VOLKSBÜHNE
Berlin
VariaVision
Radikale Mythenbildung: Das Kino von Alain Guiraudie
01.06.

Film, Diskurs
Englisch

In Zusammenarbeit mit Fireflies und MUBI

Programm:
Alain Guiraudie, Ce vieux rêve qui bouge, 51’, 2001
Gespräch mit Alain Guiraudie und Fireflies-Redakteurin Annabel Brady-Brown im Anschluss an die Vorführung.

Das Gespräch findet auf Englisch und Französisch statt, mit Live-Übersetzung auf Englisch.

In den letzten zwei Jahrzehnten haben sich der Franzose Alain Guiraudie und der Katalane Albert Serra als zwei der einzigartigsten, aufregendsten und gefeiertsten Stimmen im europäischen Kino etabliert. Durch ihre eigenwillige Ästhetik lassen sich Guiraudie und Serra von einem verwandten Interesse am Geschichtenerzählen leiten, das durch die Anwendung von Mythen und die lebhafte Schaffung utopischer Räume angeregt wird, in denen sie an den sinnlichen Grenzen des Realen und Phantastischen, des Geistigen und des Materiellen spielen.

An zwei besonderen Abenden mit den Filmemachern widmen wir uns dem Umgang mit Mythen in ihrer Arbeit. Wir beginnen mit Guiraudies Durchbruchsfilm Ce vieux rêve qui bouge (2001), einer subtil politischen und zutiefst melancholischen Meditation über sexuelles Verlangen und das Vergehen der Zeit, in der ein junger Arbeiter in einer Industriefabrik in den letzten Tagen ihres Betriebs ankommt und die Blicke der anderen, älteren Arbeiter auf sich zieht. Das Programm geht am folgenden Abend weiter mit einer Präsentation von Ausschnitten aus Serras aktuell gedrehtem Film (work in progress), eine filmische Adaption seines Theaterstücks Liberté. Beide Arbeiten werden durch Diskussionen auf der Bühne zwischen Guiraudie, Serra und den Redakteuren von Fireflies näher beleuchtet, wobei besondere Aufmerksamkeit der jeweiligen Konzepte filmischer Mythenbildung gewidmet wird.

Anlässlich dieser Veranstaltungen wird der Streaming-Service MUBI Guiraudies Der Fremde am See (2013) und Serras Der Tod von Ludwig XIV (2016) ab dem 27. und dem X. Mai für einen Monat zur Verfügung stellen, um unseren Gästen die Möglichkeit zu geben, vor den Diskussionen tiefer in die Arbeit der Filmemacher einzutauchen. Um diese Filme zu schauen, können sich Gäste für einen einmonatigen kostenlosen Test anmelden: www.mubi.com/fireflies

Alain Guiraudie, Ce vieux rêve qui bouge, 51’, 2001
Alain Guiraudies Kultfilm Ce vieux rêve qui bouge wurde von Jean-Luc Godard als „der Film des Festivals“ gefeiert, als er 2001 in der Quinzaine des Réalisateurs in Cannes uraufgeführt wurde. Der Film zeigt die letzten Tage einer ländlichen Fabrik, deren Maschinen demontiert und abtransportiert werden, während die Männer zurückgelassen werden. Ein junger Spezialist wird angeheuert, um eine der Maschinen auseinander zu nehmen. Seine jugendliche Anwesenheit weckt die Begierde des Werksleiters und eines der älteren Arbeiter, was zu einem erotisch aufgeladenen Dreieck aus frustrierten Sehnsüchten führt. Indem der Film nie die Fabrik verlässt, konstruiert Guiraudie einen mythischen Raum, in dem sich Sex und Politik in einem elegischen Salut zu utopischen Idealen vermischen. Französisch mit englischen Untertiteln.

Fireflies ist ein Filmmagazin mit Sitz in Berlin und Melbourne, das 2014 gegründet wurde. Jede Ausgabe versammelt eine internationale Gruppe von Kritikern, Autoren und bildenden Künstlern, um das Werk von je zwei herausragenden Filmemachern durch eine Zusammenstellung kreativer Werke zu feiern: hybride Essays, Kurzerzählungen, Poesie, bildende Kunst und alle Zwischenräume. Die sechste Ausgabe, die Alain Guiraudie und Albert Serra gewidmet ist, erscheint im September 2018. www.firefliesmagazine.com

MUBI ist ein kuratierter Streaming- und Download-Service. Anstatt Tausende von Filmen anzubieten, ist MUBI stolz, nur 30 anzubieten. Diese werden sorgfältig von Menschen, nicht von Algorithmen ausgewählt und reichen vom Kultklassiker zum preisgekrönten Meisterwerk, vom vergessenen Juwelen zu festivalfrischen Indie-Filmen. Die Auswahl der 30 Filme wird jeden Tag erneuert. MUBI ist weltweit verfügbar.


