VOLKSBÜHNE
Berlin
Armen Avanessian & Enemies #19: School of Disobedience Nr3:
Epistemologie des Kampfes: Wie führen und gewinnen wir gesellschaftspolitische Kämpfe im digitalen Kapitalismus?
03.04.

Diskurs

Occupy, Momentum, Demokratie in Bewegung, Pulse of Europe, Fearless Democracy, Zentrum für politische Schönheit. Eine Vielzahl neuer und neuartiger Bewegungen bringen frischen Wind in die abgestandenen Diskurse unserer Postdemokratien. Aber verändern diese neuen Akteure wirklich etwas? Mit welchen Strategien und Instrumenten mischen sie sich in den politischen Meinungskampf ein? Und welches Verständnis von Politik verbirgt sich eigentlich dahinter? Eignen sich die gewählten Strategien überhaupt dazu, echte Veränderungen herbeizuführen? Wir müssen reden.

Inputs:

Marc Saxer, Disrupt Democracy
Philipp Ruch, Zentrum für Politische Schönheit
Gerald Hensel, Fearless Democracy
Paula Peters, Change.org
Nora Al-Badri, Künstlerin
Alexis Passadakis, attac


Besetzung

Medien

> Play II Pause
00:00
Sound on Sound off
00:
> Play II Pause
00:00
Sound on Sound off
00:

Vergangene Veranstaltungen

Armen Avanessian & Enemies #42: Metahaven – Poetic Inquiries

Die vielfältigen Praktiken von Metahaven (Vinca Kruk und Daniel van der Velden) umfassen Filme, Texte, Installationen, Kleidung, Theorie, Musikvideos und Design. Im Roten Salon werden Metahaven Ausschnitte aus ihren Filmen zeigen und ihre Arbeit ohne Unterscheidung von Theorie und Praxis diskutieren. Sie verwenden dabei ihre eigene poetische Methodologie, die in Zeiten epistemischer Unsicherheit notwendig erscheint: Gegen-Fantasien, Multiplikation von Narrativen sowie der Versuch, die untersuchten Phänomene zu bewohnen (anstatt zu repräsentieren).

Metahavens Arbeiten teilen ein Interesse an Poesie, Storytelling, digitalen Superstrukturen und Propaganda. Zu ihren Filmen gehören The Sprawl (Propaganda about Propaganda) (2015), Information Skies (2016), Possessed (2018, mit Rob Schröder), Hometown (2018) und Eurasia (Questions on Happiness) (2018). Ihre Publikationen sind u.a. Digital Tarkovsky (2018), PSYOP (2018), Black Transparency (2015) und Uncorporate Identity (2010). Ihre Arbeiten warden weltweit ausgestrahlt, veröffentlicht und ausgestellt.

Armen Avanessian & Enemies #41: The Agency – Gather up, Man up

MOM, Movement of contemporary Manliness, trifft sich für ein Gather Up im Roten Salon und untersucht in ihrem zweiten Offline-Meeting die Rhetoriken und Praktiken neuer Männlichkeiten: die Tränen der Sad Boys, den Ghost Status der MGTOW, das radikale Potenzial herbivorer Männer. MOM fragt: Was muss aufgegeben werden, was zurückerobert? Wie lassen sich Männlichkeitsverständnisse jenseits biologischer Identität und Heteronormativität etablieren? Wie kann Männlichkeit ein Tool für Change werden? How can we become MOM?

THE AGENCY, zusammen mit Nile Koetting (Musiker, Performer), Taro Inamura (Dramaturg, Recherche Japan) und Kanako Azuma (Video Artist), stellt sich mit MOM der Herausforderung, eine neue Männerbewegung zu denken, die im gegenwärtigen Klima jenseits identitätspolitischer Zuordnungen agiert und positives Identifikationspotenzial bietet.

Mit: Nile Koetting (Performer, Musiker), Fabian Stumm (Performer), Dorian Fabini (Performer) und THE AGENCY (Magdalena Emmerig, Belle Santos, Yana Thönnes, Rahel Spöhrer)

Mehr Infos unter:

https://www.postpragmaticsolutions.com/
http://kanakoazuma.com/
http://nileshaw.org/

Armen Avanessian & Enemies #40 & Sein und Streit Drei Gespräche mit Peter Sloterdijk: 3. Brüderlichkeit?

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – diese drei Werte sind nichts weniger als die heilige Trinität der Moderne. Seit der französischen Revolution haben sie Emanzipationsbestrebungen nicht nur in Europa, sondern überall auf der Welt befeuert.

Im 20. Jahrhundert wurden die drei Ideen zwar weiterhin konservativer, aber auch linker und feministischer Kritik unterzogen. Nichtsdestotrotz prägen sie auch heute das Selbstverständnis ganz verschiedener politischer Positionen.

Gerade heute in einer Zeit wachsender politischer Instabilität, rasanter Transformation und zunehmender Rückwärtsgewandtheit taugen diese drei Motive wie kaum andere zu einem Nachdenken über das politische Selbstverständnis unserer Gegenwart:

Wie das Erbe dieser Gründungsmotive heute auslegen? Wie unterscheiden sich dabei rechte, linke und liberale Interpretationen? Und stehen wir an der Schwelle zu einer anderen Epoche, in der konkurrierende Motive zu diesen drei Leitideen aufkommen?

Im Rahmen einer Kooperation zwischen Volksbühne und Deutschlandfunk Kultur wird der für seine Streitbarkeit bekannte Philosoph Peter Sloterdijk an drei Abenden über Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit diskutieren.

[logo DFK 250]

Armen Avanessian & Enemies #39 & Sein und Streit Drei Gespräche mit Peter Sloterdijk: 2. Gleichheit

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – diese drei Werte sind nichts weniger als die heilige Trinität der Moderne. Seit der französischen Revolution haben sie Emanzipationsbestrebungen nicht nur in Europa, sondern überall auf der Welt befeuert.

Im 20. Jahrhundert wurden die drei Ideen zwar weiterhin konservativer, aber auch linker und feministischer Kritik unterzogen. Nichtsdestotrotz prägen sie auch heute das Selbstverständnis ganz verschiedener politischer Positionen.

Gerade heute in einer Zeit wachsender politischer Instabilität, rasanter Transformation und zunehmender Rückwärtsgewandtheit taugen diese drei Motive wie kaum andere zu einem Nachdenken über das politische Selbstverständnis unserer Gegenwart:

Wie das Erbe dieser Gründungsmotive heute auslegen? Wie unterscheiden sich dabei rechte, linke und liberale Interpretationen? Und stehen wir an der Schwelle zu einer anderen Epoche, in der konkurrierende Motive zu diesen drei Leitideen aufkommen?

Im Rahmen einer Kooperation zwischen Volksbühne und Deutschlandfunk Kultur wird der für seine Streitbarkeit bekannte Philosoph Peter Sloterdijk an drei Abenden über Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit diskutieren.

