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Foto: Maciek Nabrdalik / VII

School of Disobedience
What is the importance of mental health for refugees?
A conversation between Dr. Itamar Mann and Dr. Essam Daod
22.10.

Diskurs
In englischer Sprache

The global refugee crisis is a mental health catastrophe, leaving millions in need of psychological support to overcome the traumas of dislocation and conflict. To undo the damage, child psychiatrist and TED Fellow Essam Daod has been working in camps, rescue boats and the shorelines of Greece and the Mediterranean Sea to help refugees (a quarter of which are children) reframe their experiences through short, powerful psychological interventions. "We can all do something to prevent this mental health catastrophe," Daod says. "We need to acknowledge that first aid is not just needed for the body, but it has also to include the mind, the soul."

Dr. Itamar Mann is a senior lecturer at the University of Haifa, Faculty of Law. His scholarship focuses on international law and political theory with an emphasis on the legal, political, and ethical questions refugees and migrants raise. Mann has published widely in leading journals and edited volumes, and his monograph, Humanity at Sea: Maritime Migration and the Foundations of International Law, came out with Cambridge University Press in 2016. Alongside his academic work, he is a legal adviser at GLAN (Global Legal Action Network), where he advances strategic litigation, focusing on migrant and refugee rights. Before moving to Haifa, Mann held a fellowship at Georgetown Law Center, Washington DC. His education includes an LLB from Tel Aviv University, and LLM and JSD degrees from Yale Law School.

In 2015, Dr. Essam Daod founded Humanity Crew with his wife Maria Jammal. With an operating base in Greece, Humanity Crew recruits, trains and deploys mental health professionals and qualified volunteers to deliver psychosocial services to refugees and displaced populations in an effort to improve refugee well-being and prevent further trauma. Alongside its operational work, Humanity Crew is dedicating to raising the profile of mental health care as a fundamental aspect of emergency humanitarian crisis response.


School of Disobedience
Die School of Disobedience ist ein experimentelles Format, das neue Wege der unabhängigen Wissensproduktion im 21. Jahrhundert testet. Sie ist aus dem Geist der Stadt Berlin geboren, die ein Bild für diese Zeit und diese Welt ist, heterogen, international, politisiert. Ziel der School of Disobedience ist es, dieses Potential der Stadt zu bündeln und für die Arbeit an einer gemeinsamen Zukunft fruchtbar zu machen. In der Verbindung von humanistischen und technologischen Perspektiven gilt es, konkrete Projekte anzustoßen, die einen progressiven Gesellschaftsbegriff verwirklichen und unseren Gerechtigkeitssinn schärfen.

Seit Frühling 2018 veranstaltet die School of Disobedience im Grünen Salon einer Reihe von Veranstaltungen, welche Fragen von Form und Inhalt para-akademischen Arbeitens testen. In dieser Spielzeit wird es Seminar-Formate geben, die sich an alle richten, die an der Verbindung von akademischem und aktivistischem Denken und Arbeiten interessiert sind, eine Werkstatt für Technologen wie Theoretiker, ein Makerspace für Menschen mit Erfahrungen in den verschiedensten Bereichen, von Jura zu Coding, von NGO zu Universität. Jeden Monat führt ein anderer wissenschaftlicher Experte ein Seminar über sein Forschungsgebiet durch und lädt Menschen aller Altersgruppen, Berufe und Erfahrungen als Teilnehmer*innen ein. Außerdem gibt es monatliche öffentliche Abendveranstaltungen, die dem Publikum einen Einblick in das jeweilige Thema geben sollen.

Die School of Disobedience wird realisiert in Zusammenarbeit mit der Nemetschek Stiftung.

Vergangene Veranstaltungen

School of Disobedience: Artificial Intelligence and Justice

Mit Lorena Jaume-Palasí

Voranmeldung erforderlich: Das sechsteilige Seminar (04.05., 11.05., 18.05., 08.06., je 12:00-14:00, 15.06.20, 12:00-16:00) richtet sich an alle Interessierten, unabhängig von Altersgruppe, Beruf oder Studienhintergrund. Da die Kapazität leider begrenzt ist, füllen Sie bitte bis spätestens 17. April 2020 das Formular zur Bewerbung aus. Weitere Informationen zum Teilnahmeverfahren erhalten Interessierte im Anschluss direkt per Email.

Die Jurisprudenz ist die am meisten symbolisch aufgeladene Form der Herstellung und der Verbalisierung von Gerechtigkeit. Sie besteht in einem Akt der Kontextualisierung von rechtlichen Standards. Gerechtigkeit manifestiert sich an der Schnittstelle zwischen der Hervorbringung und der Beseitigung normativer Standards. Hierbei geht es darum, eine Balance zu finden zwischen dem Individuellen und dem Gesellschaftlichen, den Standards und den Ausnahmen bzw. dem Unbekannten. Und doch wurde der Korpus an Jurisprudenz, der seit den 1950er Jahren entstanden ist, nach wie vor nicht systematisch analysiert, um Muster des menschlichen Verhaltens bezüglich der Herstellung von Gerechtigkeit herauszuarbeiten. In Frankreich ist es verboten, statistische Analysen der Jurisprudenz vorzunehmen. Es wird argumentiert, dass fortgeschrittene Analysewerkzeuge, die sich hochentwickelter Algorithmen bedienen, die Unabhängigkeit des Justizapparates gefährden könnten. Zugleich gibt es in Deutschland eine lange Tradition der Theoriebildung zu den Möglichkeiten, die Automatisierungssysteme in Hinblick auf die Ausübung von Kontrolle über das Justizsystem bieten. In diesem Kurs wird das Augenmerk auf das Kartographieren, das Übersetzen und das Infragestellen von traditionellen Formen von Gerechtigkeit gelegt. Die Inblicknahme dieses Themas erfolgt dabei durch die Brille der künstlichen Intelligenz.

Können bestehende Gerechtigkeitsstandards in andere Sprachen (etwa in jene der Mathematik) übersetzt werden? Inwiefern kann künstliche Intelligenz eingesetzt werden, um mehr Gerechtigkeit herbeizuführen? Welche Stellung nimmt der Mensch im Justizapparat ein?

Darüber hinaus werden ästhetische Aspekte in Betracht gezogen: Gerechtigkeit äußert sich nicht nur in Form von Verdikten, sie ist auch ein Prozess. Es gibt diesbezüglich Rituale, Traditionen und Symbole, die verdeutlichen, was in der jeweiligen Gesellschaft als der Kern der Prozeduren und Prinzipien von Fairness und Gerechtigkeit angesehen wird. Welche anderen Formen der Visualisierung von Gerechtigkeit können unter Zuhilfenahme von künstlicher Intelligenz hervorgebracht werden? Die Teilnehmenden dieses Kurses werden interdisziplinären Arbeitsgruppen zugewiesen. Jede Arbeitsgruppe entwickelt und präsentiert eine Projektidee zu einem der Seminarthemen.

Lorena Jaume-Palasí ist Gründerin der The Ethical Tech Society, einer Non-Profit-Organisation, die mit ihrer fakten- und theoriebasierten Arbeit Automatisierungs- und Digitalisierungsprozesse in den Blick nimmt, wobei ein Augenmerk auf deren Relevanz für sozialpolitische Fragestellungen gelegt wird. Lorena agiert vorrangig im Feld der Ethnik und der Rechtsphilosophie. 2017 wurde sie von der spanischen Regierung in einen Expert*innenrat berufen, der sich mit künstlicher Intelligenz und Big Data beschäftigt. Darüber hinaus war sie Mitglied einer Expert*innengruppe der EU zum Thema künstliche Intelligenz. 2018 wurde der AlgorithmWatch-Initiative, bei der sie zu diesem Zeitpunkt in der Geschäftsführung tätig war, die Theodor-Heuss-Medaille für ihren „Beitrag zu einer differenzierten Betrachtung von Algorithmen und deren Wirkmechanismen“ verliehen.

School of Disobedience: The financial Art of (non)Knowledge

Lecture mit Erik Bordeleau

Wissen dient nicht dem Verstehen, sondern dem Zerschneiden“. In Zeiten, in denen die Märkte zunehmend als Rechengeräte aufgefasst werden, die der Übermittlung von Informationen (sprich Preisen) dienen und die vor der epistemischen Herausforderung stehen, als primärer Mechanismus für die Validation von Wahrheit zu dienen, ist Foucaults berühmte Äußerung heute relevanter denn je. „The market knows best“ (Der Markt weiß am besten Bescheid) lautet die Mär von der Selbstregulierung. Die Märkte führen den Schnitt durch.

Wenn die Wirtschaft eine Frage des Wissensstands und anderer Informations-Asymmetrien ist, was hat es dann zu bedeuten, wenn wir unsere Erkenntnisse durch Finanzderivate erlangen? Derivate agieren am Rande dessen, was mit ökonomischen Begriffen erfasst werden kann. Sie spielen eine zunehmend zentrale Rolle für die Risikomanagement-Strategien und Wertanalysen, die die heutigen Märkte erfordern. Um mit Elie Ayache, einem ehemaligen Finanzhändler, der inzwischen Marktphilosoph geworden ist, zu sprechen: „Derivate sind das Un-Wissen, aus dem heraus die zukünftigen Märkte entstehen“.

Anknüpfend an Randy Martins zukunftsweisende Arbeit Knowledge LTD (2015), geht der Vortrag von der Annahme aus, dass es sich bei diesem Un-Wissen um eine produktive, vorausblickende und affektive Kraft handelt, mittels derer das in die Finanz-Transaktionen und die ästhetische Logik der Derivate eingebettete soziale Aufbrausen enthüllt werden kann.

Erik Bordeleau ist Philosoph, Medientheoretiker und Forscher am Art, Business and Culture Center der Stockholm School of Economics. Er hält eine Seminarreihe zum Thema kritische Kryptoökonomie an der School of Disobedience an der Volksbühne Berlin ab. Darüber hinaus entwickelt er mit Saloranta & De Vylder eine Peer-to-Peer-Plattform für Performing Arts. Bordeleau lebt in Berlin.

School of Disobedience: Ecologies of Knowledge

Welche Spuren hat das öko-kybernetische Denken aus der Mitte des 20. Jahrhunderts in den heutigen Entwürfen zur Aufzeichnung und Kontrolle der Kohlenstoffflüsse der Erde hinterlassen? Wie kam es dazu, dass systemökologische Praktiken der Abstraktion ein System der Kontrolle-durch-Berechnung hervorgebracht haben, in dem die Materialität der biogeochemischen Welt als den menschliche Begierden vollkommen untergeordnet erachtet wird? Auf welche Weise haben diese intensivierten Praktiken der Abstraktion dazu geführt, dass nicht nur die Natur zur Maschine wird, sondern auch menschliche Gebilde und Sphären zu Umweltbestandteilen wurden? Dieser Vortrag präsentiert neueste Forschungsergebnisse, die aus dem Cycles of Circulation-Projekt hervorgehen, einem Projekt über die Geschichte der Wissenschaft der Ökologie, ihre Entwicklung als kybernetisches Paradigma, das die Grundlage für das Aufkommen der heutigen Kohlenstoff-Wirtschaft lieferte, und ihre Entwicklung zu einer „Meisterdisziplin”, die die Welt als Reihe miteinander verbundener Systeme der kooperierenden Wesen und Kräfte versteht.

