VOLKSBÜHNE
Berlin

Foto: Axel Voelcker

Reformbühne Heim & Welt:
Mit Moses Wolff, Frieder Butzmann
06.01.

Literatur
In deutscher Sprache

Vor genau 24 Jahren, im Januar 1995, gründete sich die Reformbühne Heim & Welt im Schokoladen zu Berlin, und seither hat sie einem begeisterten bis verstörten Publikum jeden, wirklich jeden verdammten Sonntag frische Texte und gut abgehangene Schlager als Alternativprogramm zum „Tatort“ präsentiert. Passend zum Jubiläum ziehen die Reformatoren der Literaturszene in ihr neues Domizil, den Roten Salon der Volksbühne. Außerdem haben die leicht angegrauten Herren sich einer rabiaten Frischzellenkur unterzogen und präsentieren erstmals ihr neues Mitglied, den jungen Sachsen Roman Israel, der ihren Sexyness-Faktor in die Höhe schnellen und den Altersdurchschnitt ins Bodenlose stürzen soll. Kommt also alle, dann ist woanders mehr Platz!

Moses Wolff: Eigentlich liest Moses Wolff jeden Sonntag bei den legendären Schwabinger Schaumschlägern im Vereinsheim in München, doch zur Premiere der Reformbühne Heim & Welt im Roten Salon begibt sich der urbayerische Schauspieler, Komiker, Romancier und „Wildbach-Toni“ nach Berlin, um dort mit seinen schrägen Sketchen und furiosen Geschichten zu glänzen. Vielleicht sammelt er aber auch nur Material für seinen nächsten Roman – mit dem „Schrippen-Blues“ hat er bereits einen über die Hauptstadt geschrieben, ansonsten lebt er literarisch aber auf dem „Highway to Hellas“, schickt seinen Bayern-Kommissar Hans Josef Strauß als „Monaco Infernale“ durch München, ach ja, und Filme macht er auch noch.

Frieder Butzmann: Die Legende aus dem Westberlin der 80er-Jahre, einer der vielen "Genialen Dilletanten" mit doppel-L, Musiker, Performance-Aktivist, Geräusch-Künstler, der in seine musikalischen Darbietungen seine Hörgeräte, Büro-Klemmen und einen Schlauch integriert – extrem komisch und schön.


Seit Januar 1995 tritt die Reformbühne Heim & Welt unter ihrem immerwährenden Motto „Am besten was Neues“ jeden, aber auch wirklich jeden verdammten Sonntag an, um Geschichten und Lieder, Agitation und Propaganda, Jux und Dollerei sowie Höcksken und Stöcksken mit dem Publikum zu teilen.

Hier führt Ahne allwöchentlich Zwiegespräche mit Gott, hier lernt der Psychiater Jakob Hein den wirklichen Wahnsinn kennen und sammelt Stoff für seine neuen Romane und Drehbücher, hier begann Falko Hennigs Karriere als schreibender und Blues singender Rikscha-Fahrer und Romancier, hier versucht Jürgen Witte immer und immer wieder, die Grundzüge der globalen Ökonomie an seine unverständigen Kollegen zu vermitteln, hier erhält Reptilienforscher Heiko Werning die Gelegenheit, mal wirklich seltsame Geschöpfe zu beobachten, und hier beweist Schriftsteller Roman Israel, dass Sachsen in Berlin sehr wohl die Herzen der Massen zufliegen können.

Jeden Sonntag neue Texte, jeden Sonntag neue Gäste, jeden Sonntag Literatur, Satire, Poetry Slam und Musik. Jeden Sonntag zwei Stunden Heim und Welt im Roten Salon.

Kommt alle, dann ist woanders mehr Platz!

Vergangene Veranstaltungen

Reformbühne Heim & Welt: Mit Franziska Hauser und Sedlmeir

„Die Gewitterschwimmerin“ heißt der neue Roman von Franziska Hauser, mit dem sie für den Deutschen Buchpreis 2018 nominiert war, die Geschichte einer Familie, über ein Jahrhundert nachverfolgt. Darin beweist die 1975 in Pankow geborene Autorin, dass sie den epischen Stoff beherrscht. Aber lange Bücher schreiben kann ja praktisch jeder, sogar Martin Walser. Bei der Reformbühne Heim & Welt wird Hauser zeigen, dass sie auch in der kurzen, humoristischen Form glänzt. Kein Geheimnis, schließlich ist sie Mitgastgeberin bei der monatlichen Lesebühne „DEO – des Esels Ohr“. Dass sie zudem auch noch Fotografin ist – es sei halt auch noch erwähnt. Die Reformbühne freut sich aber vor allem auf eine von ihr verehrte, wunderbare Vorleserin!

Anfang der Nullerjahre wurde der Gonzo-Rock’n’Roll von Sedlmeir begründet und seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Ähnlich wie beim Gonzo-Journalismus ist die Konvention kein Kennzeichen des Gonzo-Rock’n’Roll. Stattdessen stellt der Gonzo-Rock’n’Roller seine eigene Interpretation in den Vordergrund. Er singt radikal subjektiv, mit starken Emotionen und absichtlichen Übertreibungen. Die Grenze zwischen Realität und Fiktion kann dabei verschwimmen. Sarkasmus, Schimpfwörter, Pseudo-Fakten, Dada, Humor und Zitate werden als Stilelemente verwendet. Nach musikwissenschaftlichen Kriterien handelt es sich beim Gonzo-Rock’n’Roll nicht nur um eine Musikform, sondern um Kunst. Als Vorläufer seines Gonzo-Rock’n’Roll nennt Sedlmeir Bands wie z.B. Trio, Kraftwerk und die Ramones. Fest steht das Eine: Jede Wahrheit ist nur eine vorübergehende Wahrheit. Und ob das so stimmt, weiß letztendlich auch niemand.

