VOLKSBÜHNE
Berlin

Foto: David Baltzer

Mohammad Al Attar, Omar Abusaada
The Factory

Schauspiel
1h 45min
Arabisch mit deutschen und englischen Übertiteln

2010 eröffnet der französische Baustoffkonzern Lafarge im Norden Syriens eine Zementfabrik. Es handelt sich dabei um eine der größten ausländischen Investitionen, die jemals in dem Land getätigt worden ist. Einige Monate später bricht eine friedliche Revolution gegen das totalitäre Regime Baschar Al Assads aus, bald darauf stürzt das destabilisierte Land in einen brutalen Bürger- und verheerenden Stellvertreterkrieg. Doch Besitzer und Geschäftspartner bestehen darauf, dass in der Fabrik, die inmitten der kriegerischen Auseinandersetzungen nahe Rakka liegt, weitergearbeitet werden muss.

Im Laufe der nächsten Jahre kontrollieren immer wieder andere Kriegsparteien die Region, Ende 2013 erringt der IS die vollständige Vorherrschaft über das Gebiet. Die Konzernleitung arrangiert sich mit den jeweils herrschenden Warlords, Schutzgeld und Wegezölle werden gezahlt, die Produktion in der Fabrik läuft weiter. Ein banaler Betriebsunfall führt schließlich zu ersten Ermittlungen in einem Netzwerk aus schmutzigen Unternehmern. Davon erzählt Mohammad Al Attar in seinem Stück.

Nach dem großen Erfolg ihrer beiden jüngsten Aufführungen While I was waiting und Iphigenie setzen der Dramatiker Mohammad Al Attar und der ebenfalls aus Syrien stammende Regisseur Omar Abusaada ihre Zusammenarbeit fort und reflektieren die zerstörerischen Umwälzungen in ihrem Heimatland. Gemeinsam mit einer Gruppe syrischer Schauspieler*innen dekonstruieren sie eines der verstörendsten Gesichter des Krieges – das Bündnis von Geld und Macht.

Ein Auftragswerk an Mohammad Al Attar und Omar Abusaada. Eine Koproduktion der Volksbühne Berlin mit der Ruhrtriennale.

Medienpartner: Exberliner

Parallel zu The Factory empfängt Mohammad Al Attar am 24.09. im Roten Salon zur Veranstaltung Syria’s war economy and reconstruction Expert*innen, um u.a. die syrische Kriegswirtschaft und den Wiederaufbau des Landes – zentrale Themen des Stückes – zu diskutieren. Wer für beide Veranstaltungen ein Ticket erwirbt, der erhält das Ticket zur Diskussion im Roten Salon zum reduzierten Preis von 4 Euro.

المصنع
نص محمد العطّار
إخراج: عمر أبو سعدة.

بتكلفته الهائلة اعتُبر مصنع لافارج أكبر استثمارٍ أجنبي في سوريا خارج قطاع النفط. افتتاح المصنع جاء قبل شهورٍ فقط من اندلاع ثورة آذار 2011 ضد نظام الأسد في سوريا، الذي رد بعنفٍ مفرط على المتظاهرين السلميين الأمر الذي سيُدخل البلاد في أتون حربٍ أهليةٍ طاحنة، ستتحول لاحقاً إلى حربٍ تُدار بالوكالة عبر لاعبين إقليميين ودوليين. بالرغم من كل هذه التطورات رفضت إدارة لافارج أن تُغلق المصنع، رغم أنه يقع في قلب منطقة تشهد اشتباكاتٍ عسكرية وتغيُّرٍ مُستمرٍ لخرائط القوى المُسيطرة على الأرض. فكيف بقي المصنع مفتوحاً حتى نهاية 2014؟ وما هي الأثمان التي دُفعت لضمان ذلك؟ صُدفة غريبة ستقود صحافية مُستقلة للكشف عن صفقات سرية أبرمتها إدارة المصنع مع جميع الأطراف المُتحاربة. وفي سعيها لتجميع خيوط الحكاية، تجد الصحافية نفسها أمام شبكة معقدة من التحالفات والمصالح التي تشكل أحد أوجه اقتصاد الحرب السورية، كما تجد نفسها في مواجهة أسئلة مؤرقة عن معنى الحقيقة أمام تعدد الروايات وتناقضها حول الوقائع عينها.

