VOLKSBÜHNE
Berlin
Yael Bartana
What if Women Ruled the World?
12.–14.04.18
Großes Haus

Schauspiel, Bildende Kunst
Englisch

Der Weltuntergang naht, es ist zwei Minuten vor Mitternacht. In dem Kabinett eines Landes mit einer pazifistischen Verfassung und einem staatlichen Abrüstungsprogramm stehen die Präsidentin und ihre Ministerinnen vor einem Dilemma. Ein anderes Land bricht ein gemeinsames, internationales Abkommen, indem es die Aufstockung seiner Nuklearlager ankündigt. Werden sie ihre einseitige Entwaffnung aufgeben oder ihr ursprüngliches Programm fortsetzen?

Inspiriert von Stanley Kubricks Satire Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte die Bombe zu lieben (1964) lässt Yael Bartana in jeder Vorstellung unterschiedliche, international renommierte Expertinnen auf Schauspielerinnen treffen. In einer Verflechtung aus Fiktion und Realität, Satire und ernsthaftem Politikexperiment versuchen sie gemeinsam eines der drängendsten Probleme unserer Zeit zu lösen und damit zu verhindern, dass die Weltuntergangsuhr Mitternacht erreicht.

In ihren Filmen, Installationen, Fotografien und Theaterprojekten erforscht die 1970 in Afula in Israel geborene und in Berlin lebende Yael Bartana die Bildsprache der Identität und die Politik der Erinnerung. Bekannt wurde sie mit ihrer Filmtrilogie And Europe Will Be Stunned (Und Europa wird sprachlos sein) für den polnischen Pavillon auf der Biennale Venedig 2011.

Produktion: Volksbühne Berlin, Manchester International Festival, Aarhus, Kulturhauptstadt Europas 2017

Besetzung 12.04.:

Präsidentin: Olwen Fouéré
Vize-Präsidentin: Antje Stahl
Friedensministerin: Jo Martin
Generalstabschefin: Noa Bodner
Außenministerin: Anne Tismer

Expertinnen: Botschafterin Patricia Flor, Dr. Carina Van Meyn, Paula Peters, May Zeidani, Heather Linebaugh

Konzept, Text, Regie: Yael Bartana
Bühne: Saygel & Schreiber
Kuratorin: Elodie Evers
Dramaturgische Mitarbeit: Alan Twitchell
Expertinnen Auswahl: Phoebe Greenwood
Künstlerische Produktionsleitung: Chris Barrett

Botschafterin Patricia Flor war Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland in Georgien, als Ministerialdirigentin Beauftragte für Osteuropa sowie Sonderbeauftragte der EU für Zentralasien. Sie leitete als Ministerialdirektorin die Abteilung für die Vereinten Nationen und globale Fragen im Auswärtigen Amt und war unter anderem Vorsitzende der Kommission für Frauenrechte der UNO. Im März 2015 wurde Patricia Flor zur Beauftragten der Bundesregierung für Fragen der Abrüstung und Rüstungskontrolle sowie Leiterin der Abteilung für Internationale Ordnung, Vereinte Nationen und Rüstungskontrolle im Auswärtigen Amt in Berlin ernannt.

Dr. Carina Van Meyn ist Assistenzprofessorin am Royal Danish Defense College in Kopenhagen. Schwerpunkt ihrer Forschung sind der Aufbau staatlicher Sicherheitsstrategien, insbesondere auf dem Gebiet der Atompolitik, »Atompriesterschaft« und staatliche Cyberstrategien.

Paula Peters ist Vizepräsidentin (Europe, Russia, Turkey, Australia) der internationalen Petitionsplattform change.org und in Berlin ansässig. Unter ihrer Leitung stieg die Zahl der Nutzer von change.org von 60.000 auf 1,5 Millionen im Jahr. Zuvor war Paula beim WWF für soziale Medien und Onlinekampagnen verantwortlich.