Reformbühne Heim & Welt: Mit Max Rademann und Spider

Max Rademann entstammt dem sagenumwobenen Landstrich des Erzgebirges, zog von dort aber einst aus, um in die große, schmutzige Weltstadt zu ziehen. Nach Dresden. Dort residiert er nun seit 14 Jahren und überlegt, ob das wirklich schon die große, schmutzige Weltstadt ist. Aber auf jeden Fall gilt für Dresden wie für New York City: Wenn Du es hier schaffen kannst, schaffst du es überall. Mit an der Heimorgel komponierten Gassenhauern, die Rademann als Alleinunterhalter auf den Bühnen der Sachsenmetropole zum Besten gibt und die die Spatzen vom Zwinger pfeifen und selbst Lutz Bachmann heimlich mit dem Fuß wippen lassen.

Spider weiß eigentlich alles: wie man sein Geld für sich arbeiten lässt, wie es im Arbeitslosenpark zugeht, wo die letzte WG im Prenzlauer Berg zu finden ist. Darüber berichtet er auf der Bühne und in seinen Büchern (erschienen bei Voland & Quist). Als Gründungsmitglied von LSD – Liebe statt Drogen – ist er seit über zwanzig Jahren eine der prägenden Figuren der Berliner Lesebühnenszene und trotzdem ganz natürlich geblieben! So wie sein Name.

Reformbühne Heim & Welt: Mit Daniela Böhle und Manfred Maurenbrecher

Zum Abschluss ihrer Geburtstagsfeierlichkeiten zum 23-jährigen Bestehen und des Premierenmonats im Roten Salon hat die Reformbühne sich diesmal zwei alte Mitstreiter eingeladen: Daniela Böhle war jahrelang Mitglied und hat mit ihrem Fortgang den verlassenen Kollegen so sehr das Herz gebrochen, dass sie seither keine neue Frau dauerhaft an ihrer Seite ertragen konnten. Die Königin der langen Kurzgeschichten ist ihrer alten Männerrunde aber als korrespondierendes Mitglied immer verbunden geblieben und hat ihre Erfahrungen mit diesen Kindsköpfen in das Erfolgskinderbuch „Mein bisher bestes Jahr“ fließen lassen.

Manfred Maurenbrecher gehörte 1995 zu den Gründungsmitgliedern der Reformbühne Heim & Welt. Der Songwriter-Monolith und zigfache Gewinner von praktisch jedem Preis, den man als Songwriter so gewinnen kann (durch ein tragisches Missverständnis ist der Literaturnobelpreis unlängst versehentlich an seinen Kollegen Bob Dylan gegangen), hat der Reformbühne aber sein E-Piano hinterlassen, auf dem sie zu seinem Gedächtnis seither immer wieder spielen – heute wird es wieder für seinen alten Meister höchstselbst aufgebaut.

Reformbühne Heim & Welt: Mit Wladimir Kaminer, Michael Hatzius

Einst probierte Wladimir Kaminer seine ersten Geschichten jeden Sonntag bei der Reformbühne Heim & Welt aus, der er jahrelang als festes Mitglied angehörte. Nun kehrt er zurück, um seine alten Freunde am neuen Ort im Roten Salon zu besuchen. Deutschlands Lieblingsrusse nach Gorbatschow und Lieblings-Disko-Betreiber nach Ilja Richter hat garantiert wieder brandneue, unveröffentlichte Geschichten im Gepäck.

Etwas ganz anderes im Gepäck hat üblicherweise Michael Hatzius: seine Echse. Die erklärt ihm die Welt und ist schon ganz begierig darauf, mit Reformbühnen-Mitglied Heiko Werning einem ausgewiesenen Reptilien-Experten zu begegnen. Wir können uns also auf herpetologische Fachdiskussionen aus ungewohnter Perspektive freuen. Vielleicht gibt es ja sogar als Snack ein paar leckere Schaben oder Heuschrecken.

Da an diesem Abend kein musikalischer Gast Schlimmeres verhindern kann, werden wohl die Reformbühnler selbst singen müssen. Es könnte trotzdem ein schöner Abend werden.

Reformbühne Heim & Welt: Mit Uli Hannemann, Lüül

Lange, entbehrungsreiche Jahre musste Uli Hannemann in Neukölln und als festes Mitglied der Reformbühne Heim & Welt sein Dasein fristen. Dann die Befreiungsschläge: Er veröffentlichte Bestseller wie „Neulich in Neukölln“ oder „Hipster wird’s nicht“ und schaffte endlich den Ausstieg aus der Reformbühne. Um sich von der Richtigkeit seiner Entscheidung zu überzeugen, will er die alten Kollegen nun natürlich auch am neuen Ort begutachten – und bringt dazu einige Geschichten über sein neues Leben in Freiheit, Saus und Braus mit.

Sein Leben ist so reichhaltig, dass es eigentlich auch gleich für mehrere gereicht hätte: Lüül tourte als Straßenmusiker, mit den 17 Hippies und mit seiner Lebensgefährtin Nico, der Model- und Punk-Wave-Gothic-Ikone der 50er-, 60er- und 70er-Jahre (über die er jüngst auch ein Buch veröffentlichte) durch die ganze Welt. Er spielte bei legendären Bands wie Agitation Free und Ashra, prägte die Neue Deutsche Welle mit („Morgens in der U-Bahn“) und ist vor allem einfach ein Super-Typ und immer wieder gern gesehener Gast bei der Reformbühne.

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