VOLKSBÜHNE
Berlin

Foto: Photononstop / Alamy Stock Foto

Mohammad Al Attar
Syria’s war economy and reconstruction
24.09.
Roter Salon

Diskurs
Englisch

Parallel zu seiner neuen Produktion The Factory empfängt der syrische Dramatiker Mohammad Al Attar Expert*innen, um u.a. die syrische Kriegswirtschaft und den Wiederaufbau des Landes – zentrale Themen des Stückes – zu diskutieren. Die Veranstaltung setzt sich kritisch mit den Aufrufen zum Wiederaufbau Syriens auseinander, die gegenwärtig hinter verschlossenen Türen vorangetrieben werden und innerhalb der zunehmend rechtsgerichteten Strömungen in Europa auf positive Resonanz stoßen – ganz konkret vor dem Hintergrund einer Umkehrung des Flüchtlingsstromes. Ebenfalls diskutiert wird die syrische Wirtschaft, am Beispiel des französischen Zementgiganten Lafarge und dessen Rechtsverstößen in der syrischen Niederlassung.

Nach kurzen Präsentationen der Expert*innen wird die Diskussion für das Publikum geöffnet, moderiert von Mohammad Al Attar.

Die Veranstaltung konzipierte Mohammad Al Attar im Rahmen eines von der Allianz Kulturstiftung vergebenen Fellowships im Programm „Weltoffenes Berlin“ der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Wer sowohl für The Factory als auch für Syria’s war economy and reconstruction ein Ticket erwirbt, der erhält das Ticket zur Diskussion im Roten Salon zum reduzierten Preis von 4 Euro.

Themen:

Claire Tixeire (Frankreich) stellt die Aktivitäten von Lafarge in Syrien vor und beleuchtet die Abkommen, die der Konzern mit verschiedenen Kriegsparteien geschlossen hat, um den Betrieb seiner Fabrik in Nordsyrien aufrechtzuerhalten. Weiterhin thematisiert sie die Bedeutung des Verfahrens der französischen Justiz gegen Lafarge als möglichen Präzedenzfall: Im Sinne der Bemühungen, multinationale Konzerne für ihre Zuwiderhandlungen in Konfliktgebieten zur Rechenschaft zu ziehen.

Shaza Alsalmoni (Syrien) referiert zur rechtlichen Grundlage, die jegliche Diskussion hinsichtlich des Wiederaufbaus in einem Nachkriegssyrien untermauern sollte, um eine Instrumentalisierung als Tauschobjekt und politische Erpressung auszuschließen. Umso relevanter wird dies vor dem Hintergrund, dass Russland andere Staaten zu Investitionen in Syrien aufruft, unter dem vermeintlichen Vorwand, eine Rückkehr für Geflüchtete zu vereinfachen.

AlHakam Shaar (Syrien) stellt die Initiative „The Aleppo Project” vor, die eine Vision des Wiederaufbaus von Aleppo entwickeln und die Narrative der Einwohner miteinbeziehen möchte, insbesondere jener, die vertrieben worden. Durch das Einbeziehen von Stimmen, die normalerweise aus dem Wiederaufbauprozess ausgeschlossen werden, möchte das Projekt eine Alternative zu ökonomischen und investitionsbezogenen Ansätzen des Wiederaufbaus entwickeln, welche von Politikern und Geschäftsallianzen vorangetrieben werden.

Biografien Expert*innen:

Claire Tixeire (Frankreich) ist Rechtsberaterin beim European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) in Berlin, einer Non-Profit-Organisation, die Menschenrechtsfälle prozessiert, in der mächtige Akteure zur Verantwortung gezogen werden. In den letzten zwei Jahren konzentrierte sie sich auf den Fall Lafarge, der in Frankreich gegen den gleichnamigen multinationalen Zementkonzern eingereicht wurde. Lafarge wird angeklagt, Straftaten in Syrien begangen zu haben. Von 2004 bis 2011 arbeitete Claire für das New Yorker Center for Constitutional Rights (CCR), um US-amerikanische Beamte für Folter im Zusammenhang mit dem sogenannten „Krieg gegen den Terror“ zur Rechenschaft zu ziehen. Damals leitete sie auch die Vertretung der International Federation for Human Rights (FIDH) vor der Vereinten Nationen in New York.

Shaza Alsalmoni (Syrien) ist Leiterin der Abteilung für internationale Rechtshilfe beim syrischen Rechtsentwicklungsprogramm. Sie machte einen LLM in Internationalem Menschenrechtsrecht an der Universität von Exeter (Vereinigtes Königreich) und den Bachelor in Rechtswissenschaften an der Universität Damaskus (Syrien). Shaza lebt in London und arbeitet seit drei Jahren für Nichtregierungsorganisationen, wobei sie sich auf Interessenvertretung, Forschung und rechtliche Beratung konzentriert. Sie arbeitete unter anderem mit dem Equal Rights Trust, dem British Institute for International and Comparative Law, Small Media Foundation. Zu ihren Interessensgebieten gehören das internationale Menschenrecht sowie das humanitäre Völkerrecht und das internationale Strafrecht.

AlHakam Shaar (Syrien) ist Holbrooke Fellow für das Aleppo Project im Shattuck-Zentrum für Konflikt, Verhandlungen und Wiederaufbau an der Mitteleuropäischen Universität von Budapest. Seit seinem Eintritt in das Aleppo Project im Januar 2015 hat er mit Bewohnern von Aleppo aus allen Bereichen des Lebens zusammengearbeitet, darunter Stadtplaner, Experten für kulturelles Erbe und Akteure der Zivilgesellschaft. Gemeinsam mit Doktoranden der Public Policy untersuchte er Probleme, die das Nachkriegs-Aleppo betreffen. AlHakam war Dozent für Englisch an der Isik Universität in Istanbul und hat einen Master in TESOL von der Universität von Aleppo. Seine Faszination für Aleppos Erbe begann im Alter von zehn Jahren, als seine Familie ein historisches Haus in Aleppo renovierten und dort einzogen.

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