May Zeidani ist eine in Berlin lebende Sozialwissenschaftlerin und Aktivistin. In ihrer Arbeit erforscht sie postkoloniale Migrationsgesellschaften in Europa und die Prozesse der Identitätsbildung in Palästina und Israel. Sie ist Projektkoordinatorin bei Insaan e.V., Ko-Moderatorin der Radiosendung Talking Feminisms auf Reboot.fm und Aktivistin der »Karawane für die Rechte der MigrantInnen und Flüchtlinge«.

Heather Linebaugh trat im Alter von 19 in die US-Luftstreitkräfte ein. Sie arbeitete im Bereich unbemannte Luftfahrzeuge und war im globalen Krieg gegen den Terror an Drohnenoperationen beteiltigt. Nachdem sie das Militär verlassen hatte, wurde sie Aktivistin für die psychologische Behandlung von Veteranen. Heute studiert sie Vergleichende Literaturwissenschaft mit Schwerpunkt auf Linguistik und Französisch.

Besetzung 13.04.:

Präsidentin: Olwen Fouéré
Vize-Präsidentin: Anat Saragusti
Friedensministerin: Jo Martin
Generalstabschefin: Alix Wilton Regan
Außenministerin: Anne Tismer

Expertinnen: Jelia Sane, Sophia Besch, Virginia Wangare Greiner,
Kübra Gümüsay, Christine Muttonen

Konzept, Text, Regie: Yael Bartana
Bühne: Saygel & Schreiber
Kuratorin: Elodie Evers
Dramaturgische Mitarbeit: Alan Twitchell
Expertinnen Auswahl: Phoebe Greenwood
Künstlerische Produktionsleitung: Chris Barrett

Jelia Sane ist eine in London ansässige Rechtsanwältin, die für ein breites Spektrum an internationalen Organisationen und NGO arbeitet. Ihr Sachgebiet erstreckt sich auf die Bereiche Immigration und Asyl, Menschenrechte und Völkerrecht. Zuvor war sie am Internationalen Strafgerichtshof, in der UNO und beim Rote-Khmer-Tribunal tätig.

Sophia Besch ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Centre for European Reform in London. Sie arbeitet zu Themen der europäischen Verteidigung mit Schwerpunkt auf einer gemeinsamen Verteidungs- und Sicherheitspolitik der EU, Zusammenarbeit der europäischen Verteidigungsindustrie sowie Sicherheits- und Verteidigungspolitik der NATO und Deutschlands.

Virginia Wangare Greiner ist eine in Frankfurt a.M. ansässige Sozialarbeiterin für Flüchtlinge und setzt sich für die Rechte in Frankfurt lebender Migrantinnen ein. Sie ist Gründerin des psychosozialen Zentrums Maisha e.V. in Frankfurt, Vorstandsmitglied im Dachverband der Migrantinnen-Organisationen DaMigra und Sprecherin von INTEGRA (Deutsches Netzwerk zur Überwindung weiblicher Genitalverstümmelung). 2017 wurde sie mit dem internationalen Elisabeth-Norgall-Preis ausgezeichnet.

Kübra Gümüsay ist eine Politikwissenschaftlerin und Journalist, die sich aktiv in die Integationsdebatte einmischt. Sie schreibt und spricht über Feminismus, das Internet, Rassismus und multikulturelle Gesellschaften und lebt in Berlin.

Christine Muttonen war eine führende österreichische Parlamentarierin und Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung der OSZE (OSZE-PV) mit Sitz in Wien. Sie war außen- und europapolitische Sprecherin der Sozialdemokratischen Parlamentsfraktion und Co-Präsidentin der »Parliamentarians for Nuclear Non-Proliferation and Disarmament«. Muttonen engagiert sich für die Stärkung von Konfliktlösungskapazitäten in internationalen Organisationen. Weitere vorrangige Anliegen sind ihr die Einbeziehung von Frauen bei Konflikten (besonders hinsichtlich der UN-Resolution 1325), kulturelle Bildung und die Rolle der Kunst in der Friedensstiftung.

