VOLKSBÜHNE
Berlin
School of Disobedience, Seminar #1/3
Integrations: Four Sketches on Migratory Society
A trans-disciplinary Workshop convened by Dr. Itamar Mann
22.10.

Englisch

Während die demokratischen politischen Institutionen immer noch von einem genau zu beschreibenden Demos ausgehen, der innerhalb von nationalen Grenzen existiert, haben die weltweiten Migrationsbewegungen und die digitale Kommunikation gezeigt, wie schwer diese Konzeption aufrecht zu erhalten ist. Gleichzeitig ist die "Willkommenskultur" in die Defensive geraten, was zu einer neuen Betonung von staatlicher Souveränität geführt hat (sowohl von rechts wie von links). Dieser vierteilige Workshop versucht, neue Denkweise zu finden, wie eine egalitäre Politik durchlässiger Grenzen heute aussehen könnte. Der Schlüssel dabei ist es, nicht nur die humanitäre Hilfe für Geflüchtete auszuweiten, sondern offene politische Institutionen zu schaffen, die sozial verantwortlich sind. Welche Wissensformen können uns dabei helfen, diese Herausforderung zu meistern? Durch Treffen mit Wissenschaftlern und Aktivisten, die an der vordersten Schnittstelle dieses Denkens agieren, werden wir versuchen, neue Konzepte für unsere transnationalen politischen Gemeinschaften zu finden. Es sind vier unterschiedliche Blickwinkel aus vier Disziplinen, die die Diskussion prägen werden: digitale Kommunikation, Poesie, psychische Gesundheit, Recht. All angemeldeten Teilnehmer bekommen ein kleines Lunch und ausgewähltes Seminarmaterial, das die Grundlage unserer Diskussionen bildet. Eine mögliche Hausaufgabe sind Fotos, die mit dem Smartphone gemacht werden.

Das Seminar ist offen für alle Interessierten und umsonst. Die Teilnehmerzahl ist allerdings beschränkt, um sich anzumelden, bitten wir eine kurze Begründung für das Kursinteresse an itamar.mann@gmail.com zu schicken.

In Partnerschaft mit DeutschPlus und Die Offene Gesellschaft

Dr. Itamar Mann unterrichtet an der University of Haifa, Faculty of Law. Sein Forschungsschwerpunkt ist internationales Recht und politische Theorie mit besonderer Betonung der rechtlichen, politischen und ethischen Fragen von Geflüchteten und Migranten. Mann hat in den wichtigsten Zeitschriften veröffentlicht und Bücher mitherausgegeben, seine Monographie Humanity at Sea: Maritime Migration and the Foundations of International Law erschien 2016 bei der Cambridge University Press. Neben seiner akademischen Arbeit ist er juristischer Berater von GLAN (Global Legal Action Network). Bevor er nach Haifa wechselte, war Mann Fellow am Georgetown Law Center, Washington DC. Er hat einen LLB der Tel Aviv University und einen LLM und JSD der Yale Law School.

Workshop-Plan:

08.10.18, 12:00-14:00: Digital Integrations
Gast: Safaa AbuJarour, Universität Potsdam

Frau AbuJarour ist eine Doktorkandidatin an der Universität Potsdam. Ihr Forschungsgebiet ist “The Role of Technology in Alleviating the Current Refugees’ Crisis”, sie wendet wissenschaftliche Methoden bei der Nutzung von sozialen Medien durch Flüchtlinge in Deutschland an, um die Chance ihrer Integration in die neue Gesellschaft zu befördern.

Literatur:

Weitere Literatur:

15.10.18, 12:00-14:00: Placeless Poets
Gast: Prof. Lyndsey Stonebridge, University of Birmingham

Professor Stonebrige hält den interdisziplinären Lehrstuhl für Humanities and Human Rights an der University of Birmingham. Ihre Arbeit legt einen Schwerpunkt auf die Literatur und Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts, Menschenrechte und Flüchtlingsstudien. Zuletzt erschien: Placeless People: Writing, Rights and Refugees came out this year with Oxford University Press.