VariaVision
VariaVision wurde vom Volksbühnen-Kurator Giulio Bursi gegründet und ist eine kollaborative Plattform mit dem Ziel, innovative Film-Arbeiten und Performances von Filmemacher*innen und Künstler*innen zu präsentieren, die über die kanonischen Formate des Filmemachens und der Filmpräsentation hinausgehen.

Besetzung

Kurator: Giulio Bursi

Medien

Ce vieux rêve qui bouge

Ce vieux rêve qui bouge

Vergangene Veranstaltungen

Klaus Lutz: The Beauty of my Island

Mit: Sir Henry und Herman Herrmann

Projektionen von Original-16mm-Kopien des Malers, Experimental­filmers und Performancekünstlers Klaus Lutz (1940-2009) in Kombination mit einer 3-stündigen Live-Performance von Sir John Henry & Musikensemble.

In Zusammenarbeit mit dem Verein für die Erhaltung des Werkes von Klaus Lutz.

Klaus Lutz, geboren 1940, in St. Gallen aufgewachsen. Von Beruf Lehrer, durch Berufung Künstler. Zunächst vor allem Zeichnungen, Collagen, dann auch Kupferstiche/Kaltnadeln. Er lebte viele Jahre in Zürich, einige Zeit auch in Genua. Zuerst waren kleinformatige Kupferstiche und Kaltnadeln seine bevorzugten Techniken. Später begann er, Experimentalfilme zu machen, in denen er unter anderem als Sprayer zu sehen war. 1992 erhielt er ein Atelierstipendium der Stadt Zürich. Dadurch stand ihm während eines ganzen Jahres (1993) das Atelier-Loft der Stadt Zürich in New York City zur Verfügung. Nach dem Ende des Atelierjahres blieb er in New York City und lebte und arbeitete dort bis zu seinem Tod im Jahre 2009. Im Dezember 1999 und Januar 2000 fand im Helmhaus Zürich die Einzelausstellung "Acrobatics" mit seinen Filminstallationen statt. Die Ausstellung wurde begleitet von verschiedenen Performances von Klaus Lutz zu seinen Filmen. Im Jahre 2003 erhielt er das Werkstipendium der Stadt Zürich. Klaus Lutz verstarb am 9. September 2009 in seiner Wahlheimat New York City.

Arab Fund for Arts & Culture und VariaVision Un-Spoken mit Philip Rizk World without Maps: A conversation about a film in the Making

With: Philip Rizk and Rasha Salti

Filmmaker Philip Rizk and curator Rasha Salti will perform an excerpt from Rizk’s film, World without Maps, still in the making. The performance will be followed by a conversation.

The film’s dramaturgy is based on the travel diary of a fictional character, named K. Ouda, a Palestinian teacher who is returning home in 1919, after having participated in the Bolshevik revolution in the nascent Soviet Union. With the Ottoman Empire coming undone, Ouda intends to take part in shaping the liberation of the Greater Syria region in a moment when communities are exploring new ways of imagining their lives.

In the performance, Salti will read a selection of Ouda’s diary entries over a wide variety of footage including excerpts from colonial archives and early Soviet-era classics including Spain (1936) by Esfir Shub, Alexander Medvedkin’s Happiness (1935) and Bread by Mykola Shpykovsky (1929). In addition, the film will feature footage shot by an anonymous visitor to Syria in 2011 and 2012, during a period of critical popular insurgency when local forms of governance emerged following the state’s withdrawal from opposition areas.

Based in actual events, the film imagines a world that could have been then and now.

Philip Rizk is a film-maker and writer based in Cairo, Egypt. He studied Philosophy and Anthropology and has been working with video since 2009. In 2010 Rizk completed the short film series Sturm, a two channel articulation that explores rural and industrial ruin in Egypt. Since 2011 Rizk has been a member of the Mosireen video collective that recently released an online archive called 858.ma. In 2015 Rizk and Jasmina Metwaly co-directed the feature film "Out on the Street", in which they engage with performativity and theatre in a film featuring non-professional actors using the factory as a microcosm of Egypt leading up to the January 25 revolt. The film premiered at the Berlinale 2015 and was a part of the German Pavilion at the Venice Biennale 2015. Rizk's texts have appeared in various collected volumes including "2011 is not 1968: a letter to an onlooker" in Uncommon Grounds: New Media and Critical Practices in the Middle East and North Africa and "fear the everyday state" in Stubborn State part part of the collaborative writing series Emotional Architecture. In 2016 Rizk’s audio installation “A Colonial Landscape,” a reading of a travel diary through Palestine, accompanied Tobias Zielony’s photography exhibition of the same name at Fotohof, Salzburg in November 2015. Rizk and Metwaly’s 2017 lecture performance “On Trials” explores performativity within the legal realm. Rizk is currently working on a fictional travel film placed in the period that engages with two periods in Greater Syria’s history, prior to the establishment of the state and following the Syrian state’s partial withdrawal starting the end of 2011. His text “An affront to ettiquette” reflects on the process of the making of the film. Since 2016 Rizk has been teaching film part-time at the American University in Cairo.