Karolina Sobecka ist Künstlerin und Forscherin, die an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Technologie arbeitet. Sie organisiert und nimmt teil an sozialen Gefügen, die technologische Veränderungen steuern, in sich aufnehmen oder ihnen widerstehen. In ihren aktuellen Projekten erkundet Sobecka Konzepte von Ökologie und Steuerung durch Fallstudien in den Bereichen Klima- und Kohlenstoff-Engineering. Ihre Arbeit wurde international ausgestellt und hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, unter anderem von Creative Capital, der New York Film Academy, der Princess Grace Foundation, Eyebeam, Rhizome sowie den Vida Art and Artificial Life Awards. Sobecka hat an der School of the Art Institute of Chicago und am California Institute of the Arts studiert und hatte international Lehraufträge inne, unter anderem an der University of Washington, der School of the Art Institute of Chicago, der Rhode Island School of Design und der New York University. Derzeit ist sie Ph.D.-Kandidatin am European Center for Art, Design and Media based Research und der Kunstuniversität Linz.

Abbildung: Ecological Economics, Diagramm von Howard T. Odum

School of Disobedience: Knowledge and Network Agency

Mit Stefan Heidenreich

Manchmal kann Wissen dabei helfen, etwas in die Tat umzusetzen. Manchmal aber auch nicht. Der Unterschied zwischen nützlichem und unnützem Wissen ist nicht immer sofort ersichtlich, insbesondere aus der Innensicht wissenschaftlicher oder akademischer Institutionen.

Selbstreferentielle und rekursive Operationen, wie etwa Routinen der Durchführung und der Evaluation von Forschungen, haben die Tendenz, in geschlossene Kreisläufe überzugehen. Um Herde nutzloser akademischer Rituale auszumachen, macht es Sinn, nach Routinen Ausschau zu halten, die rein zeremonieller Natur sind (Ayres), sowie nach dem sprichwörtlichen akademischen Getöse. Darunter fallen eitle Hierarchien, Titel oder andere Erscheinungen, die Exzellenz signalisieren sollen (Bourdieu).

In diesem Sinn könnte das Konzept der „bullshit jobs“ (Graeber) auch zur Identifizierung von „bullshit knowledge“ angewandt werden.

Andererseits stellt die Entstehung der modernen, auf die Forschung fokussierten Universität im Preußen des 19. Jahrhunderts ein Beispiel für einen erfolgreichen Übergang von zeremoniellen Ritualen zu einer produktiven und nützlichen wissenschaftlichen Praxis dar. Humboldts und Schleiermachers richtungsweisende Prinzipien zu reaktivieren könnte dazu beitragen, aktuellem Wissen Wirkkraft zu verleihen.

Stefan Heidenreich unterrichtete Kunsttheorie in Köln und Medientheorie in Basel. Seine Bücher und Texte erscheinen im Merve Verlag und im Hansa Verlag, in DIE ZEIT, in DER FREITAG, und andernorts. Momentan widmet er sich vordergründig der Demokratisierung der Kunst.

School of Disobedience: Tech for Disobedience

Mit Julia Kloiber & Elisa Lindinger

Voranmeldung erforderlich: Das sechsteilige Seminar (03.02., 10.02., 24.02., 02.03., 09.03., 16.03.20, jeweils 15:00-17:00) richtet sich an alle Interessierten, unabhängig von Altersgruppe, Beruf oder Studienhintergrund. Da die Kapazität leider begrenzt ist, füllen Sie bitte bis spätestens 17.01.20 das Formular zur Bewerbung aus. Weitere Informationen zum Teilnahmeverfahren erhalten Interessierte im Anschluss direkt per Email.

Viele gängige Technologie-Narrative suggerieren, dass die Menschheit von digitalen Systemen beherrscht wird. Systeme, die nicht den Menschen dienen sondern die Demokratien zerstören, die Menschenrechte aushebeln und die Bürger*innen in hörige Konsument*innen verwandeln. Wir werden fortlaufend mit Hilfe digitaler Technologien überwacht und unsere Daten und social graphs werden an die Höchstbietenden verkauft. Was geschieht, wenn zentralisierte Systeme unsere Handlungen beherrschen oder wenn autokratische Regime mit tech governance verschmelzen? Wie kann die Bevölkerung unabhängig bleiben und in der Sphäre des Digitalen aktiv werden? Welche Werkzeuge gibt es, um Gemeinschaften zu verwalten und sie miteinander zu verbinden?

Sei es in Hong Kong, im Sudan oder in Venezuela – Bewegungen und Gemeinschaften auf der ganzen Welt beschäftigen sich seit einiger Zeit mit diesen Fragen. Sie experimentieren mit digitalen Werkzeugen des zivilen Ungehorsams und entwickeln Strategien, die ihnen dabei helfen, gegen die Unterdrückung anzukämpfen und ihre Freiheit wiederzuerlangen.

Das Ziel dieses Kurses ist, einen Überblick über vergangene und gegenwärtige Beispiele des Einsatzes moderner Technologien für den zivilen Ungehorsam zu gewinnen. Wir werden internationale Gastredner*innen einladen, um einen Einblick in ihre Praxis zu erhalten. In der zweiten Hälfte dieses Kurses werden wir spekulative Zukünfte entwerfen sowie neue Werkzeuge und Konzepte entwickeln.

Julia Kloiber ist Mitbegründerin des Prototype Fund – ein Open-Source-Finanzierungs-Programm für soziale, digitale Innovationen – und des Superrr Lab – eine Berliner Organisation, die sich der Erforschung sowie der Unterstützung derartiger Initiativen und der Förderung einer ethischen Nutzung moderner Technologien widmet. Julia Kloiber entwickelt Strategien und Konzepte für die digitale Sphäre, sie erkundet Zukunftsnarrative und hilft dabei, aufkommende Führungspersönlichkeiten sowie Gemeinschaften handlungsfähig zu machen. Sie beschäftigt sich in erster Linie mit dem freien Zugang zu Informationen und mit den ethischen Dimensionen von Technologien. In den vergangenen 10 Jahren hat sie mit Mozilla, Ashoka und der Open Knowledge Foundation zusammengearbeitet.

Elisa Lindinger arbeitet an der Schnittstelle von Technik, Kunst und den Geisteswissenschaften. Sie ist Mitbegründerin des Superrr Lab und beschäftigt sich im Zuge ihrer derzeitigen Forschungsaktivitäten mit offenen digitalen Infrastrukturen. Sie fokussiert dabei auf die Frage, wie die in Tech-Communities verbreiteten sozialen Praktiken, Normen und Werte die Ausgestaltung dieser Infrastrukturen beeinflussen.

School of Disobedience: ‘A is for An Other’. Beyond Artificial Intelligences

Voranmeldung erforderlich: Die Anmeldung für das sechsteilige Seminar (06.01., 13.01., 20.01., 03.02., 10.02., 24.02.2020) mit Maya Indira Ganesh ist seit dem 15. Dezember 2019 beendet.

Das Seminar setzt beim Unbehagen gegenüber dem einprägsamen Fantasiebegriff „KI“ an, der sich aus den Wörtern „künstlich“ und „Intelligenz“ zusammensetzt. Wenn KI künstlich ist, was bezeichnen dann die Begriffe „natürlich“ oder „echt“? 1987 wurde ein Computer als „intelligent“ erachtet, weil er den weltranglistenersten Schachspieler schlug. Heute gilt ein Computerprogramm als intelligent, wenn es in der Lage ist, ein Auto zu steuern. Intelligenz gibt ein bewegliches Ziel ab, versucht man es anhand von Aufgabenparametern wie Auffassungsgabe, Mustererkennung, Sprachverarbeitung oder Prädiktion zu definieren. Ausgehend von Francisco Varelas These, dass die Zentralität der Kognition als Symbolmanipulation, als „Repräsentation durch den eigenständigen Geist einer präexistenten, abgetrennten Welt“ fehlerhaft ist, wird sich das Seminar mit nicht-menschlichen (tierischen, mineralischen, siliziumbasierten, pflanzenbasierten, synthetischen) und menschlichen Verstrickungen befassen und aufzeigen, inwiefern diese die dualistische Ontologie der Trennung von Natur und Kultur, Körper und Geist, Emotion und Verstand in Frage stellen. Sind wir in der Lage, uns andere Maßstäbe als den der „Intelligenz“, etwas anderes als die nicht-menschliche Intelligenz, die Intelligenz ohne Gehirn oder digitale Verarbeitung vorzustellen? Welche Bedeutung haben diese Kategorien für unsere Überlegungen dazu, was es heißt, Mensch zu sein? Eine große Bandbreite nicht-amerikanischer/eurozentristischer Wissensordnungen und Phänomenologien stellt seit langem Praktiken und Metaphern für eine Existenz wider diesen Dualismus bereit. Das Seminar lädt die Teilnehmenden dazu ein, sich mit einer Vielzahl solcher Texte, Kunstwerke, Designprojekte und Filme zu beschäftigen. Außerdem können die Teilnehmenden Beiträge zu einem visuellen und textuellen Wörterbuch der Technolgie und Gesellschaft beizusteuern, das unseren Glauben an das, was Arturo Escobar als grundlegend für die moderne onto-epistemische, rationalistische Ordnung bezeichnet – das Individuum, die Wissenschaft, die Wirtschaft und die Realität –, auf die Probe stellt.

Maya Indira Ganesh ist Technikforscherin und Autorin mit einem hybriden Tätigkeitsportfolio, das Kulturorganisationen, die Wissenschaftswelt und NGOs umfasst. Sie hält zwei Masterabschlüsse, und ihre fortlaufende Forschungspromotion untersucht die Konstruktion von Maschinenautonomie durch das Wechselspiel computerbasierter Technologien mit kulturellen Narrativen, KI und die sich wandelnde Rolle, die der Mensch dabei spielt. Im Mai 2019 wurde sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der Artificial Intelligence and Media Philosophy research group an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung (HfG) Karlsruhe und erhielt den einjährigen Grant „Künstliche Intelligenz – Ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft von morgen“ der Volkswagenstiftung. Maya promoviert zu einem Zeitpunkt, da sie bereits 15 Jahre lang als Forscherin und Autorin zur Schnittstelle von Menschenrechten, Gender und Technologie mit Tactical Tech, dem Citizen Lab an der University of Toronto, mit UNICEF Indien und dem APC Women’s Rights Program gearbeitet hat. Während dieser Zeit forschte sie zu den Themen Gender, Feminismus und Technologie, Big Data und Diskriminierung, digitale Sicherheit und Privatssphäre beim Schutz der Menschenrechte sowie zu visuellen Kulturen des digitalen Aktivismus.

Foto: A top-down aerial view of an old dumping ground for household waste. Weymouth, United Kingdom. Credit: Louis Reed on Unsplash

School of Disobedience: Cryptoeconomics and Climate Change. Speculative Design for the Aerocene

Voranmeldung erforderlich: Die Anmeldung für das sechsteilige Seminar (25.11., 02.12., 09.12.2019 + 09.03., 16.03., 23.03.2020) mit Erik Bordeleau ist seit dem 8. November 2019 beendet.