Literatur:

22.10.18, 12:00-14:00: Trauma and Transnational Identity
Gast: Dr. Essam Daod, Humanity Crew

Im Jahr 2015 gründete Dr. Daod Humanity Crew, gemeinsam mit seiner Frau Maria Jammal. Von Griechenland aus war es das Ziel von Humanity Crew, erfahrene Praktiker aus der psychischen Gesundheitsarbeit und qualifizierte Freiwillige zu finden, auszubilden und zum Einsatz zu bringen, um psychosoziale Hilfe für Geflüchtete und Vertriebene zu leisten und dabei den Zustand der Geflüchteten zu verbessern und weitere Traumatisierung zu verhindern. Neben dieser operationellen Arbeit widmet sich Humanity Crew der Aufgabe, die Bedeutung von psychischer Gesundheit als einen grundlegenden Aspekt der Antwort auf humanitäre Krisen deutlich zu machen.

Literatur:

28.10.18, 12:00-14:00: “We the Migrants”

Literatur:


Die School of Disobedience ist ein experimentelles Format, das neue Wege der unabhängigen Wissensproduktion im 21. Jahrhundert testet. Sie ist aus dem Geist der Stadt Berlin geboren, die ein Bild für diese Zeit und diese Welt ist, heterogen, international, politisiert. Ziel der School of Disobedience ist es, dieses Potential der Stadt zu bündeln und für die Arbeit an einer gemeinsamen Zukunft fruchtbar zu machen. In der Verbindung von humanistischen und technologischen Perspektiven gilt es, konkrete Projekte anzustoßen, die einen progressiven Gesellschaftsbegriff verwirklichen und unseren Gerechtigkeitssinn schärfen.

In der Spielzeit 2018/19 wird die School of Disobedience im Grünen Salon in einer Reihe von Veranstaltungen Fragen von Form und Inhalt para-akademischen Arbeitens testen. Es wird Seminar-Formate geben, die sich an alle richten, die an der Verbindung von akademischem und aktivistischem Denken und Arbeiten interessiert sind, eine Werkstatt für Technologen wie Theoretiker, ein Makerspace für Menschen mit Erfahrungen in den verschiedensten Bereichen, von Jura zu Coding, von NGO zu Universität. Zusätzlich zu den wöchentlich stattfindenden Seminaren finden öffentliche Abendveranstaltungen und ein „Open Lunch“ statt.

Die School of Disobedience wird unterstützt von der Nemetschek-Stiftung.

Vergangene Veranstaltungen

School of Disobedience, Seminar #1/4

Während die demokratischen politischen Institutionen immer noch von einem genau zu beschreibenden Demos ausgehen, der innerhalb von nationalen Grenzen existiert, haben die weltweiten Migrationsbewegungen und die digitale Kommunikation gezeigt, wie schwer diese Konzeption aufrecht zu erhalten ist. Gleichzeitig ist die "Willkommenskultur" in die Defensive geraten, was zu einer neuen Betonung von staatlicher Souveränität geführt hat (sowohl von rechts wie von links). Dieser vierteilige Workshop versucht, neue Denkweise zu finden, wie eine egalitäre Politik durchlässiger Grenzen heute aussehen könnte. Der Schlüssel dabei ist es, nicht nur die humanitäre Hilfe für Geflüchtete auszuweiten, sondern offene politische Institutionen zu schaffen, die sozial verantwortlich sind. Welche Wissensformen können uns dabei helfen, diese Herausforderung zu meistern? Durch Treffen mit Wissenschaftlern und Aktivisten, die an der vordersten Schnittstelle dieses Denkens agieren, werden wir versuchen, neue Konzepte für unsere transnationalen politischen Gemeinschaften zu finden. Es sind vier unterschiedliche Blickwinkel aus vier Disziplinen, die die Diskussion prägen werden: digitale Kommunikation, Poesie, psychische Gesundheit, Recht. All angemeldeten Teilnehmer bekommen ein kleines Lunch und ausgewähltes Seminarmaterial, das die Grundlage unserer Diskussionen bildet. Eine mögliche Hausaufgabe sind Fotos, die mit dem Smartphone gemacht werden.

Das Seminar ist offen für alle Interessierten und umsonst. Die Teilnehmerzahl ist allerdings beschränkt, um sich anzumelden, bitten wir eine kurze Begründung für das Kursinteresse an itamar.mann@gmail.com zu schicken.

