VOLKSBÜHNE
Berlin
Armen Avanessian & Enemies #29:
Evgeny Morozov – How can we overcome surveillance-capitalism?
13.06.

Diskurs
Englisch

Daten sind das, was wir sind. Und Facebook ist nur ein Beispiel für viele. Wir sind alle Komplizen in dieser neuen, radikalen Art von Marktwirtschaft, die zunehmend monopolistisch organisiert ist. Die Überwachung ist umfassend. Wie könnte also ein Widerstand gegen dieses Allmachts-Regime aussehen? Der bekannte Technologie-Denker Evgeny Morozov diskutiert mit der schwedischen Journalistin und Autorin Karin Pettersson und dem „Spiegel“-Kolumnisten Georg Diez über diese zentrale Überlebensfrage für die Demokratie. Die Veranstaltung ist ein Live-Format von „Start Worrying, Details to Follow“, dem Podcast für neue Ideen für demokratisches Denken. Der Abend findet auf Englisch statt.


Besetzung

Medien

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Vergangene Veranstaltungen

Armen Avanessian & Enemies #28: Wolfram Eilenberger: Toni Kroos als Wille und Vorstellung

Aus aktuellem Anlass werden wir in unserem Kolloquium gemeinsam mit dem Philosophen und Autor Wolfram Eilenberger den Text ‚Unsterblich werden mit Toni Kroos‘ besprechen. Die Seminarteilnehmer erhalten seinen Text zu Beginn des Kolloquiums.

Welche Form des Innenlebens sollen wir von einem Menschen imaginieren, der unter höchsten Druckbedingungen keinen Fehler mehr begeht und dabei vollends anstrengungslos im Raum zu verweilen scheint? Ist da überhaupt noch "jemand zu Hause"? Ein innerlicher Adressat aktiv? Ein fortlaufender Prozess des personalen Empfindens und bewussten Entscheidens im Gange?

Anrechenbar in den Modulen: Erkenntnistheorie, Einführung in die Philosophie, Fußball, Theologie, Bewusstseinsphilosophie

Armen Avanessian & Enemies #27: Leif Randt – Positive Vibes

Der Autor der Romane Schimmernder Dunst über CobyCounty und Planet Magnon sowie Co-Founder des Labels Tegel Media (tegelmedia.net) gibt Einblicke in seine Arbeit der Saison 2018.

"Ich schreibe jetzt wieder im Haus meiner Mum." (Leif Randt, E-Mail an Armen Avanessian, 2. April 2018)

"So viel Text über so viel Freizeit. Glückliche Menschenkinder sind wir." (Leif Randt, Telegram-Nachricht an Jakob Nolte, 5. April 2018)

Armen Avanessian & Enemies #26: Epic Fail. An Anti Newsroom with Laurent de Sutter

Die endlose Zahl der Kolumnisten, Experten und Redakteure, die in Zeitschriften, Radios oder Fernsehsendungen berichten, hat es unmöglich gemacht, das Zeitgenössische zu verstehen. Um diesen Trend umzukehren, müssen wir nicht nur unser Dilemma überdenken, sondern auch die Werkzeuge, die wir zum Verständnis nutzen. All die Prinzipien, Werte, Überzeugungen, Dinge, die getan werden müssen, und Dinge, die unbedingt zu vermeiden sind, die Verbote und Erlaubnisse, Skandale und Urteile haben uns dumm gemacht. Es ist dieser ganze Apparat, dessen man sich endlich entledigen sollte. Nur wie? Zum Beispiel, indem wir die Hypothese aufstellen, dass die Gegenwart es immer erlaubt, etwas anderes zu sagen – jedes Ereignis, jeder Fall, jede Debatte, jede Frage und jedes Problem warten darauf, dass jemand sie ernst nimmt, anstatt eine vorgefasste moralische oder politische Agenda auf sie anzuwenden. Das werden wir an diesem Abend erleben. Zufällig ausgewählte Gegenstände aus den politischen, intellektuellen oder ästhetischen Nachrichten werden behandelt, wie sie es verdienen würden, behandelt zu werden: experimentell, ohne Grenzen und ohne Berücksichtigung von Ernsthaftigkeiten. Auf den Epic Fail der zeitgenössischen moralischen Soziologie, Politologie oder des Journalismus müssen wir mit der Akzeptanz dieses Epic Fail des Denkens, mit allem fertig zu werden, antworten – das eigene, vorhersehbare Versagen muss akzeptiert werden. Idioten und Dickschädel sind nicht willkommen.