Un-Spoken
Un-Spoken ist eine Serie von Gesprächen, Präsentationen und Performances mit arabischen Künstler*innen und Filmemacher*innen, die in Deutschland und ganz Europa leben. Die Serie untersucht ihre Arbeitsweisen und Prozesse. Die Sprache hängt von den jeweiligen Projekten der Künstler*innen ab. Im Gegensatz zu anderen Reihen bietet diese Serie einen ganzheitlichen Blick auf das Dekonstruieren, Enthüllen und Nicht-Sprechen. Un-Spoken ist eine Ko-Präsentation des Arab Fund for Arts & Culture (als Teil der Arab European Creative Platform) und der Volksbühne (als Teil der VariaVision Serie).

VariaVision: LaborBerlin Film Collective Film to the people

LaborBerlin präsentiert eine Auswahl aktueller Filme und Performances einzelner Künstler, die in einem kollektiven Kontext arbeiten. Diese Arbeiten zeugen vom Wert der individuellen Freiheit, die durch Zusammenarbeit, Solidarität und gegenseitige Unterstützung erreicht wird.

LaborBerlin e.V. versteht sich als ein unkommerzielles, eigenständiges Filmkollektiv, das für alle offen ist, die an selbstorganisierten Initiativen und speziell an analoger Filmpraxis, mit einem experimentellen Ansatz und Do It Yourself-Charakter, interessiert sind. Außerdem dient LaborBerlin als Plattform für den Austausch und die Unterstützung von Ideen und Erfahrungen rund um das filmische Schaffen.

Jedes neue Mitglied bekommt eine Einführung in den Gebrauch der Laborausstattung. Ziel ist es, dass jedes Mitglied eigenständig im Labor arbeiten kann. Desweiteren organisiert LaborBerlin selbstständig oder auch in Zusammenarbeit mit anderen Kollektiven oder Institutionen Screenings und veranstaltet regelmäßig Workshops, in denen verschiedene Aspekte der analogen Filmproduktion vermittelt werden.

Programm:

Bernd LützelerDigital Rituals in the Analogue Cloud
8 min (single channel Super-8 with Guido Möbius playing live music)

Björn SpeidelTree Again
2–8 min (3x 16mm with live sound)

Sophie WatzlawickSans Lune with prelude
12 min (single channel 16mm)

Laurence FavreResistance
11 min (single channel 16mm)

Luisa GreenfieldImago Mundi
6 min (single 16mm with live performance lecture)

Natalia FentisovaSoul
1 min (single channel 16mm)

Katrin Eissing & Melina PafundiGedenken
9 min (single channel 16mm)

Johnny WelchDischarge Working II
5 min (single channel 16mm)

Anja Dornieden & Juan David Gonzalez MonroyThe Hot & the Cold
25 min (16mm, slide projection, fog with live sound)

Q&A w/ Juan David Gonzalez Monroy & Luisa Greenfield

Busenvolk (analog trash punk band from Berlin)
20 min (expanded concert)

Lucrecia Martel – Geheimnisvolle Pracht

Lucrecia Martel im Gespräch mit Revolver-Mitherausgeber Christoph Hochhäusler und Nicolas Wackerbarth

Lucrecia Martel, geboren 1966 in Salta, Argentinien, gehört zu den wichtigsten Filmemacherinnen der Gegenwart. Mit ihren bislang vier Spielfilmen LA CIÉNAGA (Der Morast, 2001), LA NIÑA SANTA (Das heilige Mädchen, 2004), LA MUJER SIN CABEZA (Die Frau ohne Kopf, 2008) und ZAMA (Zama, 2017) hat sie eine ganz eigene filmische Welt erschaffen: sinnlich, geheimnisvoll, sanft und grausam. Wir werden mit ihr über ihren kreativen Prozess sprechen, darüber, wie das „Gefühlsgeflecht” ihrer Filme gewebt wird und wie die sensible Balance aus erzählerischen und sinnlichen Fragmenten mit den größeren kulturellen Strömungen unserer Zeit korrespondiert.

In Zusammenarbeit mit Grand Film.

Werkschau Lucrecia Martel im kino arsenal

Black Cracker: Mirror Test 13 Ben Russell: We Always Lived in the End Times

For this special event curated by Atelier Impopulaire for VariaVision, the Berlin-Based cult artist and musician Black Cracker will perform a new episode of his Mirror Test series, followed by a new multimedia performance by the Los Angeles based film-maker Ben Russell, both conceived for the space of the Roter Salon. During the evening will be screened a selection of Russell’s "apocalyptic films” which became the starting point for the two commissioned works.

