepäck hat üblicherweise Michael Hatzius: seine Echse. Die erklärt ihm die Welt und ist schon ganz begierig darauf, mit Reformbühnen-Mitglied Heiko Werning einem ausgewiesenen Reptilien-Experten zu begegnen. Wir können uns also auf herpetologische Fachdiskussionen aus ungewohnter Perspektive freuen. Vielleicht gibt es ja sogar als Snack ein paar leckere Schaben oder Heuschrecken.

Da an diesem Abend kein musikalischer Gast Schlimmeres verhindern kann, werden wohl die Reformbühnler selbst singen müssen. Es könnte trotzdem ein schöner Abend werden.

Reformbühne Heim & Welt: Mit Uli Hannemann, Lüül

Lange, entbehrungsreiche Jahre musste Uli Hannemann in Neukölln und als festes Mitglied der Reformbühne Heim & Welt sein Dasein fristen. Dann die Befreiungsschläge: Er veröffentlichte Bestseller wie „Neulich in Neukölln“ oder „Hipster wird’s nicht“ und schaffte endlich den Ausstieg aus der Reformbühne. Um sich von der Richtigkeit seiner Entscheidung zu überzeugen, will er die alten Kollegen nun natürlich auch am neuen Ort begutachten – und bringt dazu einige Geschichten über sein neues Leben in Freiheit, Saus und Braus mit.

Sein Leben ist so reichhaltig, dass es eigentlich auch gleich für mehrere gereicht hätte: Lüül tourte als Straßenmusiker, mit den 17 Hippies und mit seiner Lebensgefährtin Nico, der Model- und Punk-Wave-Gothic-Ikone der 50er-, 60er- und 70er-Jahre (über die er jüngst auch ein Buch veröffentlichte) durch die ganze Welt. Er spielte bei legendären Bands wie Agitation Free und Ashra, prägte die Neue Deutsche Welle mit („Morgens in der U-Bahn“) und ist vor allem einfach ein Super-Typ und immer wieder gern gesehener Gast bei der Reformbühne.

Reformbühne Heim & Welt: Mit Moses Wolff, Frieder Butzmann

Vor genau 24 Jahren, im Januar 1995, gründete sich die Reformbühne Heim & Welt im Schokoladen zu Berlin, und seither hat sie einem begeisterten bis verstörten Publikum jeden, wirklich jeden verdammten Sonntag frische Texte und gut abgehangene Schlager als Alternativprogramm zum „Tatort“ präsentiert. Passend zum Jubiläum ziehen die Reformatoren der Literaturszene in ihr neues Domizil, den Roten Salon der Volksbühne. Außerdem haben die leicht angegrauten Herren sich einer rabiaten Frischzellenkur unterzogen und präsentieren erstmals ihr neues Mitglied, den jungen Sachsen Roman Israel, der ihren Sexyness-Faktor in die Höhe schnellen und den Altersdurchschnitt ins Bodenlose stürzen soll. Kommt also alle, dann ist woanders mehr Platz!

Moses Wolff: Eigentlich liest Moses Wolff jeden Sonntag bei den legendären Schwabinger Schaumschlägern im Vereinsheim in München, doch zur Premiere der Reformbühne Heim & Welt im Roten Salon begibt sich der urbayerische Schauspieler, Komiker, Romancier und „Wildbach-Toni“ nach Berlin, um dort mit seinen schrägen Sketchen und furiosen Geschichten zu glänzen. Vielleicht sammelt er aber auch nur Material für seinen nächsten Roman – mit dem „Schrippen-Blues“ hat er bereits einen über die Hauptstadt geschrieben, ansonsten lebt er literarisch aber auf dem „Highway to Hellas“, schickt seinen Bayern-Kommissar Hans Josef Strauß als „Monaco Infernale“ durch München, ach ja, und Filme macht er auch noch.

Frieder Butzmann: Die Legende aus dem Westberlin der 80er-Jahre, einer der vielen "Genialen Dilletanten" mit doppel-L, Musiker, Performance-Aktivist, Geräusch-Künstler, der in seine musikalischen Darbietungen seine Hörgeräte, Büro-Klemmen und einen Schlauch integriert – extrem komisch und schön.

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