Armen Avanessian & Enemies #25: Steven Shaviro: Speculative Time – Science Fiction and Music Videos in the Neoliberal Era

Buchpremiere

Anlässlich der Veröffentlichung seines Buches Die Pinocchio Theorie (Merve) präsentiert Steven Shaviro eine Diskussion über Spekulative Zeit. Es wurde oft gesagt, dass wir in einem historischen Moment leben, in dem es „einfacher ist, sich das Ende der Welt als das Ende des Kapitalismus vorzustellen“ (Mark Fisher). Wir scheinen in einer erhöhten ewigen Gegenwart gefangen zu sein, die durch Mediensättigung, Finanzspekulation und unerbittliche unternehmerische Innovation gekennzeichnet ist. Alles verändert sich ständig – genau hier, gerade jetzt – und dennoch scheint nichts wirklich anders zu sein. In einer Zeit unaufhörlicher Neuerungen und verschärfter Aktualität fällt es uns immer schwerer, uns eine Zukunft vorzustellen, die sich nicht nur auf die Gegenwart beschränkt. In seinem Vortrag versucht Steven Shaviro, ein anderes Konzept von Zukunft zu erforschen: eine, die „real, aber nicht wirklich“ ist (eine Formulierung, die unabhängig voneinander von den Philosophen Alfred North Whitehead und Gilles Deleuze vorgeschlagen wurde). Vor dem Hintergrund der Art und Weise, wie unser Zeitgefühl von Finanzialisierung und Verschuldungsplänen geprägt ist, wird der Vortrag alternative Zukunftskonzepte thematisieren, die sich in der Fabulation von Science-Fiction-Erzählungen ebenso wie in den Rhythmusformen zeitgenössischer Popmusik und Musikvideos ausdrücken.

Steven Shaviros Präsentation beginnt um 20:00, das Screening der Musikvideos ab 19:00.

Armen Avanessian & Enemies #24: School of Disobedience Nr 4: Rebellische Städte

Während die Politik auf europäischer und nationaler Ebene an demokratischer Legitimation verliert und sich Neoliberalismus und Rechtspopulismus, als Konkurrenten oder Partner, immer weiter in den Regierungen verankern, zeigt sich in den Städten das Potential zur linken Gegenbewegung.

Ob im “Solidarity City”-Netzwerk, das an verschiedenen Orten in Europa Menschen ohne formal gleiche Rechte die gleiche Teilhabe etwa am Wohnungs- und Arbeitsmarkt ermöglichen will, in Recht-auf-Stadt-Initiativen, die seit Jahren für eine “Stadt für alle” kämpfen, oder in “Hack the City”-Projekten, die Städte von unten digitalisieren statt die neoliberale Smart City zu akzeptieren, in der profitorientierte Firmen Daten einzelner Bewohner*innen zur vermeintlichen Verbesserung der Sicherheit sammeln.

In vielen Städten Südeuropas versuchen linke Basisinitiativen, die bereits an Macht in den Rathäusern gewonnen haben, sich die bestehenden Institutionen anzueignen. Und auch in einem ganz anderen Kontext scheint die Selbstorganisation auf lokaler Ebene eine Chance auf einen Neubeginn darzustellen: In Aleppo etwa, wo die Bewohner*innen widerständige Wege finden durch neue soziale Zusammenschlüsse zu (über-)leben und die Stadt samt Nachbarschaften neu gestalten. Welche Chancen liegen darin, wenn Städte neu aufgebaut werden müssen?

Was zeichnet all diese Initiativen aus und welche Perspektiven eröffnen sie für eine progressive Politik? Lässt sich mit lokaler Macht gegen Neoliberalismus, Rechtspopulismus (und Zerstörung) vorgehen? Wie lassen sich Institutionen übernehmen und soziale Bewegungen stärken? Lässt sich gar ein linkes Städtenetzwerk bilden, um den Kapitalismus dezentral zu erodieren?

Konzept und Moderation:
Nora al Badri & Carolin Wiedemann

Referentinnen/Panelistinnen:
Lisa Vollmer, interdisziplinäre Stadt- und Bewegungsforscherin, Institut für Europäische Urbanistik, Bauhaus-Universität Weimar
Nina Scholz, Journalistin und Aktivistin bei Kotti und Co, Berlin
Jennifer Schubert forscht zu ‘Informal City Making – Tools for Civic Participation in Neighborhoods’, Design Research Lab, Universität der Künste Berlin
N.N., Aktivistin von Solidarity City Berlin
Zoya Masoud, Architektin und Koordinatorin von „Crossroad Aleppo - Multaka Halab“, Projekt am Museum für Islamische Kunst, TU Berlin

Armen Avanessian & Enemies #23: Buchpräsentation Robert Misik - Liebe in Zeiten des Kapitalismus

Buchpräsentation von Robert Misiks Essayband „Liebe in Zeiten des Kapitalismus“.