Programme:

Black Cracker, Mirror Test 13 (live spoken words, video and sound performance)
Ben Russell, Ponce de León (co-directed w/Jim Drain) (26.00, HD, color, sound, 2012)
Ben Russell, Greetings to the Ancestors (29:00, Super16mm, color, sound, 2015)
Ben Russell, We Always Lived in the End Times (live video and sound performance)

Mirror Test 13
Of no concern,
Under belly.
so to say: I Can Not Speak Clearly

Mirror Test are a series of site specific performative poems through which Black Cracker encourages and documents failures accumulated during the process of challenging points and breaking. These preparation serves as the uncensored stream of conscious culminating in distraught moments of aversion, and experimentation.

More meditation then mainstage in its function, Mirror Tests explore the challenges of misrepresentation, expectation and implicit negation as provoked thru the perfrial elements surrounding each staging. The poem are the receipts of construct and conflict resolved and then presented.

Eliminating the body and primarily utilizes sound, text and film Mirror Test 13 is a response to Ben Russell’s apocalyptic films, exploring more specifically ending, anxiety, and the artist own thoughts on genre, labels, and (class)ification.

Ben Russell The Black and the White Gods + TRYPPS series

The psychedelic ethnographic cinema of Ben Russell — filmmaker, artist, curator — challenges conventions of documentary representation from within, to produce intense, hypnotic and hallucinating experiences between experimental cinema and a form of speculative ethnography.

During the first of the two nights (29.06.) of total immersion in his work, Ben Russell will present a selection of his most rare short films followed by "Black and White Gods", an expanded cinema performance which can be considered a "classic", never presented in Berlin. Screenings and performance will be followed by a conversation with film-maker and Labor Berlin’s collective member Anja Dornieden and Giulio Bursi.

The second night (30.06.), the artist will perform in a new multimedia piece conceived for the space of the Roter Salon and commissioned by Atelier Impopulaire, followed by a new performance by the cult Berlin-based artist and musician Black Cracker. The evening will be introduced by a selection of Russell’s "apocalyptic films”.

Programme:

Black and White Trypps Number One (6:30, 16mm, B/W, silent, 2005)
Black and White Trypps Number Two (8:00, 16mm, B/W, silent, 2006)
Black and White Trypps Number Three (12:00, 35mm, color, sound, 2007)
Black and White Trypps Number Four (10:30, 16mm, B/W, sound, 2008)
Trypps #5 (Dubai) (3:00, 16mm, silent, 2008)
Trypps #6 (Malobi) (12:00, 16mm, 2009)
Trypps #7 (Badlands) (10:00, Super16mm, 2010)
River Rites (11:30, Super16mm, 2011)
+ Surprise
Black & White Gods (live film and sound performance)

Using a short segment of Russell's early ethnographic film Daumë as its foundation, this double-projection performance employs a variety of 16mm film loops, hand-built electronics, prismatic lenses, and analog components to create an audiovisual feedback loop that edges steadily towards the phenomenological. With echoes of Tony Conrad's The Flicker and William Basinski's Disintegration Loops, The Black and the White Gods seeks to interrogate the possibility of representation via the abstracted field of bodily experience.

Radikale Mythenbildung: Das Kino von Alain Guiraudie und Albert Serra

In Zusammenarbeit mit Fireflies und MUBI

Programm:
Ausschnitte aus Albert Serras aktuellem Filmprojekt
Gespräch mit Albert Serra, Alain Guiraudie und Fireflies-Redakteur Giovanni Marchini Camia im Anschluss an die Filmvorführung.

Das Gespräch findet auf Englisch und Französisch statt, mit Live-Übersetzung auf Englisch.

In den letzten zwei Jahrzehnten haben sich der Franzose Alain Guiraudie und der Katalane Albert Serra als zwei der einzigartigsten, aufregendsten und gefeiertsten Stimmen im europäischen Kino etabliert. Durch ihre eigenwillige Ästhetik lassen sich Guiraudie und Serra von einem verwandten Interesse am Geschichtenerzählen leiten, das durch die Anwendung von Mythen und die lebhafte Schaffung utopischer Räume angeregt wird, in denen sie an den sinnlichen Grenzen des Realen und Phantastischen, des Geistigen und des Materiellen spielen.