[logo DFK 250]

Armen Avanessian & Enemies #38 & Sein und Streit Drei Gespräche mit Peter Sloterdijk: 1. Freiheit

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – diese drei Werte sind nichts weniger als die heilige Trinität der Moderne. Seit der französischen Revolution haben sie Emanzipationsbestrebungen nicht nur in Europa, sondern überall auf der Welt befeuert.

Im 20. Jahrhundert wurden die drei Ideen zwar weiterhin konservativer, aber auch linker und feministischer Kritik unterzogen. Nichtsdestotrotz prägen sie auch heute das Selbstverständnis ganz verschiedener politischer Positionen.

Gerade heute in einer Zeit wachsender politischer Instabilität, rasanter Transformation und zunehmender Rückwärtsgewandtheit taugen diese drei Motive wie kaum andere zu einem Nachdenken über das politische Selbstverständnis unserer Gegenwart:

Wie das Erbe dieser Gründungsmotive heute auslegen? Wie unterscheiden sich dabei rechte, linke und liberale Interpretationen? Und stehen wir an der Schwelle zu einer anderen Epoche, in der konkurrierende Motive zu diesen drei Leitideen aufkommen?

Im Rahmen einer Kooperation zwischen Volksbühne und Deutschlandfunk Kultur wird der für seine Streitbarkeit bekannte Philosoph Peter Sloterdijk an drei Abenden über Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit diskutieren.

[logo DFK 250]

Armen Avanessian & Enemies #36 Isolde Charim: Ich und die Anderen

Vielfalt verändert alle, ob wir wollen oder nicht. Armen Avanessian diskutiert mit der Philosophin Isolde Charim, was es für den Einzelnen heißt, in einer pluralisierten Gesellschaft zu leben.

Wir leben in einer pluralisierten Gesellschaft. Jede Kultur steht neben anderen, es gibt keine selbstverständliche Zugehörigkeit mehr. Doch was ist das überhaupt – eine pluralisierte Gesellschaft? Und was heißt es für den Einzelnen, in einer solchen zu leben? Die Außenperspektive – dass es nämlich immer anders sein könnte, dass man etwas anderes glauben, anders leben könnte – ist heute Teil jeder Kultur. Und diese Veränderung betrifft jeden. Sie verändert den Bezug zur Gemeinschaft, zur eigenen Identität. Die Philosophin Isolde Charim wendet ihre These auf verschiedene Themen an, von der Politik zur Integration über die Definition des Heimatbegriffs bis hin zu den Debatten um religiöse Zeichen.

Armen Avanessian & Enemies #35 NO MORE DICK SOUP

With: Heba Y. Amin, Grada Kilomba, Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, Iris Rajanayagam, Candice Breitz

For decades, people of colour, womxn and other minority communities have drawn attention to the violent disparities that continue to persist in cultural institutions. How is it possible, then, that museums, galleries, symposia and other cultural initiatives continue to place such a disproportionate focus on the cultural practice and achievements of white men? The art community, in particular, likes to prides itself on protecting freedom of expression above all other principles. But whose freedom of expression does it celebrate and amplify, exactly? And at what cost to those whose voices are marginalised as a consequence? Can we really grasp and narrate the complex world in which we live, when voices of privilege continue to resonate so dominantly and so disproportionately, effectively sidelining the voices of so-called ‘others'? Are universalist defences of freedom of expression merely an alibi, serving to distract from the urgent and necessary work of transformation that lies ahead, if institutions wish to commit to dismantling existing infrastructural hierarchies and broadening their programming? The aim of this panel is to discuss various possibilities via which to move beyond commonly-used consciousness-raising strategies (as exemplified, for example, in the practice of the Guerrilla Girls, or in the use of tools such as the ‘open letter’), towards actual transformation within our cultural institutions. What role can rigorous intersectional feminism play in building meaningful alliances and addressing systemic disparities that have continued to fester for generations? Should we be pushing harder for a diversity quota? And why are quotas such a fearful prospect to so many on the cultural left in Europe? What other forms of collective practice could be effective in challenging cultural institutions to support the creative labour of a broader range of cultural producers? A strong hope is that this panel will open onto other forms of collective action in the future. We warmly invite those attending to share their ideas and thoughts.

Armen Avanessian & Enemies #34 Book Launch: Georg Diez, Das andere Land

Es war ein gesellschaftlicher Aufbruch, ein bewegendes Generationenereignis - und wurde gnadenlos versenkt: Die Aufnahme von Hunderttausenden von Geflüchteten im Sommer 2015 wäre die Chance gewesen, Deutschland neu zu gründen, eine andere, offenere Bürgergesellschaft zu schaffen. Warum ist das nicht geschehen? Und was sind die Folgen dieses Versagens? Darüber diskutieren Armen Avanessian, Georg Diez, Sophie Passmann, Gilda Sahebi und Farhad Dilmaghani.

Armen Avanessian & Enemies #33 Corresponding with ghosts – A staged reading with music on the legacy of debt

Presented in partnership with The Royal Central School of Speech and Drama, University of London

Generational battlegrounds. Class war. From high ideals to dirty money, and never enough of it. From the birth of mechanical reproduction in 1457 to the death of the gold standard in 1973, Corresponding with Ghosts is an experiment in staging modernity. Karl Marx, Charles Baudelaire, Richard Wagner, Alfred Kerr, Catherine of Aragon, and Galileo’s daughter discuss their dealings with debt, ventriloquized by children attempting to come to terms with the world built by their parents, Debt and Loss. Together, they sketch the machine-consciousness of ledgered modernity as it crawls out of the swamps of feudalism to erect its cloud-castles on the logic of debt. As the machine turns, the screams of bodies crushed in its gears are expelled as witness statements.

Performed by Paula Kober and Anne Tismer with music by Sir Henry

Developed by Sam Williams with graduates of the MA in Theatre Criticism and Dramaturgy at The Royal Central School of Speech and Drama, University of London

Based on materials compiled by Armen Avanessian

Sir Henry (John Henry Nijenhuis) was born in Montreal, Canada. He received his stage name, a homage to vinyl organ legend Sir Julian, in 1996, as performer/arranger for the Sonambiente Festival in Berlin. Shortly thereafter he became a member of the Volksbühne ensemble and worked as musical director and composer for Frank Castorf, Dimiter Gotscheff, David Marton, and others. For the past few years he has frequently collaborated with Alexander Kluge.

Paula Kober is a student of acting at Berlin’s Universität der Künste, where she is a recipient of the Deutschlandstipendium scholarship prize. She has performed in Volksverräter!! (2017) directed by Hermann Schmidt-Rahmer, based on Henrik Ibsen’s Enemy of the People, at Schauspielhaus Bochum, or Die Ermordung des Kaisers Elagabal at Berlin’s Deutsches Theater and Hans Otto Theater Potsdam, and for which she received the Schauspieltreffen 2018 Solo Prize. Most recently she has appeared in Madame Poverty. A set of emotion and Sensation (2018) at the Volksbühne.