In Partnerschaft mit DeutschPlus und Die Offene Gesellschaft

[logo DoG 60]

Dr. Itamar Mann unterrichtet an der University of Haifa, Faculty of Law. Sein Forschungsschwerpunkt ist internationales Recht und politische Theorie mit besonderer Betonung der rechtlichen, politischen und ethischen Fragen von Geflüchteten und Migranten. Mann hat in den wichtigsten Zeitschriften veröffentlicht und Bücher mitherausgegeben, seine Monographie Humanity at Sea: Maritime Migration and the Foundations of International Law erschien 2016 bei der Cambridge University Press. Neben seiner akademischen Arbeit ist er juristischer Berater von GLAN (Global Legal Action Network). Bevor er nach Haifa wechselte, war Mann Fellow am Georgetown Law Center, Washington DC. Er hat einen LLB der Tel Aviv University und einen LLM und JSD der Yale Law School.

Workshop-Plan:

08.10.18, 12:00-14:00: Digital Integrations
Gast: Safaa AbuJarour, Universität Potsdam

Frau AbuJarour ist eine Doktorkandidatin an der Universität Potsdam. Ihr Forschungsgebiet ist “The Role of Technology in Alleviating the Current Refugees’ Crisis”, sie wendet wissenschaftliche Methoden bei der Nutzung von sozialen Medien durch Flüchtlinge in Deutschland an, um die Chance ihrer Integration in die neue Gesellschaft zu befördern.

Literatur:

Weitere Literatur:

15.10.18, 12:00-14:00: Placeless Poets
Gast: Prof. Lyndsey Stonebridge, University of Birmingham

Professor Stonebrige hält den interdisziplinären Lehrstuhl für Humanities and Human Rights an der University of Birmingham. Ihre Arbeit legt einen Schwerpunkt auf die Literatur und Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts, Menschenrechte und Flüchtlingsstudien. Zuletzt erschien: Placeless People: Writing, Rights and Refugees came out this year with Oxford University Press.

Literatur:

  • Hannah Arendt, “We Refugees
  • Lyndsey Stonebridge, Placeless People (Oxford University Press, 2018) (excerpt, TBA)

22.10.18, 12:00-14:00: Trauma and Transnational Identity
Gast: Dr. Essam Daod, Humanity Crew

Im Jahr 2015 gründete Dr. Daod Humanity Crew, gemeinsam mit seiner Frau Maria Jammal. Von Griechenland aus war es das Ziel von Humanity Crew, erfahrene Praktiker aus der psychischen Gesundheitsarbeit und qualifizierte Freiwillige zu finden, auszubilden und zum Einsatz zu bringen, um psychosoziale Hilfe für Geflüchtete und Vertriebene zu leisten und dabei den Zustand der Geflüchteten zu verbessern und weitere Traumatisierung zu verhindern. Neben dieser operationellen Arbeit widmet sich Humanity Crew der Aufgabe, die Bedeutung von psychischer Gesundheit als einen grundlegenden Aspekt der Antwort auf humanitäre Krisen deutlich zu machen.

Literatur:

29.10.18, 12:00-14:00: “We the Migrants”

Literatur:

  • Gregory Feldman, We Are all Migrants: Political Action and the Ubiquitous Condition of Migrant-hood (Stanford University Press, 2015) (Introduction)
  • Atossa Araxia Abrahamian, The Cosmopolites (Columbia University Press, 2015) (Afterward)
  • Dr. Itamar Mann, Humanity at Sea: Maritime Migration and the Foundations of International Law (Cambridge University Press, 2016 (Chapter 6)
  • Richard Seymour, Reinventing the Anti-Immigrant Wheel, Patreon, September 3, 2018
School of Disobedience

The global refugee crisis is a mental health catastrophe, leaving millions in need of psychological support to overcome the traumas of dislocation and conflict. To undo the damage, child psychiatrist and TED Fellow Essam Daod has been working in camps, rescue boats and the shorelines of Greece and the Mediterranean Sea to help refugees (a quarter of which are children) reframe their experiences through short, powerful psychological interventions. "We can all do something to prevent this mental health catastrophe," Daod says. "We need to acknowledge that first aid is not just needed for the body, but it has also to include the mind, the soul."