Die umweltzerstörerischen Tendenzen des kapitalistischen Systems sind auf unzählige Weise beschrieben und analysiert worden. Die zentrale Herausforderung unserer Zeit besteht darin, diesen zerstörerischen Prozess umzukehren. Wie lässt sich in die Commons integrieren, was von der herrschenden Wirtschaftsordnung systematisch externalisiert und veräußert wurde? Wie lässt sich das Verhältnis von qualitativen und quantitativen Aspekten des Lebens durch ein breiteres Spektrum an Werten und lebensspendenden Praktiken neu austarieren? Können die jüngsten Entwicklungen im Bereich der Blockchain-basierten Kryptoökonomie einen Beitrag zu dieser Herausforderung leisten?

Dies ist ein kosmo-finanzieller Vorschlag
Eine spekulative Vorhersage des inneren und unterirdischen Wetters

Um die Zeit freizusetzen, die von dem Griff der Wirtschaft verschont geblieben ist
Um neue Überzeugungen in die Welt zu setzen
Um die Gegenwart durch das Aktivieren einer Reihe spekulativer Gesten wirklich zu bewohnen.

Dieses Seminar will zum kontinuierlichen Paradigmenwechsel unserer Generation beitragen, indem es die Wertvorstellungen des herrschenden Wirtschaftssystems hinterfragt und mit neuen Methoden zur Ökologisierung unserer techno-sozialen, organisatorischen und finanziellen Vorstellungen experimentiert. Es entsteht in enger Zusammenarbeit mit der Aerocene Foundation, einer von dem Künstler Tomás Saraceno gegründeten interdisziplinären Künstler*innengemeinschaft. Diese hat es sich zum Ziel gesetzt, ein neuartiges atmosphärisches Empfinden (aesthesis) zu generieren, das die Luft durch den Einsatz verschiedener Mittel als lebendiges Medium erfahrbar macht. Somit soll ein erneuertes Bild der Aerocommons aktiviert und Weltungspraktiken (worlding practices) entwickelt werden, die besser auf das thermodynamische (Un-)Gleichgewicht der Erde abgestimmt sind.

Im Vordergrund des Seminars stehen gemeinsame Gespräche über zeitgenössische Grundlagentexte zu ökologischen und kryptoökonomischen Themengebieten (wobei in erster Linie affektive und ökologische Abstimmungsprozesse (affective and ecological attunement), Regierungsontologien, Wissensinfrastrukturen für aufkeimendes kollektives Handeln usw. behandelt werden). Thema von im Kontext des Seminars stattfinden Design-Sessions ist darüber hinaus das Streben der Aerocene-Gemeinschaft nach Selbstorganisation und ihr Anliegen, sich den Fragen eines dezentralisierten Werteaustauschs, den Verstrickungen der Kunst-, Luft- und Wirtschaftsströme sowie den globalen Herausforderungen der Mobilität zu stellen.

Erik Bordeleau ist Wissenschaftler am SenseLab (Concorida University Montréal), arbeitet als flüchtender Planer bei der Economic Space Agency (ECSA) und ist Gastwissenschaftler am Center for Arts, Business & Culture an der Stockholm School of Economics. Mit Saloranta & De Vylder entwickelt er The Sphere, eine p2p Gemeinschaftsplattform zur Selbstorgansisation in den performativen Künsten. Er lebt in Berlin und erfreut sich von Zeit zu Zeit des diskreten Charms des Prekariats.

Foto: Becoming Aerosolar, Free Flight Schönefelde, Germany, 2015. As the first official Free Flight, two Aerocene sculptures made a more than 500 kilometer long journey in spring 2015, from Germany to Poland over a period of 5 hours. Like all Aerocene flights, the journey was achieved without helium, fossil fuels, solar panels or burners. Journeys in free flight represent the long term common imaginary of the Aerocene community in concrete terms, going beyond symbolic and political borders, re-examining freedom of movement between countries, continents, planets and universes. Photography by Studio Tomás Saraceno, 2015, licensed under CC by Aerocene Foundation 4.0

School of Disobedience: Artificial Intelligence for the Common Good #4

Mit Lorena Jaume-Palasí

Algorithmen sind die kleinste Einheit von dem, was wir "Künstliche Intelligenz" (KI) nennen. Sie stehen im Mittelpunkt der aktuellen Debatte über die ethischen und sozialen Auswirkungen von KI. Die kommerzielle Nutzung von KI-basierten Diensten und Produkten wie Smartphones, Versicherungsdienstleistungen, Suchmaschinen, Online-Shopping und Social Media zieht Bedenken und Unsicherheiten nach sich über die Folgen für den Menschen.

Die Manifestation der Technologie in Dienstleistungen und Produkten führt zu einer Überprüfung und Bewertung aus einer sehr individuellen Menschenrechts- und Verbraucherrechtsperspektive. Die aus der KI abgeleiteten Produkte und Dienstleistungen entsprechen jedoch nicht der Natur der KI - Künstliche Intelligenz und algorithmische Systeme verstehen Individuen nicht. Sie sind ein technologisch standardisierender und automatisierender Prozess, bei dem Menschen in feinkörnige Kollektive eingeteilt werden. Es ist die technische Herstellung einer immateriellen Infrastruktur durch Software in Bereichen, in denen diese infrastrukturelle Dimension bisher undenkbar war. Infrastruktur ist der architektonische Ausdruck der Politik einer Gesellschaft. Sie erleichtert und verteilt Macht, schafft die Voraussetzungen für gesellschaftliche Ein- und Ausgrenzung und gestaltet den gemeinsamen öffentlichen Raum.

KI ist eine Technologie, die sich architektonisch und damit kollektiv auf Gesellschaften auswirkt. Das aktuelle Gespräch über Ethik und Gesetze zur Nutzung von KI konzentriert sich auf die Wahrung demokratischer Werte mit individuellen Instrumenten. Dieser reaktionäre Ansatz entspricht keiner Strategie und wird bei kollektiven Problemen nicht funktionieren. Wirklicher Widerstand impliziert Aktion statt Reaktion. Aktion bedeutet, durch die Präsentation von Alternativen zu widersprechen. Das Seminar konzentriert sich auf die Analyse technologievermittelter Machtstrukturen, um gesellschaftliche Fiktionen zu entwickeln, die sich auf das Gemeinwohl und das öffentliche Interesse unter Verwendung von KI konzentrieren.

Voranmeldung erforderlich: Das dreiteilige Seminar mit Lorena Jaume-Palasí richtet sich an alle Interessierten, unabhängig von Altersgruppe, Beruf oder Studienhintergrund. Da die Kapazität leider begrenzt ist, bitten wir um ein kurzes Schreiben zu Person und Teilnahmewunsch bis einschließlich 13. Mai 2019 an schoolofdisobedience@protonmail.com. Weitere Informationen erhalten Interessierte im Anschluss direkt per Email.

Lorena Jaume-Palasí ist Gründerin von The Ethical Tech Society eine gemeinnützige Organisation, die das Ziel verfolgt, Prozesse der Automatisierung und Digitalisierung zu erforschen und in Bezug auf ihre gesellschaftliche Relevanz normativ einzuordnen. Lorena forscht zur Ethik der Digitalisierung und Automatisierung. Sie befasst sich in diesem Zusammenhang auch mit rechtsphilosophischen Fragen. 2017 wurde sie von der Regierung Spaniens in dem Weisenrat zu Künstlicher Intelligenz und Datenpolitik berufen. 2018 erhielt sie für die Initiative AlgorithmWatch die Theodor Heuss Medaille „für ihren Beitrag zu einer differenzierten Betrachtung von Algorithmen und deren Wirkmechanismen“.

Bild: Supertree Grove, Gardens by the Bay, Singapore. Quelle: Wikimedia Commons

School of Disobedience: Artificial Intelligence for the Common Good #2

Mit Lorena Jaume-Palasí

Algorithmen sind die kleinste Einheit von dem, was wir "Künstliche Intelligenz" (KI) nennen. Sie stehen im Mittelpunkt der aktuellen Debatte über die ethischen und sozialen Auswirkungen von KI. Die kommerzielle Nutzung von KI-basierten Diensten und Produkten wie Smartphones, Versicherungsdienstleistungen, Suchmaschinen, Online-Shopping und Social Media zieht Bedenken und Unsicherheiten nach sich über die Folgen für den Menschen.

Die Manifestation der Technologie in Dienstleistungen und Produkten führt zu einer Überprüfung und Bewertung aus einer sehr individuellen Menschenrechts- und Verbraucherrechtsperspektive. Die aus der KI abgeleiteten Produkte und Dienstleistungen entsprechen jedoch nicht der Natur der KI - Künstliche Intelligenz und algorithmische Systeme verstehen Individuen nicht. Sie sind ein technologisch standardisierender und automatisierender Prozess, bei dem Menschen in feinkörnige Kollektive eingeteilt werden. Es ist die technische Herstellung einer immateriellen Infrastruktur durch Software in Bereichen, in denen diese infrastrukturelle Dimension bisher undenkbar war. Infrastruktur ist der architektonische Ausdruck der Politik einer Gesellschaft. Sie erleichtert und verteilt Macht, schafft die Voraussetzungen für gesellschaftliche Ein- und Ausgrenzung und gestaltet den gemeinsamen öffentlichen Raum.

KI ist eine Technologie, die sich architektonisch und damit kollektiv auf Gesellschaften auswirkt. Das aktuelle Gespräch über Ethik und Gesetze zur Nutzung von KI konzentriert sich auf die Wahrung demokratischer Werte mit individuellen Instrumenten. Dieser reaktionäre Ansatz entspricht keiner Strategie und wird bei kollektiven Problemen nicht funktionieren. Wirklicher Widerstand impliziert Aktion statt Reaktion. Aktion bedeutet, durch die Präsentation von Alternativen zu widersprechen. Das Seminar konzentriert sich auf die Analyse technologievermittelter Machtstrukturen, um gesellschaftliche Fiktionen zu entwickeln, die sich auf das Gemeinwohl und das öffentliche Interesse unter Verwendung von KI konzentrieren.

Voranmeldung erforderlich: Das dreiteilige Seminar mit Lorena Jaume-Palasí richtet sich an alle Interessierten, unabhängig von Altersgruppe, Beruf oder Studienhintergrund. Da die Kapazität leider begrenzt ist, bitten wir um ein kurzes Schreiben zu Person und Teilnahmewunsch bis einschließlich 13. Mai 2019 an schoolofdisobedience@protonmail.com. Weitere Informationen erhalten Interessierte im Anschluss direkt per Email.

Lorena Jaume-Palasí ist Gründerin von The Ethical Tech Society eine gemeinnützige Organisation, die das Ziel verfolgt, Prozesse der Automatisierung und Digitalisierung zu erforschen und in Bezug auf ihre gesellschaftliche Relevanz normativ einzuordnen. Lorena forscht zur Ethik der Digitalisierung und Automatisierung. Sie befasst sich in diesem Zusammenhang auch mit rechtsphilosophischen Fragen. 2017 wurde sie von der Regierung Spaniens in dem Weisenrat zu Künstlicher Intelligenz und Datenpolitik berufen. 2018 erhielt sie für die Initiative AlgorithmWatch die Theodor Heuss Medaille „für ihren Beitrag zu einer differenzierten Betrachtung von Algorithmen und deren Wirkmechanismen“.