An zwei besonderen Abenden mit den Filmemachern widmen wir uns dem Umgang mit Mythen in ihrer Arbeit. Wir beginnen am 01.06. mit Guiraudies Durchbruchsfilm Ce vieux rêve qui bouge (2001), einer subtil politischen und zutiefst melancholischen Meditation über sexuelles Verlangen und das Vergehen der Zeit, in der ein junger Arbeiter in einer Industriefabrik in den letzten Tagen ihres Betriebs ankommt und die Blicke der anderen, älteren Arbeiter auf sich zieht. Das Programm geht am folgenden Abend weiter mit einer Präsentation von Ausschnitten aus Serras aktuell gedrehtem Film (work in progress), eine filmische Adaption seines Theaterstücks Liberté. Beide Arbeiten werden durch Diskussionen auf der Bühne zwischen Guiraudie, Serra und den Redakteuren von Fireflies näher beleuchtet, wobei besondere Aufmerksamkeit der jeweiligen Konzepte filmischer Mythenbildung gewidmet wird.

Anlässlich dieser Veranstaltungen wird der Streaming-Service MUBI Guiraudies Der Fremde am See (2013) und Serras Der Tod von Ludwig XIV (2016) ab dem 27. Mai für einen Monat zur Verfügung stellen, um unseren Gästen die Möglichkeit zu geben, vor den Diskussionen tiefer in die Arbeit der Filmemacher einzutauchen. Um diese Filme zu schauen, können sich Gäste für einen einmonatigen kostenlosen Test anmelden: www.mubi.com/fireflies

Albert Serra, [Liberté film], Work-in-progress
Albert Serras Theaterstück Liberté, das erstmals im Februar 2018 an der Volksbühne aufgeführt wurde, dreht sich um eine Gruppe von Libertins, die sich jede Nacht im Wald „irgendwo zwischen Potsdam und Berlin“ treffen, um ihren wildesten sexuellen Fantasien freien Lauf zu lassen. Da es 1774 stattfindet, am Vorabend der Französischen Revolution, inszeniert das Stück einen Kampf zwischen Tugend und Freizügigkeit und stellt ein Europa dar, das sich an der Schwelle zum radikalen Wandel findet. Serra filmt gerade eine Adaption des Stücks und wird am 2. Juni im Roten Salon exklusive Ausschnitte daraus präsentieren.

Fireflies ist ein Filmmagazin mit Sitz in Berlin und Melbourne, das 2014 gegründet wurde. Jede Ausgabe versammelt eine internationale Gruppe von Kritikern, Autoren und bildenden Künstlern, um das Werk von je zwei herausragenden Filmemachern durch eine Zusammenstellung kreativer Werke zu feiern: hybride Essays, Kurzerzählungen, Poesie, bildende Kunst und alle Zwischenräume. Die sechste Ausgabe, die Alain Guiraudie und Albert Serra gewidmet ist, erscheint im September 2018.
www.firefliesmagazine.com

MUBI ist ein kuratierter Streaming- und Download-Service. Anstatt Tausende von Filmen anzubieten, ist MUBI stolz, nur 30 anzubieten. Diese werden sorgfältig von Menschen, nicht von Algorithmen ausgewählt und reichen vom Kultklassiker zum preisgekrönten Meisterwerk, vom vergessenen Juwelen zu festivalfrischen Indie-Filmen. Die Auswahl der 30 Filme wird jeden Tag erneuert. MUBI ist weltweit verfügbar.

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Ein Bild der Komplizenschaft. Filme von Helena Wittmann und Luise Donschen

In Zusammenarbeit mit Acropolis Cinema

Programm:
Luise Donschen, unveröffentlichtes Material aus Casanovagen, HD, Farbe, 12’, 2018
Helena Wittmann, Drift, 2K, Farbe, 95’, 2017
Helena Wittmann und Luise Donschen im Gespräch mit Jordan Cronk und Giulio Bursi

Alle Filme sind in Deutsch und Englisch mit englischen Untertiteln

> Interview mit Luise Donschen über Casanovagen auf mubi.com, 22.05.2018
> Interview mit Helene Wittmann über Drift auf mubi.com, 22.05.2018

Im selben Jahr geboren und weniger als 600 Kilometer voneinander entfernt aufgewachsen haben sich Luise Donschen und Helena Wittmann zu zwei der aufregendsten jungen Filmemacherinnen ihrer Generation entwickelt. In Freundschaft und Zusammenarbeit verbunden werden beide von einem ähnlichen Filmverständnis geleitet, das sich auf das Bild und seine Fähigkeit bezieht, erfahrbare Wahrheiten zu enthüllen. Ihre Debütfilme, Casanovagen und Drift – offiziell ausgewählt für die Filmfestivals in Berlin und Venedig – zeugen in ganzer Klarheit von ihrer je eigenen und sich doch ergänzenden Vorgehensweise.

An diesem letzten von zwei Abenden mit den Filmemacherinnen wird das Programm von einer unveröffentlichten Szene aus Donschens Film Casanovagen mit John Malkovich eröffnet, gefolgt von Drift, dem erstaunlichen Wittmann-Debüt von 2017, das bisher noch nie in Berlin zu sehen war.