Anne Tismer is an actress, performance artist, and co-founder of the free Experimentierbühne Ballhaus OST, Berlin and one of the most important stage artists of her generation. She uses her body as a medium to question the boundaries between acting and performance. Her work examines the role of theatre as a driving force and catalyst for the discussion of social issues. Her film and theatre credits are extensive. She has worked at the Schaubühne and Sophiensäle in Berlin, and in the United States, Belgium, Korea and Taiwan and Togo. She was named Germany’s actress of the year in 2003 and in 2009 received the Belgian Prix Spécial de la Critique Théâtre et Danse. As of 2018, she is a permanent member of the Volksbühne ensemble and advisory board.

Armen Avanessian & Enemies #32 Deep State Deutschland?

Wir erleben einen Coup der weißen alten Männer, er ist still, er dauert schon länger, und möglicherweise ist er für die Demokratie noch gefährlicher als die Straßenschlachten der rassistischen Glatzen oder die Redeschlachten der xenophoben Tweedsakkos: Die Rede ist vom Deep State, in den USA längst Gegenstand widersprüchlicher Spekulationen, aber gibt es ihn überhaupt, und wenn ja, wie viele? Auch in Deutschland ist der Deep State in den vergangenen Wochen zu einem heißen Thema geworden durch das grenzwertige Verhalten von Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen und das dunkle Heimatverständnis seines Dienstherrn Horst Seehofers. Wie verhalten sich eigentlich latenter und manifester Rechtsextremismus zueinander? Und was bedeutet es für die Legitimität des demokratischen Systems, wenn sich die, die dieses System schützen sollen, zunehmend außerhalb von Sichtbarkeit und Rechenschaft bewegen? Was sind Gegenwart und Geschichte des Deep State bzw. seiner paranoiden Evokationen? Und welche Alternativen stehen uns zur Verfügung?

Zu Gast: Antonia von der Behrens (Anwältin im NSU-Prozess), Georg Diez (Der Spiegel), John Goetz (Investigativjournalist, Süddeutsche Zeitung), Maximilian Popp (Der Spiegel, Türkeikorrespondent), Martina Renner (Die LINKE)

FAM_ Eventbude sponsored by: Armen Avanessian __ armen avanessian & enemies #31 __

Mit: FAM_, One Mother, Camelt:O & Daycare aka Hitprovider

FAM_ schmeißt eine party zur großen wiedereröffnung des roten salon am 14.09.!
Es gibt: opluentes karaoke für deep emotion-diving & spoil_me pop.
mit einem anschließenden Konzert von one mother und feinstem anger management rap.

In the end DJ sets von Camelt:O und Daycare aka Hitprovider, die all-time favourites aus femme-rap und trash-pop alles auf die decks legen.

auf waves of emotion und den ersten FAM_salon ! !

FAM_ ist ein Label, das in Auseinandersetzung mit queerfeministischen Kämpfen mit Strukturen des amusement-gettogether spielt. Mit Formaten wie karaoke, Party und dj-Sets irritieren FAM_events soziale Konsum- und rezeptionsgewohnheiten und eröffnen neue Räume für experimentelle gender- und Identitätsperformances.

FAM_eventbude sponsored by AA&E ist ein opulenter Auftakt in die Salon-Saison. B <3ly invited!

Armen Avanessian & Enemies #30 ETHNOFUTURISMS Buchpräsentation

Afrofuturismus bringt die Idee einer schwarzen Geheimtechnologie in Anschlag, um Momente spekulativer Beschleunigung zu erzeugen. Blackzelerationismus behauptet, dass es auf dem Territorium des Schwarzseins schon immer einen Akzelerationismus gegeben hat, bewusst oder nicht. Sinofuturismus kartographiert die Nachtseite des tumultösen Aufschwungs in Ostasien, indem er heterogene Versatzstücke zu einer Topologie des planetaren Kapitalismus verknotet. Shanghai-Futurismus wettet letztlich darauf, dass es gelingt, sich von der üblichen Auffassung vom Wesen der Zeit zu lösen. Golf-Futurismus produziert eine seltsame Mitose, jenseits von Masterplanern und Architekten, während er die Spaltung von Welten in ein vorher und nachher, wir und sie, real und nicht real vorantreibt. Die globale Dubaifizierung ist schon in vollem Gange, sie legt weiter zu und gibt alles, um ihre Mission mit Lichtgeschwindigkeit zu vollenden.

Armen Avanessian & Enemies #29: Evgeny Morozov – How can we overcome surveillance-capitalism?

Daten sind das, was wir sind. Und Facebook ist nur ein Beispiel für viele. Wir sind alle Komplizen in dieser neuen, radikalen Art von Marktwirtschaft, die zunehmend monopolistisch organisiert ist. Die Überwachung ist umfassend. Wie könnte also ein Widerstand gegen dieses Allmachts-Regime aussehen? Der bekannte Technologie-Denker Evgeny Morozov diskutiert mit der schwedischen Journalistin und Autorin Karin Pettersson und dem „Spiegel“-Kolumnisten Georg Diez über diese zentrale Überlebensfrage für die Demokratie. Die Veranstaltung ist ein Live-Format von „Start Worrying, Details to Follow“, dem Podcast für neue Ideen für demokratisches Denken. Der Abend findet auf Englisch statt.

Armen Avanessian & Enemies #28: Wolfram Eilenberger: Toni Kroos als Wille und Vorstellung

Aus aktuellem Anlass werden wir in unserem Kolloquium gemeinsam mit dem Philosophen und Autor Wolfram Eilenberger den Text ‚Unsterblich werden mit Toni Kroos‘ besprechen. Die Seminarteilnehmer erhalten seinen Text zu Beginn des Kolloquiums.

Welche Form des Innenlebens sollen wir von einem Menschen imaginieren, der unter höchsten Druckbedingungen keinen Fehler mehr begeht und dabei vollends anstrengungslos im Raum zu verweilen scheint? Ist da überhaupt noch "jemand zu Hause"? Ein innerlicher Adressat aktiv? Ein fortlaufender Prozess des personalen Empfindens und bewussten Entscheidens im Gange?

Anrechenbar in den Modulen: Erkenntnistheorie, Einführung in die Philosophie, Fußball, Theologie, Bewusstseinsphilosophie

Armen Avanessian & Enemies #27: Leif Randt – Positive Vibes

Der Autor der Romane Schimmernder Dunst über CobyCounty und Planet Magnon sowie Co-Founder des Labels Tegel Media (tegelmedia.net) gibt Einblicke in seine Arbeit der Saison 2018.