Bild: Supertree Grove, Gardens by the Bay, Singapore. Quelle: Wikimedia Commons

School of Disobedience: Artificial Intelligence for the Common Good #1

Mit Lorena Jaume-Palasí

Algorithmen sind die kleinste Einheit von dem, was wir "Künstliche Intelligenz" (KI) nennen. Sie stehen im Mittelpunkt der aktuellen Debatte über die ethischen und sozialen Auswirkungen von KI. Die kommerzielle Nutzung von KI-basierten Diensten und Produkten wie Smartphones, Versicherungsdienstleistungen, Suchmaschinen, Online-Shopping und Social Media zieht Bedenken und Unsicherheiten nach sich über die Folgen für den Menschen.

Die Manifestation der Technologie in Dienstleistungen und Produkten führt zu einer Überprüfung und Bewertung aus einer sehr individuellen Menschenrechts- und Verbraucherrechtsperspektive. Die aus der KI abgeleiteten Produkte und Dienstleistungen entsprechen jedoch nicht der Natur der KI - Künstliche Intelligenz und algorithmische Systeme verstehen Individuen nicht. Sie sind ein technologisch standardisierender und automatisierender Prozess, bei dem Menschen in feinkörnige Kollektive eingeteilt werden. Es ist die technische Herstellung einer immateriellen Infrastruktur durch Software in Bereichen, in denen diese infrastrukturelle Dimension bisher undenkbar war. Infrastruktur ist der architektonische Ausdruck der Politik einer Gesellschaft. Sie erleichtert und verteilt Macht, schafft die Voraussetzungen für gesellschaftliche Ein- und Ausgrenzung und gestaltet den gemeinsamen öffentlichen Raum.

KI ist eine Technologie, die sich architektonisch und damit kollektiv auf Gesellschaften auswirkt. Das aktuelle Gespräch über Ethik und Gesetze zur Nutzung von KI konzentriert sich auf die Wahrung demokratischer Werte mit individuellen Instrumenten. Dieser reaktionäre Ansatz entspricht keiner Strategie und wird bei kollektiven Problemen nicht funktionieren. Wirklicher Widerstand impliziert Aktion statt Reaktion. Aktion bedeutet, durch die Präsentation von Alternativen zu widersprechen. Das Seminar konzentriert sich auf die Analyse technologievermittelter Machtstrukturen, um gesellschaftliche Fiktionen zu entwickeln, die sich auf das Gemeinwohl und das öffentliche Interesse unter Verwendung von KI konzentrieren.

Voranmeldung erforderlich: Das dreiteilige Seminar mit Lorena Jaume-Palasí richtet sich an alle Interessierten, unabhängig von Altersgruppe, Beruf oder Studienhintergrund. Da die Kapazität leider begrenzt ist, bitten wir um ein kurzes Schreiben zu Person und Teilnahmewunsch bis einschließlich 13. Mai 2019 an schoolofdisobedience@protonmail.com. Weitere Informationen erhalten Interessierte im Anschluss direkt per Email.

Lorena Jaume-Palasí ist Gründerin von The Ethical Tech Society eine gemeinnützige Organisation, die das Ziel verfolgt, Prozesse der Automatisierung und Digitalisierung zu erforschen und in Bezug auf ihre gesellschaftliche Relevanz normativ einzuordnen. Lorena forscht zur Ethik der Digitalisierung und Automatisierung. Sie befasst sich in diesem Zusammenhang auch mit rechtsphilosophischen Fragen. 2017 wurde sie von der Regierung Spaniens in dem Weisenrat zu Künstlicher Intelligenz und Datenpolitik berufen. 2018 erhielt sie für die Initiative AlgorithmWatch die Theodor Heuss Medaille „für ihren Beitrag zu einer differenzierten Betrachtung von Algorithmen und deren Wirkmechanismen“.

Bild: Supertree Grove, Gardens by the Bay, Singapore. Quelle: Wikimedia Commons

School of Disobedience: Artificial Intelligence for the Common Good

Lorena Jaume-Palasí im Gespräch mit Payal Arora

Künstliche Intelligenz liefert aktuell eine Vielzahl an Material für Prognosen hinsichtlich der Zukunft von Gesellschaften. Sie scheint unsere bisherigen Konzepte von Raum, Zeit und Grenzen komplett aufzubrechen. In diesem Zusammenhang existiert es die Idee, dass Künstliche Intelligenz den Weg für Dystopien von Unterdrückung ebnet. Dies ist die Ansicht einiger weniger - wenn auch renommierter - Wissenschaftler*innen und Intellektuellen.

Doch wie steht es um Jene, die unterdrückt werden sollen? Nehmen sie aktiv an der Diskussion teil? Wie ist die Wahrnehmung von Künstlicher Intelligenz und Datenverarbeitung? Was sind ihre Visionen? Payal Arora wird Ergebnisse aus ihrer Forschungstätigkeit in China, Indien und Brasilien präsentieren und ihr neues Buch The Next Billion Users vorstellen. Payal Arora und Lorena Jaume-Palasí sprechen über Utopien, Künstliche Intelligenz und der fehlenden Verbindung zwischen Kritik an Künstlicher Intelligenz und dem Gemeinwohl.

Lorena Jaume-Palasí ist Gründerin von The Ethical Tech Society eine gemeinnützige Organisation, die das Ziel verfolgt, Prozesse der Automatisierung und Digitalisierung zu erforschen und in Bezug auf ihre gesellschaftliche Relevanz normativ einzuordnen. Lorena forscht zur Ethik der Digitalisierung und Automatisierung. Sie befasst sich in diesem Zusammenhang auch mit rechtsphilosophischen Fragen. 2017 wurde sie von der Regierung Spaniens in dem Weisenrat zu Künstlicher Intelligenz und Datenpolitik berufen. 2018 erhielt sie für die Initiative AlgorithmWatch die Theodor Heuss Medaille „für ihren Beitrag zu einer differenzierten Betrachtung von Algorithmen und deren Wirkmechanismen“.

Dr. Payal Arora ist außerordentliche Professorin am Institut für Medien und Kommunikation der Erasmus Universität Rotterdam. Sie ist Gründerin und Geschäftsführerin des Catalyst Lab, einem Zentrum das die Beziehungen zwischen der akademischen Welt, Industrie und der Öffentlichkeit wieder neu entfachen möchte, mithilfe von Social Media Kampagnen und der Auseinandersetzung mit aktuellen sozialen Fragestellungen. Arora forscht zu digitalen Kulturen und sozialer Ungleichheit, neuem Medienaktivismus, Edutainement und IT für internationale Entwicklung.

Bild: Supertree Grove, Gardens by the Bay, Singapore. Quelle: Wikimedia Commons

School of Disobedience: Art and the Blockchain – Token Logic Design Sessions #3

With Erik Bordeleau

With the advent of blockchain or distributed ledger technologies, more and more people are experimenting with new logics and protocols of self-organization, embracing and inventing different networked-based, p2p models of governance and value production along the way. Are we moving toward what Lovink and Rossiter have dubbed "organized networks" or "networks with consequences"? What are the different techno-social components defining these emerging distributed autonomous organisations (DAO) and other new organizational forms? How can cryptographically enabled distributed economic-organizational systems - aka economic spaces - allow for the building of radically different modes of collective individuation?

This seminar will adopt a practice-based approach. Each session will introduce and discuss some blockchain-based initiatives oriented toward the creation of crypto-scalable commons. We will explore different ways of experimenting with programmable assemblages of smart contracts, semi-automated governance mechanisms, crypto-economics incentives and protocols for interaction designed to facilitate the fruitful alignment of interests and purposes and establish the basis of durable collaborations. The participants to the seminar will thus familiarize themselves with different challenges and issues regarding token logic design and the building of nomadic, anti-fragile socio-technical infrastructures for the coming economy.

Registration required. The three-part seminar with Erik Bordeleau is open to all interested parties, regardless of age, occupation or level of education. Due to limited capacity, however, we ask that you submit a short letter about you yourself and your interest in the seminar by March 28th to schoolofdisobedience@protonmail.com. You will then receive additional information directly.

Erik Bordeleau is a fugitive financial planner at the Economic Space Agency (ECSA) and researcher at the SenseLab (Montreal, Concordia University). His work articulates at the intersection of political philosophy, financial theory, contemporary art and media studies. He is currently working on the creation of an MA program in cryptoeconomics at the Global Center for Advanced Studies (GCAS) and enjoy, from time to time, the discreet charm of the precariat.

School of Disobedience: Art and the Blockchain – Token Logic Design Sessions #2

With Erik Bordeleau

With the advent of blockchain or distributed ledger technologies, more and more people are experimenting with new logics and protocols of self-organization, embracing and inventing different networked-based, p2p models of governance and value production along the way. Are we moving toward what Lovink and Rossiter have dubbed "organized networks" or "networks with consequences"? What are the different techno-social components defining these emerging distributed autonomous organisations (DAO) and other new organizational forms? How can cryptographically enabled distributed economic-organizational systems - aka economic spaces - allow for the building of radically different modes of collective individuation?

This seminar will adopt a practice-based approach. Each session will introduce and discuss some blockchain-based initiatives oriented toward the creation of crypto-scalable commons. We will explore different ways of experimenting with programmable assemblages of smart contracts, semi-automated governance mechanisms, crypto-economics incentives and protocols for interaction designed to facilitate the fruitful alignment of interests and purposes and establish the basis of durable collaborations. The participants to the seminar will thus familiarize themselves with different challenges and issues regarding token logic design and the building of nomadic, anti-fragile socio-technical infrastructures for the coming economy.

Registration required. The three-part seminar with Erik Bordeleau is open to all interested parties, regardless of age, occupation or level of education. Due to limited capacity, however, we ask that you submit a short letter about you yourself and your interest in the seminar by March 28th to schoolofdisobedience@protonmail.com. You will then receive additional information directly.

Erik Bordeleau is a fugitive financial planner at the Economic Space Agency (ECSA) and researcher at the SenseLab (Montreal, Concordia University). His work articulates at the intersection of political philosophy, financial theory, contemporary art and media studies. He is currently working on the creation of an MA program in cryptoeconomics at the Global Center for Advanced Studies (GCAS) and enjoy, from time to time, the discreet charm of the precariat.

School of Disobedience: Art and the Blockchain

Szenische Lesung von The Sphere (Sara De Vylder, Olle Saloranta Strandberg) und Diskussion mit Erik Bordeleau

The Sphere ist eine radikal innovative peer-to-peer Community-Plattform für Selbstorganisation in den darstellenden Künsten. Bei The Sphere arbeiten Künstler*innen und Technolog*innen zusammen, um ein Gefüge von sogenannten Smart Contracts zu programmieren, die Gelder in Verbindung mit Performance-Projekte verteilen. Diese halbautomatischen Programme sind die "digitalen Seelen" von The Sphere. Ziel ist es, die Arbeitsmöglichkeiten für alle Teilnehmer*innen voranzutreiben und das Ökosystem der darstellenden Kunst sowohl materiell als auch künstlerisch zu fördern. Als kollaborative aufstrebende Infrastruktur ist The Sphere ein Appell, die traditionellen Rahmenbedingungen der kulturellen Produktion zu hinterfragen und mit ihnen zu experimentieren. Durch das Einbeziehen der Beteiligten und ihrer Beiträge in den kreativen Prozess und durch die Kreation von fairen sozio-finanziellen Anreizen, die das kollektive Verhalten positiv beeinflussen sollen, fördert The Sphere den Geist einer spekulativen Großzügigkeit. Der potentielle Erfolg einer einzelnen Performance wird somit zum Katalysator für die gesamte Gemeinschaft.