Das Buch ist eine Sammlung von Essays, Artikeln und Vorträgen, die extra für diesen Band bearbeitet oder ganz neu geschrieben wurden. Und eine Art Zeitdiagnose, an Begriffen entlang. Begriffen, die unsere Epoche prägen: Angst, Verdruss, Konsum, Liebe, Tinderisierung, Glück, Unsicherheit, Freiheit, Patriotismus, Integration, Identität, Ironie, und viele andere mehr. In Summe ergeben sie ein wohlkomponiertes Panorama der Jetztzeit.

Lesung des Autors und Diskussion mit Armen Avanessian

Armen Avanessian & Enemies #22: LOVECOIN

Viele Liebesversprechen, zum Beispiel die des beginnenden Internets oder des kanonischen ‘68, gehen so: Eines Tages wird unsere Nähe frei und ganz, ganz leicht sein und uns nichts mehr kosten. Aber dieser Optimismus verschleiert, wie viel emotionale, also unbezahlte Arbeit es bedeutet, unsere Unterschiede auszuhalten. Und erst recht: wie viel zarte Verwaltung es noch dazu bedeutet, diese Unterschiede weniger heteronormativ zu gestalten. Gerade auch nach vermeintlichen sexuellen Revolutionen oder der Cybersex-Ära. Der Abend LOVECOIN fragt deshalb: Wie können wir lernen, mit unseren zeitgenössischen Intimitäten besser zu handeln? Was kosten uns Infrastrukturen, die andere Verbindlichkeiten ermöglichen als Eheringe und „Es ist kompliziert“? Vielleicht weniger eine Hoffnung aufs Kommende, sondern queere Bürokratie dessen, was schon da sein könnte: präzise und too much, kollektiv und dynamisch verwaltet wie ein Safe Space oder die Blockchain. Also minus den Hype, minus die Bro Culture: ein Börsen-Crush von Nähe.

Drei kurze performative Science Fictions stellen sich vor, wie unsere Beziehungsweisen ein bisschen anders gewesen sein werden.

Armen Avanessian & Enemies #21: Kultur in der Ära des Zusammenbruchs der Globalen Systeme. Ein Brettspiel mit Paul Mason

Was passiert, wenn globale Systeme, die wir einst für dauerhaft hielten, zusammenbrechen? Und was bedeutet dieser Zusammenbruch für kulturelle Produktionen? Paul Mason, Autor von Postcapitalism: A Guide to Our Future (2015), präsentiert eine Simulation von eben dieser Situation und lädt Zuschauer ein, die Konsequenzen zu betrachten. Sam Williams und Armen Avanessian diskutieren mit Paul, was der Kollapse von globalen Systemen für Künstler und Theatermacher bedeutet und welche anderen Kunstformen hierdurch zustande kommen können. Der Abend mündet in einem offenen Ideenaustausch.

Auf Englisch

Armen Avanessian & Enemies #20: Britta Thie: A Scene of a Scene

Auf der Bühne des Roten Salons wird der Dreh eines Live-Dramas inszeniert, dem das Publikum Seite an Seite mit Kamerateam und Regie beiwohnen kann.

Inszeniert wird eine Szene aus einer Soap Opera, in der die Hauptprotagonist*innen als Teil der Handlung ein Bühnenstück aufführen.

Das Publikum wird eingeladen, an diesem Abend einem Kammerspiel beizuwohnen, dessen Schauspieler über das Schauspiel schauspielern.

Armen Avanessian & Enemies #19: School of Disobedience Nr3: Epistemologie des Kampfes: Wie führen und gewinnen wir gesellschaftspolitische Kämpfe im digitalen Kapitalismus?

Occupy, Momentum, Demokratie in Bewegung, Pulse of Europe, Fearless Democracy, Zentrum für politische Schönheit. Eine Vielzahl neuer und neuartiger Bewegungen bringen frischen Wind in die abgestandenen Diskurse unserer Postdemokratien. Aber verändern diese neuen Akteure wirklich etwas? Mit welchen Strategien und Instrumenten mischen sie sich in den politischen Meinungskampf ein? Und welches Verständnis von Politik verbirgt sich eigentlich dahinter? Eignen sich die gewählten Strategien überhaupt dazu, echte Veränderungen herbeizuführen? Wir müssen reden.