"Ich schreibe jetzt wieder im Haus meiner Mum." (Leif Randt, E-Mail an Armen Avanessian, 2. April 2018)

"So viel Text über so viel Freizeit. Glückliche Menschenkinder sind wir." (Leif Randt, Telegram-Nachricht an Jakob Nolte, 5. April 2018)

Armen Avanessian & Enemies #26: Epic Fail. An Anti Newsroom with Laurent de Sutter

Die endlose Zahl der Kolumnisten, Experten und Redakteure, die in Zeitschriften, Radios oder Fernsehsendungen berichten, hat es unmöglich gemacht, das Zeitgenössische zu verstehen. Um diesen Trend umzukehren, müssen wir nicht nur unser Dilemma überdenken, sondern auch die Werkzeuge, die wir zum Verständnis nutzen. All die Prinzipien, Werte, Überzeugungen, Dinge, die getan werden müssen, und Dinge, die unbedingt zu vermeiden sind, die Verbote und Erlaubnisse, Skandale und Urteile haben uns dumm gemacht. Es ist dieser ganze Apparat, dessen man sich endlich entledigen sollte. Nur wie? Zum Beispiel, indem wir die Hypothese aufstellen, dass die Gegenwart es immer erlaubt, etwas anderes zu sagen – jedes Ereignis, jeder Fall, jede Debatte, jede Frage und jedes Problem warten darauf, dass jemand sie ernst nimmt, anstatt eine vorgefasste moralische oder politische Agenda auf sie anzuwenden. Das werden wir an diesem Abend erleben. Zufällig ausgewählte Gegenstände aus den politischen, intellektuellen oder ästhetischen Nachrichten werden behandelt, wie sie es verdienen würden, behandelt zu werden: experimentell, ohne Grenzen und ohne Berücksichtigung von Ernsthaftigkeiten. Auf den Epic Fail der zeitgenössischen moralischen Soziologie, Politologie oder des Journalismus müssen wir mit der Akzeptanz dieses Epic Fail des Denkens, mit allem fertig zu werden, antworten – das eigene, vorhersehbare Versagen muss akzeptiert werden. Idioten und Dickschädel sind nicht willkommen.

Armen Avanessian & Enemies #25: Steven Shaviro: Speculative Time – Science Fiction and Music Videos in the Neoliberal Era

Buchpremiere

Anlässlich der Veröffentlichung seines Buches Die Pinocchio Theorie (Merve) präsentiert Steven Shaviro eine Diskussion über Spekulative Zeit. Es wurde oft gesagt, dass wir in einem historischen Moment leben, in dem es „einfacher ist, sich das Ende der Welt als das Ende des Kapitalismus vorzustellen“ (Mark Fisher). Wir scheinen in einer erhöhten ewigen Gegenwart gefangen zu sein, die durch Mediensättigung, Finanzspekulation und unerbittliche unternehmerische Innovation gekennzeichnet ist. Alles verändert sich ständig – genau hier, gerade jetzt – und dennoch scheint nichts wirklich anders zu sein. In einer Zeit unaufhörlicher Neuerungen und verschärfter Aktualität fällt es uns immer schwerer, uns eine Zukunft vorzustellen, die sich nicht nur auf die Gegenwart beschränkt. In seinem Vortrag versucht Steven Shaviro, ein anderes Konzept von Zukunft zu erforschen: eine, die „real, aber nicht wirklich“ ist (eine Formulierung, die unabhängig voneinander von den Philosophen Alfred North Whitehead und Gilles Deleuze vorgeschlagen wurde). Vor dem Hintergrund der Art und Weise, wie unser Zeitgefühl von Finanzialisierung und Verschuldungsplänen geprägt ist, wird der Vortrag alternative Zukunftskonzepte thematisieren, die sich in der Fabulation von Science-Fiction-Erzählungen ebenso wie in den Rhythmusformen zeitgenössischer Popmusik und Musikvideos ausdrücken.

Steven Shaviros Präsentation beginnt um 20:00, das Screening der Musikvideos ab 19:00.

Armen Avanessian & Enemies #24: School of Disobedience Nr 4: Rebellische Städte

Während die Politik auf europäischer und nationaler Ebene an demokratischer Legitimation verliert und sich Neoliberalismus und Rechtspopulismus, als Konkurrenten oder Partner, immer weiter in den Regierungen verankern, zeigt sich in den Städten das Potential zur linken Gegenbewegung.

Ob im “Solidarity City”-Netzwerk, das an verschiedenen Orten in Europa Menschen ohne formal gleiche Rechte die gleiche Teilhabe etwa am Wohnungs- und Arbeitsmarkt ermöglichen will, in Recht-auf-Stadt-Initiativen, die seit Jahren für eine “Stadt für alle” kämpfen, oder in “Hack the City”-Projekten, die Städte von unten digitalisieren statt die neoliberale Smart City zu akzeptieren, in der profitorientierte Firmen Daten einzelner Bewohner*innen zur vermeintlichen Verbesserung der Sicherheit sammeln.

In vielen Städten Südeuropas versuchen linke Basisinitiativen, die bereits an Macht in den Rathäusern gewonnen haben, sich die bestehenden Institutionen anzueignen. Und auch in einem ganz anderen Kontext scheint die Selbstorganisation auf lokaler Ebene eine Chance auf einen Neubeginn darzustellen: In Aleppo etwa, wo die Bewohner*innen widerständige Wege finden durch neue soziale Zusammenschlüsse zu (über-)leben und die Stadt samt Nachbarschaften neu gestalten. Welche Chancen liegen darin, wenn Städte neu aufgebaut werden müssen?

Was zeichnet all diese Initiativen aus und welche Perspektiven eröffnen sie für eine progressive Politik? Lässt sich mit lokaler Macht gegen Neoliberalismus, Rechtspopulismus (und Zerstörung) vorgehen? Wie lassen sich Institutionen übernehmen und soziale Bewegungen stärken? Lässt sich gar ein linkes Städtenetzwerk bilden, um den Kapitalismus dezentral zu erodieren?

Konzept und Moderation:
Nora al Badri & Carolin Wiedemann

Referentinnen/Panelistinnen:
Lisa Vollmer, interdisziplinäre Stadt- und Bewegungsforscherin, Institut für Europäische Urbanistik, Bauhaus-Universität Weimar
Nina Scholz, Journalistin und Aktivistin bei Kotti und Co, Berlin
Jennifer Schubert forscht zu ‘Informal City Making – Tools for Civic Participation in Neighborhoods’, Design Research Lab, Universität der Künste Berlin
N.N., Aktivistin von Solidarity City Berlin
Zoya Masoud, Architektin und Koordinatorin von „Crossroad Aleppo - Multaka Halab“, Projekt am Museum für Islamische Kunst, TU Berlin

Armen Avanessian & Enemies #23: Buchpräsentation Robert Misik - Liebe in Zeiten des Kapitalismus

Buchpräsentation von Robert Misiks Essayband „Liebe in Zeiten des Kapitalismus“.

Das Buch ist eine Sammlung von Essays, Artikeln und Vorträgen, die extra für diesen Band bearbeitet oder ganz neu geschrieben wurden. Und eine Art Zeitdiagnose, an Begriffen entlang. Begriffen, die unsere Epoche prägen: Angst, Verdruss, Konsum, Liebe, Tinderisierung, Glück, Unsicherheit, Freiheit, Patriotismus, Integration, Identität, Ironie, und viele andere mehr. In Summe ergeben sie ein wohlkomponiertes Panorama der Jetztzeit.