Dr. Itamar Mann is a senior lecturer at the University of Haifa, Faculty of Law. His scholarship focuses on international law and political theory with an emphasis on the legal, political, and ethical questions refugees and migrants raise. Mann has published widely in leading journals and edited volumes, and his monograph, Humanity at Sea: Maritime Migration and the Foundations of International Law, came out with Cambridge University Press in 2016. Alongside his academic work, he is a legal adviser at GLAN (Global Legal Action Network), where he advances strategic litigation, focusing on migrant and refugee rights. Before moving to Haifa, Mann held a fellowship at Georgetown Law Center, Washington DC. His education includes an LLB from Tel Aviv University, and LLM and JSD degrees from Yale Law School.

In 2015, Dr. Essam Daod founded Humanity Crew with his wife Maria Jammal. With an operating base in Greece, Humanity Crew recruits, trains and deploys mental health professionals and qualified volunteers to deliver psychosocial services to refugees and displaced populations in an effort to improve refugee well-being and prevent further trauma. Alongside its operational work, Humanity Crew is dedicating to raising the profile of mental health care as a fundamental aspect of emergency humanitarian crisis response.

School of Disobedience, Seminar #1/2

Während die demokratischen politischen Institutionen immer noch von einem genau zu beschreibenden Demos ausgehen, der innerhalb von nationalen Grenzen existiert, haben die weltweiten Migrationsbewegungen und die digitale Kommunikation gezeigt, wie schwer diese Konzeption aufrecht zu erhalten ist. Gleichzeitig ist die "Willkommenskultur" in die Defensive geraten, was zu einer neuen Betonung von staatlicher Souveränität geführt hat (sowohl von rechts wie von links). Dieser vierteilige Workshop versucht, neue Denkweise zu finden, wie eine egalitäre Politik durchlässiger Grenzen heute aussehen könnte. Der Schlüssel dabei ist es, nicht nur die humanitäre Hilfe für Geflüchtete auszuweiten, sondern offene politische Institutionen zu schaffen, die sozial verantwortlich sind. Welche Wissensformen können uns dabei helfen, diese Herausforderung zu meistern? Durch Treffen mit Wissenschaftlern und Aktivisten, die an der vordersten Schnittstelle dieses Denkens agieren, werden wir versuchen, neue Konzepte für unsere transnationalen politischen Gemeinschaften zu finden. Es sind vier unterschiedliche Blickwinkel aus vier Disziplinen, die die Diskussion prägen werden: digitale Kommunikation, Poesie, psychische Gesundheit, Recht. All angemeldeten Teilnehmer bekommen ein kleines Lunch und ausgewähltes Seminarmaterial, das die Grundlage unserer Diskussionen bildet. Eine mögliche Hausaufgabe sind Fotos, die mit dem Smartphone gemacht werden.

Das Seminar ist offen für alle Interessierten und umsonst. Die Teilnehmerzahl ist allerdings beschränkt, um sich anzumelden, bitten wir eine kurze Begründung für das Kursinteresse an itamar.mann@gmail.com zu schicken.

In Partnerschaft mit DeutschPlus und Die Offene Gesellschaft

[logo DoG 60]

Dr. Itamar Mann unterrichtet an der University of Haifa, Faculty of Law. Sein Forschungsschwerpunkt ist internationales Recht und politische Theorie mit besonderer Betonung der rechtlichen, politischen und ethischen Fragen von Geflüchteten und Migranten. Mann hat in den wichtigsten Zeitschriften veröffentlicht und Bücher mitherausgegeben, seine Monographie Humanity at Sea: Maritime Migration and the Foundations of International Law erschien 2016 bei der Cambridge University Press. Neben seiner akademischen Arbeit ist er juristischer Berater von GLAN (Global Legal Action Network). Bevor er nach Haifa wechselte, war Mann Fellow am Georgetown Law Center, Washington DC. Er hat einen LLB der Tel Aviv University und einen LLM und JSD der Yale Law School.