Inputs:

Marc Saxer, Disrupt Democracy
Philipp Ruch, Zentrum für Politische Schönheit
Gerald Hensel, Fearless Democracy
Paula Peters, Change.org
Nora Al-Badri, Künstlerin
Alexis Passadakis, attac

Armen Avanessian & Enemies #18: Iain Grant - PALAEONOETICS: ON THE NATURAL LOGIC OF LOST THOUGHTS

„Trees have nothing to teach me”, insists Socrates (Phaedrus 230d), so dismissing, at one and the same time, the natural inquiries of his youth and the bifurcating iterations of a natural logic responsive to the paired terrestrial demands of gravitation (branches cannot be more massive than trunk without catastrophe) and light (energy, honey pump) while irreducible to either. Already therefore dendritic morphology teaches us a great deal about natural logics as situated in domains requiring additional logics to articulate them. If what is true of the first (dendrite plus conditions) remains true of the second (though <dendrite plus conditions>), it will be unconditionally true that there are no unconditioned logics. Such logics, evident in the morphogenetics of D’Arcy Thompson and Rene Thom, and practised in the cosmographies of Yves Klein and Anselm Kiefer, articulate innumerable natural logics. With their passing, as when a hyper-salinated river dries and drifts, natural logics are instances of the earth’s thoughts that must pass, according to their own imperatives, at least partly unremarked. Precisely, therefore, what grants logics expanded and natural fields simultaneously conditions them as immanently restricted.

Armen Avanessian & Enemies #17: Recuperate This!

Mit Tom McCarthy, Clémentine Deliss und Sina Najafi

Nach der Lesung von Tom McCarthys Roman Satin Island am 22.03. diskutiert der Autor am nächsten Tag mit der Kuratorin und Publizistin Clémentine Deliss, dem Chefredakteur des Cabinet Magazine, Sina Najafi, und Armen Avanessian.

Ist die Feedbackschlaufe zwischen radikaler Kultur und den Mechanismen der Gefangenschaft des Kapitalismus unausweichlich?

Sind letztlich alle Avant-Gardisten in die Recherche und Entwicklung des Brandings und der Werbeagenturen von morgen involviert?

Oder kann Kunst die herrschenden Gewalten aufbrechen und neue Formen oder Möglichkeiten aufzeigen?

Tom McCarthy’s gefeierter Roman Satin Island stellt diese Fragen und mehr. Der Protagonist U., ein Mann des einundzwanzigsten Jahrhunderts ohne Eigenschaften, arbeitet als Anthropologe für ein führendes Beratungsunternehmen, welches das Gedankengut von Philosophen wie Malinowski, Levi-Strauss, Deleuze und Badiou den Denkfabriken der Regierung und multinationalen Unternehmen zur Verfügung stellt. Gleichzeitig träumt er davon, als symbolischer Terrorist das komplette System von innen heraus zu zerstören.

Armen Avanessian & Enemies #16: Satin Island: Company Report

Präsentiert von Tom McCarthy und Stop making sense, it's as good as it gets. (www.bnkr.space)

Komplettlesung von Tom McCarthys Roman Satin Island in einer von Laura Hopkins als Jahreshauptversammlung eines Unternehmens gestalteten Inszenierung (in Übereinstimmung mit den anthropologisch-unternehmerischen Milieus des Romans). Es lesen die Schauspieler*innen Elena García Gerlach, Steffen Klewar und Jonas Zipf. Mit dem Kauf einer Veranstaltungsaktie erwirbt man als Aktionär das Recht der vollen Lesung des Texts beizuwohnen, begleitet von einer Power Point Präsentation. Kaffee und Kekse sind für Aktionäre umsonst, Alkohol muss käuflich erworben werden.

Satin Island wurde als „Kafka für das Google Zeitalter“ beschrieben. Der Antiheld, der Firmenanthropologe U. ist der Mann ohne Eigenschaften des 21. Jahrhunderts, der von Brainstorming-Sessions und Regierungstreffen zu ziellosen Spekulationen über Cargo-Kulte, tote Fallschirmspringer, die Bedeutung des Buffering und das Nachleben von Ulrike Meinhof dahintreibt. Gibt es eine Logik, die unsere Zeit regiert? Könnte diese zusammengefasst oder bezeichnet werden? Oder ist alles Zufall, Algorithmus und Störung?

Die Lesung ist Teil des Programms Stop making sense, it’s as good as it gets. von Ludwig Engel und Joanna Kamm und eine Kooperation von Volksbühne Berlin und BNKR München.

Am Tag nach der Lesung diskutiert der Autor Tom McCarthy mit der Kuratorin und Publizistin Clémentine Deliss, dem Chefredakteur des Cabinet Magazine, Sina Najafi, und Armen Avanessian.
> Armen Avanessian & Enemies #17: Recuperate This!