Lesung des Autors und Diskussion mit Armen Avanessian

Armen Avanessian & Enemies #22: LOVECOIN

Viele Liebesversprechen, zum Beispiel die des beginnenden Internets oder des kanonischen ‘68, gehen so: Eines Tages wird unsere Nähe frei und ganz, ganz leicht sein und uns nichts mehr kosten. Aber dieser Optimismus verschleiert, wie viel emotionale, also unbezahlte Arbeit es bedeutet, unsere Unterschiede auszuhalten. Und erst recht: wie viel zarte Verwaltung es noch dazu bedeutet, diese Unterschiede weniger heteronormativ zu gestalten. Gerade auch nach vermeintlichen sexuellen Revolutionen oder der Cybersex-Ära. Der Abend LOVECOIN fragt deshalb: Wie können wir lernen, mit unseren zeitgenössischen Intimitäten besser zu handeln? Was kosten uns Infrastrukturen, die andere Verbindlichkeiten ermöglichen als Eheringe und „Es ist kompliziert“? Vielleicht weniger eine Hoffnung aufs Kommende, sondern queere Bürokratie dessen, was schon da sein könnte: präzise und too much, kollektiv und dynamisch verwaltet wie ein Safe Space oder die Blockchain. Also minus den Hype, minus die Bro Culture: ein Börsen-Crush von Nähe.

Drei kurze performative Science Fictions stellen sich vor, wie unsere Beziehungsweisen ein bisschen anders gewesen sein werden.

Armen Avanessian & Enemies #21: Kultur in der Ära des Zusammenbruchs der Globalen Systeme. Ein Brettspiel mit Paul Mason

Was passiert, wenn globale Systeme, die wir einst für dauerhaft hielten, zusammenbrechen? Und was bedeutet dieser Zusammenbruch für kulturelle Produktionen? Paul Mason, Autor von Postcapitalism: A Guide to Our Future (2015), präsentiert eine Simulation von eben dieser Situation und lädt Zuschauer ein, die Konsequenzen zu betrachten. Sam Williams und Armen Avanessian diskutieren mit Paul, was der Kollapse von globalen Systemen für Künstler und Theatermacher bedeutet und welche anderen Kunstformen hierdurch zustande kommen können. Der Abend mündet in einem offenen Ideenaustausch.

Auf Englisch

Armen Avanessian & Enemies #20: Britta Thie: A Scene of a Scene

Auf der Bühne des Roten Salons wird der Dreh eines Live-Dramas inszeniert, dem das Publikum Seite an Seite mit Kamerateam und Regie beiwohnen kann.

Inszeniert wird eine Szene aus einer Soap Opera, in der die Hauptprotagonist*innen als Teil der Handlung ein Bühnenstück aufführen.

Das Publikum wird eingeladen, an diesem Abend einem Kammerspiel beizuwohnen, dessen Schauspieler über das Schauspiel schauspielern.

Armen Avanessian & Enemies #18: Iain Grant - PALAEONOETICS: ON THE NATURAL LOGIC OF LOST THOUGHTS

„Trees have nothing to teach me”, insists Socrates (Phaedrus 230d), so dismissing, at one and the same time, the natural inquiries of his youth and the bifurcating iterations of a natural logic responsive to the paired terrestrial demands of gravitation (branches cannot be more massive than trunk without catastrophe) and light (energy, honey pump) while irreducible to either. Already therefore dendritic morphology teaches us a great deal about natural logics as situated in domains requiring additional logics to articulate them. If what is true of the first (dendrite plus conditions) remains true of the second (though <dendrite plus conditions>), it will be unconditionally true that there are no unconditioned logics. Such logics, evident in the morphogenetics of D’Arcy Thompson and Rene Thom, and practised in the cosmographies of Yves Klein and Anselm Kiefer, articulate innumerable natural logics. With their passing, as when a hyper-salinated river dries and drifts, natural logics are instances of the earth’s thoughts that must pass, according to their own imperatives, at least partly unremarked. Precisely, therefore, what grants logics expanded and natural fields simultaneously conditions them as immanently restricted.

Armen Avanessian & Enemies #17: Recuperate This!

Mit Tom McCarthy, Clémentine Deliss und Sina Najafi

Nach der Lesung von Tom McCarthys Roman Satin Island am 22.03. diskutiert der Autor am nächsten Tag mit der Kuratorin und Publizistin Clémentine Deliss, dem Chefredakteur des Cabinet Magazine, Sina Najafi, und Armen Avanessian.

Ist die Feedbackschlaufe zwischen radikaler Kultur und den Mechanismen der Gefangenschaft des Kapitalismus unausweichlich?

Sind letztlich alle Avant-Gardisten in die Recherche und Entwicklung des Brandings und der Werbeagenturen von morgen involviert?

Oder kann Kunst die herrschenden Gewalten aufbrechen und neue Formen oder Möglichkeiten aufzeigen?

Tom McCarthy’s gefeierter Roman Satin Island stellt diese Fragen und mehr. Der Protagonist U., ein Mann des einundzwanzigsten Jahrhunderts ohne Eigenschaften, arbeitet als Anthropologe für ein führendes Beratungsunternehmen, welches das Gedankengut von Philosophen wie Malinowski, Levi-Strauss, Deleuze und Badiou den Denkfabriken der Regierung und multinationalen Unternehmen zur Verfügung stellt. Gleichzeitig träumt er davon, als symbolischer Terrorist das komplette System von innen heraus zu zerstören.

Armen Avanessian & Enemies #16: Satin Island: Company Report

Präsentiert von Tom McCarthy und Stop making sense, it's as good as it gets. (www.bnkr.space)

Komplettlesung von Tom McCarthys Roman Satin Island in einer von Laura Hopkins als Jahreshauptversammlung eines Unternehmens gestalteten Inszenierung (in Übereinstimmung mit den anthropologisch-unternehmerischen Milieus des Romans). Es lesen die Schauspieler*innen Elena García Gerlach, Steffen Klewar und Jonas Zipf. Mit dem Kauf einer Veranstaltungsaktie erwirbt man als Aktionär das Recht der vollen Lesung des Texts beizuwohnen, begleitet von einer Power Point Präsentation. Kaffee und Kekse sind für Aktionäre umsonst, Alkohol muss käuflich erworben werden.

Satin Island wurde als „Kafka für das Google Zeitalter“ beschrieben. Der Antiheld, der Firmenanthropologe U. ist der Mann ohne Eigenschaften des 21. Jahrhunderts, der von Brainstorming-Sessions und Regierungstreffen zu ziellosen Spekulationen über Cargo-Kulte, tote Fallschirmspringer, die Bedeutung des Buffering und das Nachleben von Ulrike Meinhof dahintreibt. Gibt es eine Logik, die unsere Zeit regiert? Könnte diese zusammengefasst oder bezeichnet werden? Oder ist alles Zufall, Algorithmus und Störung?