Besetzung 14.04.:

Präsidentin: Olwen Fouéré
Vize-Präsidentin: Anat Saragusti
Friedensministerin: Jo Martin
Generalstabschefin: Alix Wilton Regan
Außenministerin: Anne Tismer

Expertinnen: Lisa Ling, Dr. Beyza Unal, Carmen Wunderlich,
Dr. Sarai Aharoni

Konzept, Text, Regie: Yael Bartana
Bühne: Saygel & Schreiber
Kuratorin: Elodie Evers
Dramaturgische Mitarbeit: Alan Twitchell
Expertinnen Auswahl: Phoebe Greenwood
Künstlerische Produktionsleitung: Chris Barrett

Lisa Ling ging 1991 zum Militär, wo sie als Sanitäterin und Pflegerin sechs Jahre aktiv bei der US-Army diente, bevor sie zur Air National Guard (ANG) versetzt wurde. Dort war sie über vierzehn Jahre im aktiven Dienst und in der Reserve tätig. Sie beschloss, ihre Stimme zu erheben, als sie nach Afghanistan reiste und mit eigenen Augen sah, dass das, worin sie mitgewirkt hatte, kein Krieg gegen den Terror, sondern ein Terrorkrieg war. Sie hat die Tötungen, die mit fehlerhaften Daten gespeiste Drohnen anrichten, ebenso angeprangert wie die ungeheure unkontrollierte Macht, die das US-Drohnenprogramm weltweit ausübt. Sie ist eine der drei Beteiligten, die in dem Dokumentarfilm National Bird von Sonia Kennebeck über das Drohnenprogramm berichten, und lebt in San Francisco.

Dr. Beyza Unal ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im International Security Department am Chatham House in London. Sie ist spezialisiert auf Atomwaffenpolitik und leitet Untersuchungen zu chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Waffen. Sie war früher bei der NATO tätig.

Carmen Wunderlich ist promovierte wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung (HSFK, engl.: Peace Research Institute Frankfurt, kurz PRIF) und am Peace Research Center Prague (PRCP). Schwerpunkt ihrer Forschung sind die globale Normenentwicklung insbesondere bezüglich der Kontrolle von Massenvernichtungswaffen, die atomare Abrüstung wie auch – in jüngster Zeit – (De)Radikalisierungsprozesse im Kontext gewalttätiger Extremismen.

Dr. Sarai Aharoni ist Dozentin für Gender Studies an der Ben-Gurion-Universität des Negev in Südisrael. Sie hat Artikel zu Fragen von Gender, Frieden und Konflikt in Israel veröffentlicht und ist Mitherausgeberin des Buchs Where Are All the Women? U.N. Security Council Resolution 1325: Gender Perspectives of the Israeli-Palestinian Conflict (2004). Dr. Aharoni zählt zu den Grüdungsmitgliedern der IWC (Internationale Frauenkommission) und hat sich als Mitglied des Haifa Feminist Center - Isha l'Isha aktiv für die Frauenrechte in Israel eingesetzt.

Medien

> Play II Pause
00:00
Sound on Sound off
00:

Foto: Birgit Kaulfuss

Foto: Birgit Kaulfuss

Foto: Birgit Kaulfuss

Foto: Birgit Kaulfuss

Foto: Birgit Kaulfuss

> Play II Pause
00:00
Sound on Sound off
00:
19.04
20.04
21.04
22.04
23.04
24.04
25.04
26.04
27.04
28.04
29.04
30.04
01.05
02.05
03.05
04.05
05.05
06.05
07.05
08.05
09.05
10.05
11.05
12.05
13.05
14.05
15.05
16.05
17.05
18.05
19.05
20.05
21.05
22.05
23.05
24.05
25.05
26.05
27.05
28.05
29.05
30.05
31.05
01.06
02.06
ʌ
v
Diese Website setzt Cookies ein. Mehr darüber erfahren Sie in unseren Hinweisen zum Datenschutz. > Mehrx