Im Anschluss an die Filmvorführung Q&A mit Luise Donschen, dem Filmkritiker Jordan Cronk und dem Filmkurator der Volksbühne Giulio Bursi.

Helena Wittmann, Drift, 2K, Farbe, 95’, 2017 - Berlin-Premiere
"Drift, zusammen mit Theresa George geschrieben, verbindet eine Ansammlung bewegter Stilleben über das Meer, bewegte Bilder, stimmungsvoll und von Nika Breithaupts durchdringendem Sounddesign und Musik motiviert. Diese Bilder handeln von zwei Menschen, die gerufen wurden, um über den Ozean zu reisen - in die Familie, in ungewisse Zukünfte, auf Umwegen. Es sind auch Bilder über das Meer und unsere Sinne: über das Küstengeschrei des Ozeans, über das mythische Gemurmel und Raunen des Meeres, über das Auf und Ab der Wellen, die sich in langen und kurzen Frequenzen entfalten. In Drift erscheinen Menschen, Wasser und Wellen als gebeugte Muster." (Stefan Helmreich)

Zwei Frauen verbringen ein gemeinsames Wochenende an der Nordsee. Spaziergänge am Strand, Fischbrötchen im Imbiss, mobile Wettervorhersagen. Himmel, Horizont, Wasser. Bald wird die eine zu ihrer Familie nach Argentinien zurückkehren und die andere versuchen, dem Ozean ein Stück näher zu kommen. Sie reist in die Karibik, und die Fremde macht sie verletzlich. Dann ist das Land außer Sicht. Auf einem Segelschiff überquert sie den Atlantischen Ozean. Eine Welle folgt der anderen, sie gleichen sich nie. Gedanken verirren sich, die Zeit löst sich aus gewohnten Bahnen, und die Dünung wiegt in tiefen Schlaf. Das Meer übernimmt die Erzählung, und als die andere wieder darin vorkommt, ist zwar der Boden unter ihren Füßen fest, der Wind jedoch liegt noch in ihren Haaren. Sie kehrt zurück, und die eine könnte fragen: "Hast du dich verändert?"

"Man fragt sich, wie Wittmann, die ihren Film völlig unabhängig produziert hat, so jung zu einer so entschiedenen, klaren Ästhetik gelangen konnte. Und wie mag angesichts dieser Mischung aus visueller Perfektion und Empfindsamkeit ihr nächster Film aussehen? Manchmal sind die schönsten Bilder eines Festivals die noch nicht gesehenen zukünftiger Filme, denen man jetzt schon entgegenfiebert.“ Katja Nicodemus, Die Zeit

Trailer Drift

Luise Donschen wurde 1982 in Berlin geboren. Sie studierte Ethnologie, Germanistik und Film in Hamburg und Belgrad. 2012 machte sie ihren Abschluss an der Hochschule für bildende Künste Hamburg mit dem Kurzfilm MACHT, DASS MIR INNE WIRD, WAS ICH DURCH EUCH VERLOREN HABE! Er lief erfolgreich auf internationalen Filmfestivals. CASANOVAGEN ist ihr Debutfilm.

Helena Wittmann wurde am 5. Oktober 1982 in Neuss, Deutschland geboren. Nach ihrem Studium der Medienwissenschaften und Romanistik in Erlangen und Hamburg besuchte sie ab 2007 die Hochschule für bildende Künste (HFBK) in Hamburg, wo sie 2014 ihren Abschluss machte. Ihre Arbeiten, darunter die Kurzflme WILDNIS (2013) und 21,3°C (2014), wurden international auf Filmfestivals und Ausstellungen gezeigt. Für ihren ersten Langflm DRIFT arbeitete sie eng mit der Ethnologin Teresa George und der Musikerin Nika Breithaupt zusammen.

Jordan Cronk arbeitet als Filmkritiker und Programmierer in Los Angeles. Er gründete im Januar 2016 Acropolis Cinema, eine Screening-Reihe für experimentelle, internationale und nichtverteilte Filme, und ist Co-Direktor des Locarno in Los Angeles Film Festival, jetzt in seiner zweiten Ausgabe. Er schreibt regelmäßig Beiträge zu Cinema Scope, Film Comment und Sight & Sound und schreibt eine monatliche Kolumne über das Repertoire-Kino von Los Angeles für den Hollywood Reporter. Seine Texte wurden auch von Frieze, BOMB, der Village Voice und der Los Angeles Review of Books veröffentlicht. Zusätzlich zu seiner Arbeit mit Acropolis und Locarno in Los Angeles, arbeitet Jordan freiberuflich für die American Cinematheque in Hollywood. Beim 70. Locarno Festival war er Mitglied der ersten Jury von "Signs of Life".