Workshop-Plan:

08.10.18, 12:00-14:00: Digital Integrations
Gast: Safaa AbuJarour, Universität Potsdam

Frau AbuJarour ist eine Doktorkandidatin an der Universität Potsdam. Ihr Forschungsgebiet ist “The Role of Technology in Alleviating the Current Refugees’ Crisis”, sie wendet wissenschaftliche Methoden bei der Nutzung von sozialen Medien durch Flüchtlinge in Deutschland an, um die Chance ihrer Integration in die neue Gesellschaft zu befördern.

Literatur:

Weitere Literatur:

15.10.18, 12:00-14:00: Placeless Poets
Gast: Prof. Lyndsey Stonebridge, University of Birmingham

Professor Stonebrige hält den interdisziplinären Lehrstuhl für Humanities and Human Rights an der University of Birmingham. Ihre Arbeit legt einen Schwerpunkt auf die Literatur und Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts, Menschenrechte und Flüchtlingsstudien. Zuletzt erschien: Placeless People: Writing, Rights and Refugees came out this year with Oxford University Press.

Literatur:

  • Hannah Arendt, “We Refugees
  • Lyndsey Stonebridge, Placeless People (Oxford University Press, 2018) (excerpt, TBA)

22.10.18, 12:00-14:00: Trauma and Transnational Identity
Gast: Dr. Essam Daod, Humanity Crew

Im Jahr 2015 gründete Dr. Daod Humanity Crew, gemeinsam mit seiner Frau Maria Jammal. Von Griechenland aus war es das Ziel von Humanity Crew, erfahrene Praktiker aus der psychischen Gesundheitsarbeit und qualifizierte Freiwillige zu finden, auszubilden und zum Einsatz zu bringen, um psychosoziale Hilfe für Geflüchtete und Vertriebene zu leisten und dabei den Zustand der Geflüchteten zu verbessern und weitere Traumatisierung zu verhindern. Neben dieser operationellen Arbeit widmet sich Humanity Crew der Aufgabe, die Bedeutung von psychischer Gesundheit als einen grundlegenden Aspekt der Antwort auf humanitäre Krisen deutlich zu machen.

Literatur:

28.10.18, 12:00-14:00: “We the Migrants”

Literatur:

  • Gregory Feldman, We Are all Migrants: Political Action and the Ubiquitous Condition of Migrant-hood (Stanford University Press, 2015) (Introduction)
  • Atossa Araxia Abrahamian, The Cosmopolites (Columbia University Press, 2015) (Afterward)
  • Dr. Itamar Mann, Humanity at Sea: Maritime Migration and the Foundations of International Law (Cambridge University Press, 2016 (Chapter 6)
  • Richard Seymour, Reinventing the Anti-Immigrant Wheel, Patreon, September 3, 2018
School of Disobedience, Seminar #1/1

Während die demokratischen politischen Institutionen immer noch von einem genau zu beschreibenden Demos ausgehen, der innerhalb von nationalen Grenzen existiert, haben die weltweiten Migrationsbewegungen und die digitale Kommunikation gezeigt, wie schwer diese Konzeption aufrecht zu erhalten ist. Gleichzeitig ist die "Willkommenskultur" in die Defensive geraten, was zu einer neuen Betonung von staatlicher Souveränität geführt hat (sowohl von rechts wie von links). Dieser vierteilige Workshop versucht, neue Denkweise zu finden, wie eine egalitäre Politik durchlässiger Grenzen heute aussehen könnte. Der Schlüssel dabei ist es, nicht nur die humanitäre Hilfe für Geflüchtete auszuweiten, sondern offene politische Institutionen zu schaffen, die sozial verantwortlich sind. Welche Wissensformen können uns dabei helfen, diese Herausforderung zu meistern? Durch Treffen mit Wissenschaftlern und Aktivisten, die an der vordersten Schnittstelle dieses Denkens agieren, werden wir versuchen, neue Konzepte für unsere transnationalen politischen Gemeinschaften zu finden. Es sind vier unterschiedliche Blickwinkel aus vier Disziplinen, die die Diskussion prägen werden: digitale Kommunikation, Poesie, psychische Gesundheit, Recht. All angemeldeten Teilnehmer bekommen ein kleines Lunch und ausgewähltes Seminarmaterial, das die Grundlage unserer Diskussionen bildet. Eine mögliche Hausaufgabe sind Fotos, die mit dem Smartphone gemacht werden.