Erik Bordeleau ist ein „flüchtiger“ Finanzplaner bei der Economic Space Agency (ECSA) und Forscher am SenseLab (Montreal, Concordia University). Seine Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von politischer Philosophie, Finanztheorie, zeitgenössischer Kunst und Medienwissenschaft. Derzeit arbeitet er an der Erstellung eines Master-Programms für Kryptoökonomie am Global Center for Advanced Studies (GCAS) und genießt von Zeit zu Zeit den diskreten Charme des Prekariats.

School of Disobedience: Art and the Blockchain – Token Logic Design Sessions #1

With Erik Bordeleau

With the advent of blockchain or distributed ledger technologies, more and more people are experimenting with new logics and protocols of self-organization, embracing and inventing different networked-based, p2p models of governance and value production along the way. Are we moving toward what Lovink and Rossiter have dubbed "organized networks" or "networks with consequences"? What are the different techno-social components defining these emerging distributed autonomous organisations (DAO) and other new organizational forms? How can cryptographically enabled distributed economic-organizational systems - aka economic spaces - allow for the building of radically different modes of collective individuation?

This seminar will adopt a practice-based approach. Each session will introduce and discuss some blockchain-based initiatives oriented toward the creation of crypto-scalable commons. We will explore different ways of experimenting with programmable assemblages of smart contracts, semi-automated governance mechanisms, crypto-economics incentives and protocols for interaction designed to facilitate the fruitful alignment of interests and purposes and establish the basis of durable collaborations. The participants to the seminar will thus familiarize themselves with different challenges and issues regarding token logic design and the building of nomadic, anti-fragile socio-technical infrastructures for the coming economy.

Registration required. The three-part seminar with Erik Bordeleau is open to all interested parties, regardless of age, occupation or level of education. Due to limited capacity, however, we ask that you submit a short letter about you yourself and your interest in the seminar by March 28th to schoolofdisobedience@protonmail.com. You will then receive additional information directly.

Erik Bordeleau is a fugitive financial planner at the Economic Space Agency (ECSA) and researcher at the SenseLab (Montreal, Concordia University). His work articulates at the intersection of political philosophy, financial theory, contemporary art and media studies. He is currently working on the creation of an MA program in cryptoeconomics at the Global Center for Advanced Studies (GCAS) and enjoy, from time to time, the discreet charm of the precariat.

School of Disobedience: Climate Change – A History #3

Mit Wilko von Hardenberg

Wetter und Klima beeinflussen unser Leben auf verschiedensten Ebenen, vom Alltag bis hin zu apokalyptischen Visionen hinsichtlich der Zukunft. In den letzten Jahren wurde der Einfluss menschlichen Handels auf den Klimawandel zunehmend Gegenstand der öffentlichen Auseinandersetzung. Der Einfluss den Menschen auf den globalen Klimawandel löste bereits die Frage nach der Notwendigkeit einer neuen geologischen Epoche aus: dem Anthropozän. Das Seminar erkundet die Geschichte der Ideen, Strategien und Praktiken hinter dem heutigen Verständnis von Klima als globalem System. Ziel ist es, die aktuellen Debatten zum Klimawandel aus historisch-kritischer Perspektive zu betrachten, um sich den verschiedenen Interpretationsansätzen und Vorstellungen von Klima anzunähern.

Voranmeldung erforderlich: Das dreiteilige Seminar mit Wilko von Hardenberg richtet sich an alle Interessierten, unabhängig von Altersgruppe, Beruf oder Studienhintergrund. Da die Kapazität leider begrenzt ist, bitten wir um ein kurzes Schreiben zu Person und Teilnahmewunsch bis einschließlich 22. Februar 2019 an schoolofdisobedience@protonmail.com. Weitere Informationen erhalten Interessierte im Anschluss direkt per Email.

Wilko Graf von Hardenberg ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin, wo er die AG »Art of Judgement« koordiniert und zur Konzeptgeschichte des Meeresspiegels forscht. Von Hardenberg ist Geograph und Wissenschaftshistoriker. Er studierte in Turin und Cambridge. In seiner Forschung identifiziert er die verschiedenen Aspekte der Umweltgeschichte des 20. Jahrhunderts. Vor seiner Tätigkeit in Berlin, arbeitete er an der University of Wisconsin-Madison, am Rachel Carson Center for Environment and Society der Ludwig-Maximilians-Universität München, am Deutschen Museum in München, der Universität Trient sowie der Scuola Normale Superiore in Pisa.

Foto: Patsy Lynch/FEMA
Seaside Heights after Hurricane Sandy (New Jersey, Nov 2012)

School of Disobedience: Climate Change – A History

Wilko von Hardenberg im Gespräch mit Mark Lawrence

Wetter und Klima beeinflussen unser Leben auf verschiedensten Ebenen, vom Alltag bis hin zu apokalyptischen Visionen hinsichtlich der Zukunft. In den letzten Jahren wurde der Einfluss menschlichen Handels auf den Klimawandel zunehmend Gegenstand der öffentlichen Auseinandersetzung. Der Einfluss den Menschen auf den globalen Klimawandel löste bereits die Frage nach der Notwendigkeit einer neuen geologischen Epoche aus: dem Anthropozän. Das Seminar erkundet die Geschichte der Ideen, Strategien und Praktiken hinter dem heutigen Verständnis von Klima als globalem System. Ziel ist es, die aktuellen Debatten zum Klimawandel aus historisch-kritischer Perspektive zu betrachten, um sich den verschiedenen Interpretationsansätzen und Vorstellungen von Klima anzunähern.

Wilko Graf von Hardenberg ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin, wo er die AG »Art of Judgement« koordiniert und zur Konzeptgeschichte des Meeresspiegels forscht. Von Hardenberg ist Geograph und Wissenschaftshistoriker. Er studierte in Turin und Cambridge. In seiner Forschung identifiziert er die verschiedenen Aspekte der Umweltgeschichte des 20. Jahrhunderts. Vor seiner Tätigkeit in Berlin, arbeitete er an der University of Wisconsin-Madison, am Rachel Carson Center for Environment and Society der Ludwig-Maximilians-Universität München, am Deutschen Museum in München, der Universität Trient sowie der Scuola Normale Superiore in Pisa.

Prof. Dr. Mark Lawrence ist wissenschaftlicher Direktor am Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam, mit Schwerpunkt auf einer Reihe von nachhaltigen Entwicklungsfragen an den Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Politik und zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, unter anderem mit Hinblick auf die Abschwächung der Auswirkungen von kurzlebigen, klimabeeinflussenden Schadstoffen (short-lived, climate-forcing pollutants, SLCPs) und die möglichen Auswirkungen, Ungewissheiten und Risiken von Climate Engineering. Mark Lawrence promovierte 1996 am Georgia Institute for Technology und war am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz und an der Universität Mainz tätig, bevor er 2011 zum IASS wechselte.

Foto: Patsy Lynch/FEMA
Seaside Heights after Hurricane Sandy (New Jersey, Nov 2012)

School of Disobedience: Climate Change – A History #2

Mit Wilko von Hardenberg

Wetter und Klima beeinflussen unser Leben auf verschiedensten Ebenen, vom Alltag bis hin zu apokalyptischen Visionen hinsichtlich der Zukunft. In den letzten Jahren wurde der Einfluss menschlichen Handels auf den Klimawandel zunehmend Gegenstand der öffentlichen Auseinandersetzung. Der Einfluss den Menschen auf den globalen Klimawandel löste bereits die Frage nach der Notwendigkeit einer neuen geologischen Epoche aus: dem Anthropozän. Das Seminar erkundet die Geschichte der Ideen, Strategien und Praktiken hinter dem heutigen Verständnis von Klima als globalem System. Ziel ist es, die aktuellen Debatten zum Klimawandel aus historisch-kritischer Perspektive zu betrachten, um sich den verschiedenen Interpretationsansätzen und Vorstellungen von Klima anzunähern.

Voranmeldung erforderlich: Das dreiteilige Seminar mit Wilko von Hardenberg richtet sich an alle Interessierten, unabhängig von Altersgruppe, Beruf oder Studienhintergrund. Da die Kapazität leider begrenzt ist, bitten wir um ein kurzes Schreiben zu Person und Teilnahmewunsch bis einschließlich 22. Februar 2019 an schoolofdisobedience@protonmail.com. Weitere Informationen erhalten Interessierte im Anschluss direkt per Email.

Wilko Graf von Hardenberg ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin, wo er die AG »Art of Judgement« koordiniert und zur Konzeptgeschichte des Meeresspiegels forscht. Von Hardenberg ist Geograph und Wissenschaftshistoriker. Er studierte in Turin und Cambridge. In seiner Forschung identifiziert er die verschiedenen Aspekte der Umweltgeschichte des 20. Jahrhunderts. Vor seiner Tätigkeit in Berlin, arbeitete er an der University of Wisconsin-Madison, am Rachel Carson Center for Environment and Society der Ludwig-Maximilians-Universität München, am Deutschen Museum in München, der Universität Trient sowie der Scuola Normale Superiore in Pisa.

Foto: Patsy Lynch/FEMA
Seaside Heights after Hurricane Sandy (New Jersey, Nov 2012)

School of Disobedience: Climate Change – A History #1

Mit Wilko von Hardenberg

Wetter und Klima beeinflussen unser Leben auf verschiedensten Ebenen, vom Alltag bis hin zu apokalyptischen Visionen hinsichtlich der Zukunft. In den letzten Jahren wurde der Einfluss menschlichen Handels auf den Klimawandel zunehmend Gegenstand der öffentlichen Auseinandersetzung. Der Einfluss den Menschen auf den globalen Klimawandel löste bereits die Frage nach der Notwendigkeit einer neuen geologischen Epoche aus: dem Anthropozän. Das Seminar erkundet die Geschichte der Ideen, Strategien und Praktiken hinter dem heutigen Verständnis von Klima als globalem System. Ziel ist es, die aktuellen Debatten zum Klimawandel aus historisch-kritischer Perspektive zu betrachten, um sich den verschiedenen Interpretationsansätzen und Vorstellungen von Klima anzunähern.

Voranmeldung erforderlich: Das dreiteilige Seminar mit Wilko von Hardenberg richtet sich an alle Interessierten, unabhängig von Altersgruppe, Beruf oder Studienhintergrund. Da die Kapazität leider begrenzt ist, bitten wir um ein kurzes Schreiben zu Person und Teilnahmewunsch bis einschließlich 22. Februar 2019 an schoolofdisobedience@protonmail.com. Weitere Informationen erhalten Interessierte im Anschluss direkt per Email.

Wilko Graf von Hardenberg ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin, wo er die AG »Art of Judgement« koordiniert und zur Konzeptgeschichte des Meeresspiegels forscht. Von Hardenberg ist Geograph und Wissenschaftshistoriker. Er studierte in Turin und Cambridge. In seiner Forschung identifiziert er die verschiedenen Aspekte der Umweltgeschichte des 20. Jahrhunderts. Vor seiner Tätigkeit in Berlin, arbeitete er an der University of Wisconsin-Madison, am Rachel Carson Center for Environment and Society der Ludwig-Maximilians-Universität München, am Deutschen Museum in München, der Universität Trient sowie der Scuola Normale Superiore in Pisa.