Ein Bild der Komplizenschaft. Filme von Luise Donschen und Helena Wittmann

In Zusammenarbeit mit Acropolis Cinema

Im selben Jahr geboren und weniger als 600 Kilometer voneinander entfernt aufgewachsen haben sich Luise Donschen und Helena Wittmann zu zwei der aufregendsten jungen Filmemacherinnen ihrer Generation entwickelt. In Freundschaft und Zusammenarbeit verbunden werden beide von einem ähnlichen Filmverständnis geleitet, das sich auf das Bild und seine Fähigkeit bezieht, erfahrbare Wahrheiten zu enthüllen. Ihre Debütfilme, Casanovagen und Drift – offiziell ausgewählt für die Filmfestivals in Berlin und Venedig – zeugen in ganzer Klarheit von ihrer je eigenen und sich doch ergänzenden Vorgehensweise.

An diesem ersten von zwei Abenden mit den Filmemacherinnen steht eine neue, von den beiden speziell für dieses Ereignis kreierte Sound-Performance auf dem Programm. Es folgt Wittmanns 21,3 ° C von 2014, eine schöne wie kluge Meditation (mit Donschen als Darstellerin) über die Fähigkeit des beweglichen Bildes, Zeit zu erfassen und neu zu formulieren. Schließlich folgt Donschens hybrider Spielfilm Casanovagen, eine spielerische Untersuchung des Verlangens (gedreht auf verführerisch haptischem 16mm-Film von Wittmann), die die essentielle Unergründlichkeit des Themas durch alltägliche Absurditäten von Sexualität, Ornithologie, Religion und der Kunst der Repräsentation selbst zum Ausdruck bringt; den Höhepunkt bildet ein Cameo des Schauspielers John Malkovich. Die Filme von Donschen und Wittman, die formal gewagt sind und zum Nachdenken anregen, bieten eine neue Art, sich dem Bild zu nähern und dieses ebenso intuitiv wie bewusst zu betrachten.

Im Anschluss an die Filmvorführung Q&A mit Luise Donschen, dem Filmkritiker Jordan Cronk und dem Filmkurator der Volksbühne Giulio Bursi.

Programm:
Luise Donschen und Helena Wittman, OFF, Sound-Performance
Helena Wittman, 21,3° C, 16mm, Farbe, 16’, 2014
Luise Donschen, Casanovagen, HD, Farbe, 67’, 2018

Alle Filme sind in Deutsch und Englisch mit englischen Untertiteln

Luise Donschen und Helena Wittman, OFF, Sound-Performance
Das Off ist der Raum des Unsichtbaren. Er ist Verheißung. An seiner Grenze zum Konkreten des Bildes kann Spannung entstehen oder große Enttäuschung. Er kann als Einladung für den Zuschauer verstanden werden. Das Bild deutet ihn an und der Ton ist sein Botschafter.

Helena Wittman, 21,3° C, 16mm, Farbe, 16’, 2014
Ein Fenster.
Eine gegenübergelegene Fensterfassade.
Ein Raum. Blumen.
Luise und ein Telefonanruf.
Eine Action-Szene.
Eine Baustelle.
Ein Musiker.
Die Raumtemperatur beträgt 21,3°C.
In 21,3 ° C reduziert Helena Wittmann die filmischen Elemente auf das Wesentliche: Licht, Schatten, Klang, Richtung. Aus diesem Minimum entstehen Geschichten, die verweilen, Atmosphären, die mitschwingen. Nach und nach ist der Betrachter auf sich selbst zurückgeworfen. Durch die gegenüberliegende Fensterfront scheint jemand auf uns zurückzuschauen. Nur die Temperatur bleibt gleich.

„Es entsteht zunächst ein Fokus, dann ein Rhythmus und am Ende steht eine kurze Komposition. Komplizierter ist es nicht, auch nicht einfacher. Ihre Kamera steht still und sieht dabei durch das immer gleiche Fenster. Die Töne von innen und außen fügen und verdichten sich zu Narration. Davor liegt ein Raum, der sich von Einstellung zu Einstellung verändert. Dahinter verfliegt die Zeit.” Angela Schanelec

Luise Donschen, Casanovagen, HD, Farbe, 67’, 2018
Ein Mensch betritt als Vogel verkleidet das Bild, John Malkovich legt in einer Garderobe das Kostüm des Casanovas ab. Der Rock einer jungen Frau ist ebenso orange wie der Schnabel eines singenden Zebrafinken im Käfig. Weiße Lilien stehen zu Füßen der Marienstatue, rote Rosen vor dem Fenster des SM-Studios. Dort das leise Spiel der Unterwerfung gegen Geld, im Museum die Umarmung mit einem Gedicht im Ohr. Ein Wald im Herbst, in dem Kinder spielen. Ein Wald im Sommer, Licht säumt seinen Rand. Ein Orgasmus und ein Tanz. CASANOVAGEN ist ein Film über Begehren.