Die Lesung ist Teil des Programms Stop making sense, it’s as good as it gets. von Ludwig Engel und Joanna Kamm und eine Kooperation von Volksbühne Berlin und BNKR München.

Am Tag nach der Lesung diskutiert der Autor Tom McCarthy mit der Kuratorin und Publizistin Clémentine Deliss, dem Chefredakteur des Cabinet Magazine, Sina Najafi, und Armen Avanessian.
> Armen Avanessian & Enemies #17: Recuperate This!

Armen Avanessian & Enemies #15: Death Karaoke

Mit Monira Al Qadiri & Raed Yassin

In Zeiten globaler Unsicherheit und sich ständig ändernder Realitäten zielt dieses Projekt darauf ab, als Begleiter des Zeitalters der gemeinsamen Melancholie zu funktionieren. Durch die Auseinandersetzung mit der Beziehung zwischen Traurigkeit und der Stadt, Zerstörung und Nomadentum haben Monira Al Qadiri und Raed Yassin eine Performance kreiert, die antike Hymnen mit einer Karaoke Maschine wiedergibt: Dunkelheit, ominöse Stimmen, Schmerzen und Schreie und eine insgesamt mürrische Stimmung. Es verspricht ein kathartischer Abend zu werden.

"For the gods have abandoned us
Like migrating birds they have gone

Ur is destroyed, bitter is its lament
The country's blood now fills its holes like hot bronze in a mould
Bodies dissolve like fat in the sun. Our temple is destroyed
Smoke lies on our city like a shroud.
Blood flows as the river does
The lamenting of men and women
Sadness abounds
Ur is no more”

Lament for Ur, c. 2000 BC (Mesopotamia)

Monira Al Qadiri ist eine kuwaitische bildende Künstlerin, die in Dakar, Senegal geboren wurde und ihre Ausbildung in Japan absolvierte. In 2010 promovierte sie in intermedialer Kunst an der Kunsthochschule in Tokio, wo sie ihren Fokus auf die Ästhetik der Traurigkeit in der Poesie, Musik, Kunst und Glaubenspraxis des Nahen Osten legte. Ihre Arbeit untersucht unkonventionelle Genderidentitäten, Petro-Kulturen und ihre mögliche Zukunft, sowie das Vermächtnis der Korruption. Sie gehört ebenfalls dem Künstlerkollektiv GCC an.

Raed Yassin (geboren 1979, Beirut) lebt und arbeitet in Beirut. Dort machte er 2003 seinen Abschluss in der Theaterabteilung der Kunstakademie. 2015 erhielt Yassin ein Forschungsstipendium von der Akademie der Künste in Köln. Als Künstler und Musiker stammen Yassins Arbeiten oft aus der Untersuchung seiner persönlichen Geschichte und ihrem Verhältnis zur kollektiven Geschichte durch die Linse der Konsumkultur und Massenproduktion. Als einer der Organisatoren des Irtijal Festivals, eines experimentellen, zeitgenössischen Musikfestivals in Beirut, hat er mehrere Alben veröffentlicht und gründete 2009 die Produktionsfirma Annihaya. Er ist ebenfalls einer der Gründer des Beiruter Kunstkollektivs Atfal Ahdath.

Armen Avanessian & Enemies #14: The Holy Template

Mit Monira Al Qadiri & Raed Yassin

The Holy Template ist eine multi-media Lecture Performance von Monira Al Qadiri, begleitet von einer live Intervention von Raed Yassin. Dafür wird der Rote Salon in eine digitale Kathedrale verwandelt, in der Religion über das Internet verbreitet und aufgenommen wird. Das Publikum nimmt dabei die Rolle der Gläubigen ein, um zu erfahren, wie es ist Glauben über das Internet zu konsumieren.

Die Komposition von religiösem Dogma hat sich mit der Verbreitung des Internets dramatisch verändert. Einst war religiöse Leidenschaft in fernen heiligen Orten, kryptischen heiligen Büchern oder großherzigen heiligen Personen verwurzelt, zum Beispiel durch physikalische Ereignisse die mit dem Metaphysischen verbunden waren. Doch die Verbreitung von spirituellen Doktrinen online hat Teile des religiösen Diskurses entmystifiziert. Gleichzeitig wurden kleinere Glaubensgruppen oder Randgruppen dadurch vergrößert und zu den zentralen Lehren der Hingabe gemacht. Die schnelllebigen, ständig wechselnden täglichen Normen des virtuellen Lebens verdrängen und ordnen die traditionelle Hierarchie des Glaubens neu und erweitern sie um unendliche viele neu „erfundene“ Regeln und Phänomene. Das Esoterische wurde zum Exoterischen: Die Mysterien des Göttlichen sind nun zum alltäglichen Verhalten der Anhänger geworden.

Der Islam ist hierfür ein gutes Beispiel. Änderungen in der Popkultur haben maßgeblich beeinflusst wie Religion im islamischen Universum konsumiert wird. Bis Mitte der 90iger Jahre, als Fernsehen das Hauptmedium war, waren islamische Programme darauf fokussiert den Zuschauer zu ermutigen Gott in der Welt um ihn zu sehen, hauptsächlich durch Wunder der Natur. Heutzutage ist dieses Image fast komplett abgeschafft. In der Welt von Islam.net sind seltsame, vielfarbige .jpeg Templates weit verbreitet, die auf die mikroskopischen Details der religiösen Vorstellung hinweisen.

Monira Al Qadiri ist eine kuwaitische bildende Künstlerin, die in Dakar, Senegal geboren wurde und ihre Ausbildung in Japan absolvierte. 2010 promovierte sie in intermedialer Kunst an der Kunsthochschule in Tokio, wo sie ihren Fokus auf die Ästhetik der Traurigkeit in der Poesie, Musik, Kunst und Glaubenspraxis des Nahen Osten legte. Ihre Arbeit untersucht unkonventionelle Genderidentitäten, Petro-Kulturen und ihre mögliche Zukunft, sowie das Vermächtnis der Korruption. Sie gehört ebenfalls dem Künstlerkollektiv GCC an.

Raed Yassin (geboren 1979, Beirut) lebt und arbeitet in Beirut. Dort machte er 2003 seinen Abschluss in der Theaterabteilung der Kunstakademie. 2015 erhielt Yassin ein Forschungsstipendium von der Akademie der Künste in Köln. Als Künstler und Musiker stammen Yassins Arbeiten oft aus der Untersuchung seiner persönlichen Geschichte und ihrem Verhältnis zur kollektiven Geschichte durch die Linse der Konsumkultur und Massenproduktion. Als einer der Organisatoren des Irtijal Festivals, eines experimentellen, zeitgenössisches Musikfestivals in Beirut, hat er mehrere Alben veröffentlicht und gründete 2009 die Produktionsfirma Annihaya. Er ist ebenfalls einer der Gründer des Beiruter Kunstkollektivs Atfal Ahdath.