Foto: Patsy Lynch/FEMA
Seaside Heights after Hurricane Sandy (New Jersey, Nov 2012)

School of Disobedience: Kryptoökonomie #1/3

Die Anmeldung zum Seminar ist bereits beendet.

Eine Hochpriesterschaft der Finanzelite hält die Schlüssel zum Betriebssystem einer Volkswirtschaft, die Anzeichen einer Funktionsstörung aufweist. In diesem Zusammenhang gewinnen Commons-orientierte Netzwerkkollektive, -werte und -praktiken an Bedeutung. Bewegungen wie Free-/Open-Source-Software oder P2P basierte, kollaborative Wirtschaftsformen signalisieren eine kulturelle Verschiebung in Richtung einer nachhaltigeren, egalitären Zukunft. Können Kryptoökonomie und Blockchain-Technologien den Übergang von Überwachungskapitalismus und Datenextraktivismus zu einer gemeinsamen sozialen Architektur erleichtern? Dieser Kurs konzentriert sich auf kritische und kreative Auseinandersetzungen mit dem Aufbau und dem Ausbau von alternativen Visionen und Infrastrukturen. Auf der Speisekarte: Datensouveränität, Plattformkooperativismus, Universal Basic Income (oder besser Grundeinkommen!); kosmofinanzielle Praktiken und Werte zur prozessualen und ökologischen Integration der Externalitäten, die der aktuellen Kapitalbildung vorstehen; kritische Hinterfragung wichtiger kryptoökonomischer Konzepte und ihre Beziehung zum Erbe des Neoliberalismus; usw. “Sie bauen etwas, etwas hinein, etwas ganz unten. Gegenseitige Schulden, unbezahlbare Schulden, ungebundene Schulden, nicht konsolidierte Schulden… “ (The Undercommons)

Erik Bordeleau (PhD, Université de Montréal) ist Wissenschaftler am SenseLab (Concordia University, Montreal) und Finanzgestalter bei der Economic Space Agency (ECSA). Er ist außerdem Mitglied der Forschungsgruppe HAR (Histoire des arts et des representations - Université Paris Ouest Nanterre La défense) und Mitbegründer der Kollektive Entrepreneurs du commun und Econautic Consultancy. Seine Arbeit behandelt die Schnittstelle aus politischer Philosophie, Medien- und Finanztheorie, zeitgenössischer Kunst und Filmwissenschaft und legt einen starken Fokus auf den speculative turn und die Erneuerung der Frage nach dem Möglichen im zeitgenössischen Denken.

School of Disobedience: Experimentations in Alternative Economies – CommonCoin, FairCoin, and Bank of the Commons

Erik Bordeleau im Gespräch mit Emanuele Braga

Kryptoökonomie ermöglicht es, unsere Wahrnehmung von Wert und Bedeutung sozialer Kooperationen abseits von gewinnerzielenden Hegemonien neu zu denken. Seit 2015 entwickelt MACAO (Mailand) als Gemeinschaft auf der Grundlage von Commoncoin eine zirkuläre Ökonomie, die Arbeit vergütet und allen Mitgliedern ein monatliches Grundeinkommen in Euro zur Verfügung stellt. Die Initiative wurde in Zusammenarbeit mit dem Commonfaire Project entwickelt und ähnelt dem Faircon network und der Bank of the Commons. Diese drei Projekte repräsentieren sozio-politische Alternativen, die auf Kooperation und gegenseitiger Unterstützung basieren. Können wir uns eine Zukunft vorstellen, in der eine dezentralisierte Kryptoökonomie und algorithmusbasierte Infrastrukturen zum gesellschaftlichen Leben beitragen und darauf verzichten, demokratische Defizite als Kollateralschäden zu erzeugen?

Erik Bordeleau (PhD, Université de Montréal) ist Wissenschaftler am SenseLab (Concordia University, Montreal) und Finanzgestalter bei der Economic Space Agency (ECSA). Er ist außerdem Mitglied der Forschungsgruppe HAR (Histoire des arts et des representations - Université Paris Ouest Nanterre La défense) und Mitbegründer der Kollektive Entrepreneurs du commun und Econautic Consultancy. Seine Arbeit behandelt die Schnittstelle aus politischer Philosophie, Medien- und Finanztheorie, zeitgenössischer Kunst und Filmwissenschaft und legt einen starken Fokus auf den speculative turn und die Erneuerung der Frage nach dem Möglichen im zeitgenössischen Denken.

Emanuele Braga ist Künstler, Forscher und Aktivist. Neben seiner Arbeit bei MACAO gründete er die Tanz- und Theatergruppe Balletto Civile (2003), das Kunstprojekt Rhaze (2011) sowie Landscape Choreography (2012), die die Rolle des Körpers unter den Bedingungen des Kapitalismus in Frage stellt. Seine Forschung konzentriert sich auf Modelle der kulturellen Produktion, Prozesse sozialer Transformation, politische Ökonomie, Arbeitsrechte und Institutionen des Gemeinwesens.

School of Disobedience: Kryptoökonomie #1/2

Die Anmeldung zum Seminar ist bereits beendet.

Eine Hochpriesterschaft der Finanzelite hält die Schlüssel zum Betriebssystem einer Volkswirtschaft, die Anzeichen einer Funktionsstörung aufweist. In diesem Zusammenhang gewinnen Commons-orientierte Netzwerkkollektive, -werte und -praktiken an Bedeutung. Bewegungen wie Free-/Open-Source-Software oder P2P basierte, kollaborative Wirtschaftsformen signalisieren eine kulturelle Verschiebung in Richtung einer nachhaltigeren, egalitären Zukunft. Können Kryptoökonomie und Blockchain-Technologien den Übergang von Überwachungskapitalismus und Datenextraktivismus zu einer gemeinsamen sozialen Architektur erleichtern? Dieser Kurs konzentriert sich auf kritische und kreative Auseinandersetzungen mit dem Aufbau und dem Ausbau von alternativen Visionen und Infrastrukturen. Auf der Speisekarte: Datensouveränität, Plattformkooperativismus, Universal Basic Income (oder besser Grundeinkommen!); kosmofinanzielle Praktiken und Werte zur prozessualen und ökologischen Integration der Externalitäten, die der aktuellen Kapitalbildung vorstehen; kritische Hinterfragung wichtiger kryptoökonomischer Konzepte und ihre Beziehung zum Erbe des Neoliberalismus; usw. “Sie bauen etwas, etwas hinein, etwas ganz unten. Gegenseitige Schulden, unbezahlbare Schulden, ungebundene Schulden, nicht konsolidierte Schulden… “ (The Undercommons)

Erik Bordeleau (PhD, Université de Montréal) ist Wissenschaftler am SenseLab (Concordia University, Montreal) und Finanzgestalter bei der Economic Space Agency (ECSA). Er ist außerdem Mitglied der Forschungsgruppe HAR (Histoire des arts et des representations - Université Paris Ouest Nanterre La défense) und Mitbegründer der Kollektive Entrepreneurs du commun und Econautic Consultancy. Seine Arbeit behandelt die Schnittstelle aus politischer Philosophie, Medien- und Finanztheorie, zeitgenössischer Kunst und Filmwissenschaft und legt einen starken Fokus auf den speculative turn und die Erneuerung der Frage nach dem Möglichen im zeitgenössischen Denken.

School of Disobedience: Kryptoökonomie #1/1

Die Anmeldung zum Seminar ist bereits beendet.

Eine Hochpriesterschaft der Finanzelite hält die Schlüssel zum Betriebssystem einer Volkswirtschaft, die Anzeichen einer Funktionsstörung aufweist. In diesem Zusammenhang gewinnen Commons-orientierte Netzwerkkollektive, -werte und -praktiken an Bedeutung. Bewegungen wie Free-/Open-Source-Software oder P2P basierte, kollaborative Wirtschaftsformen signalisieren eine kulturelle Verschiebung in Richtung einer nachhaltigeren, egalitären Zukunft. Können Kryptoökonomie und Blockchain-Technologien den Übergang von Überwachungskapitalismus und Datenextraktivismus zu einer gemeinsamen sozialen Architektur erleichtern? Dieser Kurs konzentriert sich auf kritische und kreative Auseinandersetzungen mit dem Aufbau und dem Ausbau von alternativen Visionen und Infrastrukturen. Auf der Speisekarte: Datensouveränität, Plattformkooperativismus, Universal Basic Income (oder besser Grundeinkommen!); kosmofinanzielle Praktiken und Werte zur prozessualen und ökologischen Integration der Externalitäten, die der aktuellen Kapitalbildung vorstehen; kritische Hinterfragung wichtiger kryptoökonomischer Konzepte und ihre Beziehung zum Erbe des Neoliberalismus; usw. “Sie bauen etwas, etwas hinein, etwas ganz unten. Gegenseitige Schulden, unbezahlbare Schulden, ungebundene Schulden, nicht konsolidierte Schulden… “ (The Undercommons)

Erik Bordeleau (PhD, Université de Montréal) ist Wissenschaftler am SenseLab (Concordia University, Montreal) und Finanzgestalter bei der Economic Space Agency (ECSA). Er ist außerdem Mitglied der Forschungsgruppe HAR (Histoire des arts et des representations - Université Paris Ouest Nanterre La défense) und Mitbegründer der Kollektive Entrepreneurs du commun und Econautic Consultancy. Seine Arbeit behandelt die Schnittstelle aus politischer Philosophie, Medien- und Finanztheorie, zeitgenössischer Kunst und Filmwissenschaft und legt einen starken Fokus auf den speculative turn und die Erneuerung der Frage nach dem Möglichen im zeitgenössischen Denken.

School of Disobedience: Re-Thinking Value at the End of the Economy Eine Einführung in die Kryptoökonomie

Einlass 18:00, Beginn 19:00
Tickets: 5 / erm. 3 €

Aus dem glühenden Kern der Occupy Wall Street-Bewegung bleibt bis heute eine Frage unbeantwortet: Wie besetzt man eine finanzielle Abstraktion? Die Economic Space Agency (ECSA) ist in diesem neuen Blockchain-Raum tätig ist und sieht in der Kryptofinanzierung ein Ausdrucksmedium mit dem Potenzial, die Beschränkungen der gegenwärtigen Marktwirtschaft zu überschreiten. Anhand der Kryptoökonomie wird es möglich, die Geldform von innen her zu rekonstruieren und zu dekolonisieren und sich so p2p-Ökosysteme von Werten vorzustellen, die dem herkömmlichen kapitalistischen Bereich entkommen oder diesen zumindest neu definieren könnten.

Mit Erik Bordeleau von der Economic Space Agency

Erik Bordeleau (PhD, Université de Montréal) ist Wissenschaftler am SenseLab (Concordia University, Montreal) und Finanzgestalter bei der Economic Space Agency (ECSA). Er ist außerdem Mitglied der Forschungsgruppe HAR (Histoire des arts et des representations - Université Paris Ouest Nanterre La défense) und Mitbegründer der Kollektive Entrepreneurs du commun und Econautic Consultancy. Seine Arbeit behandelt die Schnittstelle aus politischer Philosophie, Medien- und Finanztheorie, zeitgenössischer Kunst und Filmwissenschaft und legt einen starken Fokus auf den speculative turn und die Erneuerung der Frage nach dem Möglichen im zeitgenössischen Denken.