Armen Avanessian & Enemies #15: Death Karaoke

Mit Monira Al Qadiri & Raed Yassin

In Zeiten globaler Unsicherheit und sich ständig ändernder Realitäten zielt dieses Projekt darauf ab, als Begleiter des Zeitalters der gemeinsamen Melancholie zu funktionieren. Durch die Auseinandersetzung mit der Beziehung zwischen Traurigkeit und der Stadt, Zerstörung und Nomadentum haben Monira Al Qadiri und Raed Yassin eine Performance kreiert, die antike Hymnen mit einer Karaoke Maschine wiedergibt: Dunkelheit, ominöse Stimmen, Schmerzen und Schreie und eine insgesamt mürrische Stimmung. Es verspricht ein kathartischer Abend zu werden.

"For the gods have abandoned us
Like migrating birds they have gone

Ur is destroyed, bitter is its lament
The country's blood now fills its holes like hot bronze in a mould
Bodies dissolve like fat in the sun. Our temple is destroyed
Smoke lies on our city like a shroud.
Blood flows as the river does
The lamenting of men and women
Sadness abounds
Ur is no more”

Lament for Ur, c. 2000 BC (Mesopotamia)

Monira Al Qadiri ist eine kuwaitische bildende Künstlerin, die in Dakar, Senegal geboren wurde und ihre Ausbildung in Japan absolvierte. In 2010 promovierte sie in intermedialer Kunst an der Kunsthochschule in Tokio, wo sie ihren Fokus auf die Ästhetik der Traurigkeit in der Poesie, Musik, Kunst und Glaubenspraxis des Nahen Osten legte. Ihre Arbeit untersucht unkonventionelle Genderidentitäten, Petro-Kulturen und ihre mögliche Zukunft, sowie das Vermächtnis der Korruption. Sie gehört ebenfalls dem Künstlerkollektiv GCC an.

Raed Yassin (geboren 1979, Beirut) lebt und arbeitet in Beirut. Dort machte er 2003 seinen Abschluss in der Theaterabteilung der Kunstakademie. 2015 erhielt Yassin ein Forschungsstipendium von der Akademie der Künste in Köln. Als Künstler und Musiker stammen Yassins Arbeiten oft aus der Untersuchung seiner persönlichen Geschichte und ihrem Verhältnis zur kollektiven Geschichte durch die Linse der Konsumkultur und Massenproduktion. Als einer der Organisatoren des Irtijal Festivals, eines experimentellen, zeitgenössischen Musikfestivals in Beirut, hat er mehrere Alben veröffentlicht und gründete 2009 die Produktionsfirma Annihaya. Er ist ebenfalls einer der Gründer des Beiruter Kunstkollektivs Atfal Ahdath.

Armen Avanessian & Enemies #14: The Holy Template

Mit Monira Al Qadiri & Raed Yassin

The Holy Template ist eine multi-media Lecture Performance von Monira Al Qadiri, begleitet von einer live Intervention von Raed Yassin. Dafür wird der Rote Salon in eine digitale Kathedrale verwandelt, in der Religion über das Internet verbreitet und aufgenommen wird. Das Publikum nimmt dabei die Rolle der Gläubigen ein, um zu erfahren, wie es ist Glauben über das Internet zu konsumieren.

Die Komposition von religiösem Dogma hat sich mit der Verbreitung des Internets dramatisch verändert. Einst war religiöse Leidenschaft in fernen heiligen Orten, kryptischen heiligen Büchern oder großherzigen heiligen Personen verwurzelt, zum Beispiel durch physikalische Ereignisse die mit dem Metaphysischen verbunden waren. Doch die Verbreitung von spirituellen Doktrinen online hat Teile des religiösen Diskurses entmystifiziert. Gleichzeitig wurden kleinere Glaubensgruppen oder Randgruppen dadurch vergrößert und zu den zentralen Lehren der Hingabe gemacht. Die schnelllebigen, ständig wechselnden täglichen Normen des virtuellen Lebens verdrängen und ordnen die traditionelle Hierarchie des Glaubens neu und erweitern sie um unendliche viele neu „erfundene“ Regeln und Phänomene. Das Esoterische wurde zum Exoterischen: Die Mysterien des Göttlichen sind nun zum alltäglichen Verhalten der Anhänger geworden.

Der Islam ist hierfür ein gutes Beispiel. Änderungen in der Popkultur haben maßgeblich beeinflusst wie Religion im islamischen Universum konsumiert wird. Bis Mitte der 90iger Jahre, als Fernsehen das Hauptmedium war, waren islamische Programme darauf fokussiert den Zuschauer zu ermutigen Gott in der Welt um ihn zu sehen, hauptsächlich durch Wunder der Natur. Heutzutage ist dieses Image fast komplett abgeschafft. In der Welt von Islam.net sind seltsame, vielfarbige .jpeg Templates weit verbreitet, die auf die mikroskopischen Details der religiösen Vorstellung hinweisen.