Armen Avanessian & Enemies #13: Britta Thie. The Netflix–ication of Life & Digital Puberty

Mit: Britta Thie + Gast: Dan Bodan

Ich copy-paste Dialoge aus Netflix in mein Leben. Wenn ich English spreche fühlt es sich an wie die Mimikry des HBO-Slangs; ich rede wie mein Lieblings-Streaming-Star, ihre Stimme wird zu meiner, zum Voice Over meines Alltags.

Es ist die Netflix-ikation des Lebens – oder die Versoapung des Selbst.

#TBT: Damals in der deutschen Kleinstadt hörten wir Millencolin und waren in Jungs verliebt die braune Lagwagon Shirts trugen, die sie ONLINE für schwere D-Mark kauften.

Der Euro kam ein paar Jahre später, die Münzen waren schillernd und die Modems schrill.

The Miseducation of Lauren Hill gab uns Kraft.

ICQ, Miss Sixty, és skate shoes, Helly Hansen, VIVA 2, Lara Croft, Flat Eric.

’97: GMX –> ’02: Digital Puberty –> ’05: Myspace –> ’08: Gmail –> ’15 Netflix –> ’17: Coinbase

Konversation und Performance mit Britta Thie & Dan Bodan

Armen Avanessian & Enemies #12: Liberties Rewired: tech-info-bazaar with Tactical Technology Collective, CryptoParty, Syrian Archive, Daphne Dragona and Manu Luksch & Jack Wolf

Hyper-informiert oder algorithmisch manipuliert? Wie treffen wir im 'smarten' Zeitalter Entscheidungen - beim Einkaufen, vor Wahlen, für Lebenspartner? Um der Frage nach Selbstbestimmtheit in unserer zunehmend algorithmisch verwalteten Gesellschaft bei einem Glas Chai nachzugehen, werden für diesen Data-Bazar überraschende und provokative Reaktionen zusammengebracht.

Armen Avanessian & Enemies #11: Dreams Rewired (Mobilisierung der Träume): Filmscreening und Gespräch mit Manu Luksch

Ein Film von Manu Luksch, Martin Reinhart & Thomas Tode
Erzählt von Tilda Swinton

A/D/UK 2015, 85 Minuten

Hollywoodstar Tilda Swinton als Erzählerin, filmische Fundstücke und ein preisgekrönter Soundtrack als Brückenschlag von der Stummfilmzeit in die Gegenwart. Der Dokumentarfilm „Dreams Rewired“ schildert in einer atemberaubenden Montage die Zeitreise der industriellen und digitalen Revolution. Träume, Visionen, aber auch die Furcht vor Konsequenzen.

- BR, FilmTonArt

Mobilisierung der Träume spürt den Sehnsüchten und Ängsten der heutigen vernetzten Welt nach und dreht dafür die Zeit über 100 Jahre zurück, als Telefon, Film und Fernsehen ihren Anfang nahmen. Wie heute Social Media, entfachten diese frühen Medien utopische Vorstellungen von grenzenloser Kommunikation, Demokratisierung des Wissens oder gar vom Weltfrieden durch gegenseitiges besseres Verständnis. Doch auch damals löste die mediale Überwindung von Zeit und Distanz gleichzeitig Besorgnis um Privatsphäre, Sicherheit und Moral aus.

Mit Hilfe von leidenschaftlich recherchiertem, vielfach noch nie gezeigtem Archivmaterial aus ca. 200 Filmen liefert uns die Kompilation ein schillerndes Mosaik zeitloser Hoffnungen und umschiffter Gefährdungen und rückt ganz nebenbei auch die Rolle der Frauen in der Geschichte der modernen Kommunikation ins rechte Licht. Diese Geschichte der modernen Massenkommunikation hilft, unsere heutige, vernetzte Welt zu verstehen.

Armen Avanessian & Enemies #10: Disrupt Democracy: School of Disobedience Nr.2

Nach dem erfolgreichen Auftakt zu Beginn der Veranstaltungsserie im Roten Salon behandelt der zweite politische Workshop des hybriden Wort-und-Tat-Kollektivs Disrupt Democracy ein weiteres aktuelles Thema der Gegenwartsdiskussion. Wie geht Widerstand im frühen 21. Jahrhundert? Was ist legal? Was ist illegal? Was sind die parlamentarischen und außerparlamentarischen Allianzen?

Armen Avanessian & Enemies #9: Der Zerfall der Demokratie: Buchpräsentation Yascha Mounk

Der Populismus bedroht den Rechtsstaat, sagt Yascha Mounk, Politologe an der Harvard University, in seinem aktuellen Buch „Der Zerfall der Demokratie“. Im Gespräch mit Georg Diez erklärt er, warum liberale Demokratien von Deutschland bis in die Vereinigten Staaten heute in existenzieller Gefahr schweben – und zeigt auf, was wir alle tun können, um dieser alarmierenden Entwicklung Einhalt zu gebieten.

Armen Avanessian & Enemies #8: Start Worrying, Details to Follow: Podcast-Gespräch mit Carlo Strenger (Special Guest: Igor Levit)

Mit Karin Pettersson und Georg Diez. Gast: Carlo Strenger; Special Guest: Igor Levit

Was sind die neuen Ideen für die Demokratie im 21. Jahrhundert? Was sind die Möglichkeiten für Freiheit und Solidarität im digitalen Kapitalismus? Wer zähmt die Macht der Internet-Giganten? Das sind einige der Fragen, mit denen sich Karin Pettersson (Aftonbladet) und Georg Diez (Der Spiegel) in ihrem Podcast Start Worrying, Details to Follow beschäftigen.

Armen Avanessian & Enemies #7: THE AGENCY + Leif Randt Rendezvous

Love me, love me, say that you love me.

Fool me, fool me, go on and fool me.

Love me, love me, say that you love me.

Fool me, fool me, go on and fool me.

THE AGENCY lädt zum Rendezvous in den Roten Salon: Für diesen einen Abend gibt es perfekte romantische Momente: vielsagende Blicke, die ein oder andere zufällige Berührung, aufgeladene Begegnungen an der Bar oder sogar ein Candle Light Dinner… Den Zuschauer*innen wird es möglich sein, sich in Skripte romantischer Liebe einzuschreiben, ihr herkömmliches Partnerschaftsprofil zu vergessen und einfach den Fake zu genießen.

THE AGENCY beschäftigt sich mit der Produktion von Emotionen anhand von Skripten, Bildern und Narrativen - jetzt ist die Romantik dran. It´s gonna be perversion.

Armen Avanessian & Enemies #6: Institutional Recalibration: As above, So below

Die Zukunft der kulturellen Infrastruktur dient als kritische Plattform für Intervention, um nicht nur die Zukunft kultureller Produktionen zu formen, sondern auch die Art und Weise, wie Kultur mit anderen Sozialprozessen interagiert.

Auf Englisch mit: Antonia Alampi, Victoria Ivanova, Harm van den Dorpel, Mathew Dryhurst, Emer Grant u.a.