Die Economic Space Agency bringt radikale Ökonomen, Software-Ingenieure, Künstler, Theoretiker und Kryptotechnologen zusammen, um sich einer einzigartigen wirtschaftlichen, ethischen, ästhetischen und politischen Herausforderung zu stellen: die Neuerfindung des Finanzwesens als kollektive Praxis von Zukunftsgestaltung und das Neudenken von Wert am Ende einer Wirtschaftsform, wie wir sie kennen.

School of Disobedience, Seminar #1/4

Während die demokratischen politischen Institutionen immer noch von einem genau zu beschreibenden Demos ausgehen, der innerhalb von nationalen Grenzen existiert, haben die weltweiten Migrationsbewegungen und die digitale Kommunikation gezeigt, wie schwer diese Konzeption aufrecht zu erhalten ist. Gleichzeitig ist die "Willkommenskultur" in die Defensive geraten, was zu einer neuen Betonung von staatlicher Souveränität geführt hat (sowohl von rechts wie von links). Dieser vierteilige Workshop versucht, neue Denkweise zu finden, wie eine egalitäre Politik durchlässiger Grenzen heute aussehen könnte. Der Schlüssel dabei ist es, nicht nur die humanitäre Hilfe für Geflüchtete auszuweiten, sondern offene politische Institutionen zu schaffen, die sozial verantwortlich sind. Welche Wissensformen können uns dabei helfen, diese Herausforderung zu meistern? Durch Treffen mit Wissenschaftlern und Aktivisten, die an der vordersten Schnittstelle dieses Denkens agieren, werden wir versuchen, neue Konzepte für unsere transnationalen politischen Gemeinschaften zu finden. Es sind vier unterschiedliche Blickwinkel aus vier Disziplinen, die die Diskussion prägen werden: digitale Kommunikation, Poesie, psychische Gesundheit, Recht. All angemeldeten Teilnehmer bekommen ein kleines Lunch und ausgewähltes Seminarmaterial, das die Grundlage unserer Diskussionen bildet. Eine mögliche Hausaufgabe sind Fotos, die mit dem Smartphone gemacht werden.

Das Seminar ist offen für alle Interessierten und umsonst. Die Teilnehmerzahl ist allerdings beschränkt, um sich anzumelden, bitten wir eine kurze Begründung für das Kursinteresse an itamar.mann@gmail.com zu schicken.

In Partnerschaft mit DeutschPlus und Die Offene Gesellschaft

Dr. Itamar Mann unterrichtet an der University of Haifa, Faculty of Law. Sein Forschungsschwerpunkt ist internationales Recht und politische Theorie mit besonderer Betonung der rechtlichen, politischen und ethischen Fragen von Geflüchteten und Migranten. Mann hat in den wichtigsten Zeitschriften veröffentlicht und Bücher mitherausgegeben, seine Monographie Humanity at Sea: Maritime Migration and the Foundations of International Law erschien 2016 bei der Cambridge University Press. Neben seiner akademischen Arbeit ist er juristischer Berater von GLAN (Global Legal Action Network). Bevor er nach Haifa wechselte, war Mann Fellow am Georgetown Law Center, Washington DC. Er hat einen LLB der Tel Aviv University und einen LLM und JSD der Yale Law School.

Workshop-Plan:

08.10.18, 12:00-14:00: Digital Integrations
Gast: Safaa AbuJarour, Universität Potsdam

Frau AbuJarour ist eine Doktorkandidatin an der Universität Potsdam. Ihr Forschungsgebiet ist “The Role of Technology in Alleviating the Current Refugees’ Crisis”, sie wendet wissenschaftliche Methoden bei der Nutzung von sozialen Medien durch Flüchtlinge in Deutschland an, um die Chance ihrer Integration in die neue Gesellschaft zu befördern.

Literatur:

Weitere Literatur:

15.10.18, 12:00-14:00: Placeless Poets
Gast: Prof. Lyndsey Stonebridge, University of Birmingham

Professor Stonebrige hält den interdisziplinären Lehrstuhl für Humanities and Human Rights an der University of Birmingham. Ihre Arbeit legt einen Schwerpunkt auf die Literatur und Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts, Menschenrechte und Flüchtlingsstudien. Zuletzt erschien: Placeless People: Writing, Rights and Refugees came out this year with Oxford University Press.

Literatur:

  • Hannah Arendt, “We Refugees
  • Lyndsey Stonebridge, Placeless People (Oxford University Press, 2018) (excerpt, TBA)

22.10.18, 12:00-14:00: Trauma and Transnational Identity
Gast: Dr. Essam Daod, Humanity Crew

Im Jahr 2015 gründete Dr. Daod Humanity Crew, gemeinsam mit seiner Frau Maria Jammal. Von Griechenland aus war es das Ziel von Humanity Crew, erfahrene Praktiker aus der psychischen Gesundheitsarbeit und qualifizierte Freiwillige zu finden, auszubilden und zum Einsatz zu bringen, um psychosoziale Hilfe für Geflüchtete und Vertriebene zu leisten und dabei den Zustand der Geflüchteten zu verbessern und weitere Traumatisierung zu verhindern. Neben dieser operationellen Arbeit widmet sich Humanity Crew der Aufgabe, die Bedeutung von psychischer Gesundheit als einen grundlegenden Aspekt der Antwort auf humanitäre Krisen deutlich zu machen.

Literatur:

29.10.18, 12:00-14:00: “We the Migrants”

Literatur:

  • Gregory Feldman, We Are all Migrants: Political Action and the Ubiquitous Condition of Migrant-hood (Stanford University Press, 2015) (Introduction)
  • Atossa Araxia Abrahamian, The Cosmopolites (Columbia University Press, 2015) (Afterward)
  • Dr. Itamar Mann, Humanity at Sea: Maritime Migration and the Foundations of International Law (Cambridge University Press, 2016 (Chapter 6)
  • Richard Seymour, Reinventing the Anti-Immigrant Wheel, Patreon, September 3, 2018
School of Disobedience, Seminar #1/3

Während die demokratischen politischen Institutionen immer noch von einem genau zu beschreibenden Demos ausgehen, der innerhalb von nationalen Grenzen existiert, haben die weltweiten Migrationsbewegungen und die digitale Kommunikation gezeigt, wie schwer diese Konzeption aufrecht zu erhalten ist. Gleichzeitig ist die "Willkommenskultur" in die Defensive geraten, was zu einer neuen Betonung von staatlicher Souveränität geführt hat (sowohl von rechts wie von links). Dieser vierteilige Workshop versucht, neue Denkweise zu finden, wie eine egalitäre Politik durchlässiger Grenzen heute aussehen könnte. Der Schlüssel dabei ist es, nicht nur die humanitäre Hilfe für Geflüchtete auszuweiten, sondern offene politische Institutionen zu schaffen, die sozial verantwortlich sind. Welche Wissensformen können uns dabei helfen, diese Herausforderung zu meistern? Durch Treffen mit Wissenschaftlern und Aktivisten, die an der vordersten Schnittstelle dieses Denkens agieren, werden wir versuchen, neue Konzepte für unsere transnationalen politischen Gemeinschaften zu finden. Es sind vier unterschiedliche Blickwinkel aus vier Disziplinen, die die Diskussion prägen werden: digitale Kommunikation, Poesie, psychische Gesundheit, Recht. All angemeldeten Teilnehmer bekommen ein kleines Lunch und ausgewähltes Seminarmaterial, das die Grundlage unserer Diskussionen bildet. Eine mögliche Hausaufgabe sind Fotos, die mit dem Smartphone gemacht werden.

Das Seminar ist offen für alle Interessierten und umsonst. Die Teilnehmerzahl ist allerdings beschränkt, um sich anzumelden, bitten wir eine kurze Begründung für das Kursinteresse an itamar.mann@gmail.com zu schicken.

In Partnerschaft mit DeutschPlus und Die Offene Gesellschaft

Dr. Itamar Mann unterrichtet an der University of Haifa, Faculty of Law. Sein Forschungsschwerpunkt ist internationales Recht und politische Theorie mit besonderer Betonung der rechtlichen, politischen und ethischen Fragen von Geflüchteten und Migranten. Mann hat in den wichtigsten Zeitschriften veröffentlicht und Bücher mitherausgegeben, seine Monographie Humanity at Sea: Maritime Migration and the Foundations of International Law erschien 2016 bei der Cambridge University Press. Neben seiner akademischen Arbeit ist er juristischer Berater von GLAN (Global Legal Action Network). Bevor er nach Haifa wechselte, war Mann Fellow am Georgetown Law Center, Washington DC. Er hat einen LLB der Tel Aviv University und einen LLM und JSD der Yale Law School.

Workshop-Plan:

08.10.18, 12:00-14:00: Digital Integrations
Gast: Safaa AbuJarour, Universität Potsdam

Frau AbuJarour ist eine Doktorkandidatin an der Universität Potsdam. Ihr Forschungsgebiet ist “The Role of Technology in Alleviating the Current Refugees’ Crisis”, sie wendet wissenschaftliche Methoden bei der Nutzung von sozialen Medien durch Flüchtlinge in Deutschland an, um die Chance ihrer Integration in die neue Gesellschaft zu befördern.

Literatur:

Weitere Literatur:

15.10.18, 12:00-14:00: Placeless Poets
Gast: Prof. Lyndsey Stonebridge, University of Birmingham

Professor Stonebrige hält den interdisziplinären Lehrstuhl für Humanities and Human Rights an der University of Birmingham. Ihre Arbeit legt einen Schwerpunkt auf die Literatur und Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts, Menschenrechte und Flüchtlingsstudien. Zuletzt erschien: Placeless People: Writing, Rights and Refugees came out this year with Oxford University Press.

Literatur:

  • Hannah Arendt, “We Refugees
  • Lyndsey Stonebridge, Placeless People (Oxford University Press, 2018) (excerpt, TBA)

22.10.18, 12:00-14:00: Trauma and Transnational Identity
Gast: Dr. Essam Daod, Humanity Crew

Im Jahr 2015 gründete Dr. Daod Humanity Crew, gemeinsam mit seiner Frau Maria Jammal. Von Griechenland aus war es das Ziel von Humanity Crew, erfahrene Praktiker aus der psychischen Gesundheitsarbeit und qualifizierte Freiwillige zu finden, auszubilden und zum Einsatz zu bringen, um psychosoziale Hilfe für Geflüchtete und Vertriebene zu leisten und dabei den Zustand der Geflüchteten zu verbessern und weitere Traumatisierung zu verhindern. Neben dieser operationellen Arbeit widmet sich Humanity Crew der Aufgabe, die Bedeutung von psychischer Gesundheit als einen grundlegenden Aspekt der Antwort auf humanitäre Krisen deutlich zu machen.