يواصل الكاتب محمد العطار والمخرج عمر أبو سعدة، عبر شراكتهما المسرحية طرح الأسئلة حول الواقع المُعقد في بلدهما سوريا. في عملهما الجديد هذا، يحاولان تسليط الضوء على التحالف الصلب لرأس المال مع السلطة في سوريا ما قبل الحرب وبعدها، وعلى تجارة الحرب وتجارها.

إخراج: عُمر أبو سعدة
نص: محمد العطّار
سينوغرافيا وآزياء: بيسان الشريف.
فيديو: رامي فرح وسامر عجّوري
تصميم أقنعة: محمد عُمران.
مساعد مخرج: عامر عُقدة.
الممثلون:
لينا مراد
رمزي شقير
سعد الغفري
مصطفى قُر
و
صالح كاتبة (موسيقى).

Besetzung

Mit: Lina Murad, Ramzi Choukair, Saad Al Ghefari, Mustafa Kur, Saleh Katbeh (Musik)

Regie: Omar Abusaada
Text: Mohammad Al Attar
Bühne und Kostüme: Bissane Al Charif
Licht: Denise Potratz
Video: Rami Farah, Samer Ajouri
Maske: Mohamad Omran
Dramaturgie Volksbühne: Alan Twitchell
Deutsche Übersetzung: Sandra Hetzl
Übertitel: Sprachspiel

27.09.18, 19:30
* Berliner Premiere
> Tickets

29.09.18, 19:30
18:45 Einführung im Sternfoyer
> Tickets

06.10.18, 19:30
> Tickets

14.10.18, 19:30
18:45 Einführung im Sternfoyer
> Tickets

19.10.18, 19:30
18:45 Einführung im Sternfoyer
> Tickets

Pressestimmen

"The Factory ist ein starker, gut gespielter Abend, Dokumentartheater mit surrealen Momenten." - Deutschlandfunk Kultur

Stefan Keim, 11.08.18

„Die syrische Auftragsproduktion The Factory erhellt einen realen Skandal um eine Zementfabrik. Packendes Dokumentartheater (...) Langer Beifall für einen aufklärerischen Abend.“ - WAZ

Britta Heidemann, 13.08.18

„Das vielperspektivische Puzzle ist vor allem ein Aufklärungsstück. (...) Es zeigt ohne Pathos oder Schaum vor dem Mund die Verflechtungen zwischen Politik und Wirtschaft im Kriegsgebiet und die Heuchelei des Westens dabei. - Deutschlandfunk

Karin Fischer, 12.08.18

„Bestürzend Mohammed Al Attars Recherche The Factory über den französischen Zementkonzern Lafarge, der sein Werk im Nordosten Syriens mit allen Mitteln am Laufen halten will, egal, wer das Gebiet gerade erobert hat.“ - Der Tagesspiegel

Ulrich Amling, 18.08.18

„Al Attar und Abusaada machen in ihrer Inszenierung erst gar keinen Hehl daraus, für wen sie Partei nehmen: Leuchtende Arbeitshelme bedecken am Ende der Inszenierung die Bühne wie eine allegorische Schädelstätte aus einem barocken Trauerspiel, während der Fabrikangestellte Ahmad das Leid der syrischen Zivilbevölkerung artikuliert.“ - taz

Benjamin Trilling, 13.08.18

Medien

Foto: David Baltzer

Foto: David Baltzer

Foto: David Baltzer

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Syrien, Lafarge Zementfabrik
Foto: Photononstop / Alamy Stock Foto

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