Armen Avanessian & Enemies #5: Erfahrungswissen

Man hat sich daran gewöhnt, Wissen von Erfahrung zu trennen. Vor allem in der akademischen Sphäre gibt es die Tendenz zu glauben, dass Wissen sich durch Ableitung aus (bestehendem) Wissen generiere. Es ist wohl komplizierter. Eine Erfahrung impliziert nicht nur Zugewinn an Wissen, sondern auch Wissensverlust. Nur wer bereit ist, Wissen zugunsten anderen Wissens und neuer Wissensformen aufzugeben, macht eine Erfahrung im emphatischen Sinn. Aus ihr geht man, so Michel Foucault, verändert hervor. Am Theater, in der Kunst, aber auch in den Wissenschaften gibt es die Chance, sich unbekannten Formen philosophischer Wissenproduktion zu öffnen. Philosophie ist nicht auf den universitären Raum beschränkt.

Armen Avanessian & Enemies #4: 1948, 1957, 1967, 1969, 1973, 1979, 1980 & 1981, 1989, 2007

Worüber reden wir (und worüber nicht), wenn wir über die Wichtigkeit und Geschichtsmächtigkeit einzelner Jahre reden und runde Jubiläen feiern? Und welche Jahre haben eigentlich unsere Gegenwart geprägt? Ein Abend über u.a. 1948, 1957, 1967, 1969, 1973, 1979, 1980, 1981, 1989, 2007 für alle, die sich – gerade noch rechtzeitig – für die historischen Feierlichkeiten zu 1968 wappnen wollen. Um spontane Beiträge aus dem Publikum wird dringend gebeten.

Ein Abend von und mit Armen Avanessian sowie Bernd Scherer, Anke Hennig, Ludwig Engel, Joanna Kamm, Georg Diez, Christopher Roth u. a.

Armen Avanessian & Enemies #3: Gespräch mit Quentin Meillassoux

Quentin Meillassoux und Armen Avanessian sprechen über Ontologie, Metaphysik sowie Spekulative Poetik und Materialismus.

School of Disobedience 1: Neue Energien – Ein Abend von und mit Disrupt Democracy

100 Unternehmen sind für 71% der industriellen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Können wir diese Unternehmen reformieren? Oder sind andere, härtere Maßnahmen notwendig? Und welche wären das? Das ist das Thema dieses Abends, ein politisch-partizipatorischer Workshop: Wie können wir mit den Unternehmen ein radikales Umlenken von Arbeits- auf Ressourcen-Produktivität der gesamten Wirtschaft vollziehen? Wie können wir Geschäftsmodelle verändern, Waren- und Energieflüsse umlenken und ganzheitlich nutzen? Oder bleibt uns keine Zeit für einen reformistischen Ansatz?
Experten stellen diese Fragen und werden sie in kleinen Gruppen diskutieren: Wie können die größten Treibhausgas-Emittenten rechtlich verantwortlich gemacht werden, wie kann finanzieller Druck ausgeübt werden? Wie kann Druck durch Konsumenten und Anteilseigner organisiert werden? Aber das ist nur der Anfang. Es geht um Agency, es geht darum,die Fähigkeit zu handeln zurückzugewinnen. An diesem Abend und überhaupt.

Wenn wir in die Zukunft schauen, stellt sich dabei eine zentrale Frage: Wie können neue Formen der Intervention gefunden werden? Wir blicken auf radikale und unkonventionelle Ansätze von Klimaaktivisten genauso wie konventionelle und reformistische Ansätze von NGOs, die partnerschaftlich mit Konzernen einen Ausstieg aus fossilen Wirtschaftskreisläufen gesucht haben. Am Ende wird ein gemeinsames Dokument, ein gemeinsamer Plan stehen. Es geht um Alternativen zum gegenwärtigen Energie-Regime. Und die Frage bleibt, für jeden Einzelnen: Reform oder Resistance?

Disrupt Democracy ist eine hybride Wissensorganisation des 21. Jahrhunderts, dezentral, digital, aktivistisch, akademisch, neugierig, offen, politisch, partizipatorisch, ein Netzwerk von Menschen auf der Suche nach Ideen für das gute Leben, das gerechte Leben, für alle.

Mit (u.a.):

Roda Verheyen , Rechtsanwältin, hat den peruanischen Bauern Saúl Luciano Lliuya gegen den deutschen Energiegroßkonzern RWE vertreten. Sie arbeitet seit 20 Jahren darüber, wie Unternehmen für ihre Mitschuld am Klimawandel juristisch zu belangen sind.

Kultur in der Ära des Zusammenbruchs der Globalen Systeme: Ein Brettspiel mit Paul Mason

Was passiert, wenn globale Systeme, die wir einst für dauerhaft hielten, zusammenbrechen? Und was bedeutet dieser Zusammenbruch für kulturelle Produktionen? Paul Mason, Autor von Postcapitalism: A Guide to Our Future (2015), präsentiert eine Simulation von eben dieser Situation und lädt Zuschauer ein, die Konsequenzen zu betrachten. Sam Williams und Armen Avanessian diskutieren mit Paul, was der Kollapse von globalen Systemen für Künstler und Theatermacher bedeutet und welche anderen Kunstformen hierdurch zustande kommen können. Der Abend mündet in einem offenen Ideenaustausch.

Auf Englisch

16.12
17.12
18.12
19.12
20.12
21.12
22.12
23.12
24.12
25.12
26.12
27.12
28.12
29.12
30.12
31.12
01.01
02.01
03.01
04.01
05.01
06.01
07.01
08.01
09.01
10.01
11.01
12.01
13.01
14.01
15.01
16.01
17.01
18.01
19.01
20.01
21.01
22.01
23.01
24.01
25.01
26.01
27.01
28.01
29.01
30.01
31.01
01.02
02.02
03.02
04.02
05.02
06.02
07.02
08.02
09.02
10.02
11.02
12.02
13.02
14.02
15.02
16.02
17.02
18.02
19.02
20.02
21.02
22.02
23.02
24.02
25.02
26.02
27.02
28.02
01.03
02.03
03.03
04.03
05.03
06.03
07.03
08.03
09.03
10.03
11.03
12.03
13.03
14.03
15.03
16.03
17.03
18.03
19.03
20.03
21.03
22.03
23.03
24.03
25.03
26.03
27.03
28.03
29.03
30.03
31.03
01.04
02.04
03.04
04.04
05.04
06.04
07.04
08.04
09.04
10.04
11.04
12.04
13.04
14.04
15.04
16.04
17.04
18.04
19.04
20.04
21.04
22.04
23.04
24.04
25.04
26.04
27.04
28.04
29.04
30.04
01.05
02.05
03.05
04.05
05.05
06.05
07.05
08.05
09.05
10.05
11.05
12.05
13.05
14.05
15.05
16.05
17.05
18.05
19.05
20.05
21.05
22.05
23.05
24.05
25.05
26.05
27.05
28.05
29.05
30.05
31.05
ʌ
v
Diese Website setzt Cookies ein. Mehr darüber erfahren Sie in unseren Hinweisen zum Datenschutz. > Mehrx