Monira Al Qadiri ist eine kuwaitische bildende Künstlerin, die in Dakar, Senegal geboren wurde und ihre Ausbildung in Japan absolvierte. 2010 promovierte sie in intermedialer Kunst an der Kunsthochschule in Tokio, wo sie ihren Fokus auf die Ästhetik der Traurigkeit in der Poesie, Musik, Kunst und Glaubenspraxis des Nahen Osten legte. Ihre Arbeit untersucht unkonventionelle Genderidentitäten, Petro-Kulturen und ihre mögliche Zukunft, sowie das Vermächtnis der Korruption. Sie gehört ebenfalls dem Künstlerkollektiv GCC an.

Raed Yassin (geboren 1979, Beirut) lebt und arbeitet in Beirut. Dort machte er 2003 seinen Abschluss in der Theaterabteilung der Kunstakademie. 2015 erhielt Yassin ein Forschungsstipendium von der Akademie der Künste in Köln. Als Künstler und Musiker stammen Yassins Arbeiten oft aus der Untersuchung seiner persönlichen Geschichte und ihrem Verhältnis zur kollektiven Geschichte durch die Linse der Konsumkultur und Massenproduktion. Als einer der Organisatoren des Irtijal Festivals, eines experimentellen, zeitgenössisches Musikfestivals in Beirut, hat er mehrere Alben veröffentlicht und gründete 2009 die Produktionsfirma Annihaya. Er ist ebenfalls einer der Gründer des Beiruter Kunstkollektivs Atfal Ahdath.

Armen Avanessian & Enemies #13: Britta Thie. The Netflix–ication of Life & Digital Puberty

Mit: Britta Thie + Gast: Dan Bodan

Ich copy-paste Dialoge aus Netflix in mein Leben. Wenn ich English spreche fühlt es sich an wie die Mimikry des HBO-Slangs; ich rede wie mein Lieblings-Streaming-Star, ihre Stimme wird zu meiner, zum Voice Over meines Alltags.

Es ist die Netflix-ikation des Lebens – oder die Versoapung des Selbst.

#TBT: Damals in der deutschen Kleinstadt hörten wir Millencolin und waren in Jungs verliebt die braune Lagwagon Shirts trugen, die sie ONLINE für schwere D-Mark kauften.

Der Euro kam ein paar Jahre später, die Münzen waren schillernd und die Modems schrill.

The Miseducation of Lauren Hill gab uns Kraft.

ICQ, Miss Sixty, és skate shoes, Helly Hansen, VIVA 2, Lara Croft, Flat Eric.

’97: GMX –> ’02: Digital Puberty –> ’05: Myspace –> ’08: Gmail –> ’15 Netflix –> ’17: Coinbase

Konversation und Performance mit Britta Thie & Dan Bodan

Armen Avanessian & Enemies #12: Liberties Rewired: tech-info-bazaar with Tactical Technology Collective, CryptoParty, Syrian Archive, Daphne Dragona and Manu Luksch & Jack Wolf

Hyper-informiert oder algorithmisch manipuliert? Wie treffen wir im 'smarten' Zeitalter Entscheidungen - beim Einkaufen, vor Wahlen, für Lebenspartner? Um der Frage nach Selbstbestimmtheit in unserer zunehmend algorithmisch verwalteten Gesellschaft bei einem Glas Chai nachzugehen, werden für diesen Data-Bazar überraschende und provokative Reaktionen zusammengebracht.

Armen Avanessian & Enemies #11: Dreams Rewired (Mobilisierung der Träume): Filmscreening und Gespräch mit Manu Luksch

Ein Film von Manu Luksch, Martin Reinhart & Thomas Tode
Erzählt von Tilda Swinton

A/D/UK 2015, 85 Minuten

Hollywoodstar Tilda Swinton als Erzählerin, filmische Fundstücke und ein preisgekrönter Soundtrack als Brückenschlag von der Stummfilmzeit in die Gegenwart. Der Dokumentarfilm „Dreams Rewired“ schildert in einer atemberaubenden Montage die Zeitreise der industriellen und digitalen Revolution. Träume, Visionen, aber auch die Furcht vor Konsequenzen.

- BR, FilmTonArt

Mobilisierung der Träume spürt den Sehnsüchten und Ängsten der heutigen vernetzten Welt nach und dreht dafür die Zeit über 100 Jahre zurück, als Telefon, Film und Fernsehen ihren Anfang nahmen. Wie heute Social Media, entfachten diese frühen Medien utopische Vorstellungen von grenzenloser Kommunikation, Demokratisierung des Wissens oder gar vom Weltfrieden durch gegenseitiges besseres Verständnis. Doch auch damals löste die mediale Überwindung von Zeit und Distanz gleichzeitig Besorgnis um Privatsphäre, Sicherheit und Moral aus.