Literatur:

28.10.18, 12:00-14:00: “We the Migrants”

Literatur:

  • Gregory Feldman, We Are all Migrants: Political Action and the Ubiquitous Condition of Migrant-hood (Stanford University Press, 2015) (Introduction)
  • Atossa Araxia Abrahamian, The Cosmopolites (Columbia University Press, 2015) (Afterward)
  • Dr. Itamar Mann, Humanity at Sea: Maritime Migration and the Foundations of International Law (Cambridge University Press, 2016 (Chapter 6)
  • Richard Seymour, Reinventing the Anti-Immigrant Wheel, Patreon, September 3, 2018
School of Disobedience, Seminar #1/2

Während die demokratischen politischen Institutionen immer noch von einem genau zu beschreibenden Demos ausgehen, der innerhalb von nationalen Grenzen existiert, haben die weltweiten Migrationsbewegungen und die digitale Kommunikation gezeigt, wie schwer diese Konzeption aufrecht zu erhalten ist. Gleichzeitig ist die "Willkommenskultur" in die Defensive geraten, was zu einer neuen Betonung von staatlicher Souveränität geführt hat (sowohl von rechts wie von links). Dieser vierteilige Workshop versucht, neue Denkweise zu finden, wie eine egalitäre Politik durchlässiger Grenzen heute aussehen könnte. Der Schlüssel dabei ist es, nicht nur die humanitäre Hilfe für Geflüchtete auszuweiten, sondern offene politische Institutionen zu schaffen, die sozial verantwortlich sind. Welche Wissensformen können uns dabei helfen, diese Herausforderung zu meistern? Durch Treffen mit Wissenschaftlern und Aktivisten, die an der vordersten Schnittstelle dieses Denkens agieren, werden wir versuchen, neue Konzepte für unsere transnationalen politischen Gemeinschaften zu finden. Es sind vier unterschiedliche Blickwinkel aus vier Disziplinen, die die Diskussion prägen werden: digitale Kommunikation, Poesie, psychische Gesundheit, Recht. All angemeldeten Teilnehmer bekommen ein kleines Lunch und ausgewähltes Seminarmaterial, das die Grundlage unserer Diskussionen bildet. Eine mögliche Hausaufgabe sind Fotos, die mit dem Smartphone gemacht werden.

Das Seminar ist offen für alle Interessierten und umsonst. Die Teilnehmerzahl ist allerdings beschränkt, um sich anzumelden, bitten wir eine kurze Begründung für das Kursinteresse an itamar.mann@gmail.com zu schicken.

In Partnerschaft mit DeutschPlus und Die Offene Gesellschaft

Dr. Itamar Mann unterrichtet an der University of Haifa, Faculty of Law. Sein Forschungsschwerpunkt ist internationales Recht und politische Theorie mit besonderer Betonung der rechtlichen, politischen und ethischen Fragen von Geflüchteten und Migranten. Mann hat in den wichtigsten Zeitschriften veröffentlicht und Bücher mitherausgegeben, seine Monographie Humanity at Sea: Maritime Migration and the Foundations of International Law erschien 2016 bei der Cambridge University Press. Neben seiner akademischen Arbeit ist er juristischer Berater von GLAN (Global Legal Action Network). Bevor er nach Haifa wechselte, war Mann Fellow am Georgetown Law Center, Washington DC. Er hat einen LLB der Tel Aviv University und einen LLM und JSD der Yale Law School.

Workshop-Plan:

08.10.18, 12:00-14:00: Digital Integrations
Gast: Safaa AbuJarour, Universität Potsdam

Frau AbuJarour ist eine Doktorkandidatin an der Universität Potsdam. Ihr Forschungsgebiet ist “The Role of Technology in Alleviating the Current Refugees’ Crisis”, sie wendet wissenschaftliche Methoden bei der Nutzung von sozialen Medien durch Flüchtlinge in Deutschland an, um die Chance ihrer Integration in die neue Gesellschaft zu befördern.

Literatur:

Weitere Literatur:

15.10.18, 12:00-14:00: Placeless Poets
Gast: Prof. Lyndsey Stonebridge, University of Birmingham

Professor Stonebrige hält den interdisziplinären Lehrstuhl für Humanities and Human Rights an der University of Birmingham. Ihre Arbeit legt einen Schwerpunkt auf die Literatur und Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts, Menschenrechte und Flüchtlingsstudien. Zuletzt erschien: Placeless People: Writing, Rights and Refugees came out this year with Oxford University Press.

Literatur:

  • Hannah Arendt, “We Refugees
  • Lyndsey Stonebridge, Placeless People (Oxford University Press, 2018) (excerpt, TBA)

22.10.18, 12:00-14:00: Trauma and Transnational Identity
Gast: Dr. Essam Daod, Humanity Crew

Im Jahr 2015 gründete Dr. Daod Humanity Crew, gemeinsam mit seiner Frau Maria Jammal. Von Griechenland aus war es das Ziel von Humanity Crew, erfahrene Praktiker aus der psychischen Gesundheitsarbeit und qualifizierte Freiwillige zu finden, auszubilden und zum Einsatz zu bringen, um psychosoziale Hilfe für Geflüchtete und Vertriebene zu leisten und dabei den Zustand der Geflüchteten zu verbessern und weitere Traumatisierung zu verhindern. Neben dieser operationellen Arbeit widmet sich Humanity Crew der Aufgabe, die Bedeutung von psychischer Gesundheit als einen grundlegenden Aspekt der Antwort auf humanitäre Krisen deutlich zu machen.

Literatur:

28.10.18, 12:00-14:00: “We the Migrants”

Literatur:

  • Gregory Feldman, We Are all Migrants: Political Action and the Ubiquitous Condition of Migrant-hood (Stanford University Press, 2015) (Introduction)
  • Atossa Araxia Abrahamian, The Cosmopolites (Columbia University Press, 2015) (Afterward)
  • Dr. Itamar Mann, Humanity at Sea: Maritime Migration and the Foundations of International Law (Cambridge University Press, 2016 (Chapter 6)
  • Richard Seymour, Reinventing the Anti-Immigrant Wheel, Patreon, September 3, 2018
School of Disobedience, Seminar #1/1

Während die demokratischen politischen Institutionen immer noch von einem genau zu beschreibenden Demos ausgehen, der innerhalb von nationalen Grenzen existiert, haben die weltweiten Migrationsbewegungen und die digitale Kommunikation gezeigt, wie schwer diese Konzeption aufrecht zu erhalten ist. Gleichzeitig ist die "Willkommenskultur" in die Defensive geraten, was zu einer neuen Betonung von staatlicher Souveränität geführt hat (sowohl von rechts wie von links). Dieser vierteilige Workshop versucht, neue Denkweise zu finden, wie eine egalitäre Politik durchlässiger Grenzen heute aussehen könnte. Der Schlüssel dabei ist es, nicht nur die humanitäre Hilfe für Geflüchtete auszuweiten, sondern offene politische Institutionen zu schaffen, die sozial verantwortlich sind. Welche Wissensformen können uns dabei helfen, diese Herausforderung zu meistern? Durch Treffen mit Wissenschaftlern und Aktivisten, die an der vordersten Schnittstelle dieses Denkens agieren, werden wir versuchen, neue Konzepte für unsere transnationalen politischen Gemeinschaften zu finden. Es sind vier unterschiedliche Blickwinkel aus vier Disziplinen, die die Diskussion prägen werden: digitale Kommunikation, Poesie, psychische Gesundheit, Recht. All angemeldeten Teilnehmer bekommen ein kleines Lunch und ausgewähltes Seminarmaterial, das die Grundlage unserer Diskussionen bildet. Eine mögliche Hausaufgabe sind Fotos, die mit dem Smartphone gemacht werden.

Das Seminar ist offen für alle Interessierten und umsonst. Die Teilnehmerzahl ist allerdings beschränkt, um sich anzumelden, bitten wir eine kurze Begründung für das Kursinteresse an itamar.mann@gmail.com zu schicken.

In Partnerschaft mit DeutschPlus und Die Offene Gesellschaft

Dr. Itamar Mann unterrichtet an der University of Haifa, Faculty of Law. Sein Forschungsschwerpunkt ist internationales Recht und politische Theorie mit besonderer Betonung der rechtlichen, politischen und ethischen Fragen von Geflüchteten und Migranten. Mann hat in den wichtigsten Zeitschriften veröffentlicht und Bücher mitherausgegeben, seine Monographie Humanity at Sea: Maritime Migration and the Foundations of International Law erschien 2016 bei der Cambridge University Press. Neben seiner akademischen Arbeit ist er juristischer Berater von GLAN (Global Legal Action Network). Bevor er nach Haifa wechselte, war Mann Fellow am Georgetown Law Center, Washington DC. Er hat einen LLB der Tel Aviv University und einen LLM und JSD der Yale Law School.

Workshop-Plan:

08.10.18, 12:00-14:00: Digital Integrations
Gast: Safaa AbuJarour, Universität Potsdam

Frau AbuJarour ist eine Doktorkandidatin an der Universität Potsdam. Ihr Forschungsgebiet ist “The Role of Technology in Alleviating the Current Refugees’ Crisis”, sie wendet wissenschaftliche Methoden bei der Nutzung von sozialen Medien durch Flüchtlinge in Deutschland an, um die Chance ihrer Integration in die neue Gesellschaft zu befördern.

Literatur:

Weitere Literatur:

15.10.18, 12:00-14:00: Placeless Poets
Gast: Prof. Lyndsey Stonebridge, University of Birmingham

Professor Stonebrige hält den interdisziplinären Lehrstuhl für Humanities and Human Rights an der University of Birmingham. Ihre Arbeit legt einen Schwerpunkt auf die Literatur und Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts, Menschenrechte und Flüchtlingsstudien. Zuletzt erschien: Placeless People: Writing, Rights and Refugees came out this year with Oxford University Press.

Literatur:

  • Hannah Arendt, “We Refugees
  • Lyndsey Stonebridge, Placeless People (Oxford University Press, 2018) (excerpt, TBA)

22.10.18, 12:00-14:00: Trauma and Transnational Identity
Gast: Dr. Essam Daod, Humanity Crew

Im Jahr 2015 gründete Dr. Daod Humanity Crew, gemeinsam mit seiner Frau Maria Jammal. Von Griechenland aus war es das Ziel von Humanity Crew, erfahrene Praktiker aus der psychischen Gesundheitsarbeit und qualifizierte Freiwillige zu finden, auszubilden und zum Einsatz zu bringen, um psychosoziale Hilfe für Geflüchtete und Vertriebene zu leisten und dabei den Zustand der Geflüchteten zu verbessern und weitere Traumatisierung zu verhindern. Neben dieser operationellen Arbeit widmet sich Humanity Crew der Aufgabe, die Bedeutung von psychischer Gesundheit als einen grundlegenden Aspekt der Antwort auf humanitäre Krisen deutlich zu machen.

Literatur:

28.10.18, 12:00-14:00: “We the Migrants”

Literatur:

  • Gregory Feldman, We Are all Migrants: Political Action and the Ubiquitous Condition of Migrant-hood (Stanford University Press, 2015) (Introduction)
  • Atossa Araxia Abrahamian, The Cosmopolites (Columbia University Press, 2015) (Afterward)
  • Dr. Itamar Mann, Humanity at Sea: Maritime Migration and the Foundations of International Law (Cambridge University Press, 2016 (Chapter 6)
  • Richard Seymour, Reinventing the Anti-Immigrant Wheel, Patreon, September 3, 2018
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