Das Seminar ist offen für alle Interessierten und umsonst. Die Teilnehmerzahl ist allerdings beschränkt, um sich anzumelden, bitten wir eine kurze Begründung für das Kursinteresse an itamar.mann@gmail.com zu schicken.

In Partnerschaft mit DeutschPlus und Die Offene Gesellschaft

[logo DoG 60]

Dr. Itamar Mann unterrichtet an der University of Haifa, Faculty of Law. Sein Forschungsschwerpunkt ist internationales Recht und politische Theorie mit besonderer Betonung der rechtlichen, politischen und ethischen Fragen von Geflüchteten und Migranten. Mann hat in den wichtigsten Zeitschriften veröffentlicht und Bücher mitherausgegeben, seine Monographie Humanity at Sea: Maritime Migration and the Foundations of International Law erschien 2016 bei der Cambridge University Press. Neben seiner akademischen Arbeit ist er juristischer Berater von GLAN (Global Legal Action Network). Bevor er nach Haifa wechselte, war Mann Fellow am Georgetown Law Center, Washington DC. Er hat einen LLB der Tel Aviv University und einen LLM und JSD der Yale Law School.

Workshop-Plan:

08.10.18, 12:00-14:00: Digital Integrations
Gast: Safaa AbuJarour, Universität Potsdam

Frau AbuJarour ist eine Doktorkandidatin an der Universität Potsdam. Ihr Forschungsgebiet ist “The Role of Technology in Alleviating the Current Refugees’ Crisis”, sie wendet wissenschaftliche Methoden bei der Nutzung von sozialen Medien durch Flüchtlinge in Deutschland an, um die Chance ihrer Integration in die neue Gesellschaft zu befördern.

Literatur:

Weitere Literatur:

15.10.18, 12:00-14:00: Placeless Poets
Gast: Prof. Lyndsey Stonebridge, University of Birmingham

Professor Stonebrige hält den interdisziplinären Lehrstuhl für Humanities and Human Rights an der University of Birmingham. Ihre Arbeit legt einen Schwerpunkt auf die Literatur und Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts, Menschenrechte und Flüchtlingsstudien. Zuletzt erschien: Placeless People: Writing, Rights and Refugees came out this year with Oxford University Press.

Literatur:

  • Hannah Arendt, “We Refugees
  • Lyndsey Stonebridge, Placeless People (Oxford University Press, 2018) (excerpt, TBA)

22.10.18, 12:00-14:00: Trauma and Transnational Identity
Gast: Dr. Essam Daod, Humanity Crew

Im Jahr 2015 gründete Dr. Daod Humanity Crew, gemeinsam mit seiner Frau Maria Jammal. Von Griechenland aus war es das Ziel von Humanity Crew, erfahrene Praktiker aus der psychischen Gesundheitsarbeit und qualifizierte Freiwillige zu finden, auszubilden und zum Einsatz zu bringen, um psychosoziale Hilfe für Geflüchtete und Vertriebene zu leisten und dabei den Zustand der Geflüchteten zu verbessern und weitere Traumatisierung zu verhindern. Neben dieser operationellen Arbeit widmet sich Humanity Crew der Aufgabe, die Bedeutung von psychischer Gesundheit als einen grundlegenden Aspekt der Antwort auf humanitäre Krisen deutlich zu machen.

Literatur:

28.10.18, 12:00-14:00: “We the Migrants”

Literatur:

  • Gregory Feldman, We Are all Migrants: Political Action and the Ubiquitous Condition of Migrant-hood (Stanford University Press, 2015) (Introduction)
  • Atossa Araxia Abrahamian, The Cosmopolites (Columbia University Press, 2015) (Afterward)
  • Dr. Itamar Mann, Humanity at Sea: Maritime Migration and the Foundations of International Law (Cambridge University Press, 2016 (Chapter 6)
  • Richard Seymour, Reinventing the Anti-Immigrant Wheel, Patreon, September 3, 2018
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