Mit Hilfe von leidenschaftlich recherchiertem, vielfach noch nie gezeigtem Archivmaterial aus ca. 200 Filmen liefert uns die Kompilation ein schillerndes Mosaik zeitloser Hoffnungen und umschiffter Gefährdungen und rückt ganz nebenbei auch die Rolle der Frauen in der Geschichte der modernen Kommunikation ins rechte Licht. Diese Geschichte der modernen Massenkommunikation hilft, unsere heutige, vernetzte Welt zu verstehen.

Armen Avanessian & Enemies #10: Disrupt Democracy: School of Disobedience Nr.2

Nach dem erfolgreichen Auftakt zu Beginn der Veranstaltungsserie im Roten Salon behandelt der zweite politische Workshop des hybriden Wort-und-Tat-Kollektivs Disrupt Democracy ein weiteres aktuelles Thema der Gegenwartsdiskussion. Wie geht Widerstand im frühen 21. Jahrhundert? Was ist legal? Was ist illegal? Was sind die parlamentarischen und außerparlamentarischen Allianzen?

Armen Avanessian & Enemies #9: Der Zerfall der Demokratie: Buchpräsentation Yascha Mounk

Der Populismus bedroht den Rechtsstaat, sagt Yascha Mounk, Politologe an der Harvard University, in seinem aktuellen Buch „Der Zerfall der Demokratie“. Im Gespräch mit Georg Diez erklärt er, warum liberale Demokratien von Deutschland bis in die Vereinigten Staaten heute in existenzieller Gefahr schweben – und zeigt auf, was wir alle tun können, um dieser alarmierenden Entwicklung Einhalt zu gebieten.

Armen Avanessian & Enemies #8: Start Worrying, Details to Follow: Podcast-Gespräch mit Carlo Strenger (Special Guest: Igor Levit)

Mit Karin Pettersson und Georg Diez. Gast: Carlo Strenger; Special Guest: Igor Levit

Was sind die neuen Ideen für die Demokratie im 21. Jahrhundert? Was sind die Möglichkeiten für Freiheit und Solidarität im digitalen Kapitalismus? Wer zähmt die Macht der Internet-Giganten? Das sind einige der Fragen, mit denen sich Karin Pettersson (Aftonbladet) und Georg Diez (Der Spiegel) in ihrem Podcast Start Worrying, Details to Follow beschäftigen.

Armen Avanessian & Enemies #7: THE AGENCY + Leif Randt Rendezvous

Love me, love me, say that you love me.

Fool me, fool me, go on and fool me.

Love me, love me, say that you love me.

Fool me, fool me, go on and fool me.

THE AGENCY lädt zum Rendezvous in den Roten Salon: Für diesen einen Abend gibt es perfekte romantische Momente: vielsagende Blicke, die ein oder andere zufällige Berührung, aufgeladene Begegnungen an der Bar oder sogar ein Candle Light Dinner… Den Zuschauer*innen wird es möglich sein, sich in Skripte romantischer Liebe einzuschreiben, ihr herkömmliches Partnerschaftsprofil zu vergessen und einfach den Fake zu genießen.

THE AGENCY beschäftigt sich mit der Produktion von Emotionen anhand von Skripten, Bildern und Narrativen - jetzt ist die Romantik dran. It´s gonna be perversion.

Armen Avanessian & Enemies #6: Institutional Recalibration: As above, So below

Die Zukunft der kulturellen Infrastruktur dient als kritische Plattform für Intervention, um nicht nur die Zukunft kultureller Produktionen zu formen, sondern auch die Art und Weise, wie Kultur mit anderen Sozialprozessen interagiert.

Auf Englisch mit: Antonia Alampi, Victoria Ivanova, Harm van den Dorpel, Mathew Dryhurst, Emer Grant u.a.

Armen Avanessian & Enemies #5: Erfahrungswissen

Man hat sich daran gewöhnt, Wissen von Erfahrung zu trennen. Vor allem in der akademischen Sphäre gibt es die Tendenz zu glauben, dass Wissen sich durch Ableitung aus (bestehendem) Wissen generiere. Es ist wohl komplizierter. Eine Erfahrung impliziert nicht nur Zugewinn an Wissen, sondern auch Wissensverlust. Nur wer bereit ist, Wissen zugunsten anderen Wissens und neuer Wissensformen aufzugeben, macht eine Erfahrung im emphatischen Sinn. Aus ihr geht man, so Michel Foucault, verändert hervor. Am Theater, in der Kunst, aber auch in den Wissenschaften gibt es die Chance, sich unbekannten Formen philosophischer Wissenproduktion zu öffnen. Philosophie ist nicht auf den universitären Raum beschränkt.