Luise Donschen wurde 1982 in Berlin geboren. Sie studierte Ethnologie, Germanistik und Film in Hamburg und Belgrad. 2012 machte sie ihren Abschluss an der Hochschule für bildende Künste Hamburg mit dem Kurzfilm MACHT, DASS MIR INNE WIRD, WAS ICH DURCH EUCH VERLOREN HABE! Er lief erfolgreich auf internationalen Filmfestivals. CASANOVAGEN ist ihr Debutfilm.

Helena Wittmann wurde am 5. Oktober 1982 in Neuss, Deutschland geboren. Nach ihrem Studium der Medienwissenschaften und Romanistik in Erlangen und Hamburg besuchte sie ab 2007 die Hochschule für bildende Künste (HFBK) in Hamburg, wo sie 2014 ihren Abschluss machte. Ihre Arbeiten, darunter die Kurzflme WILDNIS (2013) und 21,3°C (2014), wurden international auf Filmfestivals und Ausstellungen gezeigt. Für ihren ersten Langflm DRIFT arbeitete sie eng mit der Ethnologin Teresa George und der Musikerin Nika Breithaupt zusammen.

Jordan Cronk arbeitet als Filmkritiker und Programmierer in Los Angeles. Er gründete im Januar 2016 Acropolis Cinema, eine Screening-Reihe für experimentelle, internationale und nichtverteilte Filme, und ist Co-Direktor des Locarno in Los Angeles Film Festival, jetzt in seiner zweiten Ausgabe. Er schreibt regelmäßig Beiträge zu Cinema Scope, Film Comment und Sight & Sound und schreibt eine monatliche Kolumne über das Repertoire-Kino von Los Angeles für den Hollywood Reporter. Seine Texte wurden auch von Frieze, BOMB, der Village Voice und der Los Angeles Review of Books veröffentlicht. Zusätzlich zu seiner Arbeit mit Acropolis und Locarno in Los Angeles, arbeitet Jordan freiberuflich für die American Cinematheque in Hollywood. Beim 70. Locarno Festival war er Mitglied der ersten Jury von "Signs of Life".

Country Grammar + Electro-Pythagorus

Luke Fowler, Country Grammar (mit Sue Tompkins), Großbritannien, 2017, 16mm, digitalisiert, 18’ (Deutsche Erstaufführung)
Sue Tompkins, Country Grammar (2003-2017), Live-Performance in Verbindung mit Film Screening

Basierend auf Texten, die speziell für die erste, nie-wiederholte Solo-Performance von Sue Tompkins geschrieben wurden, kreieren die zwei in Glasgow lebenden Künstler*innen einen neuen, von Luke Fowler aufgenommenen Film. Dieser besteht aus flüchtigem, spontan gefilmten Material, das im Sommer 2017 in Tonstudios, öffentlichen Gärten, bei den Künstler*innen Zuhause und auf den Straßen in der Umgebung entstanden ist. Dabei handelt es sich um ein neues Projekt der britischen Künstlerin, die andere Filmemacher*innen und Künstler*innen einlädt, mit ihrem eigenem visuellem Material auf Tompkins‘ Sound- und Performance-Stücke zu antworten. Bild und Ton werden im Schnitt kombiniert, um dem Ursprungstext neue Assoziationen und Bedeutungen zu verleihen.

Luke Fowler, Electro-Pythagorus: A Portrait of Martin Bartlett, Großbritannien/Kanada, 2017, 16mm zu HD transferiert, 45’ (Deutsche Erstaufführung)

Luke Fowlers letzter Film ist eine Hommage an die Arbeit und musikalischen Ideen von Martin Bartlett, ein experimenteller kanadischer Komponist, der von David Tudor und John Cage inspiriert wurde, die in den 1970ern und 1980ern die Benutzung von „Microcomputern“ vorangetrieben haben. Das Leben und die Arbeit des einflussreichen, jedoch wenig bekannten Komponisten werden „durch den liebevoll konstruierten, biografischen Essay wiederbelebt. Archiviertes Material zeigt Bartlett Zuhause, bei der Arbeit und auf der Bühne, während die Reflexionen des offen schwulen Komponisten über seinen Platz in der homosexuellen Gemeinschaft der Zeit vorgelesen werden und dem Film das Gefühl einer intimen, ganzheitlichen und persönlichen Geschichte geben.“ (NY Film Festival). Bartlett, der 1993 an den Folgen einer Aidserkrankung starb, hat einen wichtigen und originellen Beitrag zur Entwicklung von elektronischer Livemusik geleistet. Sowohl mit theatralischen Mitteln als auch in Mixed-Media-Umgebungen arbeitend, erschuf er elegante und offene Interaktionsräume für Instrumentalist*innen und computergesteuerte Synthesizer.

Gefolgt von einer Frage und Antwort Runde mit den Künstlern und Kuratoren. Die Performance und der Film sind in Englisch.

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