Armen Avanessian & Enemies #4: 1948, 1957, 1967, 1969, 1973, 1979, 1980 & 1981, 1989, 2007

Worüber reden wir (und worüber nicht), wenn wir über die Wichtigkeit und Geschichtsmächtigkeit einzelner Jahre reden und runde Jubiläen feiern? Und welche Jahre haben eigentlich unsere Gegenwart geprägt? Ein Abend über u.a. 1948, 1957, 1967, 1969, 1973, 1979, 1980, 1981, 1989, 2007 für alle, die sich – gerade noch rechtzeitig – für die historischen Feierlichkeiten zu 1968 wappnen wollen. Um spontane Beiträge aus dem Publikum wird dringend gebeten.

Ein Abend von und mit Armen Avanessian sowie Bernd Scherer, Anke Hennig, Ludwig Engel, Joanna Kamm, Georg Diez, Christopher Roth u. a.

Armen Avanessian & Enemies #3: Gespräch mit Quentin Meillassoux

Quentin Meillassoux und Armen Avanessian sprechen über Ontologie, Metaphysik sowie Spekulative Poetik und Materialismus.

School of Disobedience 1: Neue Energien – Ein Abend von und mit Disrupt Democracy

100 Unternehmen sind für 71% der industriellen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Können wir diese Unternehmen reformieren? Oder sind andere, härtere Maßnahmen notwendig? Und welche wären das? Das ist das Thema dieses Abends, ein politisch-partizipatorischer Workshop: Wie können wir mit den Unternehmen ein radikales Umlenken von Arbeits- auf Ressourcen-Produktivität der gesamten Wirtschaft vollziehen? Wie können wir Geschäftsmodelle verändern, Waren- und Energieflüsse umlenken und ganzheitlich nutzen? Oder bleibt uns keine Zeit für einen reformistischen Ansatz?
Experten stellen diese Fragen und werden sie in kleinen Gruppen diskutieren: Wie können die größten Treibhausgas-Emittenten rechtlich verantwortlich gemacht werden, wie kann finanzieller Druck ausgeübt werden? Wie kann Druck durch Konsumenten und Anteilseigner organisiert werden? Aber das ist nur der Anfang. Es geht um Agency, es geht darum,die Fähigkeit zu handeln zurückzugewinnen. An diesem Abend und überhaupt.

Wenn wir in die Zukunft schauen, stellt sich dabei eine zentrale Frage: Wie können neue Formen der Intervention gefunden werden? Wir blicken auf radikale und unkonventionelle Ansätze von Klimaaktivisten genauso wie konventionelle und reformistische Ansätze von NGOs, die partnerschaftlich mit Konzernen einen Ausstieg aus fossilen Wirtschaftskreisläufen gesucht haben. Am Ende wird ein gemeinsames Dokument, ein gemeinsamer Plan stehen. Es geht um Alternativen zum gegenwärtigen Energie-Regime. Und die Frage bleibt, für jeden Einzelnen: Reform oder Resistance?

Disrupt Democracy ist eine hybride Wissensorganisation des 21. Jahrhunderts, dezentral, digital, aktivistisch, akademisch, neugierig, offen, politisch, partizipatorisch, ein Netzwerk von Menschen auf der Suche nach Ideen für das gute Leben, das gerechte Leben, für alle.

Mit (u.a.):

Roda Verheyen , Rechtsanwältin, hat den peruanischen Bauern Saúl Luciano Lliuya gegen den deutschen Energiegroßkonzern RWE vertreten. Sie arbeitet seit 20 Jahren darüber, wie Unternehmen für ihre Mitschuld am Klimawandel juristisch zu belangen sind.

Kultur in der Ära des Zusammenbruchs der Globalen Systeme: Ein Brettspiel mit Paul Mason

Was passiert, wenn globale Systeme, die wir einst für dauerhaft hielten, zusammenbrechen? Und was bedeutet dieser Zusammenbruch für kulturelle Produktionen? Paul Mason, Autor von Postcapitalism: A Guide to Our Future (2015), präsentiert eine Simulation von eben dieser Situation und lädt Zuschauer ein, die Konsequenzen zu betrachten. Sam Williams und Armen Avanessian diskutieren mit Paul, was der Kollapse von globalen Systemen für Künstler und Theatermacher bedeutet und welche anderen Kunstformen hierdurch zustande kommen können. Der Abend mündet in einem offenen Ideenaustausch.

Auf Englisch

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